Auf dem Weg nach Emmaus
Lukas 24

Willem Johannes Ouweneel

© SoundWords, online seit: 09.04.2001, aktualisiert: 03.09.2018

Leitverse: Lukas 24

Einleitung

Alle vier Evangelien enden mit dem Bericht über die Auferstehung des Herrn Jesus. Es ist uns ja auch sicherlich bekannt, dass jeder dies auf eine besondere Weise tut. Jeder der vier Evangelisten berichtet uns die Auferstehung in dem speziellen Charakter des ganzen Evangeliums, welches er aufschrieb. Es ist also der gleiche Charakter, in welchem auch der Herr Jesus selbst in dem jeweiligen Evangelium vorgestellt wird.

Bei Lukas ist das nun der Herr Jesus als der, der hier auf der Erde Gottes Gnade und Erbarmen offenbart. In diesem Charakter sehen wir Ihn ja auch in seinem Leiden und Sterben uns vorgestellt. Deshalb berichtet uns Lukas nicht so sehr die Leiden des Herrn Jesus um der Sünde willen. Wir hören nichts von Sünden, von Sündopfer, von der Verlassenheit von Gott in den drei Stunden der Finsternis. Das finden wir bei Matthäus und Markus. Bei Lukas wird uns gezeigt, wie die Gnade und Barmherzigkeit Gottes sich entfalten will und wie diesem die Macht der Finsternis entgegensteht, um letztendlich dieses Zeugnis von Gottes Gnade und Barmherzigkeit zu vernichten. Am deutlichsten wird das natürlich in dem Tod des Herrn Jesus. Hier sehen wir den Herrn in den drei Stunden der Finsternis, die also die ganze geistliche Macht der Finsternis manifestieren. Aber in dem Moment, als diese Macht ihren Höhepunkt erreicht, öffnet sich der Vorhang des Tempels von oben bis unten, damit sich durch den Tod des Herrn Jesus die ganze Gnade Gottes nun einen Weg zu dem Herzen des Menschen bahnen kann. Denn Gottes Gnade und Erbarmen gründen sich auf den Tod des Herrn Jesus. Jedoch solange wie dieser Grund, dieses von Gott akzeptierte Fundament, nicht gelegt worden war, konnte die Gnade und Barmherzigkeit Gottes niemanden in den Himmel bringen. Aber dann hören wir das Wort unseres Herrn am Kreuz an den einen Verbrecher, der Ihm sein Herz schenkte: „Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“

Ein gewaltiges Öffnen

Der Himmel ist geöffnet durch den Tod unseres Herrn. Das ist eine doppelte Gnade Gottes. So wird uns hier bei Lukas das Werk vorgestellt. Durch den Tod des Herrn kann sich die Gnade und Barmherzigkeit zu uns entfalten. Der Vorhang ist geöffnet, und die Güte Gottes strömt wie das Licht nun ungehindert zu uns – der Himmel ist geöffnet! Und dies ist auch der besondere Charakter dieses letzten Kapitels. Es ist das Zeugnis von der öffnenden Kraft, welches uns hier in diesem Kapitel dargestellt wird. Denn so viel wird geöffnet: Das Grab wird geöffnet, die Augen werden geöffnet, die Schriften werden geöffnet, der Verstand wird geöffnet, und zum Schluss wird der Himmel geöffnet. Es ist ein gewaltiges Öffnen, weil der Herr Jesus aus dem Tod auferstanden ist und weil Er durch seinen Tod die Macht der Finsternis gebrochen hat.

Die Auferstehung des Herrn und das leere Grab

Nun sagen wir, dass dies die Geschichte über die Auferstehung des Herrn ist. Aber die eigentliche Auferstehung des Herrn selbst finden wir in keinem der vier Evangeliumsberichte. Uns wird nirgends berichtet, was in den frühesten Morgenstunden dieses Tages geschah. Der Herr Jesus ist in der Frühe dieses Tages auferstanden aus den Toten und hat das Grab verlassen. Wir können sicher sein, dass der Herr Jesus das Grab verlassen hat, noch bevor, wie Matthäus uns erzählt, ein Engel den Stein wegwälzte. Der schwere Stein konnte Ihn nicht zurückhalten, genau wie später in Johannes 20 auch die verschlossenen Türen bei den versammelten Jüngern Ihn nicht zurückhalten konnten. Der Stein wurde nicht weggewälzt, damit der Herr Jesus herauskommen konnte. Der Stein wurde weggewälzt, damit wir, du und ich, hineingehen könnten. Der Stein wurde weggewälzt, damit wir hineinblicken können in das geöffnete Grab, nicht um zu sehen, dass dort etwas ist, sondern um zu sehen, dass dort nichts ist – dass das Grab leer ist. Und das leere Grab ist der erste Beweis von Gottes Gnade. Die Auferstehung ist nicht allein nur ein Beweis von Gottes allmächtiger Kraft, sondern auch ein Beweis von dem Triumph der göttlichen Gnade. Denn nun kann ein Mensch nicht nur von der Sünde erlöst, sondern auch hineingebracht werden in den geöffneten Himmel selbst, weil der Herr Jesus hier auch am Ende dieses Kapitel in den Himmel geht.

