Ein Weckruf zum Thema Alkohol

Stephan Isenberg

© SoundWords, online seit: 01.09.2018, aktualisiert: 10.09.2018

Bei einer Betrachtung über den Propheten Habakuk stieß ich auf das Wort in Kapitel 2: „Der Wein ist treulos {o. tückisch}“ (Hab 2,5). Die Nationen sind durch übermäßigen Alkoholgenuss gekennzeichnet; so war es bereits in den Tagen Habakuks. Jegliche Tugend wird durch einen erhöhten Alkoholgenuss zerstört. Der Alkohol benebelt die Sinne und stumpft das natürliche Empfinden ab. Einmal der Alkoholsucht verfallen, ist es nur noch schwer, davon loszukommen. Viele ertränken ihre Sorgen im Alkohol. Wenn wir die biblischen Hinweise beachten, werden wir weder rechts noch links vom Pferd fallen.

Die Heilige Schrift verbietet den Genuss von Alkohol nicht. Gerne wird auf Psalm 104,15 hingewiesen: „… damit Wein das Herz des Menschen erfreut“, oder auf Richter 9,13: „Sollte ich meinen Most aufgeben, der Götter und Menschen erfreut?“ Der Apostel Paulus empfiehlt seinem Mitarbeiter Timotheus, „ein wenig Wein wegen seines Magens“ (1Tim 5,23) zu nehmen. Manchmal wird argumentiert, der Herr Jesus habe ja schließlich auf der Hochzeit zu Kana Wasser in Wein verwandelt, und das sei der Beweis, dass wir jetzt bei jeder Gelegenheit Alkohol anbieten könnten. Ganz lästerlich wird es dann, wenn man aus der Anklage gegenüber dem Herrn – „Siehe, ein Fresser und Weinsäufer“ (Mt 11,19) – schlussfolgert, der Herr Jesus hätte sich regelmäßig am Alkohol berauscht. Der Wein wird zum ersten Mal in der Bibel in 1. Mose 9 erwähnt: „Noah fing an, ein Ackerbauer zu werden, und pflanzte einen Weinberg. Und er trank von dem Wein und wurde betrunken, und er entblößte sich in seinem Zelt“ (1Mo 9,20.21).

Sobald der Wein die Sinne benebelt und unsere Zunge lockerer macht, fängt es an, sündig zu werden. Wir werden an vielen Stellen des Neuen Testamentes zur Nüchternheit aufgerufen (1Pet 4,7; 2Tim 1,7; 4,5; 1Thes 5,8). Jemand, der kaum ohne Alkohol auskommen kann, nennt die Schrift einen „Trunkenbold“ (1Kor 5,11; 6,10). Wer eigentlich immer Alkohol im Haus haben muss und regelmäßig konsumiert, sollte sich vor Gott ernstlich fragen, ob er nicht einen blinden Fleck mit sich rumträgt. In manchen Häusern, sogar mit Kindern, stehen größere Mengen Alkohol mitten im Wohnzimmer. Manche verstecken ihn wenigstens noch in einem Schrank.

Es ist bestimmt keine schlechte Regel, wenn man alkoholische Getränke nur zu bestimmten Festlichkeiten und dann auch nur in Maßen anbietet. Wir müssen bedenken, dass der Alkohol für viele Menschen ein sehr großes Problem darstellt. Wie traurig wäre es, wenn durch meine eigene Freiheit jemand anderes zu Fall kommen würde. In Römer 14,21 heißt es: „Es ist gut, kein Fleisch zu essen noch Wein zu trinken, noch etwas zu tun, woran dein Bruder sich stößt oder … worin er schwach ist.“ Gerade junge Leute sollten mit dem Genuss von Alkohol doppelt vorsichtig umgehen. Es wäre sogar sehr weise und klug, bei Jugendtreffs, -feiern oder -freizeiten, auf Alkohol gänzlich zu verzichten. Auch der weise Salomo belehrt seinen Sohn in diese Richtung, wie wir noch sehen werden. Wie viele sind gerade in jungen Jahren zum Alkohol gekommen, weil auf einer Geburtstagsfeier Alkohol ausgeschenkt wurde. Möglicherweise konnten sogar jene, die ihn ausschenkten, gut damit umgehen und maßhalten.

