Religionsvermischung – Die subtile Sünde des Synkretismus
2. Könige 17

David R. Reid

© SoundWords, online seit: 15.12.2016, aktualisiert: 29.11.2017

 Leitverse: 2. Könige 17,30-33.39-41

2Kön 17,30-33.39-41: Und die Leute von Babel machten Sukkot-Benot; und die Leute von Kuta machten Nergal; und die Leute von Hamat machten Aschima; und die Awiter machten Nibchas und Tartak; und die Sepharwiter dem Adrammelekh und dem Anammelek, den Göttern von Sepharwaim, ihre Söhne im Feuer. Und sie fürchteten den HERRN, und sie machten sich aus ihrer Gesamtheit Priester der Höhen, die für sie in den Höhenhäusern opferten. Sie fürchteten den HERRN, und sie dienten ihren Göttern nach der Weise der Nationen, aus denen man sie weggeführt hatte. …  Ihr sollt keine anderen Götter fürchten, sondern den HERRN, euren Gott, sollt ihr fürchten, und er wird euch erretten aus der Hand aller eurer Feinde. Aber sie hörten nicht, sondern taten nach ihrer früheren Weise. So fürchteten diese Nationen den HERRN und dienten zugleich ihren geschnitzten Bildern. Auch ihre Kinder und ihre Kindeskinder tun bis auf diesen Tag so, wie ihre Väter getan haben.

Synkretismus [Religions- oder Kulturvermischung] ist die Vereinigung oder Verschmelzung von verschiedenen Bräuchen oder Glaubensansichten. Synkretismus an sich ist keine Sünde, solange biblische Wahrheiten und moralische Standards nicht davon betroffen sind. Dass die mexikanische und die amerikanische Kultur miteinander verflochten sind, so dass Tacos sowohl amerikanisch als auch mexikanisch sind, ist kein sündiger Synkretismus. Dass Baseball genauso japanisch wie amerikanisch und Material Arts sowohl amerikanisch als auch asiatisch sind, ist Synkretismus, aber keine Sünde. Wenn jedoch Spuren von heidnischen Religionen und unbiblischem Glauben und Gebräuchen mit dem Evangelium von Jesus Christus vermischt und verschmolzen werden, dann ist das nicht nur Synkretismus – es ist Synkretismus, der Sünde ist.

Synkretismus, der Sünde ist, ist subtil. Er kommt nicht über Nacht. Veränderungen geschehen normalerweise langsam und heimtückisch. Stück für Stück driftet die Kultur von Gott und seinen Normen ab. Genau das geschah im 8. Jahrhundert vor Christus, als das nördliche Königreich Israel von den Assyrern erobert wurde. Der sündige Synkretismus, der das Ergebnis war, ist für den wachsenden Christen in der heutigen Zeit eine Lektion aus der Geschichte. 

Anmerkungen zum Hintergrund

König Hosea war der letzte der neunzehn Könige, die über das nördliche Königreich Israel herrschten. Nach der Ermordung von König Pekach im Jahr 732 v.Chr. (2Kön 15,27-30) regierte Hosea von der Hauptstadt Samaria aus bis 722 v.Chr., als das nördliche Königreich dem assyrischem Imperium zufiel. In 2. Könige 17,2 lesen wir, dass König Hosea „tat, was böse war in den Augen des HERRN, doch nicht wie die Könige von Israel, die vor ihm gewesen waren“. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Hosea rechtschaffener war als die anderen neunzehn Könige des nördlichen Königreichs. Es bedeutet vielleicht, dass er nicht die Anbetung des Kalbes förderte (die zweihundert Jahre zuvor von Jeroboam I. eingeführt wurde), da der Kalbs-Götze bereits in Bethel von den Assyrern entfernt worden war. Dies hatte der Prophet Hosea in den Tagen des wohlhabenden Königs Jeroboam II. vorhergesagt (vgl. Hos 10,5.6).

