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Anmerkung der Redaktion
Dieser Artikel stammt aus der Zeit vor dem Jahr 2000. Er spiegelt
nicht zwingend die heutige Meinung des Autors wieder, da der Autor seine
Gedanken in den letzten Jahren auf etlichen Gebieten sehr verändert hat,
siehe dazu auch unsere FAQ.
Dennoch haben wir diesen Artikel aufgenommen, da er sehr wohl die Meinung
der Redaktion wiedergibt.
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Leitverse: 2. Mose 33,5-11; Hebräer 13,11-15; 2. Timotheus 2,15-22
2Mo 33,5-11: Denn der HERR hatte zu Mose gesagt:
Sprich zu den Söhnen Israel: Ihr seid ein halsstarriges Volk. Zöge ich nur
einen Augenblick in deiner Mitte hinauf, so würde ich dich vernichten. Und nun
lege deinen Schmuck von dir ab, und ich werde zusehen, was ich für dich tun
kann. Da entledigten sich die Söhne Israel ihres Schmuckes, vom Berg Horeb an.
Mose nun nahm das Zelt und schlug es sich außerhalb des Lagers auf, fern vom
Lager für sich, und nannte es: Zelt der Begegnung. Und es geschah, jeder, der
den HERRN suchte, ging zum Zelt der Begegnung außerhalb des Lagers hinaus. Es
geschah auch, sooft Mose zum Zelt hinausging, dann standen alle Leute auf, und
sie traten jeder an den Eingang seines Zeltes und sahen Mose nach, bis er in
das Zelt hineinkam. Und es geschah , wenn Mose in das Zelt kam, dann stieg die
Wolkensäule herab und blieb am Eingang des Zeltes stehen; und redete mit Mose.
Und das ganze Volk sah die Wolkensäule am Eingang des Zeltes stehen. Und das
ganze Volk erhob sich, und sie warfen sich nieder, jeder am Eingang seines
Zeltes. Und der HERR redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann
mit seinem Freund redet; dann kehrte ins Lager zurück. ein Diener Josua aber,
der Sohn des Nun, ein junger Mann, wich nicht aus dem Innern des Zeltes.
Heb 13,11-15: Denn die Leiber der Tiere, deren Blut durch den
Hohenpriester für die Sünde in das Heiligtum hineingetragen wird, werden
außerhalb des Lagers verbrannt. Darum hat auch Jesus, um das Volk durch sein
eigenes Blut zu heiligen, außerhalb des Tores gelitten. Deshalb lasst uns zu
ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers, und seine Schmach tragen! Denn wir
haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Durch ihn
nun lasst uns Gott stets ein Opfer des Lobes darbringen! Das ist: Frucht der
Lippen, die seinen Namen bekennen.
2Tim 2,15-22: Strebe danach, dich Gott bewährt zur Verfügung zu
stellen als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen hat, der das Wort der
Wahrheit in gerader Richtung schneidet! Die unheiligen, leeren Geschwätze aber
vermeide! Denn sie werden zu weiterer Gottlosigkeit fortschreiten, und ihr Wort
wird um sich fressen wie Krebs. Dazu gehören Hymenäus und Philetus, die von
der Wahrheit abgeirrt sind, indem sie sagen, dass die Auferstehung schon
geschehen sei, und den Glauben mancher zerstören. Doch der feste Grund Gottes
steht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt, die sein sind; und: Jeder, der den
Namen des Herrn nennt, stehe ab von der Ungerechtigkeit! In einem großen Haus
aber sind nicht allein goldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne
und irdene, und die einen zur Ehre, die anderen aber zur Unehre. Wenn nun
jemand sich von diesen reinigt, wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt,
nützlich dem Hausherrn, zu jedem guten Werk bereitet. Die jugendlichen
Begierden aber fliehe, strebe aber nach Gerechtigkeit, Glauben, Liebe, Frieden
mit denen, die den Herrn aus reinem Herzen anrufen!
Inhalt
Gemeinschaft in Tagen des Verfalls Die Einheit nicht aufgeben aufgrund von Bösem Absonderung contra Einheit? Das Zelt außerhalb des Lagers „Außerhalb des Lagers“ im Hebräerbrief 1. In Bezug auf die Sündopfer 2. In Bezug auf den Herrn Jesus 3. In Bezug auf die gläubigen Judenchristen „Außerhalb des Lagers“ in Anwendung auf uns Der Altar außerhalb des Lagers Der Zustand des Volkes Gottes in 2.Timotheus 2 Das Böse frisst um sich Bei aller Verwirrung gibt es einen festen Grund Gottes Das Siegel Der Herr kennt, die sein sind Nur die halbe Wahrheit! Abstehen von der Ungerechtigkeit Die unterschiedlichen Materialien der Gefäße in dem großen Haus Gefäße zur Ehre und zur Unehre Die zwei Seiten der Absonderung Noch einmal das Bild des menschlichen Hauses „Zu jedem guten Werk bereitet“ Das Beispiel Mose „Mit denen, die den Herrn anrufen aus reinem Herzen“ Nicht allein Der persönliche Herzensentschluss Fragenbeantwortung Frage 1a Frage 1b Frage> 2 Frage 3 Frage 4 Frage 5 Frage 6 Frage 7
Gemeinschaft in Tagen des Verfalls Die Einheit nicht aufgeben aufgrund von Bösem Absonderung contra Einheit? Das Zelt außerhalb des Lagers „Außerhalb des Lagers“ im Hebräerbrief 1. In Bezug auf die Sündopfer 2. In Bezug auf den Herrn Jesus 3. In Bezug auf die gläubigen Judenchristen „Außerhalb des Lagers“ in Anwendung auf uns Der Altar außerhalb des Lagers Der Zustand des Volkes Gottes in 2.Timotheus 2 Das Böse frisst um sich Bei aller Verwirrung gibt es einen festen Grund Gottes Das Siegel Der Herr kennt, die sein sind Nur die halbe Wahrheit! Abstehen von der Ungerechtigkeit Die unterschiedlichen Materialien der Gefäße in dem großen Haus Gefäße zur Ehre und zur Unehre Die zwei Seiten der Absonderung Noch einmal das Bild des menschlichen Hauses „Zu jedem guten Werk bereitet“ Das Beispiel Mose „Mit denen, die den Herrn anrufen aus reinem Herzen“ Nicht allein Der persönliche Herzensentschluss Fragenbeantwortung
Ich habe
mich einen Augenblick gefragt, ob ich mit diesem Thema vielleicht nicht besser
am ersten Abend hätte anfangen können, weil es den Eindruck geben könnte, dass
ich mit einem negativen Thema diese Reihe Vorträge beende. Bei den beiden
anderen Themen ging es um etwas Positives: der Name des Herrn Jesus, der der
Anziehungspunkt unseres Zusammenseins ist; der „Tisch des Herrn“, wo
wir die Gemeinschaft und die Einheit des Leibes des Christus zum Ausdruck
bringen und wo wir uns mit dem Herrn Jesus in seinem Leiden und Sterben beschäftigen
dürfen.
Heute Abend
beschäftigen wir uns mit der Aufgabe eines jeden Christen, der fest vor dem
Herrn stehen möchte, sich abzusondern von der Ungerechtigkeit. Das hört sich
vielleicht negativ an. Trotzdem denke ich, dass diese Reihenfolge doch richtig
ist. Was wir an den vorhergehenden Abenden betrachtet haben, sind Grundsätze,
die auch in der damaligen Zeit schon völlig zutrafen. Von Anfang an haben die
Christen das Vorrecht, sich versammeln zu dürfen am Tisch des Herrn und zum
Namen des Herrn Jesus hin.
