Wird die Welt die Posaune bei der Entrückung hören?
1. Thessalonicher 4,16

William John Hocking

© CSV, online seit: 14.11.2005, aktualisiert: 10.10.2016

Leitvers: 1. Thessalonicher 4,16

1Thes 4,16: Denn der Herr selbst wird mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen;

Frage:

Gibt es eine Schriftstelle, die uns sagt, dass die Welt als solche nicht den Zuruf und die Posaune vernimmt, wenn der Herr die Seinigen heimholt? 

Antwort:

Die Schrift sagt an keiner Stelle ausdrücklich, dass die Welt den Zuruf des Herrn und die Posaune Gottes nicht hören wird, auch sagt sie nirgends das Gegenteil. Aber der gebietende Zuruf des Herrn gilt nur einigen, nicht allen. Besonders im Evangelium nach Johannes sehen wir, welch scharfen Trennungsstrich der Herr zwischen der Welt und „den Seinigen“ zieht. Diese Unterscheidung wurde besonders nach des Herrn Auferstehung deutlich. Als der Herr Jesus zu Seinen Jüngern von Seinem Weggang aus dieser Welt sprach, sagte Er: „Noch ein Kleines, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber sehet mich“ (Joh 14,19). In der Zeit zwischen Seiner Auferstehung und Himmelfahrt erschien Er nur den Seinigen, und nur sie sahen Ihn vom Ölberg aus gen Himmel fahren. Wir glauben daher, dass, wenn der Herr ausschließlich für die Seinigen wiederkommt, der gebietende Zuruf und die Posaune Gottes ertönen werden, um ihre Aufmerksamkeit zu erwecken. Heimgegangene Gläubige – nicht gestorbene Ungläubige – werden in ihren Gräbern die Stimme hören, natürlich auch die noch lebenden Gläubigen. Schon heute hören Seine Schafe – und niemand sonst – die Stimme des guten Hirten.

Ob die Ankunft des Herrn von irgendwelchen, für die Welt vernehmbaren Geräuschen begleitet sein wird, wird uns nicht mitgeteilt. Selbst wenn es so wäre, würde das Geräusch oder der Schall nicht verstanden oder würde missdeutet werden, wie uns Beispiele der Schrift zeigen (vgl. Joh 12,28-29; Apg 9,7; 22,9). Die leibliche Wegnahme der Erlösten bei der Ankunft des Herrn kann natürlich der Welt nicht verborgen bleiben, aber dieses Ereignis wird ebenso wenig einen sittlichen Einfluss auf die Welt ausüben wie seinerzeit die Entrückung Henochs.


Aus Ermunterung und Ermahnung, Jahrgang 1981, S. 376-378
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