Die Frauen mit den Spezereien

Die Frauen waren auf dem Weg zum Grab mit ihren Spezereien. Aber sie kamen dafür zu spät. Dort, in Bethanien, wurde der Herr Jesus durch Maria auf sein Begräbnis hin gesalbt. Jetzt kommen diese Frauen zu spät. Sie kommen nur zum Grab und sehen, dass der Stein weggewälzt ist. Und als sie in das Grab hineingehen, finden sie den Leichnam des Herrn nicht. Interessant ist hier, dass jetzt von dem „Herrn“ gesprochen wird, obwohl ja doch dies in dem Evangelium bisher nicht vorkam. Aber jetzt ist es der „Herr“. Er ist der Herr, der auferstanden ist, der den Tod überwunden hat und als das Leben wiedergekommen ist. Es ist, wie gesagt, der Triumph der Gnade. Um noch einmal auf das Werk des Herrn Jesus zu sprechen zu kommen: In Lukas wird uns dieses Werk in Verbindung oder im Charakter des Friedensopfers gezeigt. Es ist ein Opfer – der Tod des Herrn als Grundlage dafür, dass Gott Gemeinschaft mit uns haben kann. Gott kommt nun über das leere Grab zu uns. Und so wie der Herr Jesus aus den Toten auferstanden ist, so sind auch wir mit Ihm auferweckt und in Gemeinschaft mit Gott gebracht.

Zwei Männer in strahlenden Kleidern

Matthäus zeigt uns die Auferstehung in Verbindung mit dem geistlichen Überrest aus Israel, den Er in Galiläa gefunden hat. Das sehen wir auch in der Zukunft. In Markus werden Dienstknechte gebildet und ausgesandt. Johannes berichtet uns über das Formen der göttlichen Familie, dass Kinder zu dem Vater gebracht werden: „Ich gehe zu meinem Vater und zu eurem Vater.“ Aber bei Lukas sehen wir, dass uns die Auferstehung des Herrn Jesus einführt in eine neue Stellung, in die Stellung des neuen Menschen. Und in diesem Zusammenhang begegnen uns hier bei dem Grab die zwei Männer. Es sind zwei Männer in strahlenden Kleidern. Wörtlich steht hier eigentlich: „in blitzenden Kleidern“, leuchtend wie der Blitz. Das ist der Blitz, der ausgeht von dem Himmel. So sehen wir diese Männer bekleidet mit himmlischem Licht. Natürlich sind das hier Engel. Aber das wird uns nicht erzählt. Sie werden uns bei Lukas als Männer vorgestellt. Bei Matthäus wiederum ist es wichtig, auch in Verbindung mit den Belehrungen aus dem Alten Testament, dass es ein Engel ist, der die Botschaft bringt. Bei Markus werden diese Personen als Jünglinge bezeichnet, und das bedeutet eigentlich Dienstknechte. Aber hier sind es Männer in strahlenden Gewändern. Ein Mensch ist aus den Toten auferstanden, und mit Ihm sehen wir andere, die bekleidet sind mit dem Licht aus der Höhe. Das erinnert uns an die Begebenheit in Lukas 9 auf dem Berg der Verklärung. Da erschien der Herr in Herrlichkeit und mit Ihm Mose und Elia ebenso in Herrlichkeit. Und wir wissen, dass diese beiden uns ein Bild von den Gläubigen in Verbindung mit dem verherrlichten Herrn darstellen. Und so wird hier in Lukas 24 betont, dass mit der Auferstehung ein neuer Mensch geschaffen ist: der neue Mensch bekleidet mit himmlischem Licht. Und wenn der Herr Jesus wiederkommt, so wird seine Erscheinung sein, wie der Blitz ausgeht von Osten nach Westen (Mt 24). Der Blitz ist ein Licht, das vom Himmel auf die Erde niederscheint. So wird der Herr erscheinen und wir, die Gläubigen, werden mit Ihm erscheinen in Herrlichkeit (Kol 3). Deshalb sehen wir hier diese Männer in den strahlenden, blitzenden Kleidern.