Aber
dasjenige, womit wir uns jetzt beschäftigen, ist ein Problem geworden, das erst
später auftauchte. Was ist zu tun, wenn wir in einer Gemeinschaft von Menschen
sind, die sich zu Gottes Volk zählen, aber trotzdem mit der Ungerechtigkeit in
ihrem persönlichen und gemeinsamen Leben nicht brechen?
Wir haben
an den vorherigen Abenden gesehen, dass die Gläubigen die Aufgabe haben, sich
von der Bosheit abzutrennen. Wir haben das gesehen in Matthäus 18, wo es um
Zuchtfragen geht. In 1. Korinther 10 finden wir einen ähnlichen Zusammenhang. Da
geht es darum, dass wir abstehen sollten vom Götzendienst. Ich habe auch an
beiden Abenden gesagt, dass eine Gemeinschaft von Gläubigen dadurch
charakterisiert ist, dass sie schriftgemäße Zucht ausübt.
Was sollen
Gläubige tun, wenn sie sich in einer Gemeinschaft befinden, wo diese Bosheit
schon wie ein „Sauerteig den ganzen Teig“ verdorben hat? Für viele
von uns ist das eine nicht allzu schwierige Frage. Wir haben die Antwort darauf.
Aber wir müssen bedenken, dass die Antwort nicht so sehr auf der Hand liegt. Hätten wir nicht in der Schrift ausdrückliche Hinweise gehabt, wie wir in
solchen Fällen handeln müssen, dann hätten wir nicht gewusst, was zu tun ist.
Denn die Einheit der Versammlung ist solch eine wichtige Sache, dass jeder Gläubige,
der es ernst meint mit dieser Einheit, sich wohl dreimal oder zehnmal überlegen
würde, sich dieser Gemeinschaft von Gläubigen zu entziehen, selbst wenn auch
grobe Ungerechtigkeit dort besteht. Hätten wir die Hinweise der Schrift nicht,
dann wüssten wir nicht: Was ist nun wichtiger? Die Einheit mit anderen Gläubigen
festzuhalten, wenn auch Bosheit da ist, oder uns von der Bosheit abzutrennen und
dadurch die Einheit aufzugeben?
Die Schrift
zeigt uns, dass zuerst nicht die Einheit aufzugeben ist. Im Gegenteil. Die
Einheit des Leibes praktisch zu verwirklichen, wird in Epheser 4 folgendermaßen
umschrieben: „die Einheit des Geistes aufrechterhalten“. Einheit des
Geistes setzt voraus, dass das Fleisch dort auf dem „Platz des Todes“,
im Gericht des Herrn Jesus gehalten wird, ins Gericht gebracht wird, dort, wo es
sich offenbart. Die Einheit des Geistes zu bewahren, bedeutet, das, was vom
Fleisch ist, zu beurteilen, zu richten, sei es in uns selbst, Sünden vor Gott
zu bekennen, sei es, Sünden als Versammlung zu berichtigen durch schriftgemäße
Zucht. Zucht ist nicht nur Ausschluss, Zucht ist auch, den Schuldigen dazu zu
bringen, seine Sünden vor Gott zu bekennen. Die Einheit des Geistes setzt also
immer voraus, dass die Sünde gerichtet wird.
Ich weiß
noch, wie viel Mühe ich damit hatte, als ich jung war oder viel jünger als
jetzt. Ich bekam die Schrift von Bruder Darby in die Hand, der, als er das
geschrieben hatte, auch sehr jung war. Er schrieb: „Die Absonderung vom Bösen ist der göttliche Grundsatz der Einheit.“ Ich weiß noch, wie ich gestaunt habe.
Einheit und Absonderung, das sind ja entgegengesetzte Begriffe. Wie kann man das
vereinbaren? Nun, er schreibt in dieser Broschüre: Der Grundsatz der Einheit
ist nicht der Mittelpunkt der Einheit. Der Mittelpunkt der Einheit ist nicht
Absonderung vom Bösen. Dann wären wir Pharisäer, das hieß wahrscheinlich „Abgesonderte“. Sie waren sehr abgesondert vom Bösen, aber das war
ihr Hauptziel, sie hatten keinen positiven Anziehungspunkt.
So ist es
nicht bei uns. Der Mittelpunkt der Einheit ist das, was wir an den vorherigen
Abenden betrachtet haben, das ist der Herr Jesus. Er ist mit einem Namen der
Mittelpunkt, es ist der „Tisch des HERRN“. Aber er hat es so
umschrieben: „Der Grundsatz der Einheit“, d.h. die Bedingungen zur
praktischen Verwirklichung der Einheit. Es ist nicht einfach Einheit, wenn alle,
die Christus bekennen, zusammen sind. Die Einheit bedeutet, eine wirklich
bestehende geistliche Einheit praktisch zum Ausdruck zu bringen. Aber eine
Einheit des Geistes setzt das Richten dessen voraus, was aus dem Fleisch ist.
Und so können wir nie die Einheit des Leibes verwirklichen, wenn wir das Böse
aufrechterhalten. Denn das Böse vermischt sich mit dieser Einheit und zerstört
diese Einheit. Denn wenn solche, die teilhaben am Leib Christi, sich
vermischen mit solchen, die nicht des Leibes teilhaftig sind, dann ist das nicht
mehr die Einheit des Leibes. Man kann nicht die Einheit des Leibes
verwirklichen, wenn man vermischt ist mit denen, die in der Bosheit leben, oder
mit denen, die nicht des Leibes teilhaftig sind. Da dürfen wir uns nicht betrügen.
Wir können erst dann diese Einheit verwirklichen, wenn wir uns absondern von
allem, was diesem Leib nicht angehört oder was mit diesem Leib im Widerspruch
steht: nämlich Bosheit, die aufrechterhalten wird und von der man sich nicht
abtrennt.
So verstand
ich zum ersten Mal, dass die praktische Verwirklichung der Einheit des Leibes
Absonderung vom Bösen, von dem, was mit der Einheit des Geistes im Widerspruch
ist, voraussetzt. Absonderung vom Bösen. Obwohl es negativ erscheint, haben wir
in diesen Dingen, wie in 2. Timotheus 2, die Grundsätze für die letzten Tage.
Hätten wir nur Matthäus 18 und 1. Korinther 10, würde es schwierig für uns
sein. Aber Paulus, durch den Heiligen Geist geleitet, hat uns in diesem letzten
Brief, dem 2. Timotheusbrief, auch für die letzten Tage Hinweise gegeben. Wir
leben in den letzten Tagen. Wir können davon überzeugt sein; ich brauche mir
nicht die Zeit zu nehmen, das zu beweisen. Er hat uns Hinweise gegeben, wie wir
uns auch dann nach Gottes Gedanken versammeln können, wenn alles andere
zugrunde gegangen ist. In 2.Timotheus 2, ist nicht mehr von dem Haus Gottes die
Rede, sondern es wird nur noch über ein „großes Haus“ gesprochen,
ein menschliches Haus, wo Gott mit einem Wort nicht mehr die erste Stelle
einnimmt.
Nun, ich
habe wieder angefangen mit dem Alten Testament, weil es immer wieder schön ist
zu sehen, wie die mehr oder weniger abstrakten Grundsätze aus dem Neuen
Testament in der „Bildersprache“ des Alten Testamentes illustriert
werden. Wir haben auch die Bestätigung dafür, dass ich nicht irgendwelche
Abschnitte aus dem Alten Testament nehme. Es gibt vielmehr gewisse Übereinstimmungen
zwischen den Namen im Alten und im Neuen Testament.
