Wie lange willst du noch zwischen zwei Meinungen schwanken?
1. Könige 18,17-24

David R. Reid

© SoundWords, online seit: 31.08.2021, aktualisiert: 31.08.2021

Leitverse: 1. Könige 18,17-24

1Kön 18,17-24: Und es geschah, als Ahab Elia sah, da sprach Ahab zu ihm: Bist du da, der Israel in Trübsal bringt? Und er sprach: Ich habe Israel nicht in Trübsal gebracht, sondern du und das Haus deines Vaters, weil ihr die Gebote des HERRN verlassen habt und du den Baalim nachgewandelt bist. Und nun sende hin, versammle ganz Israel zu mir an den Berg Karmel, und die 450 Propheten des Baal und die 400 Propheten der Aschera, die am Tisch Isebels essen. Da sandte Ahab unter allen Kindern Israel umher und versammelte die Propheten an den Berg Karmel. Da trat Elia zum ganzen Volk hin und sprach: Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Wenn der HERR der Gott ist, so wandelt ihm nach; wenn aber der Baal, so wandelt ihm nach! Und das Volk antwortete ihm kein Wort. Und Elia sprach zum Volk: Ich allein bin übrig geblieben, ein Prophet des HERRN, und die Propheten des Baal sind 450 Mann. So gebe man uns zwei Stiere; und sie mögen sich den einen von den Stieren auswählen und ihn zerstückeln und aufs Holz legen, aber sie sollen kein Feuer daran legen; und ich werde den anderen Stier zurichten und aufs Holz legen, und auch ich werde kein Feuer daran legen. Und ruft ihr den Namen eures Gottes an, und ich werde den Namen des HERRN anrufen; und der Gott, der mit Feuer antworten wird, der sei Gott! Da antwortete das ganze Volk und sprach: Das Wort ist gut.

Lies 1. Könige 16–18.

Hintergrund

In hitzigen politischen Zeiten sehen und hören wir einen scheinbar endlosen Strom von Anschuldigungen, Übertreibungen und Desinformation. Viele scheinen sich von bunter Werbung beeinflussen zu lassen, andere stützen ihre Meinung offenbar auf Beliebtheitsumfragen oder Talkshow-Geschwätz. Wenn du entmutigt bist, kann es dir helfen, das Vorbild von Elia zu betrachten. Er griff die gleichgültige Haltung an, die das Volk Israel an den Tag legte, und sagte sowohl den politischen als auch den „religiösen“ Führern seiner Zeit die Wahrheit.

König Ahab, der Herrscher des Nordreichs, war bösartiger als alle Könige vor ihm (1Kön 16,30). Unter dem bösen Einfluss von Ahab und seiner götzendienerischen Königin, Isebel, hatten viele Israeliten einen sündigen, heidnischen Lebensstil gewählt. Andere waren unschlüssig, was sie glauben und wie sie leben sollten. Gott zürnte ihnen, dass sie eine so üble Wahl getroffen hatten, und der Prophet Elia hatte angekündigt, dass der HERR als Strafe den Regen zurückhalten werde (1Kön 16,33; 17,1).

Auch während der dreijährigen Dürre beteten die Israeliten weiterhin den heidnischen Gott Baal und die heidnische Göttin Aschera an. Der Plural „Baalim“ (1Kön 18,18) wird verwendet, weil es viele verschiedene lokale Baalim gab. Damals lebten 450 falsche Propheten des Baal und 400 falsche Propheten der Aschera auf Staatskosten in Israel: „Sie essen an Isebels Tisch“ (1Kön 18,19).

Wir steigen in die Geschichte ein, als die Dürre und die darauffolgende Hungersnot schon drei Jahre andauerten. Elia war dem Gebot Gottes gehorsam gewesen, hatte sich im Hintergrund gehalten und in aller Stille in Zarpat gelebt (1Kön 17,9.10). Schließlich sagte der HERR ihm, er solle zurückzukehren und König Ahab treffen (1Kön 18,1).