Der Apostel Paulus ermahnt uns: „Berauscht euch nicht mit Wein, in dem Ausschweifung ist“ (Eph 5,18). Oftmals kann man in Bezug auf den Alkohol beobachten, dass manche sich selbst noch nicht kennengelernt haben und das eigene sündige Fleisch völlig unterschätzen. Der Apostel Paulus ermahnt die Römer: „Lasst uns anständig wandeln …; nicht in … Trinkgelagen …; sondern zieht den Herrn Jesus Christus an, und treibt nicht Vorsorge für das Fleisch zur Befriedigung seiner Begierden“ (Röm 13,13.14). Deshalb sollten wir uns ermutigen lassen, auch im Blick auf unsere Kinder, auf Hochprozentiges zu verzichten und auch keine größeren Mengen alkoholischer Getränke im Haus zu haben. Es ist teilweise erschreckend, wie leichtfertig sogar oft ansonsten ernsthafte junge Christen mit diesem Thema umgehen. Möglicherweise auch deshalb, weil Eltern an dieser Stelle keine guten Vorbilder waren.

Bei jungen Leuten, die aus ungläubigen Verhältnissen zum Glauben gekommen sind, lässt sich in der Regel feststellen, dass sie unglaublich für den Herrn brennen. Jeden Tag sehnen sie sich mehr danach, IHM zu gefallen, und sind bereit, immer mehr aus ihrem alten Leben um Christi Willen aufzugeben. Andere hingegen, die in einem eher strengen christlichen Umfeld groß geworden sind, zeigen oftmals das Bedürfnis, Grenzen auszutesten oder sogar zu überschreiten. Anstatt sich zu fragen: „Was kann ich noch aufgeben?“, denken sie häufig: „Das kann ich mir auch noch erlauben“, oder: „Das kann ich ruhig auch noch mitmachen.“ Obwohl es ein großer Segen sein kann, in einem gläubigen Elternhaus aufgewachsen zu sein, besteht hier die Gefahr, dass man sich nie konsequent für die Nachfolge Christi entschieden hat und vielfach nur so mitschwimmt. Man hat sich früh an den Gedanken gewöhnt, die Grenzen bis zum Letzten auszureizen. Ein ernsthafter Christ wird jedenfalls das Thema Umgang mit Alkohol nicht als unbedeutend hinstellen, sondern sehr behutsam damit umgehen.

Die Nationen sind geradezu dadurch gekennzeichnet, sich mit Alkohol zu berauschen (vgl. Hab 2,5; Nah 1,10). Der Apostel Petrus schreibt:

  • 1Pet 4,4: Die vergangene Zeit ist genug, den Willen der Nationen vollbracht zu haben, indem ihr wandeltet in Ausschweifungen, Begierden, Trunkenheit, Schwelgereien, Trinkgelagen und frevelhaften Götzendienereien; wobei es sie befremdet, dass ihr nicht mehr mitlauft zu demselben Treiben der Ausschweifung, und sie lästern euch.

Der Christ soll eben „nicht gleichförmig dieser Welt“ sein (Röm 12,2), sondern sich wohltuend und vorbildlich von dem Treiben in der Welt unterscheiden. Wenn du also auf einer Feier auch Nichtchristen als Gäste hast, dann ist es der normale Weg, dass jene sich wundern sollen, dass du völlig andere Gewohnheiten hast; das darf sie ruhig noch befremden. Wie sieht es auf den Feiern aus, die du in der Regel besuchst? Würde es einen Nichtchristen noch befremden, wenn er dich beobachtet? Oder wundert er sich vielmehr darüber, dass er in deinem Verhalten gar keinen Unterschied zu dem Verhalten Ungläubiger feststellen kann?

Der weise Salomo sagt:

  • Spr 21,17: Wer Freude liebt, wird ein Mann des Mangels werden; wer Wein und Öl liebt, wird nicht reich.