In 5. Mose
12 und Matthäus 18 haben wir den Zusammenhang gesehen. Genauso ist es bei dem „Tisch des
Herrn“, ein Ausdruck, den wir auch im Alten Testament
finden. Die Verbindungen gehen direkt aus dem Abschnitt hervor. So ist das hier
auch. Wenn wir in 2. Mose 33,7 den Ausdruck gefunden haben: „außerhalb
des Lagers“, dann finden wir diesen Ausdruck in Hebräer 13 wieder. Wenn
wir den Abschnitt in Hebräer 13 genau betrachten, dann sehen wir auch die Übereinstimmung.
Der Verfasser bezieht sich eindeutig auf die Geschichte in 2. Mose 33, die uns
die Grundsätze zum Verständnis der Dinge in 2.Timotheus 2 und Hebräer 13
gibt. Hier sehen wir das Volk Gottes in derselben Lage, in der wir heute das
Volk Gottes finden.
Das Volk
hatte sich versündigt mit dem goldenen Kalb. Sie hatten diesen schrecklichen Götzendienst
getrieben mit aller Bosheit, die damit verbunden war. Das Volk war so
verschuldet, dass, obwohl Mose in Kapitel 32 Fürbitte für das Volk getan
hatte, in heißem Flehen wegen seiner großen Liebe für dieses Volk, das nichts
änderte an seinem Bewusstsein der Heiligkeit Gottes. Er sonderte sich von
diesem Volk in Kapitel 33 ab und baute außerhalb des Lagers das Zelt der
Zusammenkunft auf. Mose tat das nicht wie die Pharisäer, indem er sich über
das Volk erhob, Mose tat das in größter Liebe. Kein Mensch im Alten Testament
hat so zu Gott gefleht wie Mose für das Volk. Die Liebe für das Volk Gottes änderte
nichts an der Tatsache, dass Mose in tiefstem Bewusstsein der Heiligkeit Gottes
sich nicht länger inmitten dieses Volkes aufhalten konnte.
Ich füge
sofort hinzu, weil manche da Bedenken aussprechen, dass trotzdem nicht alle im
Volk sich versündigt hatten. Wir wissen, dass der Stamm Levi das nicht getan
hat. Das war hier noch nicht ans Licht getreten, aber wir sehen daraus, dass man
nicht zu warten braucht, bis alle sich versündigt haben. Wenn die Bosheit nicht
länger gerichtet werden kann, dann ist unsere Frage nicht, ob überhaupt noch
Kinder Gottes da sind. Wenn das so wäre, dann wäre auch die Reformation falsch
gewesen, denn auch damals gab es in der römisch-katholischen Kirche viele Gläubige,
die nicht alle mit der Reformation mitgegangen sind. Es sind viele zurückgeblieben.
Aber das war kein Grund, um auch in dieser Kirche zu bleiben. Die Gläubigen
sahen den Weg der Absonderung ganz klar, da diese Kirche nicht mehr zu ändern
war. So ist das auch später gegangen. Als Gläubige aus den reformatorischen
Kirchen austraten, blieben treue Gläubige zurück in diesen Kirchen, aber es
konnte nicht anders sein, sie mussten sich abtrennen von dieser Bosheit. Das
bedeutete auch Trennung von geliebten Geschwistern, die aus irgendwelchen Gründen
in dieser Kirche blieben. Das war nicht leicht, aber sie sahen keinen anderen
Weg. Es war der Weg der Schrift.
Die Leviten
waren noch in diesem Volk, aber Mose sah für sich selbst den Weg klar. Er nahm
ein Zelt und schlug es außerhalb des Lagers auf, fern vom Lager, eine ganz
deutliche Distanz zu dem bösen Lager der Kinder Israel, und nannte es „Zelt der
Zusammenkunft“. Das ist seltsam. Da steht man ganz allein
und trennt sich vom Volk, man baut sich ein Zelt und nennt das „Zelt der
Zusammenkunft“. Mose sagt: Hier außerhalb des Lagers versammelt sich von
nun an das Volk Gottes. Das Volk Gottes? Wie viele finden wir denn in diesem
Zelt? Liebe Freunde, genau zwei! Mose und Josua. Es war das Minimum für eine
Zusammenkunft. Das sind die Grundsätze, die von allen Männern Gottes
verstanden wurden in allen Zeiten, dass man sich nicht mit der Bosheit im Volk
einsmachen kann, wenn diese Bosheit das ganze Volk verdorben hat, dass man sich
zurückziehen muss, und in dieser Stellung, außerhalb des Lagers, kann man dann
erst Gott begegnen. Das tat Mose. Jedes Mal, wenn er zu dem HERRN hinausgehen
wollte, verließ er das Lager, und alles Volk schaute ihm voll Ehrfurcht zu, bis
er in das Zelt trat: „Das ganze Volk erhob sich, und sie warfen sich
nieder, ein jeder am Eingang seines Zeltes.“
Sie wussten es zu schätzen,
was Mose tat, aber keiner kam hinaus, um diesen Weg mit ihm zu gehen. Ich kenne
solche Menschen, solche Gläubige sogar. Es waren nicht alle ungläubig in
diesem Volk. Die Kinder Levi standen auch am Eingang ihres Zeltes, aber was so
treffend ist: Keiner kam hinaus. Da standen sie alle, warfen sich nieder, waren
tief beeindruckt von den Umständen, aber wer reinigte sich ganz persönlich von
dem, was geschehen war, und wer sagte da: Ich möchte mit Mose hinausgehen? Ein
junger Mann. Solche geistlichen Übungen sind oft gar nicht die Übungen der älteren.
Je älter man wird, umso größer ist die Gefahr, dass man in den
festgetretenen Pfaden steht und man nicht mehr davon abzubringen ist. Ich liebe
diesen jungen Mann Josua. Da war eine Entschlossenheit, nicht immer Weisheit.
Als er mit Mose auf dem Berg war, konnte er diesen Lärm aus dem Lager nicht
richtig einschätzen, dazu brauchte es die Weisheit Moses. Wichtig war seine
Entschiedenheit, seine Liebe zum Herrn. Von Mose steht, dass er hin und her
ging, aus dem Lager zu diesem Zelt, aber von Josua heißt es: Er wich nicht aus
dem Innern des Zeltes. Das ist schön zu sehen. Das ist eine Entschiedenheit,
wodurch er unter anderem später geeignet wurde, ein Führer des Volkes Gottes
zu werden. Hier sehen wir diesen Grundsatz also ganz klar.
Wie wird
das nun angewandt in Hebräer 13? Eigentlich ist Hebräer 13 noch komplizierter,
weil dort auf dreierlei Weise über diese Stellung „außerhalb des Lagers“ gesprochen wird. Zuerst in Verbindung mit den Sündopfern, zweitens
in Verbindung mit dem Herrn Jesus und drittens in Verbindung mit uns selbst.
Ich habe
gestern Abend schon gesagt, dass die Sündopfer außerhalb des Lagers verbrannt
wurden, nur das Fett kam auf den Altar. Gott hatte selbst befohlen, diese Opfer
dort zu verbrennen, denn diese Sündopfer waren mit der Sünde des Volkes
einsgemacht. Darum mussten sie aus dem Volk hinweggetan werden. Der Gedanke ist
hier also genau umgekehrt. Das Unreine, womit dieses Opfer einsgemacht war,
musste aus dem reinen Volk hinausgetan werden.
Aber dann
macht der Verfasser einen schwierigen Schritt, denn zuerst zeigt er Übereinstimmung
mit dem Sündopfer im Alten Testament. Genau wie die Sündopfer im Alten
Testament außerhalb des Lagers gebracht wurden, um dort verbrannt zu werden, so
wurde auch der Herr Jesus, der das wahre Sündopfer ist, außerhalb des Lagers
(Jerusalem) geführt, um dort außerhalb des Tores, wie es hier heißt, in die
Feuergluten des HERRN gebracht zu werden. Die andere Seite ist darin beinhaltet.