Lehrpunkte

1. Gläubige werden für viele Probleme in unserer Kultur verantwortlich gemacht

Für die Probleme der Nation während der Dürre wurde Elia verantwortlich gemacht. Und tatsächlich: Als Elia nach seiner deijährigen Abwesenheit vor Abab trat, lauteten dessen erste Worte: „Bist du da, der Israel in Trübsal bringt?“ In Wirklichkeit waren jedoch Ahab, Isebel und die Israeliten die „Unruhestifter“, die „Israel in Trübsal brachten“! Sie hatten sich vom Herrn ab- und dem Götzendienst und der Unmoral zugewandt. Ihre Sünde hatte die Hungersnot verursacht. Sie waren das Problem! Doch Ahab schob die Schuld auf Elia.

Mutige Gläubige, die für göttliche Werte eintreten, werden oft als „Unruhestifter“ bezeichnet. Sie werden vielleicht sogar beschuldigt, den „sozialen Fortschritt“ und die „Freiheit“ einzuschränken. Sicherlich fallen dir viele aktuelle Beispiele ein. Auch wenn unsere Gesellschaft Christen zu Unrecht verantwortlich macht für unterschiedliche Probleme, müssen wir uns dennoch dafür entscheiden, fest zu den Maßstäben des Wortes Gottes zu stehen.

In Johannes 15,18.19 machte Jesus seine Jünger darauf aufmerksam, dass die Welt diejenigen hassen werde, die nicht zu ihr gehören. Und in der Bergpredigt lehrte der Herr, dass diejenigen, die von der Welt verfolgt werden, gesegnet und belohnt würden (Mt 5,11.12). Es ist schön, zu wissen, dass es eine Belohnung dafür gibt, wenn wir mutig und entschlossen sind. Aber wir können sicher sein: Die Welt wird weiterhin die Gläubigen für viele Probleme in unserer Gesellschaft verantwortlich machen.

2. Der Ungläubige sollte mit der Wahrheit konfrontiert werden

Wenn wir eine biblische (aber gesellschaftlich unpopuläre) Haltung einnehmen, werden wir auf Widerstand stoßen. Das bedeutet nicht, dass wir einen Rückzieher machen oder Kompromisse eingehen sollten, wenn wir wissen, dass etwas Bestimmtes richtig und wahr ist – ganz im Gegenteil! Aber allzu oft kommen Ungläubige und solche, die die Schuld auf andere abwälzen, mit ihren falschen Anschuldigungen davon, weil wir sie nicht mit der Wahrheit herausfordern. Elia ist in dieser Hinsicht ein gutes Vorbild für uns.

  • Elia wies König Ahab zurecht.
    Elia ließ nicht zu, dass Ahab seine eigene Schuld an der Dürre auf andere schob. Als König Ahab fragte: „Bist du da, der Israel in Trübsal bringt?“, wies Elia ihn mit der Wahrheit zurecht: „Ich habe Israel nicht in Trübsal gebracht, sondern du und das Haus deines Vaters, weil ihr die Gebote des HERRN verlassen habt und du den Baalim nachgewandelt bist“ (1Kön 18,17.18).

  • Elia forderte das ungläubige Volk heraus.
    Das Volk Israel war unschlüssig. Elia forderte sie auf: „Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Wenn der HERR der Gott ist, so wandelt ihm nach; wenn aber der Baal, so wandelt ihm nach!“ (1Kön 18,21).

  • Elia trat den falschen Propheten des Baal entgegen.
    Elia trat ihnen entgegen, um klare und überzeugende Beweise dafür zu liefern, dass ihre Götter falsch waren: „Ruft ihr den Namen eures Gottes an, und ich werde den Namen des HERRN anrufen; und der Gott, der mit Feuer antworten wird, der sei Gott!“ (1Kön 18,24).

