Versiegelt ohne gekannte Befreiung?
Epheser 1,13.14

Frederick George Patterson

© SoundWords, online seit: 23.06.2001, aktualisiert: 10.02.2018

Leitverse: Epheser 1,13.14

Eph 1,13.14: … auf welchen auch ihr gehofft, nachdem ihr gehört habt das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, in welchem ihr auch, nachdem ihr geglaubt habt, versiegelt worden seid mit dem Heiligen Geiste der Verheißung, welcher das Unterpfand unseres Erbes ist, zur Erlösung des erworbenen Besitzes, zum Preise seiner Herrlichkeit.

Frage

[…] Könnte eine Seele versiegelt sein, ohne erfahrungsmäßig die volle Befreiung durch den Tod und die Auferstehung zu kennen?

Antwort

[…] Die Epheser hatten das Wort der Wahrheit gehört, sie hatten dem Evangelium ihres Heils geglaubt, und sie waren versiegelt worden, nachdem sie geglaubt hatten. Das heißt nicht, dass sie jetzt versiegelt waren als Sünder, sondern als Gläubige. Durch Hören und Glauben wird eine Person lebendig gemacht; indem sie das Evangelium ihres Heils (Eph 1,13) glaubt, wird sie versiegelt.

Gott versiegelt nicht einen Sünder als solchen; das würde bedeuten, ihn in seinen Sünden zu versiegeln. Er macht einen Sünder lebendig, und Er versiegelt einen Gläubigen. Diese zwei Handlungen passieren niemals zusammen, soweit ich es weiß. Manchmal kann ein Zwischenraum von Jahren dazwischenliegen. Um in allgemeinen Ausdrücken zu sprechen: In dem Moment, wenn eine Person an den Herrn Jesus Christus glaubt und die Vergebung der Sünden empfängt und auf dem vollendeten Werk ruht, wird sie versiegelt. Sie mag die Befreiung durch Toten-Auferstehung noch lange danach nicht kennen und trotzdem den Heiligen Geist als Siegel in sich haben.

Hier ist der Fall des Kornelius wichtig. Er war ein frommer Mann, einer der Gott fürchtete. Seine Seele lebte wirklich in Richtung auf Gott. Aber er hatte es noch nötig, dass sein Gewissen gereinigt wurde durch das Werk Christi, und das kannte er bisher nicht. Petrus sagt dem Kornelius – der bereits eine lebendig gemachte Seele war (denn er betete und war fromm und gottesfürchtig; s. Apg 10,1.2) – etwas von Christus und seinem Werk, und in dem Moment, in dem er „Vergebung der Sünden“ erwähnt (Apg 10,43), wird dem Kornelius der Heilige Geist gegeben. Er setzte sein Siegel darauf, dass Gott wahrhaftig ist, und Gott setzte sein Siegel auf ihn, dass Er das getan hatte.

Es gibt immer zuerst Leben in der Seele, bevor die Vergebung der Sünden wirklich gesucht wird. Dann, wenn sie bekannt ist, folgt die Gabe des Heiligen Geistes, und die Seele wird versiegelt. Es mag noch tiefe Lektionen geben, die notwendig sind, um die eigene Natur kennenzulernen, und erfahrungsmäßig mag die Wahrheit des Todes und der Auferstehung vielleicht lange danach noch nicht bekannt sein. Selbst die Erfahrung von Römer 7,14-24 mag in einer modifizierten Art und Weise gelernt werden, nachdem der Heilige Geist schon gegeben war. Allerdings setzt die Erfahrung, die dort behandelt wird, das nicht voraus. Wo die freie Gnade Gottes gepredigt wird, finden Seelen, die Leben haben, Vergebung, und dann werden sie versiegelt. Die komplette Befreiung mag allerdings noch lange Zeit nicht gekannt sein.


Auszug aus „The Holy Ghost as a Seal“
aus The Collected Writings of F.G. Patterson, Teil 3, Present Truth Publishers, S. 162

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