Von wem wurde der Herr Jesus außerhalb des Tores gebracht? Von bösen Menschen,
die sagten: Für dich haben wir keinen Platz in unserem Lager. Das Lager
Israels, das religiöse Judentum der damaligen Zeit, die offizielle Religion,
die Gott einst selbst eingesetzt halte, war so verdorben durch die Sünden des
Volkes, dass darin kein Platz war für den Herrn Jesus. Sie hatten nur einen
Platz für Ihn außerhalb der „heiligen“ Stadt Jerusalem. Das
Opfertier, das jetzt mit der Unreinheit des Volkes einsgemacht war, musste außerhalb
des reinen Lagers gebracht werden.
So starb
auch der Herr Jesus außerhalb des Lagers, aber die Rollen waren vertauscht. Das
verdorbene Lager warf Ihn hinaus. Er, der Reine, starb außerhalb des
verunreinigten Lagers.
Unsere
Stellung ist, sich einszumachen mit diesem hinausgeworfenen Herrn. Buchstäblich
hatte das eine Bedeutung für den jüdischen Überrest, für die Gläubigen, die
aus dem Judentum kamen. Sie mussten sich ganz und gar abtrennen von diesem
religiösen Lager, wo für Gott und Christus kein Platz mehr war. Sie mussten sich einsmachen mit diesem geschmähten Christus, der außerhalb des Lagers
gestorben war.
Die
Anwendung für uns ist ganz klar. Überall, wo Gottes Volk wieder diesen
Charakter eines religiösen Lagers annimmt, das inzwischen ein System geworden
ist, in dem für Gott und einen Sohn kein Platz mehr ist, wo das Fleisch
regiert und nicht mehr das Wort Gottes, haben die treuen Gläubigen dieselbe
Aufgabe. Denn es ist doch so, dass der Herr Jesus von den sogenannten Christen,
nicht von den „Heiden“, am meisten angegriffen wird. So sagt dieses
Wort zu uns, dass wir zu Ihm hinausgehen müssen. Wir nehmen diesen Platz
freiwillig ein. Niemand zwingt uns, aus dieser sogenannten christlichen Kirche
auszutreten. Der Herr beruft uns dazu. Er ruft uns hinaus, so wie Er sagt von
dem großen Babylon in Offenbarung 18,4, wo wir denselben Gedanken haben, dass wir hinauszugehen haben:
„Gehet aus ihr hinaus, mein Volk, auf dass ihr nicht ihrer Sünden mitteilhaftig werdet, und auf
dass ihr nicht empfanget
von ihren Plagen; denn ihre Sünden sind aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott
hat ihrer Ungerechtigkeiten gedacht.“ Die falsche Kirche (die große Hure
wird sie genannt, im Gegensatz zu der Braut des Lammes) ist ganz deutlich eine
Kirche, die sich Kirche nennt, aber wo für Christus kein Platz mehr ist, wo das Blut
einiger Märtyrer ist und wo alle Pracht und Herrlichkeit
dieser Welt zu finden ist. Davon sagt Gott: „Gehet hinaus, mein Volk“, „außerhalb des
Lagers“, um es mit der Sprache von Hebräer
13 zu sagen.
Erstaunlicherweise
finden wir außerhalb des Lagers einen Altar in Hebräer 13. Der Altar stand
normalerweise inmitten des Volkes. Aber wir hatten gesehen, dass Mose das Zelt
der Zusammenkunft außerhalb des Lagers errichtet hat. Es gab noch keinen Altar
damals, aber der Gedanke ist deutlich. Wir haben nur dort einen Altar, wo wir außerhalb
dieses religiösen Systems sind, das sich christlich nennt. Es ist ein Ort des
Gottesdienstes, wo wir Ihm an einem Tisch dienen dürfen, Ihm „Schlachttopfer
des Lobes“ darbringen können.
Das führt
uns zu den Grundsätzen, die wir in 2. Timotheus 2 finden, mit denen wir uns
etwas eingehender beschäftigen wollen. Diese Stelle ist deshalb so wichtig,
weil man bei Hebräer 13 immer noch sagen könnte: „Das ist alles nur
Anwendung. Es geht in Hebräer 13 um das jüdische Lager, und der jüdische Überrest
musste sich von diesem Lager freimachen. Wir können das nicht ohne weiteres auf
uns anwenden.“ Das mag so sein, aber in 2. Timotheus 2 bezieht es sich ganz
klar auf die Christen. Darum ist diese Stelle der deutlichste, nicht der einzige Hinweis, auf den wir uns stützen können, um zu sagen,
dass solche,
die abstehen wollen von der Ungerechtigkeit, auch die Pflicht haben, sich
abzusondern von dem Bösen.
Es wird
hier nicht über das Haus Gottes gesprochen, das haben wir im 1. Timotheusbrief 3,15. Da lesen wir, wie wir uns zu verhalten haben im
Haus
Gottes. Der 2. Brief ist aber wohl am Ende des Lebens des Apostel Paulus
geschrieben, es war sein geistliches Testament. Das war in einer Zeit, als der
Verfall schon eingetreten war. Er musste sagen, dass viele, sogar alle in
Kleinasien sich von ihm abgewandt hatten, dass nicht nur Bosheit, sondern auch
Lauheit gefunden wurde. Das waren keine Menschen, die alle Irrlehren hatten oder
sündige Leben führten, sondern Menschen, die lau geworden waren, die nicht zu
dieser Entschiedenheit des Apostels bereit waren. Aber nebenbei, auch Irrlehren
gab es, grobe Irrlehre. In Kapitel 2 wird schon allgemein gesagt, dass ungöttliche
eitle Geschwätze, in Vers 16, dann weitere Gottlosigkeit: „Ihr Wort wird
um sich fressen wie ein Krebs.“ Es ist ein ähnliches Bild wie der
Sauerteig. Es ist wie eine Krankheit, die sich immer weiter hineinfrisst in
solch eine Gemeinschaft von Christen. Wenn man dem nicht Einhalt gebietet,
verdirbt es alles, es bleibt nichts übrig.
Ich habe so
viele Christen sagen hören: Wenn wir treu bleiben, vielleicht können wir
das noch klären. Solange es sich nur um einige handelt, ja. Nach 1.
Korinther 5 kann man das Böse wegtun. Aber wenn keine geistliche Kraft mehr da
ist, wird sich keiner gegen diesen Einfluss wehren können und die Folgen
merken. Denn wir haben nur zwei Grundsätze in der Schrift: wegtun (1 Kor
5) oder weggehen (2 Tim 2). Weiteres gibt es nicht. Man kann nicht mit dem
Bösen zusammenbleiben, denn es wird nicht durch die Gegenwart treuer Christen
besser werden. Aber die treuen Christen werden wohl von dem Bösen angegriffen
werden. Das ist die Wirkung des Sauerteiges. Das ist der Krebs. Man kann nicht
sagen: „Der Rest des Körpers ist so gesund, das macht nichts aus. Ich
lasse den Krebs wirken.“ Nein, denn diese Gesundheit wird verschwinden. So
ist es auch mit anderen Bosheiten. Wo die Zucht verschwindet, da bleibt
letztendlich nichts übrig, und was hat der Christ da zu tun?