Und jetzt kommt noch ein wichtiger Punkt hinzu, der auch dieses ganze letzte Kapitel kennzeichnet. Es ist das, was diese Männer sprechen: „Was sucht ihr den Lebendigen unter den Toten, er ist hier nicht.“ Das zeigt uns diesen wichtigen Aspekt, dass das Neue, das aus den Toten Auferstandene, mit dem Alten nicht mehr in Verbindung steht und auch nicht mehr vermischt werden kann: „Da ist eine neue Schöpfung, siehe alles ist neu.“ Der natürliche Mensch ist geistlich gesehen tot. Und bei den Toten kann auch keine Weisheit oder Verständnis erwartet werden. Aber uns, den Gläubigen, ist Weisheit gegeben worden – Weisheit von oben, Weisheit von Gott. Denn der Herr Jesus, der aus den Toten auferstanden ist, der Lebendige – Er ist uns geworden Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlösung (1Kor 1,30). Ja, diese Dinge sind nur auf der anderen Seite des Todes zu finden, in Ihm, dem Auferstandenen. „Er ist nicht hier!“ Was für ein wahres Wort. Wir sollten das uns in Erinnerung halten, damit wir unsere Hoffnung und Freude nicht bei den Toten suchen. „Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“

Wisst ihr, eine weitere Besonderheit liegt auch darin, was diese beiden Männer nicht sprechen. Sie sprechen nicht über Galiläa. Sie sagen nicht: „Geht nach Galiläa und dort werdet ihr ihn sehen.“ Das ist, wie schon gesagt, wichtig bei Matthäus. Denn in Galiläa hat der Herr seine Jünger berufen. Hier hat Er den gläubigen Überrest Israels gefunden und geformt. Und hier in Galiläa verbindet Er sich nach vollbrachtem Werk mit Ihnen, um bei ihnen zu sein. Darum wird bei Matthäus auch nicht über die Himmelfahrt gesprochen. Hier wird der Herr gezeigt in Verbindung mit dem Überrest, als ob Er nie weggegangen ist. Aber das alles finden wir bei Lukas hier nicht. Wir lesen auch nichts von dem Auftrag zum Taufen, und auch lesen wir nichts von den Zeichen und Wundern, die das Wort der Jünger unterstreichen sollten. Das alles gehört zu Matthäus und Markus. Hier werden uns die Gedanken über die Gemeinde mitgeteilt. Hier wird von dem Kommen des Heiligen Geistes gesprochen, von dem christlichen Evangelium, und in indirekter Weise werden uns die Wahrheiten über die Gemeinde aufgezeigt. Und hier wird der Nachdruck darauf gelegt, was der Herr gesprochen hat: Auf das Wort Gottes selbst wird hingewiesen. Immer wieder finden wir das hier in diesen Versen. Das unterstreicht die Bedeutung des Wortes Gottes inmitten seiner Gemeinde. Hier ist nicht in erster Linie entscheidend, dass der Herr Jesus mit den natürlichen Augen gesehen wurde, denn das hat keiner von uns. Und trotzdem glauben wir an die Auferstehung. Trotzdem glauben wir an den auferstandenen Herrn. Warum? Nicht aufgrund dessen, was wir mit unseren natürlichen Augen gesehen haben, sondern aufgrund dessen, was wir gehört haben durch das Wort Gottes. Es ist das, was wir gefunden haben in dem Alten Testament: Mose, die Propheten und die Psalmen und im Neuen Testament die Worte des Herrn Jesus selbst und der Apostel. Deshalb sind wir von diesem Tag an aufgerufen, an die überlieferten heiligen Schriften zu glauben. Denn im Johannesevangelium lesen wir: „Selig sind die, die nicht gesehen und geglaubt haben.“

Das Wort und seine Wirkung

Aber noch eine weitere Lektion lernen wir hier. Wir können das Wort hören, wir können das Wort einmal, zweimal, mehrmals lesen, und trotzdem kann es sein, dass es aus uns noch keine anderen Menschen macht. Das Zeugnis der beiden Männern hatte den gleichen Effekt: Die Frauen erinnerten sich an das Wort des Herrn – aber leider entstanden daraus keine weiteren Reaktionen. Genau so gibt es heute etliche Christen, die Bescheid wissen über das Wort und den Herrn Jesus und seine Auferstehung. Aber was hat dies für eine Auswirkung in ihrem Leben? Sie haben das Wort Gottes von den Männern Gottes gehört, aber das Wort findet keinen Widerhall in ihrem Leben. So hat das Wort bei den Frauen keinen Eingang gefunden. Denn als sie das nun den Jüngern weitersagen, macht es bei diesen keinen großen Eindruck: „Ihre Reden schienen vor ihnen wie ein Märchen, und sie glaubten ihnen nicht.“ Wie ein Märchen! Weißt du, dass das eigentlich „Unsinn“ oder „Nonsens“ bedeutet? Das findet man eigentlich bei Menschen, die nicht ganz bei Verstand sind. Aber hier sind es Gläubige, wiedergeborene Menschen! Ja, das bedeutet doch, dass – selbst wenn wir wiedergeboren sind – das Wort an uns abgleiten kann. Wir hören es wohl, aber es gleitet an unseren Seelen ab und erscheint uns dann wie Unsinn. Nein, die Jünger werden nicht angesprochen. Nur einer von ihnen macht sich wenigstens auf, um selbst nachzusehen: Petrus. Petrus geht hin und sieht das leere Grab. Bedenke! Das Zeugnis von dem leeren Grab und das Wort von den Frauen, all das zeigt keine Wirkung: „Er ging weg nach Hause und verwunderte sich über das, was geschehen war.“ Zurück nach Hause – das bedeutet, in die eigenen Umstände des Lebens zurückkehren, so als wäre nichts geschehen. So können auch wir, nachdem wir vielleicht in der Predigt das Wort hörten, einfach wieder zurückkehren in unser Zuhause, ohne dass wir das Wort Gottes an unsere Herzen heranließen. Wir haben unsere eigene Lebenswelt aufgebaut, in welcher der Auferstandene keinen Raum hat.

