Die Predigt hat mir nichts gebracht!
Ein Wort an die Zuhörer einer Predigt

Dirk Schürmann

© SoundWords, online seit: 24.04.2004, aktualisiert: 22.02.2018

Einleitung

In dem Artikel „Die Wortverkündigung ist langweilig …!“ haben wir uns mit einigen Dingen auseinandergesetzt, die nötig sind, damit eine Predigt/Wortverkündigung Nutzen für die Zuhörer hat und die Gemeinde auferbaut wird. Dabei haben wir ausschließlich die Verantwortung des Predigers betrachtet. In diesem Artikel wollen wir nun einmal den Blick allein auf den Zuhörer richten. Ganz besonders denken wir dabei an die Zuhörer, die mit einer Predigt nicht zufrieden sind. Das kann berechtigte Gründe haben, zum Beispiel, wenn der Prediger seiner Verantwortung nicht nachkommt. Aber es gibt auch viele Punkte, die aufseiten der Zuhörer zu beachten sind, damit eine Predigt Nutzen bringt. Und das soll hier unser Thema sein.

Die „Arena“

Manchmal hat man den Eindruck – und wir formulieren es hier einmal bewusst etwas scharf –, dass es sich bei den Zuhörern einer Predigt eher um Zuschauer statt um Zuhörer handelt. Sie sitzen so distanziert auf ihren Stühlen, als ob sie in einer römischen Arena in irgendeiner Tribünenreihe sitzen und von oben herab einen Gladiatorenkampf ansehen, bei dem man dann hinterher mit dem Daumen nach oben oder unten abstimmen kann, ob das „Spiel“ gut war oder nicht. Und wir sollten uns nichts vormachen: Eine geistliche Predigt ist ein Kampf – zwar „nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Fürstentümer, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Örtern“. Es ist wirklich viel einfacher, hinterher eine Predigt zu kritisieren, als mitzukämpfen, so wie es von zwei Schwestern in Philippi heißt, dass sie „in dem Evangelium mit mir [Paulus] gekämpft haben“. Oft kann der Prediger es schon am Gesicht seiner Zuhörer erkennen, ob er Mitkämpfer oder Zuschauer vor sich hat.

Das Gebet

Wenn schon der Apostel Paulus es nötig hatte, dass für seine Predigt ernstlich gebetet wurde („zu aller Zeit betend mit allem Gebet und Flehen in dem Geiste, und eben hierzu wachend in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen, und für mich, auf dass mir Rede verliehen werde im Auftun meines Mundes, um mit Freimütigkeit kundzutun das Geheimnis des Evangeliums, … damit ich in demselben freimütig rede, wie ich reden soll“ (Eph 6,18-20) – wie viel mehr haben es dann die Prediger heute nötig, dass für sie gebetet wird!

In vielen Gemeinden wird vor der Predigt öffentlich dafür gebetet, dass die Wortverkündigung auch gesegnet ist. Aber ist das allein schon wirklich „mitkämpfen“? Manchmal sind wir mit unseren Gedanken vielleicht nicht einmal ganz dabei, wenn dieses Einleitungsgebet gesprochen wird. Doch wenn wir wirklich wollen, dass eine Predigt Nutzen bringt, dann kann es nicht anders sein, als dass wir schon zu Hause auf die Knie gehen und für die Verkündigung beten. Statt uns durch ein Schwätzchen mit dem Banknachbarn abzulenken, werden wir dann nicht vor Beginn der Zusammenkunft eher Gott bitten, so zu wirken, dass allen Bedürfnissen möglichst begegnet wird, und Ihn fragen, ob Er uns gebrauchen kann? Dann werden wir die Not des Banknachbarn, die er vielleicht selbst gar nicht so empfindet, noch mal vor den Herrn bringen; dann werden wir beten, dass auch die Kinder nicht leer ausgehen usw. Wenn der Predigtdienst dann begonnen hat, ist das Gebet sicher noch nicht zu Ende, sondern wir werden immer wieder für den Prediger bitten, dass er die Schriftstelle, die er gerade behandelt, klar auslegen kann und dass er vielleicht eine praktische Anwendung dafür aufzeigen kann usw.