Das hebräische Wort für „Freude“ kann man auch mit „Vergnügen“ oder „Freudenfest“ übersetzen[1]. Wer also das Vergnügen und Partys liebt, hat keine Verheißung in Gottes Wort und muss sich nicht wundern, wenn der Segen Gottes ausbleibt und er buchstäblich, aber auch geistlich, verarmt. Paulus schreibt dem jungen Timotheus, dass es eine Zeit geben wird, wo man das Vergnügen mehr lieben wird als Gott (vgl. 2Tim 3,4). Es hilft auch nicht viel, wenn man sagt, man gehe nicht auf Partys von Nichtchristen, sondern auf „christliche“ Partys (wo dann ähnlich viel Alkohol getrunken wird). Besonders bei Feiern von Christen, wo der eine oder andere ungläubige Freund dabei ist, wäre es eine gute Gelegenheit, zu zeigen, dass Christen auch ohne Alkohol fröhliche Leute sein können. Stattdessen wird häufig Alkohol angeboten, um den Ungläubigen zu zeigen, dass man als Christ schließlich auch Alkohol trinken „darf“. Obwohl ich diesen Gedanken menschlich sehr gut verstehen kann, solltest du jedoch noch einmal die obige Bibelstelle aus 1. Petrus 4,4 lesen.

Du solltest dich also dem Ungläubigen nicht möglichst anpassen, sondern es darf ihn befremden, wenn er sieht, dass du andere Gewohnheiten hast. Wenn du auf Alkohol schon nicht ganz verzichten willst, hast du dir dann wenigstens bestimmte Beschränkungen auferlegt, an denen jeder erkennen kann, dass du den Umgang mit Alkohol sehr genau nimmst? Vielleicht kommst du auf einer Feier wirklich einmal ins Gespräch mit einem Nichtchristen, und dann habt ihr beide schon das ein oder andere Bier getrunken – ganz nüchtern seid ihr also nicht mehr. Du willst ihm eigentlich erklären, dass das Evangelium Menschen verändern kann; du möchtest von der lebensverändernden Kraft des Herrn Jesus sprechen, merkst aber eigentlich, dass diese Veränderung nicht mal bei dir selbst stattgefunden hat. Meinst du wirklich, dass der Herr (abgesehen von seinem souveränen Handeln) so etwas segnen wird? Verstehe mich bitte nicht falsch, ich möchte dich nicht verurteilen, wenn du bisher diesen Weg, vielleicht sogar in einer gewissen Unwissenheit, beschritten hast. Du kannst heute noch von diesem Weg umkehren und eine Veränderung in Gang setzen. Tue aufrichtig Buße darüber, dass du dir dieses Thema bisher schöngeredet und die Gefahren nicht gesehen hast. Der Herr wird aufrichtige Buße immer segnen und gerne vergeben und von falschen Gewohnheiten freimachen (vgl. Joh 8,36).

Salomo gibt seinem Sohn noch weitere Ratschläge:

  • Spr 20,1: Der Wein ist ein Spötter, starkes Getränk ein Lärmer; und jeder, der davon taumelt, wird nicht weise.

Als Christen sollen wir uns an dem Spott, der Verleumdung oder der üblen Nachrede nicht beteiligen, und doch löst nichts so sehr die Zunge zum Spott, zur Verleumdung und üblen Nachrede wie ein gewisses Maß an Alkohol; dafür muss man noch nicht betrunken sein. Man lässt sich dazu verleiten, Dinge zu sagen, die man sonst nicht sagen würde, und beteiligt sich an „albernem Geschwätz oder Witzelei“ (Eph 5,4). Die Heilige Schrift haben wir dabei nicht auf unserer Seite, und weise werden wir davon auch nicht; uns wird jegliches geistliche Unterscheidungsvermögen fehlen („wird nicht weise“). Weiter sagt Salomo:

  • Spr 23,20.21: Sei nicht unter Weinsäufern und nicht unter denen, die Fleisch verprassen; denn ein Säufer und ein Schlemmer verarmen, und Schlummer kleidet in Lumpen.

Wir mögen selbst keine Weinsäufer oder Schlemmer sein, dennoch warnt die Heilige Schrift uns davor, dass wir uns in solch einer Gesellschaft aufhalten. Hier kann man nur sagen: Vorsicht, Ansteckungsgefahr!