Die Jünger auf dem Weg nach Emmaus

Nun haben wir hier die Geschichte der beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus. In dieser Ausführlichkeit berichtet uns das nur Lukas. Bei Markus finden wir einen kleinen Hinweis dieser Begebenheit. Was sind nun die Belehrungen dieser Geschichte? In erster Linie natürlich dies, dass der Herr Jesus selbst (nicht die Männer in den strahlenden Gewändern) unsere Herzen anrührt und sie zum Brennen bringt. Das Zeugnis von dem Herrn selbst – und das ist die Wirksamkeit des Heiligen Geistes – berührt unsere Herzen und bringt sie zum Brennen. An zweiter Stelle zeigt uns diese Geschichte, dass eine Handlung etwas vermag, was selbst das Erklären der Schriften nicht vermochte – das Brechen des Brotes, der Hinweis auf die Leiden und den Tod des Herrn Jesus, um den Herrn selbst zu erkennen. Und an dritter Stelle wird uns Folgendes aufgezeigt: Die Jünger gingen eigentlich genau wie Petrus zurück nach Hause. Sie gingen weg von Jerusalem, wo doch Jerusalem der Platz der Lebenden war, der Platz des lebenden Herrn. Und sie gingen auch weg von der Gemeinschaft der Gläubigen. Denn die Jünger, die Elf mit den Frauen und den anderen, waren alle in dem einen Haus. Aber da waren zwei, die kein Sitzfleisch (wenn man das einmal so sagen darf), keine Geduld mehr hatten und weggingen nach Hause. Aber wenn sie nun bereit sind, den Herrn Jesus in ihr Leben und in ihren Weg mit einzubeziehen, dann wird der Herr kommen und Zugang zu ihren Herzen finden. Und dann lernen wir zwei gewaltige Dinge: Erstens, dass sie den Herrn nötigen, bei ihnen zu bleiben und dass der Herr zu ihnen hineingeht, um bei ihnen zu bleiben. Und zweitens, dass sie zurückkehren zu dem Platz, wo die Gläubigen versammelt sind und der Herr in ihrer Mitte ist. Das ist Christenleben. Unser christliches Leben bewegt sich nämlich hauptsächlich innerhalb dieser zwei Bereiche – d.i. der Bereich unseres Hauses und der Bereich der Gemeinschaft der Gläubigen in den Zusammenkünften. Wenn wir die Parallelstelle von Markus 16 noch mit dazunehmen wollen – dort lesen wir vom Weg der beiden Jünger auf das Land (Feld) –, dann können wir auch noch den Bereich unserer Arbeit mit hineinnehmen. In allen drei Bereichen muss der Herr Jesus den ersten Platz einnehmen. Er hat ein Recht darauf. Und wenn das bei uns, bei dir und mir, nicht so ist, so möchte Er doch in seiner so freundlichen und sanften Weise zu uns kommen, um diesen Platz einzunehmen.

Der auferstandene Herr ging mit ihnen

So sind diese beiden Jünger auf dem Weg von Jerusalem zu dem Dorf Emmaus. Sie unterhielten sich über die Dinge, die geschehen waren. Und während sie gingen, kommt der Herr Jesus selbst zu ihnen. Es ist das Erste, was wir von dem auferstandenen Herrn hier in diesem Kapitel hören. Der Herr hat einen Auferstehungsleib und ist nicht mehr abhängig von einem offenen Grab oder offenen Türen. Dieser Auferstehungsleib hat andere Eigenschaften, viel höhere und herrlichere, als wir es jetzt kennen mit unseren irdischen, sterblichen Körpern. Andererseits ist seine Gegenwart hier trotzdem so, dass den Jüngern hier nichts besonders auffiel. Und das hilft uns zu verstehen, wie es dann sein wird zur Zeit des Tausendjährigen Reiches, wenn wir mit Ihm hier auf der Erde in Auferstehungsleibern sein werden und mit Ihm herrschen werden. Aber natürlich liegt es bei den beiden Jüngern auch an ihren Augen, dass sie Ihn nicht erkennen. Ihre Augen wurden gehalten. Und doch kam der Herr Jesus wahrhaftig als Mensch zu ihnen und sprach zu ihnen: „Was sind das für Reden, die ihr wandelnd miteinander wechselt?“ Das ist schon eigenartig. Ein Mann, der auch herabkommt von Jerusalem, und er weiß von nichts?! Es ist doch noch gar nicht lange her, als das Passahlamm geschlachtet wurde und dann alle Augen auf Jesus von Nazareth gerichtet waren. Wir können uns lebhaft vorstellen, wie erstaunt die Jünger stehenblieben und den Herrn ungläubig ansahen. Nun erwidert einer von ihnen, Kleopas: „Bist du der einzige Fremdling, der in Jerusalem weilt und nicht weiß, was in ihr geschehen ist in diesen Tagen?“ Wie antwortet der Herr darauf? Er spricht nicht dagegen, aber er sagt auch nicht Ja. Er möchte sie aus der Reserve locken, wenn man das einmal so ausdrücken darf.