Müdigkeit

Ein derartiges Mitkämpfen im Gebet wird uns auch vor einer anderen Gefahr bewahren, die manchem von uns den Segen einer Predigt raubt: der Müdigkeit. Hinterher haben wir geistlich nichts erhalten, weil wir akustisch gar nichts mitbekommen haben, da wir viel zu müde waren. Viele haben dagegen auch die gute Gewohnheit angenommen, am Samstagabend bereits frühzeitig ins Bett zu gehen (statt wie die Welt bis spät in die Nacht aufzubleiben) oder, wenn die Predigt am Sonntagnachmittag stattfindet, sich vor der Predigt noch eine Weile schlafen zu legen. Jedenfalls ist es auch für den Prediger nicht sehr ermunternd, zu sehen, wie seine Zuhörer am Schlafen sind.

Die Gegenwart des Herrn

Sind wir uns wirklich bewusst, dass wir in der Gegenwart des Herrn Jesus sind, dass Er in der Mitte der Seinen ist (Mt 18,20) und austeilen und wirken möchte und dass der Prediger nur Werkzeug ist/sein soll? Dann wird unsere Blickrichtung eine andere sein. Statt uns mit dem Werkzeug, dem Prediger, zu beschäftigen, werden wir auf den Herrn sehen und alles von Ihm erwarten, und es wird für uns schon allein eine Freude sein, bloß da zu sein, wo Er ist und wo die sind, die Er so sehr geliebt hat.

„Ich habe nichts verstanden“

Wenn ich von der Predigt nichts oder nicht viel verstanden habe, kann das natürlich an der Predigt beziehungsweise an dem Prediger selbst liegen. Genauso wie eine einschläfernde Sprechweise die Müdigkeit herausfordern kann, ist es möglich, dass eine deutliche, verständliche Erklärung gefehlt hat. Dennoch gibt es auch hier Punkte, die auf der Seite der Zuhörer zu beachten sind.

Den Hebräern musste der Schreiber des Hebräerbriefes schreiben: „Über diesen haben wir viel zu sagen, und was mit Worten schwer auszulegen ist, weil ihr im Hören träge geworden seid. Denn da ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, bedürfet ihr wiederum, dass man euch lehre, welches die Elemente des Anfangs der Aussprüche Gottes sind; und ihr seid solche geworden, die der Milch bedürfen und nicht der festen Speise. Denn jeder, der noch Milch genießt, ist unerfahren im Worte der Gerechtigkeit, denn er ist ein Unmündiger; die feste Speise aber ist für Erwachsene, welche vermöge der Gewohnheit geübte Sinne haben zur Unterscheidung des Guten sowohl als auch des Bösen“ (Heb 5,11-14). Die Hebräer waren im Hören träge geworden, waren im geistlichen Wachstum zurückgeblieben und brauchten wie geistliche Babys wieder Milch.

Manches können wir vielleicht einfach deswegen nicht verstehen, weil wir im geistlichen Wachstum zurückgeblieben sind. Sicherlich sollte ein Prediger auch auf die Babys im Glauben Rücksicht nehmen und für sie Milch bereit haben. Dennoch darf eine Predigt im Allgemeinen nicht dabei stehenbleiben, sondern muss auch feste Speise anbieten. Wenn wir daher aufgrund unserer geistlichen Unreife manches nicht verstanden haben, sollten wir hinterher jedoch wenigstens nicht noch wie Babys nach dem Schnuller brüllen, sondern uns vor dem Herrn klarmachen und uns eingestehen, dass wir so zurückgeblieben sind, und alles daransetzen, ein gesundes Wachstum zu erreichen. Außerdem steht es grundsätzlich jedem Zuhörer offen, den Prediger nach dem Dienst zu fragen, wenn etwas nicht verstanden wurde. Er wird sich dann freuen, das noch einmal erklären zu können. Dieses Fragen ist auch sehr, sehr wichtig, da Satan sonst das auch noch wegnimmt, was wir noch behalten haben. Das zeigt uns nämlich deutlich Matthäus 13,19: „Sooft jemand das Wort vom Reich hört und nicht versteht, kommt der Böse und reißt weg, was in sein Herz gesät war; dieser ist es, der an den Weg gesät ist.“

