Gott fordert keine Anbetung
Johannes 4

Willem Johannes Ouweneel

© SoundWords, online seit: 13.03.2002, aktualisiert: 17.12.2018

Anmerkung der Redaktion
Dieser Artikel stammt aus der Zeit vor dem Jahr 2000. Er spiegelt nicht zwingend die heutige Meinung des Autors wieder, da der Autor seine Gedanken in den letzten Jahren auf etlichen Gebieten sehr verändert hat, siehe dazu auch unsere FAQ. Dennoch haben wir diesen Artikel aufgenommen, da er sehr wohl die Meinung der Redaktion wiedergibt.

Leitverse: Johannes 4

Joh 4,23: Es kommt die Stunde und ist jetzt da, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter.

(Auszug aus einem Vortrag)

Von uns fordert Gott keine Anbetung. Das klingt vielleicht seltsam und doch ist es so. Gott hat 4000 Jahre lang von dem Menschen gefordert. Er hat stets aufs Neue auf alle mögliche Weise den Menschen mit seinen Forderungen bekannt gemacht, um zu sehen, ob der Mensch gehorchen würde. Er hat aus dem Himmel herniedergeblickt, um zu sehen, ob einer da wäre, der Gutes täte und auf seine Stimme hörte und der es im Herzen hätte, den Willen Gottes zu tun, Ihm zu dienen und Ihn anzubeten. Er hat aber keinen gefunden, der von Natur aus so für Ihn lebte.

Gott hat von Adam gefordert, und Adam fiel. Gott hat den Menschen seinen Weg in Gewissensfreiheit gehen lassen und die Folge war die Sündflut. Danach hat Gott Israel unter das Gesetz gestellt, und es fiel. Gott hat alles Erdenkliche versucht, bis es sich nach 4000 Jahren endgültig gezeigt hatte, dass der Mensch nicht fähig war zu irgendetwas, was Gott gefallen konnte. Bei dem Menschen war alles Fordern vergeblich.

Was hat Gott dann getan? Hat Er den Menschen vertilgt? Nein, Gott hat seine Forderungen selbst erfüllt! Alles, was Gott von dem Menschen zu fordern hatte, hat Er sich selbst bereitet auf dem Kreuz von Golgatha. Dort hat Er alles, was Er von dem Menschen zu fordern hatte, von dem einen Menschen gefordert, von dem Gott, als Er aus dem Himmel herniederschaute, sagen konnte: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe“, und von Ihm, dem Einzigen, der nicht unter das Urteil fiel, hat Gott alles gefordert, was Er von dir und mir gerechterweise zu fordern hatte. Und warum hat Gott das getan? Weil Gott, der gerechte Fordernde, der große Geber werden wollte! Als Gott alles von dem Menschen gefordert und nichts empfangen hatte, da hat Er seine Forderungen an den Herrn Jesus gerichtet. Warum? Weil Gott, der früher ein Fordernder war, aufgrund dessen, was auf dem Kreuz geschehen ist, der barmherzige Geber werden konnte. Wir haben es hier gelesen, wie der Herr Jesus am Brunnen die samaritische Frau trifft und zu ihr sagt, als sie erstaunt ist über seinen Wunsch, etwas Wasser von ihr zu bekommen: „Oh Frau, wenn du nur wüsstest, was die Gabe Gottes ist, wenn du nur wüsstest, was Gott zu geben hat!“

Das war etwas vollständig Neues. Wir kennen diese Worte jetzt auswendig, aber damals war es etwas ganz Besonderes, dass es einen Gott gab, der sich zu Menschen neigte wie zu dieser sündigen, samaritischen Frau, um ihr etwas zu geben – ein Gott, der bis dahin nur gefordert hatte. Was ist nun das Geheimnis dieser Gabe Gottes? Der Herr Jesus fügt hinzu: „wenn du wüsstest, wer es ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken“. Der Herr Jesus sagt nicht: „wenn du wüsstest, wer ich bin“, sondern Er sagt: „Wenn du wüsstest, wer es ist, der da am Brunnen sitzt, ermüdet und durstig, und der von einer sündigen samaritischen Frau einen Schluck Wasser erbittet; wenn du nur wüsstest, dass Gott, der Sohn, in Knechtsgestalt auf diese Erde herniedergekommen ist und dass Er sich so erniedrigt hat, dass Er müde sein kann, dass Er durstig an einem Brunnen sitzen kann und, um seinen Durst zu stillen, abhängig ist von einer verdorbenen samaritischen Frau. Das geschieht, wenn Gott beginnt, zu geben; dann gibt Er direkt aus seinem Herzen. Er hat Ihn gegeben, den eingeborenen Sohn des Vaters, der in dem Schoß des Vaters war. Oh, wenn ihr die Gabe des Vaters kenntet!“

Durch Gnade sind die meisten von uns Gläubige. Aber kennen wir wirklich die Gabe Gottes? Begreifen wir, was es bedeutet, dass der Herr Jesus, der Sohn des Vaters, der Schöpfer des Himmels und der Erde, in tiefer Erniedrigung hier auf die Erde gekommen ist, so dass Er diese sündige, heidnische Frau um ein wenig Wasser bitten konnte? Wenn wir nur wüssten, was es bedeutet, dass Gott gibt! Darum begreifen wir, warum Gott keine Anbetung von uns fordern kann, sondern, wie wir später lesen, dass der Vater Anbeter sucht. Er fordert sie nicht, sondern der Vater verlangt nach Anbetern. Er möchte sie für sein Herz haben. Der Vater fordert nicht, denn Gott hat alles, was Er zu fordern hatte, auf dem Kreuz von Golgatha gefordert. Da hat Er sich selbst die wirkliche Anbetung bereitet. Nachdem Gott 4000 Jahre den Menschen aufforderte, Ihn zu verherrlichen, Ihn anzubeten, hat Er sich schließlich selbst verherrlicht in dem Sohn, und zwar auf eine wunderbare Weise, wie kein Mensch, hätte er es auch gewollt, das jemals hätte tun können. Da ist Gott verherrlicht worden in dem, was Er wirklich ist.

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