Abschlussprüfungen – Wie geht es weiter?
Ein Wort (nicht nur) an junge Christen

Paul Wilson

© SoundWords, online seit: 15.06.2018, aktualisiert: 15.06.2018

In diesem Monat möchten wir besonders euch, ihr jungen Leser, ansprechen, denn der Sommer bringt wichtige Änderungen in euerem Leben mit sich.

Schule

Einige von euch werden die Schule beenden und Abschlusszeugnisse bekommen. Das ist ein großes Ereignis für euch.  Bei so einer Gelegenheit ist es gut, wenn wir daran denken: In unserem geistlichen Leben bekommen wir niemals ein Abschlusszeugnis, denn in Gottes Schule machen wir, solange wir auf der Erde sind, niemals einen Abschluss. Die jüngsten und die ältesten Gläubigen sind in dieser Schule. Hier lernen wir einerseits Gott und seine Gnade kennen und andererseits, wie armselig wir sind. In dieser Schule werden unsere Fähigkeiten ausgebildet, damit wir Gott erkennen und uns an Ihm erfreuen.

Ihr werdet feststellen, dass es sich in Gottes Schule in einem bestimmten Punkt genauso verhält wie in der Schule, die ihr gerade abgeschlossen habt: Je weiter wir voranschreiten, desto fortgeschrittener werden auch die Lektionen. Wie sonst sollte unsere Erfahrung zunehmen? Aber wir haben einen treuen, weisen und liebevollen Lehrer. Er führt uns von Lektion zu Lektion mit der vollkommenen Fähigkeit von jemand, der das Ende vom Anfang her kennt. Er weiß ganz genau, wie Er uns Ihm immer ähnlicher gestaltet, und außerdem tut Er das mit der vollkommenen, göttlichen Liebe zu uns als zu seinen Kindern. Und Er ist zu treu, um zuzulassen, dass wir voranschreiten, ohne unsere Lektion gelernt zu haben. Die Schüler an den Schulen in der Welt kommen manchmal ins nächste Schuljahr, ohne dass sie ihre Lektionen wirklich gelernt und gemeistert haben. Aber unser Vater im Himmel wird uns, wenn es notwendig ist, „eine Klasse wiederholen lassen“, damit wir dieselbe Lektion wieder und wieder lernen.

Beruf und Arbeit

Wenn du nun mit deinem Abschlusszeugnis in der Hand zum fernen Horizont siehst – was denkst du dann? Was ist dein Hauptziel? Höchstwahrscheinlich musst du irgendwie deinen Lebensunterhalt verdienen, und das ist gut so. Arbeit ist ein wunderbarer Segen für den gefallenen Menschen; ohne Arbeit wäre er erst recht der Spielball des Teufels. Nachdem der Mensch in Sünde gefallen war, sagte Gott:

  • „Im Schweiß deines Angesichts wirst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zur Erde, denn von ihr bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren!“ (1Mo 3,19).

Doch die Menschen haben versucht, diese göttliche Anordnung zu umgehen; sie versuchen, Mühe und Arbeit abzuschaffen und sich irgendwie durchzuschlagen. Müßiggang ist jedoch nicht gut; er hat schon viele zu Fall gebracht. Viele Schriftstellen lehren uns, wie wichtig ehrliche Arbeit ist. Einige Beispiele:

  • „Wenn jemand nicht arbeiten will, so soll er auch nicht essen“ (2Thes 3,10).
  • „Er arbeite vielmehr und wirke mit seinen Händen das Gute, damit er dem Bedürftigen etwas zu geben habe“ (Eph 4,28).
  • „Wir ermahnen sie in dem Herrn Jesus Christus, dass sie, in der Stille arbeitend, ihr eigenes Brot essen“ (2Thes 3,12).

Wenn du dich fragst, ob du dir eine Arbeit suchen, eine Berufsausbildung machen oder studieren sollst, dann suche Leitung und Weisheit von oben. Die Wahl, die du treffen wirst, wird wahrscheinlich einen großen Einfluss haben auf dein weiteres Leben. Möge es dein einziger Wunsch sein, auf dem Weg zu gehen, der dem Willen Gottes für dich entspricht, und dann seine Hilfe und Gnade zu suchen, um Ihn auf diesem Weg zu verherrlichen. Richte dein Herz nicht darauf, dass du in dieser Welt einen großen Namen hast, denn das ist für Kinder Gottes wirklich ein Fallstrick. Der Eine, dem wir folgen, war nicht groß in dieser Welt – Er war verworfen. In unserem Herzen lauert der Stolz, und Stolz führt uns dahin, dass wir in dieser Welt bedeutend sein möchten. Denk daran, dass Satan der Gott und der Fürst dieser Welt ist (2Kor 4,4; Joh 12,31; 16,11), und je höher wir in dieser Welt aufsteigen, desto näher sind wir dem, der ihr Beherrscher ist. Wenn du vielleicht in eine bedeutende Position „geschoben“ wirst, dann wirst du mehr Gnade brauchen, um dort mit Gott zu wandeln.