So ergründet der Herr die Beweggründe unserer Herzen und unserer Gedanken. Wir sollten gut daran denken, besonders wenn wir im Gebet mit Ihm sprechen. Natürlich kennt der Herr selbst unsere Beweggründe – Er ist der Herzenskenner. Aber es ist für uns wichtig, dass wir unsere eigentlichen Beweggründe kennenlernen, damit wir sie direkt in echter Weise formuliert vor den Herrn bringen. Und so sprechen die beiden Jünger zu Ihm: „… das von Jesus, dem Nazaräer, der ein Prophet war, mächtig im Werk und Wort vor Gott und dem ganzen Volk.“ Sie sprechen davon, dass Er sich als der von Gott Gesandte in Werk und Wort erwiesen hat, und sie sprechen davon, dass Er, den Mose und die Schriften doch als ihren Messias ankündigten, nun in unbegreiflicher, nicht fassbarer Weise von den Hohen ihres Volkes überliefert, verurteilt und gekreuzigt worden war. Unbegreiflich – nicht weil es so große Bosheit des Menschen war. Nein, weil Gott das alles zugelassen hat! Wir können sicher sein, dass es noch viele gab, die so gedacht haben wie diese beiden Jünger: Warum hat Gott das so zugelassen, dass böse Menschen sich so an dem Herrn vergriffen? „Wir aber hofften, dass er der sei, der Israel erlösen solle.“ War Er es denn nicht? Konnte ein Mensch so sein wie Er? Er musste doch der Erlöser sein! Man musste schon blind sein, um das nicht zu erkennen! Für uns klingt das einfältig, nicht wahr? Denn wir wissen doch die Antwort: Gerade weil Er überliefert wurde, weil Er gekreuzigt wurde und starb, konnte Er der Erlöser werden. Und trotzdem bleibt es ein unbegreifliches und unfassbares Wunder, dass Er auf diesem Weg, durch Leiden, Kreuz, Tod und Auferstehung der Erlöser wurde.

Und heute ist schon der dritte Tag

„Doch bei alledem ist es heute der dritte Tag.“ Wir möchten fast die Jünger fragen: Wenn ihr so redet, merkt ihr denn nichts, geht euch nicht ein Licht auf? Ihr redet über den dritten Tag. Erinnert ihr euch denn nicht an die Worte, die der Herr über den dritten Tag sprach? Er hatte doch dreimal angekündigt, dass Er am dritten Tag auferstehen würde. Ja, nun sagen diese Jünger sogar selbst, welch unbegreifliche Dinge an diesem Tag schon geschehen sind: Die Frauen fanden den Leib nicht in der Gruft. Ist das allein nicht schon deutlich? Das Grab war leer! Es gibt doch nichts Beeindruckenderes an diesem Morgen als dies, dass das Grab leer ist. Haben die Römer Ihn weggenommen? Haben die Pharisäer Ihn weggenommen? Oder hatten die Jünger Ihn weggenommen, die doch aus Furcht vor den Juden hinter verschlossenen Türen zusammen waren? Aber das Grab war doch noch aufs Schärfste bewacht!? Spricht das nicht zu euren Herzen – das leere Grab? Petrus hat es gesehen, Johannes ist dagewesen – das leere Grab! Seht ihr, so blockiert sind wir manchmal mit unseren Gedanken, sind wir mit unserem Verstand. Die Jünger sprechen weiter, dass die Frauen die Engel sahen, welche sagten, dass Er lebe. Dann waren andere Jünger dort und merkten, dass es kein Unsinn war, was die Frauen erzählten. Aber alles das konnte diese beiden Jünger nicht überzeugen. Ihn selbst mussten sie sehen, um überzeugt zu werden. Das bedeutet nicht, dass sie Ihn mit den natürlichen Augen sehen mussten, sondern in geistlicher Hinsicht; das Sehen mit den eigenen Herzen war wichtig. Ach, wie wichtig ist das auch für uns: Ihn selbst müssen wir sehen!