Falsche Vorstellung von Segen

Vor der Predigt wird im öffentlichen Gebet Gott darum gebeten, dass wir einen Segen bekommen. Das ist sicherlich auch nicht unbedingt falsch; obwohl es eigentlich so ist, dass der Herr immer bereit ist, uns zu segnen. Es geht eigentlich viel mehr darum, dass der Segen fließen kann und dass wir bereit sind, ihn anzunehmen. Damit kommen wir auch zu dem Punkt der Erwartungshaltung, die wir haben, wenn wir am Ende der Stunde eine Predigt beurteilen (wozu wir nach 1. Korinther 14,29 aufgefordert sind). Wir fragen uns dann, ob wir nun den Segen bekommen haben oder nicht. Doch sollten wir uns dabei auch dessen bewusst sein, dass wir vielleicht eine falsche Vorstellung von Segen haben. Wir erwarten etwas, was uns direkt in eine positive Stimmung versetzt, uns glücklich macht usw. Doch kann es gut sein, dass gerade das Gegenteil ein Segen für uns ist.

In 1. Mose 49,28 heißt es: „Alle diese sind die zwölf Stämme Israels, und das ist es, was ihr Vater zu ihnen redete und womit er sie segnete; einen jeden nach seinem Segen segnete er sie.“ Doch lesen wir uns einmal den Segen für Ruben: „Ruben, mein Erstgeborener bist du, meine Kraft und der Erstling meiner Stärke! Vorzug an Hoheit und Vorzug an Macht! Überwallend wie die Wasser, sollst du keinen Vorzug haben, denn du hast das Lager deines Vaters bestiegen; da hast du es entweiht. Mein Bett hat er bestiegen!“ (1Mo 49,3.4). Ob wir so etwas wohl als Segen empfunden hätten? Und doch bezeichnet Gottes Wort es so. Und wenn es Ruben zur Buße gebracht hat/hätte, wäre es für ihn dann kein Segen gewesen? Deswegen müssen wir sehr vorsichtig sein bei der Beurteilung, ob wir nun einen Segen bekommen haben oder nicht. Das bringt uns zum nächsten Punkt.

Gottes Wort – wofür?

Oft wird in dem Gebet vor der Predigt gebetet: „Herr, schenke uns aus deinem Wort Tröstung, Ermunterung, Rat, Hilfe und wenn nötig auch Ermahnung.“ Auch das ist sicher nicht falsch. Doch wird da die Ermahnung zwar nicht ganz vergessen, aber so ganz hinten drangesetzt, als wenn es sich dabei um eine Ausnahme handeln würde. Und doch heißt es in 2. Timotheus 3,16.17: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nütze zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, auf dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werke völlig geschickt.“

  • Das Erste, was hier angeben wird, um das Ziel Gottes mit uns zu erreichen, ist die Lehre. Die meisten von uns lieben das wahrscheinlich gar nicht so sehr. Wir hören lieber etwas von der „Praxis“. Doch Gottes Maßstäbe sind anders. Er wünscht, dass wir in erster Linie belehrt werden über seine Gedanken. Das hat nichts mit Theorie zu tun. Leider setzen wir das oft gleich und lehnen damit innerlich die Lehre des Wortes ab. Doch bei Gott hat das Bekanntmachen seiner Gedanken allerhöchsten Stellenwert.

  • Das Nächste ist Überführung oder – wie man das griechische Wort elegmos auch übersetzen könnte – „Korrektur eines Irrtums“. Es geht nicht nur darum, uns Gottes Gedanken bekannt zu machen, sondern uns auch aufzuzeigen, wo wir falsch denken, und dieses falsche Denken zu beseitigen.

  • Zurechtweisung ist dann der nächste Schritt. Das griechische Wort epanorthosis bedeutet so viel wie „Wiederherstellung eines richtigen Zustands“. Wenn wir von unserem Irrtum überführt worden sind, dann geht es darum, dass jetzt das Richtige das Falsche ersetzt. Es ist nämlich eine Sache, zu sehen und zu sagen, dass bestimmte Dinge falsch laufen, eine andere aber, zu erkennen, wie es denn besser gehen soll.