Manchmal präsentieren wir den Beweis für Gott und für die Wahrheit des Evangeliums, erwarten jedoch nicht unbedingt eine Reaktion. Elia legte den Ungläubigen die Wahrheit vor – und dann forderte er sie heraus, eine Entscheidung zu treffen! In Johannes 3,18 stellte der Herr Jesus die Ungläubigen vor eine Wahl, der sie nicht ausweichen konnten: „Wer an ihn [den Sohn Gottes] glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.“

Der Herr erwartet von uns, dass wir mehr tun, als dem Ungläubigen nur zu sagen: „Gott liebt dich.“ Wir sollen die Wahrheit klar darlegen und den Ungläubigen ermutigen, eine Entscheidung zu treffen. Wenn das Evangelium verkündet wird, dann gehört dazu, die Wahrheit vorzustellen und zu einer Entscheidung aufzurufen.

3. Die Wahrheit wird nicht von großen Zahlen entschieden!

Die falschen Propheten des Baal waren zahlenmäßig überlegen: Es waren 450 Propheten des Baal und möglicherweise auch die 400 Propheten der Aschera dort auf dem Berg Karmel – und es gab nur einen einzigen Propheten Gottes. Das unschlüssige Volk war von der riesigen Menge an falschen Propheten wahrscheinlich sehr beeindruckt.

Leider versuchen heutzutage viele, die Wahrheit anhand von großen Zahlen festzumachen. Als Christen könnten wir entmutigt sein, wenn wir das Gefühl haben, dass wir in der Minderheit sind. Aber die Wahrheit wird nicht von großen Zahlen entschieden! Viele denken z.B., die Evolutionstheorie müsse wahr sein, weil „so viele Wissenschaftler“ an die Evolution glauben.

Aber die Wahrheit wird nicht von großen Zahlen entschieden. Die Wahrheit wird vom Wort Gottes entschieden!

Praktische Anwendung

Wie lange zögerst du noch?

Viele der Israeliten, die sich am Berg Karmel versammelt hatten, waren unschlüssig: Sie folgten zwar nicht dem HERRN und seinem Wort nach, doch sie beteten auch nicht vorbehaltlos Baal an. Höchstwahrscheinlich ließen sie sich einfach treiben; sie zögerten, sich gegen die vorherrschende Meinung zu stellen, und pflegten einen sündigen Lebensstil. Als Elia sie dazu aufforderte, sich zu entscheiden, schwiegen sie. Sie waren unentschlossen und schwankten zwischen zwei Meinungen.

Viele Christen befinden sich heute in genau der gleichen Lage wie die Israeliten zur Zeit Elias: Sie würden dem Herrn gerne folgen, und der Gedanke, dass sie im Himmel einmal belohnt werden, gefällt ihnen. Aber sie wollen auch „Belohnungen“ auf der Erde haben: Erfolg, Geld, gesellschaftliches Ansehen, Beliebtheit … ein „gutes Leben“. Vielleicht finden sie es auch einfach bequemer, im Strom der Volksmeinung mitzuschwimmen.

In Galater 6,8 ermahnt der Apostel Paulus die Gläubigen, dass sie in ihrem Leben das ernten, was sie gesät haben. Er betont, wie entscheidend wichtig unsere Lebensentscheidungen sind: „Wer für sein eigenes Fleisch [seine sündige Natur] sät, wird von dem Fleisch Verderben ernten; wer aber für den Geist sät, wird von dem Geist ewiges Leben ernten.“ Die Verse in 1. Johannes 1,6.7 greifen dasselbe Thema noch einmal auf.

Wie lange schwankt das Volk Gottes noch zwischen zwei Meinungen? In Offenbarung 3,16 warnt der Herr uns, dass Er keine lauwarmen, selbstgefälligen und selbstzufriedenen Gläubigen duldet. Seine Warnung sollte uns dazu herausfordern, dass wir unsere Einstellung und unser Tun häufig überprüfen und dass wir alle Bereiche unseres Leben anpacken, wo wir vielleicht unentschlossen sind und zwischen zwei Meinungen hin und her schwanken.

Josua sagte den Israeliten damals: „Erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt … Ich aber und mein Haus, wir wollen dem HERRN dienen!“ (Jos 24,15). Wie lange schwankst du noch zwischen zwei Meinungen hin und her?


Originaltitel: „Choices“
Quelle: www.growingchristians.org

Übersetzung: Gabriele Naujoks

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