Warum nimmst du noch nicht am Brotbrechen teil?
„Zu meinem Gedächtnis“

Harold Primrose Barker

© SoundWords, online seit: 13.08.2001, aktualisiert: 16.11.2017

Leitvers: 1. Korinther 11,24

1Kor 11,24: Dies tut zu meinem Gedächtnis.

Natürlich freuen wir uns, wenn man an uns denkt. Es würde uns schmerzen, wenn wir wüssten, dass unsere Freunde nie an uns denken, wenn wir nicht bei ihnen sind. „Mein Volk erinnert sich kaum noch an mich“, sagte eine frühere belgische Königin, „es ist Zeit, zu gehen.“ Diese Worte waren die letzen, die sie sprach. Ihr Herz war gebrochen durch die Vergesslichkeit derer, die ihr einst nahestanden.

Bevor der oberste Mundschenk das Gefängnis verließ, gab Joseph ihm eine einfache Bitte mit auf den Weg: „Solltest du dann etwa an mich denken, wenn es dir gut geht, so tue Barmherzigkeit an mir und empfiehl mich dem Pharao“ (1Mo 40,14). Wieder in den gehobenen Kreisen des ägyptischen Hofes zurückgekehrt, wird von ihm gesagt: „Aber der oberste Mundschenk dachte nicht an Joseph, sondern vergaß ihn“ (1Mo 40,23). Traurige Worte, die wieder einmal die menschliche Vergesslichkeit und die Undankbarkeit zeigen.

Hast du je bemerkt, lieber Leser, dass unser Herr und Retter dir eine ähnliche Bitte anträgt wie die des Joseph? Er möchte nicht, dass seine Leute Ihn vergessen. Es ist wichtig, dass wir hier die Wortwahl seiner Bitte genau beachten: „Nehmt, esst … zu meinem Gedächtnis.“ Beachtet, dass Er nicht sagt: „als Feier eurer Segnungen“, oder: „zur Erinnerung an die euch geschenkten Wohltaten“, sondern: „zu meinem Gedächtnis“ (1Kor 11,24).

Wie können wir die Gleichgültigkeit vieler Christen betreffs dieser Bitte des Herrn erklären? Ich kann verstehen, wenn jemand sagt: „Es gibt so viele Sekten und Gesellschaften mit divergierenden Ansichten, dass ich nicht weiß, wohin ich gehen soll, der Bitte des Herrn Jesu nachzukommen.“ Es ist jedoch schwer zu verstehen, warum einer, der dem Herrn alles verdankt, die Jahre an sich vorüberziehen lässt, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, am Mahl des Herrn teilzunehmen! Hat so jemand überhaupt verstanden, dass dies der von dem Herrn Jesus festgelegte Weg für die Gläubigen ist, zu zeigen, dass sie Ihn nicht vergessen, sein Gedächtnis hochhalten und seine Gemeinschaft ersehnen?

Es gibt nichts, was das Herz so berührt und die Zuneigung zu Ihm so sehr erfrischt wie das Gedächtnis an den Herrn selbst. Unser kaltes, vergessliches Herz kann erwärmt werden, unsere Empfindungen werden erfrischt und wieder neu auf Christus gelenkt, wenn wir versammelt sind, mögen es auch nur zwei oder drei sein, seines Andenkens wegen.


Originaltitel: „Remember me“

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