Was ist die Lästerung wider den Heiligen Geist?
Markus 3,28-30

verschiedene Ausleger, z.B.: Hole, MacDonald, Darby

© SoundWords, online seit: 27.06.2001, aktualisiert: 09.09.2018

Leitverse: Markus 3,28-30

Mk 3,28-30: Wahrlich, ich sage euch: Alle Sünden werden den Söhnen der Menschen vergeben werden, und die Lästerungen, mit welchen irgend sie lästern mögen; wer aber irgend wider den Heiligen Geist lästern wird, hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig; – weil sie sagten: Er hat einen unreinen Geist.

Verschiedene Ausleger zum Thema Sünde wider den Heiligen Geist

W.J. Ouweneel

Aber wie gesagt, die Schriftgelehrten sind die Schlimmsten. Sie haben gesehen, was der Herr tat. Sie haben gesehen, dass Er Dämonen ausgetrieben hatte. Wir haben das öfter gelesen bis jetzt in Markus. Und jetzt sagen sie, Er hat den Beelzebub. Beelzebub ist eigentlich ursprünglich, wir haben das auch in 2. Könige 1, ein Name für einen Götzen der Heiden. Und die Juden nannten diesen Götzen spottend eigentlich Beelzebul, wie das auch hier in den besten Handschriften heißen sollte. Das heißt Fliegengott, das war so verächtlich gemeint. Und dieser Name wurde allmählich in der jüdischen Tradition immer mehr benutzt für Satan selbst. Götzen sind ja Dämonen. 5. Mose 32 und 1. Korinther 10 machen das klar. Hinter den Götzen stehen dämonische Mächte. Nun, der Dämon sozusagen, der Fürst der Dämonen, das ist Satan selbst. Und dieser Name Beelzebub oder Beelzebul wurde ein Name für den Fürst der Dämonen, für Satan. Das macht klar, was sie meinten. Sie sagten, durch den obersten der Dämonen treibt Er die Dämonen aus. Sie sahen, durch welch eine geistliche Kraft Er dem Satan widerstand. Und jeder Mensch müsste eigentlich zugeben, wenn ein Mensch wie der Herr Jesus mit solch einer Gewalt, mit solch einer Kraft dem Satan entgegentritt, dann muss das die Kraft des Heiligen Geistes sein. Und aus dem Abschnitt geht hervor, dass der Herr auch sagt: Ihr wisset das auch. Aber was sie taten, ist, dass sie den Heiligen Geist, durch dessen Kraft der Herr Jesus wirkte, für Beelzebub erklärten, also sagten, dass der Heilige Geist der Satan wäre. Das ist eine fürchterliche Lästerung. So ganz bewusst das absolut Gute Böses zu nennen …

Ich bin vielen Menschen begegnet, die mir sagten, sie hätten Angst, dass sie die Sünde gegen den Heiligen Geist getan hatten. Vielleicht gibt es hier solche heute Abend. Ich sage ihnen, sie brauchen keine Angst zu haben, denn wir haben alle sehr oft gegen den Heiligen Geist gesündigt. Jede Sünde ist eine Sünde wider den dreieinen Gott. Jede Sünde ist eine Sünde wider den Heiligen Geist. Wir haben alle sehr oft gegen den Heiligen Geist gesündigt. Aber darum handelt es sich hier gar nicht. Es handelt sich hier nicht um die Sünde gegen den Heiligen Geist, sondern um eine ganz bestimmte Sünde, das ist Lästerung. Lästerung bedeutet nicht nur, Übles zu reden über eine Person, sondern das absichtlich zu machen. Wir sagen manchmal Schlechtes über jemanden, wovon sich nachher herausstellt, dass es gar nicht wahr war, aber wir wussten das nicht. Das war auch schlecht, dass wir das getan haben; trotzdem, wir sollten das nicht tun, aber wir haben es jedenfalls getan in Unwissenheit. Aber Lästern bedeutet, absichtlich Böses über jemanden reden, wovon wir wissen, dass es nicht stimmt. Und so sprachen diese Menschen über den Heiligen Geist. Sie sahen die absolute Wirkung des Geistes, denn bei dem Herrn Jesus war das vollkommen, bei uns ist das immer vermischt mit dem eigenen, was von uns hervorgeht. Aber bei dem Herrn Jesus war das hundertprozentig vollkommen, es war nur das, was von dem Heiligen Geist hier vorging. Also, es war kein Zweifel möglich. Und trotzdem sagten sie, dass dieser Heilige Geist Beelzebub sei. Der Oberste der Dämonen. Das ist Lästerung. Das ist absichtlich Böses reden …

Inwieweit das jetzt noch möglich ist, nachdem der Herr Jesus weggegangen ist, ist schwierig zu sagen. Aber in Hebräer 6,5 hören wir über solche, die Teilgenossen des Heiligen Geistes waren. Das heißt, dass sie so in der Atmosphäre waren, wo der Heilige Geist tätig ist, wo sie so direkt unter dessen Einwirkungen und Einflüssen und Segnungen waren, und dann trotzdem abgefallen sind, da ist für solche auch keine Heilung, keine Bekehrung mehr. Und vielleicht können wir sagen, dass es auch heute unter gewissen Umständen vorkommen kann, dass die Wirksamkeit des Geistes so feststeht, so überzeugend ist, dass man es nicht leugnen kann, und wenn man dann absichtlich trotzdem mit dem bösmöglichsten Herzen sagt, dass es Satan selbst sei, da glaube ich, kann keine Hoffnung sein. Wer die absolute Tätigkeit Gottes satanisch nennt, was für eine Hoffnung kann es für solch einen Menschen geben?[1]


F.B. Hole

Nachdem der Herr die törichte Unsinnigkeit ihrer Rede bloßgestellt hatte, gab Er die wirkliche Erklärung von dem, was sich eigentlich ereignete. Da war ein Starker, aber Er war der Stärkere, und jetzt befasste Er sich damit, dessen Hausrat zu rauben und vielen Menschen, die von ihm gefangen waren, die Freiheit zu bringen. Satan war ein Gebundener in der Gegenwart des Herrn.

