Was ist eigentlich Karneval? (1)
Und wie sollen wir uns als Christen verhalten?

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© SoundWords, online seit: 16.02.2001, aktualisiert: 09.09.2018

Was ist Karneval?

Die Bezeichnung „Karneval“ stammt vermutlich vom italienischen carne vale, was etwa „Fleisch, lebe wohl“ bedeutet. Es beschreibt ein Fest vor der Fastenzeit, das hauptsächlich in katholischen Gegenden gefeiert wird. Es ist für viele Gemeindemitglieder der katholischen Kirche eine Zeit der Vorbereitung auf den Aschermittwoch als ersten Tag der Fastenzeit. „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ singt man in einem Lied und meint damit, dass nun die Zeit des Fastens und der Buße anfängt; eine Zeit, in der sich Mitglieder aus der katholischen Kirche oder der Ostkirche selbst auferlegen, weniger zu essen oder zum Beispiel kein Fleisch zu essen und keinen Alkohol zu trinken. Diese Zeit geht dann bis Ostern. Das Fasten und die Buße geschehen auch besonders im Hinblick auf Ostern, ein Fest, das ganz besonders den Tod und die Auferstehung Christi zum Thema hat. Der Höhepunkt des Karnevals wird nach Weiberfastnacht (am Donnerstag vor Rosenmontag), mit regionalen Unterschieden, am Rosenmontag oder Faschingsdienstag erreicht. An diesen Tagen finden in verschiedenen Städten auch Umzüge mit Festwagen sowie karnevalistische Veranstaltungen statt. Dabei tragen die meisten Akteure spezielle Karnevalskostüme.

Wann der genaue Ursprung dieses Festes war, ist nicht ganz sicher nachzuweisen. Sicher scheint, dass es auf bestimmte Bräuche der katholischen Kirche zurückgeht. Die Protestanten konnten nach der Reformation mit diesem Brauch nichts anfangen, und so wurde er bei den Protestanten auch nicht gepflegt. Umstritten ist, ob die Feiern neben religiösen Bezügen auch in germanisch-heidnischen Riten, den Fruchtbarkeitskulten und der Wintervertreibung ihre Wurzeln haben.

Als die Fastenzeit noch strenger eingehalten wurde als heute, wurden die zwei oder drei Tage, die dem Aschermittwoch vorausgingen, als Fastnachtszeit oder Rosenmontag und Faschingsdienstag bezeichnet und mit Spielen, sportlichen Wettkämpfen, Tänzen und allgemeinen Feiern begangen. Der deutsche Begriff „Fastnacht“ bedeutet „Nacht vor dem Fasten“: Bei Fastnachtsfesten sollte ursprünglich die Nahrung aufgebraucht werden, die während der Fastenzeit nicht gegessen werden konnte.

Für viele hat dieses Fest weder etwas mit germanisch-heidnischen Riten noch etwas mit dem katholischen Brauch des Fastens zu tun, und sie feiern dieses Fest, um einfach Spaß zu haben. Andere wiederum feiern es, um einmal so richtig über die Stränge zu schlagen – einmal etwas zu tun, was man sonst nicht darf; deshalb wahrscheinlich auch die Verkleidung.

Was sagt die Bibel?

Es ist wie mit so vielen Festen in der Christenheit, dass die Bibel dazu eigentlich überhaupt nichts Direktes sagt. Wir werden auch als Christen nirgendwo in der Heiligen Schrift aufgefordert, eine bestimmte Fastenzeit einzuhalten, oder bekommen gar die „Erlaubnis“, einmal ganz ausschweifend zu leben und „einmal so richtig über die Stränge zu schlagen“.

Trotzdem hat auch dieses Fest, zumindest im katholischen Teil der Christenheit, einen gewissen Stellenwert erlangt, und man sieht zu Karneval die Gemeindemitglieder zum Gemeindesaal pilgern, um ausgelassen zusammen zu sein. Vom biblischen Standpunkt her ist dieses Verhalten entschieden zurückzuweisen. Nicht dass es dem Christen untersagt wäre, fröhlich zu sein oder bei einem gemeinsamen Essen in angenehmer Atmosphäre zusammen zu sein – siehe Lukas 15, wo der verlorene Sohn nach Haus kam (wobei dies natürlich lediglich ein Teil eines Gleichnisses ist!) –, aber die Bibel fordert uns doch eindringlich auf, uns nicht am Wein zu berauschen und ausschweifende Feste zu feiern (siehe Epheser 5,18: „Berauscht euch nicht mit Wein, in welchem Ausschweifung ist“).