Lasst uns
nun zuerst die vorherigen Verse betrachten. Wie gesagt, der Apostel spricht
nicht mehr über ein Haus Gottes. Man kann auch schwerlich von der heutigen
Christenheit sagen, dass es das Haus Gottes ist. Es ist ein großes Haus oder
wie es hier steht in Vers 20: „ein großes Haus“. Er gibt hier nicht
ein Beispiel, wie Gott sich ein Haus gemacht hat, sondern er zeigt das Haus,
wie es unter uns Menschen vorkommt, ein menschliches Haus. Da gibt es zum
Beispiel die Leugnung der Auferstehung als eine zukünftige Sache. Es wird
gesagt, die Auferstehung hat schon stattgefunden. Der Glaube etlicher wird
umgekehrt, die Christen verzweifeln und wissen nicht mehr, wo sie stehen und was
sie tun sollen. Da sagt der Apostel Paulus als Trost: „Doch der feste Grund
Gottes steht.“ Der Grund ist das Fundament des Hauses, d.h., die Mauern können
zerstört werden, aber der Grund bleibt immer stehen, denn diese Grundlage hat
Gott selbst gelegt. Diese Grundlage ist Christus selbst. Was Menschen gemacht
haben, das kann verdorben oder zerstört werden, aber was Gott gemacht hat, nie.
Gott hat einen festen Grund gelegt, die nie von der Sünde des Menschen berührt
werden kann.
„Doch
der feste Grund steht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt, die sein sind; und:
Jeder, der den Namen des Herrn nennt, stehe ab von der Ungerechtigkeit!“
Siegel hat hier die Bedeutung einer Inschrift. Sie stellt die zwei Seiten der
Wahrheit dar.
Auf der
einen Seite steht: „Der Herr kennt, die sein sind“, das ist die Seite
des Herrn, die Seite der Treue und Gnade Gottes, was wir oft in der Schrift
finden. Auf der anderen Seite finden wir die menschliche Verantwortung. Das geht
wie ein Leitfaden durch die ganze Schrift. Der erste
Trost ist: „Der Herr kennt, die sein sind.“ Wehe solchen Christen, die
immer klagen über das, was kaputt gegangen ist. Nicht alles ist zugrunde
gegangen, nein, denn überall gibt es noch solche, die sein sind; wehe solchen,
die wie Elia auf dem Berg zu Gott sagen: Ich bin allein übrig geblieben. Da
haut Gott dir um die Ohren, denn Er hat noch 7000, die ihre Knie
nicht vor Baal gebeugt haben. Es ist die einzige Sünde aus dem ganzen Alten
Testament von einem Gläubigen, die im Neuen Testament angeführt wird, in Römer
11. So schrecklich findet Gott das. Er kommt nicht gerne auf die Sünden der
Helden des Alten Testamentes zurück. Er schweigt darüber. Aber das eine wird
erwähnt. Elia war doch ein großer Mann Gottes. Auch die größten Männer
Gottes können zu solchen Dummheiten fähig sein. „Ich bin allein übriggeblieben.“ Der Herr kennt, die ein sind. Er kennt sie in der römisch-katholischen
Kirche, in der evangelisch-lutherischen, in jeder Gemeinschaft. Wir werden noch
staunen, wo Gottes Kinder alle herkommen.
Das ist die
eine Seite. „Das genügt mir“, sagen vielleicht einige unter uns, „hören Sie bitte auf mit der anderen Seite. Ich freue mich schon,
dass es
überall Kinder Gottes gibt, und überall, wo es Kinder Gottes gibt, da möchte
ich auch gerne hingehen. Da freue ich mich, Gemeinschaft mit ihnen zu haben.“ Aber Achtung! Ein Christ kann nicht mit halben Wahrheiten leben.
Halbe Wahrheiten sind schlimmer als ganze Lügen. Halbe Wahrheiten sind sehr
irreführend. Es ist ein Trost, zu wissen, dass, wo wir nicht mehr unterscheiden
können, wer dem Herrn angehört und wer nicht, Er es weiß. Kennen wir diese
Erfahrung nicht? Man spricht manchmal mit Menschen, die auf der einen Seite
fromm sind, sie sprechen über das Wort Gottes, über Christus, auf der anderen
Seite benehmen sie sich wie die größten Heiden. Man schaut nicht durch. Man möchte
glauben, dass sie Kinder Gottes sind, aber man sieht vieles, was damit im
Widerspruch steht. Gott der Herr weiß es genau. Er hat keine Probleme damit. Er
weiß genau, ob diese Person Ihm angehört oder nicht. Das ist aber nur die
halbe Wahrheit, und damit allein kann kein Christ leben. Es ist die Seite des
Herrn. Er weiß in aller Bosheit, in allem Verderben, trotzdem noch immer eine
Kinder zu finden, wie tief sie auch in diesem Dreck stecken.
Das ist
aber nicht der Leitfaden für mein praktisches Verhalten. Das finden wir auf der
anderen Seite dieses Siegels: „Jeder, der den Namen des Herrn nennt, stehe
ab von der Ungerechtigkeit.“ Hier finde ich einen, der sagt: „Ich gehöre
auch dem Herrn Jesus an“, aber er steht nicht ab von der Ungerechtigkeit.
Dann kann ich mit ihm nicht denselben Weg gehen. Und oft sagen dann die Leute: „Ist er dann ein Ungläubiger? Man kann doch nicht alle
ablehnen.“
Darum ist es so schön, diese beiden Seiten zu haben, denn dann antworte ich: „Das weiß nur der Herr. Er kennt die
Herzen.“ Wenn jemand mit Bosheit
so verschmutzt ist, kann ich das nicht mehr sehen. Das überlasse ich dem Herrn.
Ich spreche kein Urteil aus, aber ich kann mit dieser Person nicht den gleichen
Weg gehen, weil sie nicht von der Ungerechtigkeit absteht. Das kann und muss ich
beurteilen. Wir sprechen kein Urteil aus, ob eine Person ein Gläubiger oder
Ungläubiger ist. Natürlich, wenn er absteht von der Ungerechtigkeit, dann dürfen
wir das schon sagen. Aber wenn er nicht davon absteht, dann überlassen wir das
dem Herrn. Wir können aber nicht denselben Weg gehen, denn seine
Ungerechtigkeit würde mich anstecken, und wir würden beide ins Verderben
gehen, praktisch gesehen.
Das ist
also der Leitfaden für das praktische Verhalten. Um das klarzumachen, benutzt
der Apostel jetzt das Bild des großen Hauses. Wie sieht es im Haus Gottes aus?
Ganz anders als im Haus des Menschen. Im Haus Gottes gibt es nur wunderbare
Gefäße. Da gibt es Menschen, die früher arme, verlorene Sünder waren, die
aber ihre Sünden vor Gott bekannt haben, die den Herrn Jesus angenommen haben,
Ihm angehören, die Gott als ihren Vater kennen, wunderbare Materialien,
goldene, silberne Gefäße. Wir haben den Unterschied ganz genau in 1. Korinther
3. Zweierlei Materialien finden wir dort in dem Haus.
Da sehen
wir das Haus, wie es von Menschen gebaut wird, und Menschen bringen nicht immer
gute Materialien. Da sehen wir Gold, Silber, Edelsteine, aber wir sehen da auch
Holz, Heu und Stroh. Wenn Letzteres dem Feuer ausgesetzt wird, verschwindet es,
aber Gold und Silber können im Feuer bestehen, sie werden darin sogar geläutert,
sie kommen daraus sogar besser zum Vorschein. Das ist der große Unterschied.