Und drittens warnt Er diese unglückseligen Menschen im Blick auf die Ungeheuerlichkeit der von ihnen begangenen Sünde. Der vollkommene Diener hatte durch die Kraft des Heiligen Geistes Menschen aus den Klauen Satans befreit. Um das nicht zuzugeben, brandmarkten sie das Wirken des Heiligen Geistes als eine Tätigkeit Satans. Das war reinste Lästerung, und zwar die blinde Lästerung von Menschen, die ihre Augen vor der Wahrheit verschließen. Damit stellten sie sich selbst außerhalb jeder Vergebung, und nichts anderes als ewige Verdammnis stand ihnen bevor. Sie hatten jenen schrecklichen Verhärtungszustand in Hass und Verblendung erreicht, der einst in Ägypten den Pharao kennzeichnete und der zu einer späteren Zeit auf das Nordreich Israels zutraf, als das Wort Gottes erging: „Ephraim ist mit Götzen verbündet; lass ihn gewähren“ (Hos 4,17). Gott würde auch diese Schriftgelehrten Jerusalems gewähren lassen, und das bedeutete: keine Vergebung mehr, sondern Verdammnis!

Das also war die unvergebbare Sünde. Wenn wir verstehen, was sie wirklich ist, können wir leicht erkennen, dass viele Leute mit einem zarten Gewissen, die heutzutage beunruhigt sind in der Befürchtung, sie vielleicht begangen zu haben, die Letzten sind, die sie wirklich begangen haben könnten.[2]


W. MacDonald

In Markus 3,28-30 verkündigt der Herr das Schicksal der Schriftgelehrten, die sich der Sünde schuldig gemacht hatten, die nicht vergeben werden kann. Indem sie Jesus anklagten, Er würde Dämonen durch dämonische Kräfte austreiben, während Er sie in Wirklichkeit durch die Kraft des Heiligen Geistes austrieb, nannten sie den Heiligen Geist praktisch einen Dämon. Das ist Lästerung wider den Heiligen Geist. Alle Sünden können vergeben werden, aber für diese besondere Sünde gibt es keine Vergebung. Sie ist eine „ewige Sünde“.

Können Menschen diese Sünde heute noch begehen? Wohl nicht. Diese Sünde konnte nur begangen werden, solange Jesus auf der Erde Wunder tat. Weil Er heute nicht mehr physisch anwesend ist und Dämonen austreibt, gibt es diese Möglichkeit der Lästerung des Heiligen Geistes nicht mehr. Menschen, die sich sorgen, die Sünde, die nicht vergeben werden kann, begangen zu haben, haben sie mit Sicherheit nicht begangen. Allein die Tatsache, dass sie sich Sorgen darüber machen, beweist, dass sie sich nicht der Lästerung des Heiligen Geistes schuldig gemacht haben.[3]


J.N. Darby

Die Schriftgelehrten, die als Gelehrte Einfluss besaßen, schreiben die Macht Jesu, die sie nicht zu leugnen vermochten, dem Satan zu (Mk 3,22). Der Herr zeigt ihnen in Seiner Antwort, dass im Allgemeinen jede Sünde vergeben werden könne; aber Seine Macht anerkennen und sie lieber dem Feinde zuschreiben, als den anerkennen, der sie ausübte, hieße, nicht den Platz des unwissenden Unglaubens, sondern den von Widersachern einnehmen und wider den Heiligen Geist lästern – diese Sünde könne nie vergeben werden (Mk 3,23-30). Der „Starke“ war da, aber Jesus war stärker als er; denn Er trieb die Dämonen aus. Würde Satan sein eigenes Haus niederzureißen suchen? Die Tatsache, dass die Macht Jesu sich in solcher Weise offenbarte, ließ die Schriftgelehrten ohne Entschuldigung. „Der Starke“ Gottes war gekommen; Israel verwarf Ihn, und seine Obersten lästerten wider den Heiligen Geist und brachten sich dadurch unter hoffnungslose Verdammnis. Der Herr unterscheide daher alsbald den Überrest, der Sein Wort aufnahm, von jeder natürlichen Verbindung, die Er mit Israel hatte. Seine Mutter oder Seine „Brüder“ sind die Jünger, die um Ihn her stehen, sowie alle die, welche den Willen Gottes tun (Mk 3,31-35).[4]

 

Anmerkungen

[1] Aus einem Vortrag von W.J. Ouweneel über das Markusevangelium.

[2] AusGrundzüge des Neuen Testaments, 1989, S. 141–142, www.csv-verlag.de.

[3] Aus Kommentar zum Neuen Testament, 1992, S. 175, www.clv.de.

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