In Epheser 5,3.4 heißt es:

  • Eph 5,3.4: Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Habsucht {o. Gier} werde nicht einmal unter euch genannt, gleichwie es Heiligen geziemt; auch Schändlichkeit und albernes Geschwätz oder Witzelei, welche sich nicht geziemen, sondern vielmehr Danksagung.

Diese Bibelstelle sagt ganz deutlich, was wir von den Büttenreden und dem damit verbundenen albernen Geschwätz zu halten haben, gar nicht erst zu reden von den vielen außerehelichen intimen Kontakten während dieser Zeit; übrigens ein Wort, das wir ruhig auch auf unseren Alltag anwenden dürfen, nicht nur in solchen Extremsituationen! Denken wir noch an ein anderes Beispiel: Zu Weiberfastnacht wird ganz bewusst in einer zum Teil hemmungslosen Art und Weise die göttliche Schöpfungsordnung mit ihrer Rollenverteilung umgestoßen und umgeändert – eine drastische Auflehnung gegen Gott.

Wie sollen wir uns als Christen verhalten?

Eigentlich könnte man diese Frage ganz schnell beantworten und sagen: Da gibt es doch gar keine Frage, oder? – Solange man keine Kinder hat, wird diese Frage wohl auch tatsächlich für jeden ernsthaften Christen einfach zu beantworten sein. Aber was, wenn die Kinder aus dem Kindergarten kommen und nichts lieber wünschen, als sich zu verkleiden? Was, wenn die Kinder sich nicht mit den Versuchen der Eltern zufriedengeben, sie auf freiwilliger Basis davon fernzuhalten? Jedes Mutterherz fängt spätestens dann an zu bluten, wenn die Kinder mit großen Augen vor der Mutter stehen und sagen: „Bitte, Mami!“

Was kann man tun? Nun, mit Sicherheit gibt es auch hier kein Patentrezept, und letztendlich muss wohl jede Familie diese Angelegenheit ernsthaft ins Gebet bringen und den Herrn um Rat fragen. Denn eine Kindergartenfeier und eine normale Karnevalsveranstaltung sind wohl in keinster Weise miteinander zu vergleichen. Solange die Kinder noch sehr klein sind und sie für eine Erklärung, was denn Karneval bedeutet, noch kein Verständnis haben, muss man unseres Erachtens nicht gleich alle Register der elterlichen Autorität ziehen. Manche Kinder verkleiden sich gern, und sie wissen einerseits nichts von einer Fastenzeit oder einem Papst Gregor I., der am Aschermittwoch den Gläubigen ein Aschekreuz auf die Stirn zeichnet und dabei ein Gebet spricht, und sie haben andererseits auch noch keinen Begriff von den Sünden in der Erwachsenenwelt.

Es kommt aber die Zeit, wenn die Kinder größer und vernünftiger werden und durchaus verstehen können, warum Karneval ein Fest ist, das niemals zur Ehre des Herrn sein kann. Und sie lernen verstehen, warum es ein Fest ist, das in Gottes Augen sogar ganz abscheulich ist. Denn zu keinem Fest im Jahr wird so viel getrunken, gespottet sowie Hurerei und Ehebruch betrieben. Und sie sind auch in der Lage, zu verstehen, dass, wenn auch selbst in ihrem Alter das Verkleiden noch eine harmlose Spielerei ist, dasselbe Verkleiden bei Erwachsenen doch oft als Möglichkeit genutzt wird, unerkannt und ungesehen die schlimmsten Sünden zu begehen, die man sich vielleicht ohne Verkleidung nie geleistet hätte. Dann wird es für sie selbstverständlich sein, dass sie bei diesem Treiben nicht mehr mitmachen wollen.

Mal nebenbei: Es gab auch Personen in der Bibel, die sich verkleideten:

  • Jakob – um sich den Segen seines Vaters zu erschleichen (1Mo 27)
  • Tamar – um verkleidet als Prostituierte ihren Schwiegervater zu verführen (1Mo 38)
  • Saul – um unerkannt zu einer okkultistischen Sitzung zu gehen (1Sam 28).

Alle diese Personen verkleiden sich eigentlich, um zu sündigen. Sie benutzen dazu eine „andere Identität“. Handeln wir manchmal ebenso? Oder haben wir den Wunsch, vielleicht einmal so zu handeln? Gibt es bei uns Situationen, in denen wir unsere Identität wechseln wollen, um uns so vor den Menschen oder gar vor Gott zu verstecken, um unerkannt zu sündigen?