Im Haus
Gottes ist alles Gold und Silber. Gold spricht von der Herrlichkeit Gottes,
Silber von dem Preise der Erlösung, der für uns bezahlt worden ist. Das
kennzeichnet die wahren Christen. Aber in einem menschlichen Haus ist es nicht
so. Das ist bei uns auch nur normal. Bei mir zu Hause sind nicht alle Gefäße
aus Gold und Silber. Aber was für ein menschliches Haus normal ist, ist darum für
das Haus Gottes nicht normal. Das ist der große Unterschied. Wir sind auch als
Christen geneigt zu denken, dass das, was bei uns auf der Erde normal ist, für Gott
auch normal ist. Nein, was für uns normal ist, das gehört sich nicht im Hause
Gottes.
Nun, in
einem menschlichen Haus gibt es auf der einen Seite goldene und silberne Gefäße,
auf der anderen aber auch hölzerne und irdene. Was sich für das Haus Gottes
nicht geziemt, 1. Korinther 3, ist in diesem großen menschlichen Haus normal.
Aber nun
kommt noch etwas. Es kommt noch eine andere Einteilung: „Auf der einen
Seite, solche zur Ehre, die anderen aber zur Unehre.“ Wenn wir
nun oberflächlich lesen, dann denken wir, die goldenen und silbernen Gefäße
sind zur Ehre, und die hölzernen und irdenen sind zur Unehre. Das ist etwas zu
leicht. Denn wenn ein goldenes Gefäß ganz mit Schlamm bedeckt ist, so sehr, dass
das Gold nicht mehr zu sehen ist, glauben Sie, dass ein solches Gefäß zur Ehre
des Hausherrn ist? Nein, es ist anders.
Diese erste
Einteilung, Gold und Silber, hölzerne und irdene Gefäße, stimmt mit der einen
Seite des Siegels überein: „Gott, der Herr, kennt solche die sein sind.“ Er weiß genau zu
unterscheiden: Hier habe ich ein Gefäß, das ist
so mit Schlamm bedeckt, dass ich nicht mehr sehe, was für ein Material es ist,
aber Gott weiß genau, ob es Gold oder Silber oder Holz ist. Ich weiß aber
wohl, dass dieses Gefäß nicht zur Ehre des Hausherrn dient.
Die zweite
Einteilung, Gefäße zur Ehre und zur Unehre, entspricht der anderen Seite des
Siegels. Solche, die zur Ehre sind, sind solche, die abstehen von der
Ungerechtigkeit. Es sind solche, die nicht nur den Namen des Herrn nennen,
bekennen, Christ zu sein, sondern die das auch praktisch erweisen, indem sie
abstehen von der Ungerechtigkeit. Sie sind zur Ehre des Hausherrn. Solche, die
das nicht tun, die leicht den Namen Christus in den Mund nehmen, aber nicht von der
Ungerechtigkeit abstehen, sind zur Unehre des Hausherrn, ob sie nun Gold und
Silber oder Holz und Erde sind. In beiden Fällen sind sie zur Unehre des
Hausherrn. Es ist ganz wichtig, dass wir diese beiden Einteilungen genau
unterscheiden. Gold, Silber, Holz, Erde, im Licht von 1. Korinther 3, hat damit
zu tun, dass Gott weiß, wer Ihm gehört und wer nicht. Die andere Einteilung
ist die zur Ehre und Unehre.
Also, liebe
Freunde, unsere erste Aufgabe, wenn wir den Herrn Jesus kennen als unseren
Heiland und Ihn lieben und seinem Wort gehorchen möchten, ist, persönlich in unserem Leben abzustehen
von der Ungerechtigkeit. Das muss ich als Erstes erwähnen, sonst würde das Zweite wieder nur eine
Pharisäerhandlung sein, wenn wir uns absondern von
anderen, die nicht recht wandeln, und persönlich auch nicht recht wandeln. Zuerst
haben wir mit dieser Sache in unserem persönlichen Leben ernst zu machen, persönlich
abzustehen von der Ungerechtigkeit. Natürlich gibt es Tausende von Gläubigen,
die das genau verstehen, die in ihrem persönlichen Leben sich von diesen Dingen
gereinigt haben.
Ich kenne
solche, die sich in Kreisen befinden, von denen sie sagen: „Ich weiß,
dass hier vieles gar nicht stimmt oder sogar Bosheit gibt, und es gibt keine Kraft,
es wegzutun, aber persönlich in meinem Leben stehe ich ab von der
Ungerechtigkeit.“ Ich nehme das ernst, denn ich glaube, sie meinen das
ernst, sie versuchen das auch, und man sieht das auch. Aber das ist nicht alles,
was hier steht. Sie haben nur die Hälfte getan. Denn jetzt müssen wir gut
aufpassen, was in Vers 21 steht: „Wenn sich nun jemand von diesen
reinigt“; die Fußnote sagt: „Wenn sich jemand von diesen
wegreinigt“, indem man eine Trennung macht von ihnen und sich selbst. Das
ist ein Schritt weiter. Es steht hier nicht mehr, wenn man sich von der
Ungerechtigkeit reinigt, sondern wenn man sich von ihnen reinigt.
Wer sind das
nun, diese „ihnen“? Das sind einfach die Letzterwähnten, solche, die
zur Unehre des Meisters sind. Wir müssen nicht nur persönlich abstehen von der
Ungerechtigkeit, sondern wir müssen uns auch „wegreinigen“ von
solchen, die das nicht tun, obwohl sie vielleicht den Namen des Herrn nennen,
obwohl sie vielleicht bekennen, Christen zu sein. Vielleicht sind sie es auch
wirklich, und ich hoffe, klargemacht zu haben, dass das gar nicht entscheidend
ist. Entscheidend für uns ist nicht, ob sie wirklich Christen sind, denn
letztendlich können wir das nicht unterscheiden, wenn sie in der Bosheit leben.
Was für uns entscheidend ist, ist die andere Seite des Siegels. Stehen sie ab
von der Ungerechtigkeit, ja oder nein? Wenn nein, sagt die Schrift, dann sind es
Gefäße zur Unehre. Wenn ein Gläubiger in der Ungerechtigkeit lebt und davon
nicht abstehen will, seine Sünde nicht bekennen will, seinen bösen Wandel
nicht aufgeben will, dann ist er ein Gefäß zur Unehre des Hausherrn. Nun sagt
dieser wichtige Vers 21, dass wir uns von diesen Gefäßen zur Unehre
„wegzureinigen“ haben.
Ich
wiederhole: Erste Aufgabe: mich von der Bosheit, der Ungerechtigkeit zu
reinigen, davon abzustehen. Zweite Aufgabe: mich „wegzureinigen“ von
den Gefäßen zur Unehre, ob es nun Gläubige sind oder Ungläubige; das können
wir oft nicht mehr sehen. Aber was wir sehen können, ist, dass es Gefäße zur
Unehre sind, weil sie ihren bösen Wandel nicht aufgeben. Das ist wichtig, das
geht viel weiter. Und die Schrift sagt uns, dass wir erst dann wirklich ein Gefäß
zur Ehre sein können, geheiligt, das heißt eigentlich abgesondert, aber nicht
nur negativ, sondern auch dem Herrn geweiht. Geheiligte Gefäße wie die im
Tempel sind Gott geweihte Gefäße, dem Herrn geweiht, nützlich dem Hausherrn,
zu jedem guten Werke bereitet. Möchtest du ein Gefäß zur Ehre sein im Haus
Gottes oder in diesem großen Haus, was die Christenheit geworden ist? Hier
siehst du, wie du es werden kannst. Zwei Bedingungen, nicht drei. Wenn man ein
Gefäß zur Ehre sein möchte, geheiligt, nützlich dem Hausherrn, zu jedem
guten Werk bereitet, dann musst du diesen zwei Bedingungen genügen:
persönlich
abstehen von der Ungerechtigkeit und zweitens dich „wegreinigen“ von
den Gefäßen zur Unehre.
