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Der durchlöcherte Beutel - D.R. Reid
      
Der Autor Kurzbiographie
D.R. Reid

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Der durchlöcherte Beutel
Die Botschaft Haggais
D.R. Reid
© CSV    Zugriffe: 8096    seit: 01.01.2001  
Foto: LB

 


Leitvers: Haggai 1,6

Hag 1,6: Der Lohnarbeiter erwirbt Lohn für einen durchlöcherten Beutel.

Lies bitte den gesamten Propheten Haggai.

Inhalt

Einleitung

Historischer Hintergrund

Das Bauen wurde unterbrochen

Falsche Prioritäten

Die Lösung

Einleitung

Ein durchlöcherter Beutel ist nicht gerade der beste Ort, um sauer verdientes Geld aufzubewahren. Das ist so, wie wenn man Wasser in einem Sieb aufbewahren wollte — man wird nicht viel Erfolg damit haben. Aber wer tut denn so etwas Törichtes und steckt Geld in einen durchlöcherten Beutel? Du und ich tun das! Wenn unsere Prioritäten nicht den Belehrungen des Buches Haggai entsprechen, dann stecken wir unser Geld in einen durchlöcherten Beutel.

Historischer Hintergrund

Damit wir die Belehrung dieses alttestamentlichen prophetischen Buches besser verstehen, wollen wir uns zunächst einmal mit dem historischen Hintergrund vertraut machen. Die Ereignisse in diesem kleinen Buch Haggai fanden relativ spät in der alttestamentlichen Geschichte statt: etwa fünfzehnhundert Jahre nach Abraham, etwa eintausend Jahre nach Mose und etwa fünfhundert Jahre nach David. Haggai predigte und prophezeite, nachdem das jüdische Volk aus seiner siebzigjährigen Gefangenschaft in Babylon zurückgekehrt war. Diese Rückkehr in die Heimat wurde ermöglicht durch den wohlwollenden Erlass des persischen Königs Kores (Kyros II.), der das babylonische Reich im Jahre 539 v.Chr. eroberte. Nahezu fünfzigtausend Juden kehrten zu jener Zeit unter der Führerschaft Serubbabels nach Jerusalem zurück (Esra 1 und 2).

Mit Dank gegenüber dem HERRN, der sie sicher in die Heimat zurückgebracht hatte, fingen diese eifrigen Juden an, ihren Tempel wieder aufzubauen. Der Altar wurde neu errichtet, die Opfer und die Feste wurden wieder eingeführt, und das Fundament für den neuen Tempel wurde gelegt. In Esra 3 kannst du alles über diese freudevolle Zeit des Dankens und Preisens nachlesen. Unglücklicherweise jedoch war diese Atmosphäre der Erweckung nur von kurzer Dauer. Feindliche Drohungen der benachbarten Völker wie auch Furcht und Frustration unter den Juden selbst führten zu einer starken Entmutigung, und der Bau des Hauses des HERRN kam vollständig zum Erliegen (siehe Esra 4). Fünfzehn Jahre lang wurde nicht weitergebaut am Haus Gottes. Es wurde als ein offenes und ungeschütztes Fundament im Boden liegen gelassen. Und bis der Prophet Haggai auf der Bildfläche erschien, hatte das Volk Gottes eine Haltung völliger Gleichgültigkeit gegenüber dem ganzen Misserfolg des Wiederaufbaus (Hag 1,2).

Das Bauen wurde unterbrochen

Tragisch, und doch auch uns heute noch vertraut. Wie oft sehen wir, dass das Werk des Geistes Gottes nach einer verheißungsvollen Grundlegung erstickt und unterdrückt wird. Viele Christen haben eine gute feste Grundlage im Glauben, und doch wachsen sie nicht weiter. Sie begannen mit viel Eifer, Begeisterung und Freude, aber nun bauen sie nicht mehr. Ihr einst solides Fundament liegt jetzt da, den Witterungseinflüssen der Werte und Haltungen des Weltsystems ausgesetzt. Ist es möglich, dass du deinen geistlichen Bauplan aufgegeben und dein Fundament vergessen hast? Wie steht es mit deiner täglichen Gebetszeit und deiner täglichen Zeit zum Lesen des Wortes Gottes? Geschieht dort ein beständiges Bauen, oder findet dort ein Generalstreik statt?