Reichtum

Hüte dich auch vor dem Fallstrick, reich sein zu wollen. Geldliebe ist die Wurzel alles Bösen. Menschen, die Geld lieben, werden vieles tun, was ihr Gewissen verurteilt. Wir wollen damit nicht sagen, dass Gott es nicht einigen schenkt, dass ihr materieller Besitz zunimmmt, aber „wenn der Reichtum wächst, so setzt euer Herz nicht darauf!“ (Ps 22,11). Die Reichen werden gewarnt, nicht auf die Unsicherheit von Besitztümern zu vertrauen (und wie unsicher sind diese!), sondern auf den lebendigen Gott. Sie werden ermahnt, „reich zu sein an guten Werken“ (1Tim 6,18) und denen abzugeben, die bedürftig sind.

Heirat

Einige von euch werden jetzt vielleicht heiraten. Wir hoffen, dass ihr „nur im Herrn“ (1Kor 7,39) heiratet. Wir wünschen euch des Herrn reichsten Segen. Möge Er euch Gnade und Weisheit geben, dass ihr euren Weg gemeinsam zu seiner Ehre geht – füreinander und gemeinsam für den Herrn. Wir möchten euch sehr ans Herz legen, gemeinsam in der Familie das Wort Gottes zu lesen und zu beten. Fangt gleich am ersten Tag eurer Ehe damit an. Vernachlässigt es nicht irgendwann und lasst es nicht zu einer bloßen Routine verkommen, die wenig Bedeutung für euer Leben hat. Falls ihr das doch tut, wird euer geistliches Leben so leiden, als ob ein Wurm an der Wurzel einer wunderschönen Pflanze nagt. Denkt also an die Ermahnung:

  • „Versäumt nicht die Zusammenkommen, wie es bei einigen Sitte ist“ (Heb 10,25).

Wir legen es euch dringend aufs Herz, die Schriftstellen zu studieren, die den Ehemann und die Ehefrau über seine bzw. ihre Stellung und Verantwortung belehren. Wir wollen euch gern weitergeben, was wir kürzlich von einem Diener des Herrn gehört haben:

Wenn du unglücklich sein willst, dann lehne dich auf gegen das, was Gottes Wort Ehemännern, Ehefrauen, Vätern, Kindern, Dienern usw. zu sagen hat. Wir sind nicht weiser als Gott.

Gott hat „uns alles zum Leben und zur Gottseligkeit geschenkt“ (2Pet 1,3), und sein Segen liegt auf denen, die auf dem Weg wandeln, den Er sorgfältig für uns vorgezeichnet hat.

Urlaub

Andere von euch werden Reisen in weite Länder unternehmen, um neue Landschaften zu sehen und fremde Menschen kennenzulernen. Ihr werdet neue Gelegenheiten haben, einige der Schönheiten und Wunder der Schöpfung Gottes zu sehen. Denkt nur einmal daran, wie die Schöpfung aussähe, wenn die Sünde nicht in die Welt gekommen wäre und sie verdorben hätte! Aber auch in ihrem jetzigen Zustand sehen wir in der Schöpfung, wo sie nicht durch die Spuren von Menschen verdorben wurde, viele Zeugnisse von Gottes Handwerkskunst.

Lieber junger Christ, wenn Gott dir in dieser Jahreszeit eine Urlaubsreise gewährt, dann nimm sie mit Danksagung von Ihm an; Er gibt uns reichlich, damit wir es genießen können [1Tim 6,17]. Nimm Ihn mit in deine Pläne hinein und nimm Ihn mit auf deine Reisen. Möge es dein Wunsch sein, immer zur Ehre Christi zu leben und immer wachsam zu sein, ob dich etwas vom Weg des Gehorsams und von der Gottesfurcht abbringt. Mögen in der Ewigkeit einige Früchte für Gott als Ergebnis deines Sommerurlaubs offenbar werden.

Wir sollten nicht vergessen: Die Abwechslung und die Erholung und Entspannung im Urlaub kann für unseren Körper und für unseren Geist sicher gut sein; doch es gibt nie eine Zeit, dass wir uns von unserer Wachsamkeit als Christen entspannen – es gibt niemals eine Zeit, dass wir damit aufhören, Christus treu zu sein. Wir haben einen hinterlistigen Feind, der nie Urlaub macht, und wir müssen immer auf der Hut sein vor ihm und seinen Verführungen (1Pet 5,8; Eph 6,11). Urlaub sollte eine Gelegenheit sein, dass wir uns etwas mehr Zeit nehmen, um das Wort Gottes zu lesen oder einen guten Dienst zu tun, so dass wir sowohl mit neuer geistlicher Kraft als auch mit körperlicher Erfrischung in unseren Alltag zurückkehren. Urlaub bietet uns möglicherweise auch einige besondere Gelegenheiten, für unseren Herrn und Erlöser Zeugnis abzulegen – vielleicht durch unser Verhalten oder indem wir im Gespräch oder durch Traktate die Botschaft des Evangeliums weitergeben. Wir empfehlen sehr, einige gute Evangeliumstraktate in den Reisekoffer zu packen und dass wir dann Gnade und Weisheit für die geeigneten Gelegenheiten suchen, um diese Schriften weiterzugeben.


Originaltitel: „Summer Vacation“
aus Christian Truth for the Household of Faith, Jg. 7, Juni 1954, S. 165–168;
Online-Titel auf bibletruthpublishers.com: „Graduation and Looking Ahead: The Editor’s Column

Übersetzung: Gabriele Naujoks


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