  • Das letzte Wort Unterweisung wird in Hebräer 12,7 mit „Züchtigung“ (von Söhnen) übersetzt und in Epheser 6,4 mit „Zucht“, wo es um die Erziehung der Kinder geht. Bei paideia geht es darum, jemandem Anleitung für ein verantwortliches Leben zu geben, so wie Eltern ihre Kinder erziehen, um sie fähig zu machen, ein solches Leben selbständig zu führen. Diese Anleitung wird uns dann befähigen, ein Leben zu führen, das auch praktisch den Anforderungen der Gerechtigkeit Gottes entspricht.

Unsere Reaktion auf korrektiven Dienst

Solche Wirkungen des Wortes Gottes sind nicht unbedingt das Erste, was wir erhoffen, wenn wir in eine Gemeindestunde kommen, um Gottes Wort zu hören. Wir möchten viel lieber etwas von der Liebe Gottes hören, wie Er geholfen hat und was Er für uns getan hat und tut. Und das hat sicher auch seinen Platz in der Predigt. Dennoch sollten wir beachten, dass das nicht das ist, was Gott uns in seinem Wort angibt und was notwendig ist, damit Er seine Ziele mit uns erreicht. Doch ist es möglich, dass unsere Reaktion auf einen korrektiven Dienst so ist wie in Apostelgeschichte 7,54: „Als sie aber dies hörten, wurden ihre Herzen durchbohrt, und sie knirschten mit den Zähnen gegen ihn.“ Sicher handelte es sich hier um Ungläubige, aber auch bei uns kann es sein, dass wir uns gegen einen solchen Dienst sperren und vielleicht sogar unfreundliche Gedanken gegen den Prediger bekommen: „Der soll sich erst mal an seine eigene Nase packen. … Der würde besser erst mal …“ usw.

Predige Christus!

Das ist wirklich wahr. Die Predigt sollte uns so weit irgend möglich eine größere Begeisterung für unseren Herrn verschaffen. Und das geschieht sicherlich am ehesten dadurch, dass Er selbst uns vorgestellt wird. Aber bedeutet „Christus predigen“ nun, dass wir nicht mehr predigen, was Christus von uns möchte? Auch da müssen wir das Gleichgewicht der Schrift beachten, und das wird uns deutlich, wenn wir die Briefe der Apostel lesen. Dann sehen wir, wie neben dem Darstellen der Person unseres Herrn die praktischen Ermahnungen einen breiten Raum einnehmen.

Lehrer, sage meinem Bruder

„Einer aus der Volksmenge aber sprach zu ihm: Lehrer, sage meinem Bruder, dass er das Erbe mit mir teile. Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zu einem Richter oder Erbteiler über euch gesetzt?“ (Lk 12,13.14). Ist das nicht auch manchmal die Haltung, mit der wir in einer Predigtstunde dasitzen? „Sage meinem Bruder“ statt „sage mir“! Wir sind enttäuscht, weil wir dachten, Bruder X oder Schwester Y hätten doch jetzt einmal dies und das hören müssen. Vielleicht haben wir sogar Recht damit. Aber doch dient dieses Denken dazu, dem Wort Gottes die Schärfe gegen uns selbst persönlich wegzunehmen.

Ein liebliches Lied

In Hesekiel 33,30-32 finden wir eine andere Reaktion auf die Predigt des Wortes Gottes: „Und du, Menschensohn, die Kinder deines Volkes unterreden sich über dich an den Wänden und in den Türen der Häuser; und einer redet mit dem anderen, ein jeder mit seinem Bruder, und spricht: Kommet doch und höret, was für ein Wort vom HERRN ausgeht. Und sie kommen scharenweise zu dir und sitzen vor dir als mein Volk und hören deine Worte, aber sie tun sie nicht; sondern sie tun, was ihrem Munde angenehm ist, ihr Herz geht ihrem Gewinne nach. Und siehe, du bist ihnen wie ein liebliches Lied, wie einer, der eine schöne Stimme hat und gut zu spielen versteht; und sie hören deine Worte, doch sie tun sie nicht.“

Manche Predigten – oder müssen wir eigentlich sagen: Prediger? – sind gut besucht. „Scharenweise“ kommen die Zuhörer. „Was war das für ein toller Vortrag“ heißt es danach. „Der kann gut sprechen!“ – „Ein liebliches Lied, wie einer, der eine schöne Stimme hat“ (Hes 33,32a). Aber hat es etwas im Leben verändert? – „Und sie hören deine Worte, doch sie tun sie nicht“ (Hes 33,32b). Sicherlich bleiben unsere Füße alle hinter dem zurück, was unsere Augen sehen. Aber ist wenigstens nach einer solchen Predigt der Wunsch in unseren Herzen da, etwas in unserem Leben zu ändern?