Als die Jünger mit ihrem Zeugnis zu Ende sind, spricht der Herr zu ihnen: „Oh, ihr Unverständigen.“ Bedenkt, dass dies zu Gläubigen gesagt wird! Es sind Gläubige, die ihren Verstand ausgeschaltet haben. Wie viele Christen gibt es heute, die sich lieber durch ihr Gefühl leiten lassen als durch ihren Verstand. Der Herr Jesus öffnet ihren Verstand und wenn sie ihren Verstand nun nicht gebrauchen, dann sagt der Herr: „O, ihr Unverständigen!“ Was ist das für ein Verstand? Das ist der Verstand von Johannes 5,20, ein geistliches „Verständnis“ – ein Verstand, den du empfangen musst. Aber wenn wir jetzt über die Auferstehung nachdenken, dann sollen wir unseren Verstand benutzen nicht gegen den Glauben, sondern um den Glauben zu stärken. Das ist doch das Gleiche wie bei Petrus. Als er von der Auferstehung sprach und die Juden meinten: Das kennen wir nicht, was du uns da an neuen Dingen erzählst, dann sagt er nicht: Ihr müsst das nun endlich mal glauben. Er sagt: Der Herr Jesus ist diesen und jenen erschienen, sogar fünfhundert Brüdern zugleich, von denen die meisten noch leben – ihr könnt sie also auch fragen, gebrauche doch deinen Verstand, Mensch! Aber pass auf, es gibt auch Menschen, die ihren Verstand gebrauchen, aber doch nichts sehen und nicht glauben. Denn es ist ein Verstand, geöffnet durch den Herrn Jesus.

Aber so weit war es bei den Jüngern noch nicht. „Oh, ihr Unverständigen und trägen Herzens, zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben!“ Sie waren trägen Herzens. Sie waren träge, zu glauben an das Wort der Propheten. Bemerkenswert ist hier, dass der Herr Jesus das Wort der Schriften noch höher stellt als sein eigenes gesprochenes Wort. Er sagt hier nicht: Aber ich hab euch doch alles gesagt. Warum nicht? Weil sie Ihn nicht erkennen. In erster Linie möchte Er, dass sie den Schriften glauben. Er sagte nicht zu ihnen: Ihr Unverständigen, warum habt ihr mir nicht geglaubt?! Nein, sie waren unverständig, weil sie den Schriften, den Propheten, nicht glaubten. „Musste nicht der Christus dies leiden und in seine Herrlichkeit eingehen?“ Der Grundtext sagt hier eigentlich: „Musste nicht der Christus dies leiden, um in seine Herrlichkeit einzugehen?“ Die Leiden mussten zuerst kommen. Sie mussten der Herrlichkeit vorausgehen. Übrigens ist das mit uns genau so: zuerst die Leiden, dann die Herrlichkeit. So sagt es der Herr Jesus zu seinen Jüngern. Um in Herrlichkeit kommen zu können, musste Er durch diese furchtbaren Leiden gehen. Diese Leiden waren die Voraussetzung, damit Er uns in seiner Herrlichkeit erscheinen kann. Er musste in die tiefste Finsternis hineingehen, um die Macht der Finsternis zu brechen. Er musste in den Tod gehen, um als der Lebendige in Herrlichkeit aufzuerstehen aus den Toten. Er musste sich in die Hände des Satans begeben, um den Satan und dessen Werke ein für alle Mal zu vernichten. „Musste nicht der Christus dies leiden und in seine Herrlichkeit eingehen?“ Haben darüber nicht die Schriften gesprochen?

Der Herr erklärt die Schriften

Von Mose und von allen Propheten anfangend erklärt Er ihnen die Schriften. Wir können uns das gut vorstellen. Schritt für Schritt erklärt Er Kapitel für Kapitel, um nur eines zu zeigen: Alles spricht von Ihm. Lies doch auch so das Alte Testament, Seite für Seite, um seine Herrlichkeit zu sehen! Tu es so, wie Petrus es sagte, dass es „von den Leiden, die auf Christus kommen sollten, und von der Herrlichkeit danach zuvor zeugte“ (1Pet 1,11). Alles sprach von Ihm, und nun lässt der Herr das göttliche Licht darauf scheinen. Das, was die Propheten selbst nicht begriffen, das macht Er uns durch seinen Geist nun deutlich, Schritt für Schritt. Dies ist genau das, wenn es heißt, dass uns der Heilige Geist in die ganze Wahrheit einführt. Aber nicht nur das, Er erinnert uns auch an alle Worte, die der Herr Jesus selbst ausgesprochen hatte. Ja, es ist der Heilige Geist, der uns nun auf dem Weg im gesamten Alten Testament die Person unseres Herrn deutlich macht – auch in Prediger, auch in den Sprüchen, auch in dem Buch der Richter. Überall wird Licht gemacht, um Ihn zu erkennen, seine Leiden und seine Herrlichkeit danach. Oh, wie wichtig war diese Unterweisung, wie eindrücklich.