Das ist
noch nicht sehr verständlich. Nehmen wir noch einmal das Bild des großen
Hauses. Ich komme in eine Umgebung, im Keller zum Beispiel würde ich es am
ehesten erwarten, und ich sehe da viel Schmutz. Man kann sehen, dass
die
Hausfrau schon lange nicht mehr dort war. Ich finde da viele Gefäße, die sehr
schmutzig geworden sind. Ich untersuche sie und finde, dass da sogar goldene
und silberne Gefäße stehen, zur Unehre des Hausherrn. Was meinen wir, wäre es
genug, diese Gefäße zu reinigen, dann wieder hinzustellen und dann anzunehmen,
jetzt sind sie zur Ehre des Hausherrn? Sie stehen noch immer in dieser
schmutzigen Umgebung. Sie stehen noch immer zwischen den anderen Gefäßen. Sehr
bald werden sie wieder genauso schmutzig sein wie die anderen. Meinen wir
wirklich, dass sie jetzt zur Ehre des Hausherrn sind? Nein, natürlich nicht. Es
müssen zwei Bedingungen erfüllt sein. Zuerst müssen sie gereinigt werden,
aber sie müssen auch aus dieser Umgebung weg. Sie müssen ins Wohnzimmer
gebracht werden. Das ist „weggereinigt“ von den Gefäßen zur Unehre.
Das ist
aber noch nicht alles, was wir hier haben. Wir müssen noch einen Schritt weitergehen. Wir haben in Vers 21 gesehen, wie wir ein Gefäß zur Ehre sein können,
geheiligt, nützlich dem Hausherrn, zu jedem guten Werk bereitet. Aber bevor
ich zu diesem nächsten Schritt komme, fällt mir noch etwas ein. Erst in dieser
Absonderung können wir dem Hausherrn nützlich sein. Vielleicht fällt uns das
schwer zu glauben. Ich kenne viele, die gesagt haben: „Das ist doch nicht möglich.
Wenn ich mich absondere und in ein kleines Häuflein zurückziehe, dann habe ich
nicht mehr so viele Möglichkeiten im Werk des Herrn. Viele Kontakte werde ich
dann verlieren. Ich werde mit wenigen ganz alleine stehen, da kann ich nichts
mehr tun. Nein, nein, ich bleibe, wo ich bin. Ich weiß wohl, dass es nicht ganz
stimmt, und ich weiß wohl, dass ich mit vielen Dingen in Verbindung stehe, die
nicht in Ordnung sind, aber hier hat der Herr mir so viele Möglichkeiten
gegeben.“ Hier sagt das Wort, wenn du diesen Schritt der Absonderung
machst, bist du ganz nützlich für den Hausherrn, jetzt bist du zu jedem guten
Werk zubereitet. Genau das Umgekehrte von dem, was wir erwartet hätten.
Nun, Mose
gibt uns in 2. Mose 33 das Beispiel dafür. Die Israeliten hätten auch sagen können:
„Mose, geh doch nicht weg. Wenn du weggehst, kannst du nichts mehr für uns
tun. Jetzt bist du da außerhalb des Lagers, in deinem eigenen Zelt, was für
Nutzen haben wir noch von dir?“ Nein, es war genau umgekehrt. Eben weil
Mose sich von ihnen absonderte, fand er außerhalb des Lagers einen Ort, wo er
mit dem HERRN sprechen konnte. Der HERR redete zu ihm von Angesicht zu
Angesicht. In diesem Zelt der Zusammenkunft konnte Mose mit dem HERRN reden, so
wie er das in dem Lager nie tun könnte. Kein Mensch war so nützlich für das
Volk wie gerade Mose, der sich abgesondert hatte. Wer hat sich so für das Volk
verwendet, wer hat so zu Gott gefleht, und wer hat dieses Volk, menschlich
gesprochen, vor dem Gericht geschont? Das war Mose! „Der HERR redete mit
Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet.“
Mose war am nützlichsten für das ganze Volk. Wenn wir ganz nützlich für den
Herrn sein möchten, dann müssen wir uns absondern von allen Gefäßen zur
Unehre. Dann erst werden wir dieses Paradoxon in unserem eigenen Leben erfahren,
dass, wenn wir so klar vor dem Herrn stehen und für Ihn da sind, wir erst dann
ganz nützlich für Ihn sein und von Ihm gebraucht werden können zu jedem guten
Werke.
Aber sei
getrost, und jetzt kommen wir zu dem letzten Schritt. Glaube nicht, wenn du
diesen Schritt machen wirst, dass du ganz alleine stehen wirst. Ich habe euch
schon gewarnt vor der Gefahr des Elias, der das auch gemeint hat. Jetzt kommt
Vers 22: „Die jugendlichen Lüsten aber fliehe; strebe aber nach
Gerechtigkeit, Glauben, Liebe, Frieden mit denen, die den Herrn anrufen aus
reinem Herzen.“
Lasst uns
das Erste nur ganz kurz berühren. „Jugendliche Lüste“, was sind das?
Das Jugendliche ist nicht notwendigerweise falsch, es kann oft eine viel größere
Begeisterung bedeuten als bei vielen Älteren, die schon längst, so scheint es
leider, ihre „erste Liebe“ verloren haben. Aber es bedeutet auch eine
Begeisterung, die nicht immer weise ist, die schon manchmal schneller rennt als
der Herr, weiter geht als das Wort. Diese muss gebremst oder, besser gesagt, in
die richtigen Kanäle geleitet werden. Ein anderes Beispiel ist, dass
man in
seiner geistigen Entwicklung schneller die Schwachheiten und Fehler entdecken
wird als bei sich selbst. Das ist bei Kindern ganz genauso. Wenn sie 16, 17
Jahre geworden sind oder etwas jünger sogar, dann wissen sie genau, was die
Fehler der Eltern sind. Meistens haben sie erstaunlicherweise recht. Aber, was
schade ist, dass sie in dieser Entwicklung die Fehler der Eltern, der Lehrer und
der Brüder früher entdecken als ihre eigenen Fehler. Ich weiß noch genau, was
mir an der Erziehung meines Vaters nicht gefiel, bis ich merkte, dass
ich mich
zu meinen Kindern genauso verhielt wie mein Vater. Das braucht Zeit. Es braucht
Zeit, zu entdecken, dass das, was man in dem andern verurteilt, im eigenen
Herzen genauso vorhanden ist. Es gehört zu den „jugendlichen
Lüsten“.
Es sind nur Beispiele, aber ich glaube wichtige. Man kann schneller das Schwache
bei anderen aufdecken als bei sich selbst; da dauert es eine Weile, weil es
schwieriger ist, diese Kriterien auch auf sich selbst anzuwenden.
Wir wollen
aber enden mit dem positiven: „Strebe aber nach Gerechtigkeit.“ Das
kommt zuerst, nicht die Liebe. Viele wollen der Liebe einen solch großen Platz
einräumen, dass die Gerechtigkeit darunter leidet. Aber wir haben uns mit so
ernsten Dingen beschäftigt, dass die Gerechtigkeit notwendigerweise an erster
Stelle kommen muss, aber dann auch Glaube, festes Glaubensvertrauen auf Gott, um
den neuen Weg zu gehen, sonst wird man scheitern und zurückfallen, aber dann
auch Liebe, nicht nur Gerechtigkeit, Liebe zu allen Kindern Gottes, wo man sie
auch findet. Ich hoffe, mein Herz macht keinen Unterschied in Liebe zwischen
solchen, mit denen ich den Weg gehe, und solchen, die nicht mit mir denselben
Weg gehen. Wenn es um die Liebe zu den Kindern Gottes geht, darf es keinen
Unterschied geben. Liebe zu Gott, Liebe zu einem Wort, aber auch Liebe zu allen
Kindern Gottes und Frieden mit denen.