Die eigentliche Belehrung für uns liegt jedoch nicht so sehr in der persönlichen Anwendung, sondern in der Frage: Schreitet das Bauen aktiv fort, oder schauen wir auf verlassene Fundamente? Sind wir besorgt um die fortgesetzte Notwendigkeit der Belehrung und Anbetung, der Gemeinschaft und des Gebets? (Siehe Apostelgeschichte 2,42 in Bezug auf diese notwendigen „Baumaterialien“.) Wir müssen uns alle fragen, ob wir aktiv beteiligt sind am Bauen des Hauses, oder ob wir zufrieden sind, als Zuschauer dazusitzen und auf ein preisgegebenes und zerbröckelndes Fundament zu schauen. Kann es sein, dass unsere Lage sogar noch schlimmer ist? Hindern wir möglicherweise das Bauen, das Gott durch unsere Mitgläubigen tut?

Warum hatte das Bauen des Tempels aufgehört? Warum nahm das Volk solch eine gleichgültige Haltung dem Haus Gottes gegenüber ein? Die Antwort finden wir in Haggais aufrüttelnder Rede, die in den Versen 3-11 des ersten Kapitels wiedergegeben ist. Das Problem war, welche Prioritäten sie setzten. Das Volk Gottes verwandte viel mehr Zeit, Mühe und Geld auf für seine eigenen Häuser als für das Haus des HERRN (V. 4). Ein getäfeltes Haus in den Tagen Haggais war ein Zeichen von Luxus, weil das teure Zedernholz weither vom Gebirge Libanon (nördlich von Palästina) importiert werden musste. Für Gott war dieses materialistische, luxuriöse Leben unvereinbar mit den Qualitätsnormen seiner Bauvorschriften. Dem Volk wurde unmissverständlich gesagt, dass sie ihre Prioritäten überprüfen und ihr Herz auf ihre Wege richten sollten, nämlich darauf achten, wie es ihnen ergangen war (V. 5.7).

Falsche Prioritäten

Zweifellos enthält diese Predigt aus alter Zeit auch Belehrungen für den Christen des auslaufenden 20. Jahrhunderts. Das lebendige Wort Gottes veraltet nie. Sind unsere Prioritäten „getäfelte Hauser“? Räumen wir unseren Bauvorhaben den Vorrang ein vor Gottes Bauplänen? Unsere Bauvorhaben können mehr sein als gerade Häuser im buchstäblichen Sinn. Wir können die ganze Bauzeit und unsere Energie für unser Geschäft verwenden oder für Bücher oder fürs Geld oder sogar für unseren Körper, während die Bauarbeit für den HERRN vernachlässigt wird und unbeachtet bleibt.

Wohlgemerkt, es war nicht verkehrt, dass die Leute zur Zeit Haggais Häuser hatten, und es war an sich nichts Verkehrtes an der Zederntäfelung. Das Problem waren die Prioritäten. Am Haus Gottes geschah absolut nichts. Das frei daliegende Fundament des Tempels sprang dem Volk Gottes gleichsam in die Augen, doch sie schämten sich deshalb nicht, sondern fuhren fort, ihre Zeit, Energie und ihr Geld für ihre eigenen Häuser zu verwenden.

Für viele aus dem Volk Gottes ist auch heute noch das Problem der falschen Prioritäten das Problem Nr. 1. Die meisten Christen sind ja gar nicht verwickelt in schreiende Sünden wie Ehebruch oder Fluchen. Und es ist auch an sich noch nichts Böses, Zeit für unser Geschäft, für Bücher, Geld oder unseren Körper zu verwenden! Aber es ist Sünde, irgendetwas höher auf die Prioritätenliste zu setzen als unsere Anbetung und unseren Dienst für Gott. Tun wir das? Vielleicht denken wir, dass das in unserem Leben nicht vorkommt. Eine kurze Untersuchung unserer Prioritätenliste im Blick auf unsere Zeiteinteilung oder unseren Kraftaufwand könnte uns jedoch eine Überraschung bescheren. Das Wort des HERRN ist: „Achtet wohl darauf, wie es euch bisher ergangen ist“ (Menge-Übersetzung).