Am Ende sagen sie: „Brannte nicht unser Herz, als er auf dem Weg zu uns redete?“ Die Herzen brannten. Man sagt, dass das Herz der Ort unserer Gefühle ist und nicht des Verstandes. Aber das Herz ist der Ort unserer ganzen Persönlichkeit – Gefühle und Verstand. Was wir nötig haben, sind brennende Herzen. Denn dadurch wird unser Gefühl geöffnet, unser Verstand wird geöffnet. Da wird alles unter die göttliche Regie gebracht. Deshalb wird der Heilige Geist nicht ausgeschüttet in unser Gefühl oder in unseren Verstand, sondern in unsere Herzen, damit Er so unsere ganze Persönlichkeit leiten kann. Darum macht der Herr nicht Wohnung in unserem Gefühl oder unserem Verstand, sondern in unseren Herzen, um so unseren Verstand, unsere Gefühle und unseren Willen zu regieren. Da brannten ihre Herzen. Das ist echte göttliche Unterweisung. Es ist eine Unterweisung, die unsere Herzen nicht kalt lässt, wenn wir dem Herrn Jesus Gelegenheit geben, zu unseren Herzen zu reden. Aber noch immer ist das Ziel nicht erreicht. Sie brauchen noch den direkten Kontakt mit Ihm, damit ihre Augen geöffnet werden. Noch immer registrierten ihre Herzen nicht das, was ihre Augen sahen. Da musste noch etwas geschehen. Die Schriften sprachen in vorbildlicher Weise. Aber jetzt musste noch etwas kommen, etwas mit Ihm, was die Jünger erinnern sollte an seine Leiden und sein Sterben. Und dies wird uns in einer ganz stillen Intimität vorgestellt.

Bleibe bei uns

Sie kommen nun in Emmaus an. Und der Herr stellte sich, als wolle Er weitergehen. Er stellt die Jünger auf die Probe. Nein, Er dringt nicht in sie ein. Er bricht nicht ein. Es ist wie in Laodizea, Er steht an der Tür und klopft an, aber Er öffnet nicht die Tür. Er nötigt uns, für Ihn die Tür zu öffnen. Er kommt wie im Hohelied zur Braut und ruft an der Tür (Hld 2). Er steht an unserer Tür und klopft. Er will uns prüfen, ob wir wirklich mit unserem ganzen Herzen die Tür unseres Herzens Ihm öffnen, damit Er wirklich zu uns hineinkommt, damit Er alle Regungen unserer Herzen erfährt, damit Er Gast unserer Mahlzeiten ist. Und so dringen die Jünger in Ihn. Ja, da ist eine geistliche Regung in ihren Herzen, angefacht durch das Wirken dieses Fremden, dieses unbekannten Fremdlings. „Bleibe bei uns, denn es ist gegen Abend, und der Tag hat sich schon geneigt.“ Ach, wir können uns das gut vorstellen. Draußen wurde es finster, aber drinnen wurde es licht, weil der Herr bei ihnen war. Es ist so wie bei Isaak und Rebecca. In dieser Geschichte wird uns nicht das Bild über die Aufnahme der Gemeinde gegeben. Hier gibt es keinen Morgenstern. Hier wird es Abend. Deshalb sollen wir den Herrn annehmen wie Rebecca den Isaak. Nicht im Himmel, nein, hier auf der Erde, bei unseren Zelten während unserer Wüstenreise. Draußen wird es immer finsterer, aber drinnen wird es immer lichter. Wie bei Israel damals in Ägypten. Überall war es drei Tage tiefe Finsternis, aber in ihren Wohnungen war es hell. Warum? Weil sie das Lamm in ihren Häusern hatten, das Lamm, welches geschlachtet werden sollte zum Passahfest, „und ihre Lampe ist das Lamm“ (Off 21,23). Genauso war es bei den Jüngern in Emmaus. Als es draußen finster wurde, war bei ihnen Licht in ihrem Haus durch das Lamm.

„Und er kam zu ihnen, um bei ihnen zu bleiben.“ Er kam, um zu bleiben. Das ist ganz wichtig. Hast du wirklich gedacht, dass Er nach dem Abendbrot wieder verschwand? Nein, Er kommt zu uns, um zu bleiben. Natürlich, Er wurde unsichtbar, sie sahen Ihn nicht mehr mit ihren natürlichen Augen. Aber Er verließ nicht mehr das Haus. Er kam, um bei ihnen zu bleiben und nie mehr wegzugehen. Wir sahen doch schon, dass wir hier die zwei so wichtigen Dinge lernen: Erstens: das tiefe Verlangen des Herrn, die Herzen seiner Jünger zu berühren, damit sie Ihn in ihr Haus hineinlassen, damit Er nun zu ihnen kommt, um zu bleiben und nie mehr wegzugehen. Und zweitens: das tiefe Verlangen der Jünger, nachdem sie den Herrn in ihrem Haus erlebten, nun zurückzukehren zu den versammelten Jüngern, wo der Herr in ihrer Mitte ist.