  • Spr 23,29-34: Wer hat Ach, wer hat Weh, wer Zänkereien, wer Klage, wer Wunden ohne Ursache, wer Trübung der Augen? Die spät beim Wein sitzen, die einkehren, um Mischtrank zu kosten. Sieh den Wein nicht an, wenn er sich rot zeigt, wenn er im Becher blinkt, leicht hinuntergleitet. Sein Ende ist, dass er beißt wie eine Schlange und sticht wie eine Viper. Deine Augen werden Seltsames sehen, und dein Herz wird verkehrte Dinge reden. Und du wirst sein wie einer, der im Herzen des Meeres liegt, und wie einer, der auf der Spitze eines Mastes liegt.

Sehr treffend wird hier vor den Folgen von Alkoholgenuss gewarnt. Es führt zu „Ach und Weh“. Ja, wie viel Not hat der Alkohol schon in einst fröhliche Familien gebracht. Ständige Zänkereien sind die Folge, und es werden Wunden geschlagen, die vielleicht nie wieder heilen. Der Alkohol trübt den Blick, das geistliche Unterscheidungsvermögen verschwindet, die Gedanken Gottes werden nicht mehr richtig erkannt. Interessant, dass dieser Vers auch die Mischgetränke, unsere heutigen Alcopops, bereits verurteilt.

  • Spr 31,4.5: Nicht für Könige geziemt es sich, Lemuel, nicht für Könige, Wein zu trinken, noch für Fürsten, zu fragen: „Wo ist starkes Getränk?“, damit er nicht trinke und das Vorgeschriebene vergesse und die Rechtssache aller Kinder des Elends verdrehe.

Diesen Rat gibt eine Mutter ihrem Sohn. Besonders die Könige und Fürsten der Nationen waren stets durch überhöhten Alkoholgenuss gekennzeichnet; wenn sie andere Völker abschlachteten, war das auch gar nicht anders zu ertragen. Aber für einen weisen König oder Fürsten geziemte sich kein Alkohol. Na gut, wir sind ja keine Könige. Wirklich nicht? Spricht nicht der Apostel Petrus davon, dass wir ein königliches Priestertum empfangen haben, „damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch berufen hat aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht“ (1Pet 2,9)? Und schreibt nicht der Apostel Johannes: „Er hat uns gemacht zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater“ (Off 1,6; 5,10)? Sollten diese Bibelstellen nicht wenigstens einen moralischen Eindruck auf uns machen? Zu viel Alkohol wird letztlich dazu führen, dass wir „das Vorgeschriebene vergessen“ und uns nicht mehr um die Dinge kümmern, die unsere erste Verantwortung sind.

Wir sind nicht nur zu einem Königtum gemacht worden, sondern zu einem Königtum von Priestern. Der Apostel Petrus sagt: „Werdet auch ihr selbst als lebendige Steine aufgebaut, ein geistliches Haus, zu einer heiligen Priesterschaft, um darzubringen geistliche Schlachtopfer, Gott wohlangenehm durch Jesus Christus“ (1Pet 2,5). Müssen wir dann nicht auch daran denken, was schon kurz nach der Einweihung der Priestersöhne Aarons geschah in 3. Mose 10? Nadab und Abihu brachten fremdes Feuer ins Heiligtum und mussten sterben. Es ist interessant, dass es in diesem Zusammenhang heißt:

  • 3Mo 10,9-11: Wein und starkes Getränk sollst du nicht trinken, du und deine Söhne mit dir, wenn ihr in das Zelt der Zusammenkunft hineingeht, damit ihr nicht sterbt – eine ewige Satzung bei euren Geschlechtern – und damit ihr unterscheidet zwischen dem Heiligen und dem Unheiligen und zwischen dem Unreinen und dem Reinen und damit ihr die Kinder Israel alle Satzungen lehrt, die der HERR durch Mose zu euch geredet hat.

