Hat Gott einen Plan für mein Leben?
„Tut alles zur Ehre Gottes“

Stephan Isenberg

© SoundWords, online seit: 30.12.2002, aktualisiert: 12.10.2018

Leitverse: Psalm 139,16; 2. Samuel 22,33; Sprüche 16,9

Frage

Wie kann ich jemand anhand der Bibel (Bibelstellen) beweisen, dass Gott einen Plan für unser Leben hat?
Liebe Grüße, S.

Antwort

Lieber Leser,

herzlichen Dank für die Anfrage.

Es ist natürlich immer schwierig, zu einem Thema Stellung zu nehmen, das nicht eindeutig und in der Formulierung der gestellten Frage in der Bibel vorhanden ist. Dann ist noch die Frage: Was meinst du damit, ob Gott einen Plan für unser Leben hat? Meinst du damit, dass Gott jede Sekunde unseres Lebens plante und wir jede Sekunde unseres Lebens uns für Gottes Plan oder unsere Überlegungen entscheiden könnten? Oder meinst du mit „Plan“ eher, dass Gott unser Leben voraussah und Ihm deshalb nichts aus dem Ruder läuft?

Wir glauben daran, dass wir vor Grundlegung der Welt an auserwählt wurden (Joh 17,24; Eph 1,4), das bedeutet schon in sich, dass Gott unser ganzes Leben schon vor aller Ewigkeit komplett vor sich sah.

Aber Gott hat uns nicht als Marionetten geschaffen. Er setzte Adam ins Paradies, und dann heißt es einmal in 1. Mose 2,19: „Gott der HERR bildete aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alles Vögel des Himmels, und er brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde; und wie irgend der Mensch ein lebendiges Wesen nennen würde, so sollte sein Name sein.“ Das heißt doch, dass Gott dem Menschen eine gewisse Freiheit ließ. Er freute sich daran, zuzusehen, was der Mensch aus den Möglichkeiten machte, die Er ihm mitgegeben hatte.

Vielleicht ist es besser, wenn wir nicht von Gottes Plan für unser Leben reden, sondern von Gottes Willen für unser Leben. Denn dann befinden wir uns wieder auf biblischem Boden. Es heißt in 1. Thessalonicher 4,3: „Dies ist Gottes Wille: eure Heiligkeit.“ – Außerdem möchte Gott, dass wir in den guten Werken wandeln, die Er für uns bereitet hat; siehe Epheser 2,10: „Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, auf dass wir in ihnen wandeln sollen.“

Der „Plan“ oder besser „Wille“ Gottes für jeden Menschen ist, dass wir dahin kommen, nur noch nach der Ehre Gottes zu fragen: „Ob ihr nun esst oder trinkt oder irgend etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes“ (1Kor 10,31).

Gottes Plan für seinen Sohn war, dass Er die Ehre Gottes, die durch den Sündenfall verlorengegangen war, wiederherstellte. In allen Bereichen seines Lebens hat unser Herr in vollkommener Weise Gott die Ehre gegeben. Er hat den Willen Gottes vollkommen ausgeführt (Joh 4,34). Er war gehorsam bis zum Tod, ja zum Tod am Kreuz (Phil 2).

Nun sollen wir dem Bild seines Sohnes gleichförmig gestaltet werden: „Welche er zuvorerkannt hat, die hat er auch zuvorbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern“ (Röm 8,29). Wir sind berufen, in seinen Fußspuren zu gehen: „Hierzu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten, euch ein Beispiel hinterlassend, auf dass ihr seinen Fußstapfen nachfolgt“ (1Pet 2,21). Wenn wir Christus auf dieser Erde widerspiegeln, dann ist der Plan Gottes, oder besser der Wille Gottes, für unser Leben erfüllt.

Wenn es also um ganz praktische Fragen des Lebens geht, dann geht es nicht so sehr um die Frage: „Soll ich jetzt Bankkaufmann oder Industriekaufmann werden?“, sondern: „Herr, wie kann ich zu deiner Ehre sein?“ – Wenn es um Partnerschaft geht, dann muss ich mir die Frage stellen: „Kann ich mit diesem oder jenem Partner ein Leben zur Ehre Gottes führen?“ Wir glauben nicht an das Märchen, dass es für jeden Menschen nur einen einzigen Partner gibt, der für eine Ehe in Frage kommt. Allerdings glauben wir an die Botschaft der Bibel und den Willen Gottes für den Menschen, dass ich nur einen Partner (Ausnahme: Witwenschaft) für mein Leben haben sollte und dass Ehebruch und Scheidung eine ernste Sünde darstellt und dass ich diesen Partner „im Herrn“ (1Kor 7,39) heirate, das heißt in Übereinstimmung mit Gottes Forderungen, Rechten, Ratschlägen und zu seiner Ehre. In erster Linie kommt es also auf unsere Beweggründe an und nicht auf äußere Begleitumstände. Gott freut sich an der Wahrheit im Inneren.

Wenn wir in Gemeinschaft mit Gott leben, dann brauchen wir uns nicht ständig zu fragen: „Herr, muss ich jetzt rechts oder links gehen?“, sondern wir gehen dann unseren Weg mit Gott und sehen im Nachhinein die wunderbaren Führungen Gottes. Am Ende ist alles Gnade und am Ende ergibt alles einen Sinn. Denn es heißt in Römer 8,28: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach Vorsatz berufen sind.“

Vielleicht können auch noch folgende Verse weiterhelfen:

  • Ps 139,16: Meinen Keim sahen deine Augen, und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage, die entworfen wurden, als nicht einer von ihnen war.

  • 2Sam 22,33: Gott ist meine starke Festung, und er lenkt vollkommen meinen Weg.

  • Spr 16,9: Das Herz des Menschen erdenkt seinen Weg, aber der HERR lenkt seine Schritte.

Herzliche Grüße
Stephan

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