Wenn ich
diesen Schritt gemacht habe, und so ist es immer gewesen in der Geschichte des
Volkes Gottes, wird man merken, dass es noch viele andere gibt. Manchmal
7000, das hätte man wohl nie erwartet, es gibt aber mehr, als wir
denken. Manche sagen, es ist noch viel schlechter, als wir denken. Wir sollten
darauf antworten: Aber es gibt noch immer mehr als wir denken, die dem Herrn
gegenüber treu sind. Ein großer Unterschied zwischen: „Ich hin allein übriggeblieben“ und
„7000“! Rechnen Sie mal aus, wie viel Prozent Unterschied
das ist! So ist es heute auch noch immer. Wir werden, wenn wir diesen Schritt
machen, solche finden, die mit uns denselben Weg gehen, die den Herrn anrufen
aus reinem Herzen. Ich finde diese Definition so interessant, weil sie hier
etwas sagt über das Innere. Wir dürfen auch nicht übertreiben, indem wir
sagen, wir könnten nie über das Innere urteilen. Wir können zwar nicht in die
Herzen hineinschauen, aber wo ich Entschiedenheit für den Herrn finde, wo ich
ein klares Zeugnis finde, wo ich Liebe zum Herrn finde, wo ich Eifer und Hingabe
finde, kann ich da nichts über das Herz sagen? Kann einer mir so etwas vortäuschen?
Nein. Da finde ich andere von gleicher Gesinnung, die auf demselben Wege sind,
und ich freue mich darin. Auch dann kann ich enttäuscht werden, natürlich, so
wie ich in mir selbst enttäuscht worden bin, so kann ich enttäuscht werden in
anderen, wenn wir zu hohe Erwartungen an uns selbst oder anderen haben. Aber
grundsätzlich finde ich dort ein Herz, das kein größeres Verlangen kennt, als
dem Herrn zu dienen, seinem Wort zu gehorchen, mit Ihm den Weg zu gehen. Wenn
man solche findet, da freut man sich, zusammen diesen Weg gehen zu können. Außerhalb
des Lagers, das ist ein schwieriger Schritt, aber der Herr tröstet uns.
Ich
kenne nur einen Mann, außer dem Herrn Jesus natürlich, der wirklich alleine
stand, das ist Abraham. Jesaja 51 sagt uns, dass er ganz alleine stand. Da können
wir seine Frau vergessen, seinen Neffen vergessen, er stand wirklich alleine.
Gott sagt das. Es ist interessant, dass hier steht: „Strebe aber nach
Gerechtigkeit.“ Diesen Ausdruck finden wir in Jesaja 51 von Abraham. Der
strebte nach dieser Gerechtigkeit. Und Gott sagte von ihm, Kapitel 51,1: „Höret auf mich, die ihr der Gerechtigkeit
nachjaget [das ist
derselbe Ausdruck], die ihr den HERRN suchet! Blicket hin auf den Felsen,
aus dem ihr gehauen, und auf die Höhlung der Grube, aus welcher ihr gegraben
seid. Blicket hin auf Abraham, euren Vater, und auf Sara, die euch geboren hat;
denn ich rief ihn (Abraham), den einen.“ Er hatte es am schwersten von
uns. Er stand wirklich allein, und er jagte nach Gerechtigkeit.
Für uns
ist es nicht so schwer. Wir haben immer noch andere Geschwister, die auch nach
Gerechtigkeit jagen. Die helfen uns, obwohl es schwierig ist. Wir leben in einer
Welt, die nach Ungerechtigkeit jagt. Aber wir helfen einander. Wir finden
solche. Nur Abraham stand allein. Alle anderen haben Unrecht. Wir dürfen
einander finden, zusammen in diesen letzten Zeiten den Weg gemeinsam gehen.
Wollen wir das nicht? Gibt es bei mir persönlich oder bei dir Dinge, wovon wir
uns zu reinigen haben? Vielleicht müssen wir heute Abend zum ersten Mal den
Herrn Jesus annehmen als unseren Heiland. Oder vielleicht müssen wir aufs Neue
zu Ihm gehen, um Dinge zu berichtigen, um entschieden mit Ihm den Weg zu gehen,
aber dann auch uns „wegzureinigen“ von allen Gefäßen der Unehre, von
allen Personen, mit denen wir noch in Verbindung stehen, kirchliche
Verbindungen, kollegiale Verbindungen, was es auch immer sein mag, um
abgesondert von ihnen dem Hausherrn auch wirklich nützlich und brauchbar zu
werden zu jedem guten Werk geeignet. Wir können das nicht aus uns selbst. Der
Weg ist schwierig. Der Weg ist nicht Anziehungspunkt. Wir brauchen dafür viel
Gnade, viel Kraft, wir brauchen dafür die Kraft des Herrn selbst. Aber Er möge
uns in unserem Herzen das Verlangen geben, diese Kraft von Ihm zu empfangen und
diesen Weg mit Ihm zu gehen, vielleicht von heute an zum ersten Mal, vielleicht,
um diesen Weg fortzusetzen, wenn wir ihn schon gegangen sind, fortzusetzen in seiner Kraft zu
seiner Verherrlichung.
Die erste Frage ist zu 1. Korinther 10 und Matthäus 18: „Kann es eine
genau begrenzte und bekannte Zahl von Versammlungen geben, von der gesagt wird:
Dort ist der Tisch des Herrn und nirgendwo sonst?“
Inwieweit ist die Gegenwart des Herrn nach Matthaus 18 in der Mitte eines
Zusammenkommens von Gläubigen von der Anerkennung anderer Geschwister bzw.
Versammlungen abhängig?
Apostelgeschichte 2,46: „… und zu Hause das Brot brachen.“ Fand das
Brechen des Brotes hier im Hause eines Gläubigen statt und nicht in einem
eigens dafür eingerichteten Versammlungsraum? Könnte man sich auch heute noch
in den Wohnungen einzelner Gläubiger zum Brechen des Brotes versammeln?
Goldene und silberne Gefäße sind Christen. Besteht ein Unterschied zwischen
ihnen? Sind goldene Gefäße besser?
Wir haben gesehen, dass die Gläubigen von dem Fleischmarkt kaufen durften,
ohne sich Sorgen zu machen, aber nicht am Altar an den Götzenmahlzeiten
teilnehmen durften. Was ist die Bedeutung für uns?
Ich habe kürzlich, mit Berufung auf 2. Korinther 2,6 (Fußnote) gehört,
dass für den Ausschluss aus der Gemeinschaft der Heiligen nur eine Mehrheit,
nicht aber alle Gläubigen der örtlichen Gemeinschaft nötig sind. Ist diese
Auffassung richtig oder nicht?
Wie sieht praktisch der Maßstab aus, Ungerechtigkeit zu erkennen? Wie darf
hierzu die Stelle aus dem Thessalonicherbrief eingeordnet werden (Abwenden von
denen, die unordentlich wandeln; 2. Thessalonicher 3,6)?
Noch ganz kurz eine Frage: Es gibt ja viele Kreise, die ineinander keine Abhängigkeit
zeigen und deren Mitglieder sich auch nicht um andere kümmern. Wie soll man
sich verhalten, wenn zwei Straßen weiter von einer Versammlung eine
Baptistengemeinde ist, aber es gibt keinen Kontakt?
Obiger Artikel ist ein Vortrag von
1985
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