Wer am Samstagabend noch zu einer Party geht und fleißig Alkohol konsumiert, wird auch am Sonntagmorgen, wenn wir die Opfer des Lobes in einer besonderen Art und Weise Gott bringen möchten, nicht völlig nüchtern sein. Abgesehen davon: Unser Priesterdienst ist nicht nur auf eine Stunde in der Woche begrenzt, und es heißt sogar, dass wir „stets ein Opfer des Lobes darbringen [sollen], das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen“ (Heb 13,15). Wir sind also nicht nur im Heiligtum, wenn wir am Sonntagmorgen das Abendmahl feiern und die „Opfer des Lobes“ darbringen.

Wer in der Gemeinde nach einer verantwortlichen Position trachtet, ob nun als Ältester oder Diakon, oder sogar darüber nachdenkt, vollzeitlich in den christlichen Dienst zu gehen, der sollte auf das hören, was der Apostel Paulus dem jungen Timotheus mit auf den Weg gibt:

  • 1Tim 3,2.3: Der Aufseher nun muss untadelig sein, der Mann einer Frau, nüchtern, besonnen, bescheiden, gastfrei, lehrfähig; nicht dem Wein ergeben, kein Schläger, sondern milde, nicht streitsüchtig, nicht geldliebend. (Vgl. Tit 1,7.)

  • 1Tim 3,8: Die Diener ebenso, würdig, nicht doppelzüngig, nicht vielem Wein ergeben, nicht schändlichem Gewinn nachgehend. (Vgl. Tit 2,2.3.)

Natürlich kann man auch hier wieder die Frage stellen: Wie weit kann ich da gehen?, denn es ist ja ein großer Unterschied, Wein zu trinken und dem Wein ergeben zu sein. Wenn unser Herz jedoch auf Christus ausgerichtet ist, dann fragen wir nicht, wie weit wir gehen können, sondern: Was gereicht am ehesten zur Ehre Christi? Muss man unter diesem Gesichtspunkt nicht eher sagen, dass diese Bibelstellen sehr deutlich davon reden: Pass auf, Timotheus, für einen verantwortlichen Diener Christi sollte Alkohol keine Rolle spielen. Er mag hier und da ein Glas mittrinken oder es bei besonderen Anlässen auch einmal anbieten, aber ansonsten kommt der Diener Christi sehr gut ohne Alkohol aus. Er ist sich der Gefahren des Alkohols bewusst und möchte ein Vorbild für andere sein.

Sicherlich ist auch das Beispiel aus 4. Mose 6 für jeden geistlich gesinnten Christen voller Belehrung. Der Nasiräer sollte sich jeglichen Weingenusses enthalten. Nicht, weil Wein grundsätzlich verboten wäre, sondern weil ein Nasiräer seine Hingabe an Gott dadurch bewies. So dürfen wir unsere Hingabe an Gott dadurch zum Ausdruck bringen, dass wir den irdischen Genüssen keine große Bedeutung beimessen. Wir nehmen davon quasi nur im Vorbeigehen, so wie Jonathan im Vorbeigehen mit der Spitze des Stabes vom Honig kostete (1Sam 14,43).

Aus all diesen Beispielen soll nicht geschlossen werden, dass es eine zwingende Alkoholabstinenz geben muss, aber sie sollen doch zeigen, wie vorsichtig wir mit diesem Thema umgehen sollten und dass an dieser Stelle gilt: Weniger ist mehr.

Wir vergessen nicht, dass Gott uns, neben den himmlischen Segnungen, auch viele irdische Segnungen geschenkt hat, die wir mit Danksagung annehmen dürfen. Der Apostel Paulus ermutigt uns jedoch, auf das Wesentliche zu achten: „So sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Sinnt auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist“ (Kol 3,1.2). Der Wein gehört in jedem Fall zu den Segnungen der Erde, aber ein geistlicher Christ beschäftigt sich hauptsächlich mit den „geistlichen Segnungen in den himmlischen Örtern“; er sucht, „was droben ist, wo der Christus ist“. Wer daran einmal seine ganze Freude gefunden hat, wird nahezu automatisch die richtige Haltung gegenüber dem Alkohol einnehmen.

 

Anmerkungen

[1] Vergleiche auch Schlachter 2000; Menge; Neh 8,12

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