Ist der Herr Jesus wirklich der eine Gott?
1. Korinther 8,6: „ein Gott … und ein Herr“

John Nelson Darby

© SoundWords, online seit: 14.03.2002, aktualisiert: 11.01.2018

Leitvers: 1. Korinther 8,5.6

1Kor 8,5.6: Denn wenn es anders solche gibt, die Götter genannt werden, sei es im Himmel oder auf Erden (wie es ja viele Götter und viele Herren gibt), so ist doch für uns ein Gott, der Vater, von welchem alle Dinge sind, und wir für ihn, und ein Herr, Jesus Christus, durch welchen alle Dinge sind, und wir durch ihn.

Im sechsten Vers sieht man klar die unterschiedliche Bedeutung der Wörter „Gott“ und „Herr“. Es handelt sich nicht um die göttliche Natur an sich, sondern um den Platz, den die göttlichen Personen in der sogenannten Haushaltung der Gnade einnehmen. Der Vater bleibt einfach in der Gottheit, aber der Sohn ist ein Mensch geworden, und in seiner Menschheit hat Er den Platz als Herr eingenommen. Wenn ich also spezifisch von Gott rede, rede ich vom Vater. Aber in Bezug auf Christus wird gesagt: „Du sollst seinen Namen Jesus heißen“, d.h., Jahwe ist Rettung. Und der Platz, den Er jetzt als Mensch eingenommen hat, ist der des Herrn: „Gott hat ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.“ Das heißt nicht, dass Er aufgehört hat, Jahwe zu sein, aber Er hat den Platz als Herr eingenommen, während der Vater einfach in der abstrakten Gottheit bleibt.

Ich mache diese Bemerkung, weil wir in Christus als dem Herrn die Verwaltung der Gnade haben. Beim Vater bin ich ein Kind, aber im Blick auf die Verwaltung der Gnade (der Dienst in der Gnadenzeit) gehe ich zum Herrn. So sagt Stephanus: „Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!“, und Ananias: „Herr, ich habe von vielen von diesem Mann gehört.“ – „Für uns gibt es einen Gott, den Vater, … und einen Herrn, Jesus Christus.“ Das besagt nichts über die Natur dieses Herrn. Wir wissen, dass Er Gott und Mensch zugleich ist, aber hier haben wir den hervorragenden Platz, den Er eingenommen hat, nach seinen Worten: „Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden.“


Aus Collected Writings of J.N: Darby, Bd. 26, S. 232

 

Beachten wir im Vorbeigehen den Ausdruck: „Für uns ist ein Gott, der Vater … und ein Herr, Jesus Christus.“ Der Apostel behandelt hier nicht die Frage der Gottheit des Herrn an und für sich, sondern die Verbindung der Menschen mit dem, was in gewissen Beziehungen über ihnen stand. Die Heiden hatten viele Götter und viele Herren oder vermittelnde Wesen, die zwischen Göttern und Menschen standen. Nicht so die Christen. Da ist der Vater, der stets in dem absoluten Wesen der Gottheit bleibt, und Christus, der Mensch geworden die Stellung und das Verhältnis des Herrn uns gegenüber eingenommen hat. Die Stellung und nicht die Natur wird hier betrachtet.


Aus der Synopsis

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