Wenn Priesterdienst gefährlich wird ...
3. Mose 10,1-5 – In ihren Röcken hinweggetragen

Henry Allen Ironside

© Beröa-Verlag, online seit: 17.10.2001, aktualisiert: 09.01.2019

Leitverse: 3. Mose 10,1-5

3Mo 10,1-5: 1 Und die Söhne Aarons, Nadab und Abihu, nahmen ein jeder seine Räucherpfanne und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten fremdes Feuer vor den HERRN dar, das er ihnen nicht geboten hatte. 2 Da ging Feuer von dem HERRN aus und verzehrte sie, und sie starben vor dem HERRN. 3 Und Mose sprach zu Aaron: Dies ist es, was der HERR geredet hat, indem er sprach: In denen, die mir nahen, will ich geheiligt, und vor dem ganzen Volk will ich verherrlicht werden. Und Aaron schwieg. 4 Und Mose rief Misael und Elzaphan, die Söhne Ussiels, des Onkels Aarons, und sprach zu ihnen: Tretet herzu, tragt eure Brüder vom Heiligtum weg, außerhalb des Lagers. 5 Und sie traten herzu und trugen sie in ihren Leibröcken weg, außerhalb des Lagers, so wie Mose geredet hatte.

In diesem Ausdruck in 3. Mose 10 liegt ein besonderer Ernst. Der erste Vers gibt uns einen, kurzen aber bündigen Bericht von einer Verfehlung der Priesterschaft am ersten Tag der Ausübung ihres Dienstes.

Die folgenden vier Verse beschreiben das göttliche Gericht, das darauf folgte, und im fünften Vers lesen wir dann: „Und sie [Misael und Elzaphan] traten herzu und trugen sie in ihren Leibröcken hinweg außerhalb des Lagers.“ Welch ein Anblick für das Volk Israel! Nur kurze Zeit zuvor war es nach dem Gebot des HERRN durch Mose am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft versammelt worden (3Mo 8). Da waren sie schweigende und zweifellos mit Ehrfurcht erfüllte Zuschauer, als Mose Aaron und seine Söhne mit Wasser wusch. Dann waren sie, nach der besonderen Bekleidung und Salbung des Hohenpriesters, Zeugen davon, wie Mose die Söhne Aarons herzunahen ließ. Er „bekleidete sie mit den Leibröcken und umgürtete sie mit den Gürteln und band ihnen die hohen Mützen um: so wie der HERR dem Mose geboten hatte“ (3Mo 8,13). Diese „Röcke“ und die anderen Kleidungsstücke „zur Herrlichkeit und zum Schmuck“ (2Mo 28,40) kennzeichneten sie als die, von denen gesagt war: „Das Priestertum sei ihnen zu einer ewigen Satzung“ (2Mo 29,9).

Einmal Priester – allezeit Priester, das galt für einen jeden von ihnen, ebenso sehr wie es jetzt für jeden Gläubigen gültig ist. Aber diese Wahrheit, so gesegnet sie ist, kann weder Sorglosigkeit noch Eigenwillen in Verbindung mit den heiligen Dingen des Herrn gutheißen. Auch die Priester Gottes unterstanden dem Gericht der Regierung Gottes, als sie taten, was Er „ihnen nicht geboten hat“, und sie wurden „in ihren Röcken“ aus dem Lager hinweggetragen. Wie mag der Anblick dieser Leichname in Priesterkleidung an jenem Tag zu den Herzen der Israeliten gesprochen haben! Es bekräftigte den Ausspruch: „Seid heilig, denn ich bin heilig.“

Die Sünde von Nadab und Abihu war das Darbringen von fremdem Feuer, das heißt, sie hatten in ihre Weihrauchgefäße anderes Feuer getan als das, was auf dem ehernen Altar brannte und von dem HERRN angezündet war (3Mo 9,24). Mit andern Worten, es war ein Versuch einer Anbetung, die nicht gegründet war auf das Gericht des Altars, einem Bild des Werkes am Kreuz. Äußerlich konnte es ebenso richtig erscheinen wie die Darbringung ihrer Brüder Eleasar und Ithamar, aber es war das Werk des Fleisches und musste gerichtet werden.

Von den Gläubigen wird jetzt gesagt: „Seid auch ihr selbst als lebendige Steine aufgebaut, ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um darzubringen geistliche Schlachtopfer, Gott wohlannehmlich durch Jesus Christus“ (1Pet 2,5). Achten wir doch darauf, dass unsere Wege der weißen Kleidung der Priester entsprechen. Wenn uns Oberflächlichkeit und Gleichgültigkeit kennzeichnen, können wir versichert sein, dass die Tatsache, Priester zu sein, unsere Schande vergrößert. Sie wird nicht verhindern, dass wir durch Gott, den Heiligen, getadelt werden. Wie traurig ist es doch, Menschen zu sehen, die so wunderbar bevorrechtigt sind, aber durch die Wirksamkeit des Fleisches, soweit es ihr Zeugnis betrifft, denen gleichen, die einst aus der ehemaligen Stiftshütte „in ihren Röcken“ hinweggetragen wurden.


Originaltitel: „In ihren Röcken hinweggetragen“
aus der Monatsschrift Halte fest, 1980, S. 302
mit freundlicher Genehmigung des Beröa-Verlages, Zürich

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