Der Herr nahm das Brot, dankte und segnete es, brach es und gab es den Jüngern. Jetzt werden ihre Augen geöffnet. Was für ein gewaltiger Augenblick, im wörtlichen Sinn! Sie erkannten Ihn. Natürlich war es nicht das Brotbrechen wie damals vor drei Tagen auf dem Obersaal. Aber war es nicht der deutlichste Hinweis auf das Abendmahl? War es nicht eine ergreifende Szene an jenem Abend, als der Herr in der Mitte seiner Jünger das Brot brach? Jetzt öffnet es ihre Augen. Das Brotbrechen – spricht es nicht in überaus deutlicher Sprache von seinem Tod? „Mein Leib, der für euch gegeben wird“! Erinnern sich jetzt die Jünger nicht in wunderbarer Weise daran? Und dieses Denken an seine Leiden und seinen Tod gibt ihnen den Schlüssel für alle ihre Probleme. Das vermochten die Schriften nicht. Es ist auch hier nicht der Herr, mächtig in Kraft und Wort, sondern es ist der Herr, der sie durch das Brechen des Brotes an seine Leiden und seinen Tod erinnert.

Genauso spricht der Herr auch heute noch mit uns! Erinnere dich, es war der erste Tag der Woche. Und auch heute noch, an jedem ersten Tag einer neuen Woche, spricht der Herr zu uns: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“! Dann verkündigen wir seinen Tod. Wir verkündigen nicht seine Auferstehung, obwohl der Sonntag der Auferstehungstag ist und der Auferstandene in unserer Mitte ist. Mit dem Brotbrechen verkündigen wir den Tod des Herrn. Und in dieser Handlung gab Er sich den Jüngern zu erkennen. Und so ist das auch mit uns. Auch wir erkennen Ihn in dem Brechen des Brotes – in seiner Übergabe seines Leibes. Und dann ist es nicht entscheidend, Ihn mit den natürlichen Augen zu sehen. Wir erkennen Ihn mit den Augen unserer Herzen, mit den Augen des Glaubens. Stellt euch vor, der Herr würde kommenden Sonntag wirklich sichtbar in der Mitte sein. Wären wir da verschreckt? Wir müssen uns doch aber fragen: Wie echt und real empfinden wir mit unserem Glauben die Gegenwart des Herrn? Der Herr hat doch gesagt, dass Er bei den zwei oder drei, die zu seinem Namen versammelt sind, in der Mitte ist. Ist er dann wirklich real und wirklich da? Ist Er für uns wirklich da, dass es eigentlich keinen Unterschied mehr ausmacht, ob wir Ihn nun mit unseren Augen sehen oder ob Er uns unsichtbar ist?

Sehnsucht nach den versammelten Heiligen

Als Er ihnen unsichtbar geworden ist, da bekommen sie dieses tiefe Verlangen – eine Sehnsucht nach den Jüngern, eine Sehnsucht nach den Gläubigen. Sie wollen nun dort sein, wo die Heiligen versammelt sind und wo der Herr in ihre Mitte kommt. Es ist die wunderbarste Tatsache, dass der Herr Jesus in unser privates Leben kommt, um hier den ersten Platz einzunehmen. Aber es ist auch die wunderbarste Tatsache, dass der Herr zu den versammelten Heiligen kommt, um in ihrer Mitte zu sein und auch hier den ersten Platz einzunehmen. Natürlich hat jeder von uns seine Arbeit und seine persönlichen Aufgaben. Wir sind dann unter den Ungläubigen als Zeugnis gestellt, und das ist auch gut und wichtig so. Aber was ist das im Vergleich mit dem gesegneten Ort, wo die Gläubigen versammelt sind und der Herr in ihrer Mitte ist. Es gibt auf der Erde nichts Besseres! Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich das christliche Leben: Der Herr in unseren Häusern und der Ort, wo der Herr inmitten der versammelten Gläubigen ist. Der Herr war mit ihnen in ihrem Haus, und der Herr kam in ihre Mitte, als sie gemeinsam zu seinem Namen versammelt waren.

Die zwei Jünger laufen nun zurück an diesem Abend. Sie standen noch im selben Moment auf. Sie sagten: „Brannte nicht unser Herz in uns, als Er uns die Schriften öffnete?“ Nun haben sie das geistliche Verständnis für die geöffneten Schriften. Noch im selben Moment kehren sie nach Jerusalem zurück. Weißt du, dass das ca. zwölf  Kilometer sind? Was für ein Verlangen nach den Brüdern, die in Jerusalem versammelt waren! Es ist wirklich eine Versammlung hier in Jerusalem. Und das Erste, was wir erfahren, ist, dass es ein Ort ist, wo die Heiligen sich gegenseitig zurufen, was sie in dem Herrn gefunden haben. Natürlich ist es auch wichtig, dass wir dem Herrn erzählen, was wir in Ihm gefunden haben. Wir könnten dies aber auch tun, wenn wir mit Ihm allein sind. Aber hier geht es um das Zusammensein, um Gemeinschaft. Deshalb lesen wir auch in den Psalmen: „Brüder, lasst uns …!“ Sollten wir das nicht auch mehr tun? Die Jünger haben den anderen zugerufen: Der Herr ist auferstanden. Sie haben wirklich Zeugnis davon gegeben. „Der Herr ist wirklich auferstanden!“

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