Trotz Niederlage siegen …
1. Samuel 5,1-5

Stephan Isenberg

© SoundWords, online seit: 03.11.2001, aktualisiert: 30.01.2018

Leitverse: 1. Samuel 5,1-5

1Sam 5,1-5: Die Philister aber hatten die Lade Gottes genommen und sie von Eben-Eser nach Asdod verbracht. Und zwar nahmen die Philister die Lade Gottes und brachten sie in das Haus Dagons und stellten sie neben Dagon. Als aber die Asdoditer am folgenden Morgen früh aufstanden, siehe, da fanden sie den Dagon auf seinem Angesicht auf der Erde liegen vor der Lade des HERRN. Da nahmen sie den Dagon und setzten ihn wieder an seinen Ort. Als sie aber am folgenden Morgen früh aufstanden, siehe, da fanden sie den Dagon abermals auf seinem Angesicht auf der Erde liegen vor der Lade des HERRN; aber sein Haupt und seine beiden Hände lagen abgehauen auf der Schwelle, nur der Fischleib war von ihm übrig geblieben. Darum treten die Priester Dagons und alle, die in das Haus Dagons gehen, nicht auf die Schwelle Dagons in Asdod, bis auf diesen Tag.

In Filmen sind immer diejenigen die Helden, die trotz miserabler Umstände und trotz der Macht des Feindes siegen. Es sind die, welche gegen den Strom schwimmen, welche die Wahrheit sagen, welche für die Gerechtigkeit einstehen, ja, die Frieden bringen, wo Krieg herrscht. Es rührt uns, dies so zu sehen. Aber denken wir wohl auch an den Einen, der hier war auf der Erde, der es nicht nur mit Feinden zu tun hatte, sondern auch mit der Gewalt der Finsternis, den Weltbeherrschern der Finsternis und mit den geistlichen Mächten der Bosheit, das heißt den Dämonen? Er – Jesus Christus – war hier, der auch mit diesen Mächten fertigwurde, der siegen konnte, wo alle nur hätten verlieren können. Rührt uns diese Feststellung noch?

Im Alten Testament gibt es eine sehr interessante Begebenheit in 1. Samuel 5,1-5. Die Bundeslade verkörperte damals die Gegenwart Gottes mitten unter dem Volk Israel. In einem Kampf mit den Philistern wurde die Bundeslade genommen, und so kam sie in die Hand der Feinde nach Asdod. Zu dieser Zeit starb eine gottesfürchtige Frau mit den Worten auf ihren Lippen: „Die Herrlichkeit ist von Israel gewichen.“

Die Philister brachten die Bundeslade in das Haus Dagons. Dagon war ein Fischgott mit menschlichen Charakterzügen, jedoch ein toter Gott (Götze). Was passierte nun? Als die Asdoditer am nächsten Tag in das Haus Dagons kamen, lag Dagon auf seinem Angesicht vor der Lade Gottes. Und als die Asdoditer Dagon wieder aufstellten und am nächsten Morgen wiederkamen, da lag Dagon mit abgehauenen Kopf und Händen vor der Lade Gottes, so dass nur noch sein Fischrumpf übrigblieb.

Was hat das nun mit unserem Thema zu tun? Vielleicht können wir den Zusammenhang schon erkennen. Die Gegenwart Gottes – symbolisiert durch die Bundeslade – war in der Hand der Feinde. Was war das für ein Bild, Gott im Haus, in der nächsten Nähe des Feindes? Konnte es anders sein, als dass sich Gottes Macht in dieser Weise zeigen würde, dass der Feind auf seinem Angesicht vor Ihm liegt, ja dass er am Ende sogar mit abgehauenem Kopf und Händen vor Ihm liegt? Es mag so ausgesehen haben, dass die Philister einen Sieg errungen hatten über die Israeliten, und es war wohl auch Gottes Gericht über Israel – jedenfalls hatten die Feinde die Bundeslade erbeutet. Aber Gott ist Gott, und wer Gott – und sei es auch nur das Symbol der Gegenwart Gottes – auf eine Stufe stellt mit dem großen Feind, dem Teufel, der muss sehen, was dies heißt, und muss die Folgen tragen. So wurde Gott – obwohl unter den Feinden – groß gemacht und verherrlicht.

Aber die Bundeslade ist ja nicht nur ein Symbol der Gegenwart Gottes, sondern auch ein Bild von dem Herrn Jesus. Und war nicht auch der Herr Jesus unter den Feinden wie kein anderer? Sollte Er nicht schon als Kind getötet werden und später von den Schriftgelehrten und Pharisäern? Hat nicht der Herr Jesus eine Feindschaft erlebt, die angesichts seiner Güte, Liebe und Barmherzigkeit nur noch umso unverständlicher war, so dass Er zuletzt ausrufen musste: „Für meine Liebe feindeten sie mich an … und sie gaben mir Hass für meine Liebe“ (Ps 109,4-5)? Und doch wurde nicht gerade der Herr Jesus gerade in dieser Stunde der Finsternis verherrlicht? Als alles verloren erschien, hat da der Herr Jesus nicht den größten Sieg errungen? Ja, die Bundeslade war in der Hand der Feinde, aber die Feinde hatten keinerlei Macht über Ihn. 

Als der Mob hinauskam in den Garten mit Stöcken und Fackeln, um Jesus zu greifen, da fielen alle zu Boden durch die Macht der zwei Worte: „Ich bin’s“ (Joh 18). Ja, „niemand nimmt das Leben von mir, sondern ich lasse es von mir selbst“, so hatte der Herr einige Kapitel vorher gesagt. Und nachdem Judas in die Nacht ging, um seinen schrecklichen Auftrag zu erfüllen, da sagte der Herr: „Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht.“ Und dies sagte Er vorausblickend auf sein bevorstehendes Leiden und Sterben am Kreuz, wo Er dem die Macht des Todes nahm, der die Macht des Todes hatte – das ist der Teufel.

So dürfen wir zum einen staunen über unseren Herrn, und wir dürfen unserem Gott und Vater sagen, wie groß der Herr Jesus vor unseren Blicken steht, was der Herr Jesus nun für uns bedeutet, wo Er doch so ein großartiges Werk vollbracht hat. Aber wir dürfen auch dieses vollkommene Vorbild mit in unseren Alltag nehmen und dort, wo der „Fürst dieser Welt“ regiert, den Herrn Jesus groß machen, verherrlichen oder darstellen, wie immer du es auch nennen magst. Wir stehen auf der Seite des Siegers von Golgatha, und Er hat uns seine Gegenwart verheißen, persönlich (Mt 28,20) und auch gemeinsam (Mt 18,20).

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