Das Wort für die Woche

In manchen öffentlichen Gebeten für die Predigt kommt zum Ausdruck, dass der Herr uns geben möchte, was wir für die vor uns liegende Woche brauchen. Wir glauben, dass diese Bitte völlig irrig ist. Sicherlich kann der Herr uns in dieser Predigt etwas geben, was für die Woche wichtig ist. Das ist völlig unbenommen, aber wenn wir glauben, dass wir die geistliche Speise für die Woche am Sonntag bekommen, haben wir die Gedanken Gottes bezüglich unserer Ernährung nicht verstanden. Genauso wenig wie wir mit einem überdimensionierten Sonntagsbraten an den folgenden sechs Wochentagen auf das Essen verzichten können, genauso wenig geht das im geistlichen Bereich. Gottes Grundsatz ist: „Unser täglich Brot gib uns heute.“ Die geistliche Speise für Montag gibt es am Montag und nicht am Sonntag. Und wie es bei der irdischen Nahrung ist, wo uns auch die gebratenen Tauben nicht in den Mund geflogen kommen, müssen wir uns auch da anstrengen, um das nötige „Manna“ zu sammeln.

Es kann also sein, dass, wenn wir das nicht bekommen haben, was wir erwartet haben, es daran liegt, dass es gar nicht Gottes Absicht war, uns das zu geben.

Was ist mit meiner eigenen Gabe?

Vielleicht erkenne ich zu Recht, dass etwas mit der Predigt nicht stimmt. Vielleicht hat der Prediger wirklich eigentlich keine Gabe. Vielleicht spricht er wirklich nicht aus der Nähe mit dem Herrn. Dann muss ich mich fragen, was denn mit meiner eigenen Gabe ist. Übe ich sie aus? Habe ich vielleicht eine Gabe für einen Predigtdienst (Lehrer, Hirte, Prophet), übe diese Gabe aber nicht aus? Woran liegt es? Nehme ich mir keine Zeit, mich mit dem Wort zu beschäftigen, um es zu erforschen und dann anderen davon weiterzugeben; bin ich vielleicht dafür zu faul, aber „meckere“ dann über einen Mitbruder? Viele sagen schnell: „Dafür habe ich keine Gabe.“ Nur: Wenn ich nicht bereit bin, mich mit dem Wort Gottes zu beschäftigen, dann schlummert vielleicht eine Gabe in mir, von der ich noch gar nichts weiß.

Oder ist das geistliche Klima in der Gemeinde derart, dass ich vor solch einem Dienst Angst habe? Gibt es Brüder in der Gemeinde, die vielleicht grundsätzlich etwas gegen den Dienst von jungen Brüdern haben? Oder gibt es Brüder, die ihr Dienstmonopol in Gefahr sehen? Dann ist ein schlimmer Zustand in der Gemeinde eingetreten, der unbedingtes Handeln erfordert, damit nicht der Geist ausgelöscht wird (1Thes 5,19).

Schluss

Wie wir also gesehen haben, können wir als Zuhörer viel mithelfen, dass die Predigt Nutzen bringt. Wollen wir nicht nächsten Sonntag damit anfangen?

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Hinweis der Redaktion:

Die SoundWords-Redaktion ist für die Veröffentlichung des obenstehenden Artikels verantwortlich. Sie ist dadurch nicht notwendigerweise mit allen geäußerten Gedanken des Autors einverstanden (ausgenommen natürlich Artikel der Redaktion) noch möchte sie auf alle Gedanken und Praktiken verweisen, die der Autor an anderer Stelle vertritt. „Prüfet aber alles, das Gute haltet fest“ (1Thes 5,21). – Siehe auch „In eigener Sache ...