Die ganze Tragödie der Lage in den Tagen Haggais war nicht nur, dass man das Haus Gottes vergaß, sondern dass das Volk Gottes sich auf ein Verlustgeschäft eingelassen hatte. Weil sie die Prioritäten auf den Kopf gestellt hatten, hatte der HERR seinen Segen von ihrem Land zurückgehalten. Ihre Herden waren unfruchtbar, und ihre Ernten waren armselig. Die Leute investierten viel Zeit und Mühe, um vorwärtszukommen, aber es gab keinen Fortschritt. Im Wesentlichen warfen sie ihr Geld in einen durchlöcherten Beutel. Umgekehrte Prioritäten haben immer einen durchlöcherten Beutel zur Folge! Wenn wir die Interessen Gottes durch unsere eigenen Interessen ersetzen, werden wir immer Enttäuschungen erleben und Verluste zu beklagen haben. Obwohl unsere Freude oder Popularität oder unser Wohlstand kurzzeitig zunehmen können, gipfeln falsche Prioritäten doch darin, dass überhaupt kein Gewinn da ist. Wie viele Deiner zukünftigen Investitionen enden in einem durchlöcherten Beutel?

Die Lösung

Das Wort Gottes reißt nie ein Problem an, ohne auch eine Lösung zu nennen. Die Lösung des Problems falscher Prioritäten ist einfach: Drehe sie um. Gottes einfache, direkte Lösung für die Tage Haggais wurde dem Volk der Reihe nach vorgestellt: „Steigt auf das Gebirge und bringt Holz herbei und baut das Haus“ (Hag 1,8). Die Antwort ist so einleuchtend, dass wir uns fragen, warum Gott das sagen musste. Gott sagte das, weil sein Volk damals so war wie sein Volk heute ist: träge zu lernen! Manchmal sind wir so dickköpfig, dass Gott uns das ABC des christlichen Lebens immer wieder beibringen muss, bevor wir unsere Prioritäten in Ordnung bringen. Wann lernen wir, dass wir nicht damit rechnen können, die ganze Zeit im christlichen Leben ruhig segeln zu können? Das Neue Testament hat viele Verse, die uns lehren, dass unser Glaube zu unserem eigenen Guten durch Bedrängnisse und Verfolgungen erprobt wird: Siehe dazu Johannes 15,20; 16,33; Apostelgeschichte 14,22; 1. Thessalonicher 3,3; 2. Timotheus 3,12; Jakobus 1,2; 1. Petrus 1,6.7; 2,21 und 1. Johannes 3,13.

Die wunderschöne Antwort des Volkes auf den Dienst Haggais finden wir im Rest dieses kleinen Bibelbuches. Die Reaktion auf eine Predigt ist nicht immer so positiv, aber dieser Fall hier darf eine Ermunterung für Diener des Herrn heutzutage sein, die entmutigt sind und vielleicht daran zweifeln, dass es möglich ist, dass Gott durch das Predigen wirkt. Das Ergebnis der Predigt Haggais bei dem Volk war Ehrfurcht vor dem HERRN, ihr Geist wurde erweckt, und sie kamen und arbeiteten am Haus des HERRN (Hag 1,12-15). Welch ein bemerkenswerter Wandel in ihrer Haltung: von ehrfurchtsloser Gleichgültigkeit zu ehrfürchtigem Handeln. Das ist auch heutzutage nicht unmöglich.

In Kapitel 2 lesen wir von dem weiteren Dienst Haggais, während der Tempel fertiggestellt wurde. Das Volk wurde ermutigt durch Verheißungen über die Zukunft und aufgefordert, weiter ein heiliges Leben zu führen. Aus Esra 6,15 erfahren wir, dass der Tempel nicht über Nacht fertig gestellt wurde, sondern dass das ungefähr vier Jahre dauerte. Diese vier Jahre waren Jahre des Segens für Land und Volk (Hag 2,19), weil sie Jahre der richtigen Prioritäten waren. Die Investitionen des Volkes Gottes gingen nicht länger in einen durchlöcherten Beutel. Möge auch das Volk Gottes heutzutage die Worte des Propheten Haggai ernst nehmen. Dann werden auch wir aus dem Mund des HERRN die Worte hören: „Von diesem Tage an will ich segnen.“


aus der Monatszeitschrift Folge mir nach, 1994/1, S. 18-21
Zwischenüberschriften von SoundWords

 

Letzte Aktualisierung am 12.2.2013
 

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