Aber zurück zu unseren Kindern: Oft hat sich auch bewährt, unseren Kindern in solchen Situationen, in denen sie das Gefühl haben, auf etwas verzichten zu müssen, eine Alternative zu bieten. Wenn eine Karnevalsfeier im Kindergarten oder in der Schule ansteht, an der die Kinder nicht teilnehmen müssen, dann könnte man zum Beispiel mit ihnen schwimmen oder bei schönem Wetter in den Zoo gehen. Wenn sich die Kinder einmal gerne verkleiden möchten, kann man auch zu einem anderen Tag im Jahr einmal einige Kinder einladen und ihnen verschiedene Kleidungsstücke geben, damit sie sich verkleiden können. Das muss ja nicht unbedingt zu Karneval sein.

Christen sind das Salz der Erde und sollen der Fäulnis entgegenwirken, die sich überall breitmacht. Für Christen ist Karneval eine einmalige Gelegenheit, sich an diesem Treiben nicht zu beteiligen. Und wenn wir dann verspottet werden? Nun, dann sagt Gottes Wort, dass dies alles seine Gnade ist. Denn Gott hat uns auserwählt, um den Menschen um uns her ein Zeugnis zu sein. Wenn wir uns überall anpassen und überall mitmachen, wo ist dann das Zeugnis? Der Apostel Petrus sagt sinngemäß: Wo ist der Ruhm, wenn wir ausharren, indem wir sündigen und bei dem gleichen Treiben mitmachen? Aber wenn wir Gutes tun und leiden und nicht mitmachen, dann heißt es: „Es ist Gnade bei Gott“ (1Pet 2,20). Es ist Gnade, weil wir darin dem Herrn Jesus ähnlich werden und seinen Fußspuren folgen. Er musste nicht leiden, weil Er etwas Böses getan hätte, sondern Er musste leiden und verspottet werden, weil Er ausschließlich Gutes getan hatte, so dass der Schächer am Kreuz ausrufen musste: „Dieser aber hat nichts Ungeziemendes getan“ (Lk 23,41). – War Er es nicht, von dem die Schrift sagt: „Welcher keine Sünde tat, noch wurde Trug in seinem Munde erfunden“ (1Pet 2,22)? Er kam dem Sünder so nahe, dass Er unsere Sünde zu seiner Sünde machte, und doch lesen wir: „Denn ein solcher Hoherpriester geziemte uns: heilig, unschuldig, unbefleckt, abgesondert von den Sündern und höher als die Himmel geworden“ (Heb 7,26).

Bedenken wir, dass es gerade diese Sünden waren, die das Leiden unseres Herrn auf das Vollmaß gebracht haben. Wenn wir uns also mit diesem Fest in irgendeiner Form verbinden, beteiligen wir uns an dem Spott und an der Ausschweifung, die unserem Herrn so viel Leidensnot gebracht hat. Das wird sich wohl kein Christ wünschen! Man halte sich einmal vor Augen: Man gesteht zu, dass in Verbindung mit dem Tod Christi (Ostern) Buße (Fastenzeit) angebracht ist. Schließlich waren es ja gerade die Sünden der Menschen, die seinen Tod notwendig machten. Und als Vorbereitung dazu (Karneval) wird dann noch einmal das Sündigen zum Höhepunkt gebracht!? Das können nur solche tun – Gottlose –, von denen Judas in seinem Brief spricht, dass sie „die Gnade Gottes in Ausschweifung verkehren“ (Jud 4).

Wir dürfen dem Sünder nahekommen, aber wir dürfen uns nicht moralisch mit ihm verbinden. Wenn der Herr auf einem Fest war, dann nicht, um auf demselben Niveau wie alle anderen Gäste mit ihnen Gemeinschaft zu haben, sondern um als das Licht der Welt wirken zu können. Fragen wir uns, ob dies wohl heute bei uns möglich ist, wenn wir zu solch einer Karnevalsveranstaltung gehen würden.

Quintessenz

Dieses Fest müssen wir aus biblischen Gründen völlig ablehnen, aber wir wollen die Menschen im Auge behalten, die überhaupt noch nichts davon geschmeckt haben, was es bedeutet, wirklich frei zu sein. Denn Karneval bedeutet nicht, frei zu sein, sondern im Höchstmaß gebunden zu sein (Alkohol, Ausschweifung, Völlerei, Hurerei und Ehebruch).

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