Salmaneser V. von Assyrien zwang Hosea, jährlich Tribute oder Steuern zu zahlen (2Kön 17,3). Doch nachdem Hosea einen Vertrag mit Ägypten geschlossen hatte, verweigerte er die Zahlung des Tributes an Assyrien. Der Vertrag mit Ägypten konnte Israel jedoch keine Sicherheit verschaffen, und Salmaneser kam und belagerte die schwer befestigte Hauptstadt drei Jahre lang (725–722 v.Chr.). Die Stadt Samaria fiel letztlich Sargon II. zu, dem Nachfolger Salmanesers. Gemäß assyrischen Aufzeichnungen, die Archäologen gefunden haben, brachte Sargon 27.290 israelische Gefangene ins Exil und siedelte sie nach Assyrien um. Sie kehrten niemals aus der Gefangenschaft zurück. 

Belehrungen

1. Rebellion gegen Gott führt zur Gefangenschaft

Die Verse in 2. Könige 17,17-23 erklären, warum Gott den Niedergang und die Gefangenschaft des nördlichen Königreiches zuließ. Anstatt die heidnischen Gebräuche abzuschaffen, die das Land durchdrungen hatten, das Gott ihnen gegeben hatte, nahm Israel die Götzen, die heidnischen Gebräuche und die dahinterstehenden falschen Götter an. Sie brachen alle Gebote des mosaischen Bundes. Sie „verkauften sich“ zur Anbetung des goldenen Kalbes (2Kön 17,16). Sie verstrickten sich in Astrologie, Zauberei und andere okkulte Praktiken. Sie praktizierten auch das furchtbare heidnische Ritual, ihre Kinder den falschen heidnischen Göttern „im Feuer“ zu opfern (2Kön 17,17).

In seiner Gnade ermahnte Gott sein Volk, dass sie den bösen Weg verlassen sollten. Er erlaubte ausländischen Mächten, sie auszuplündern und zu quälen. Er sandte Propheten, die seine Botschaft brachten und flehten, dass das Volk Buße tun, die falschen Götter aufgeben und zu Gott zurückkehren sollte. Aber sie „wandelten in allen Sünden …; sie wichen nicht davon ab … und Israel wurde aus seinem Land nach Assyrien weggeführt“ (2Kön 17,22.23). Rebellion gegen Gott führt zur Gefangenschaft.

Diese Wahrheit ist heutzutage genauso wahr wie damals im Jahr 722 v.Chr. Menschen denken, dass sie persönliche Erfüllung erlangen können, indem sie Gottes moralische Standards ignorieren oder „neu deuten“, um sich von jedem Verbot zu befreien. Aber ironischerweise ist genau das Gegenteil wahr: Unwissentlich werden Menschen, die gegen Gott rebellieren, Gefangene ihrer Sünde und Satans. Epheser 2,1-3 macht die Situation eines Ungläubigen sehr deutlich: Ungläubige sind in der Sünde tot und Gefangene Satans: „Ihr wart tot in euren Vergehungen und Sünden, in denen ihr einst wandeltet nach dem Zeitlauf dieser Welt, nach dem Fürsten der Gewalt der Luft, des Geistes, der jetzt wirksam ist in den Söhnen des Ungehorsams; unter denen auch wir einst alle unseren Wandel führten in den Begierden unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten und von Natur Kinder des Zorns waren wie auch die Übrigen.“

Doch auch Christen, die sich gegen Gott auflehnen, werden in verschiedenen Lebensbereichen Gefangene des Feindes! Christen können Schritt für Schritt von Gott abweichen und sündigen, wenn sie falscher Lehre folgen oder übermäßig viel Wert auf weltliche Sicherheit legen oder sich unsittlichen sexuellen Handlungen hingeben. Möglicherweise sind sowohl Ungläubige als auch rebellierende Gläubige in 2. Timotheus 2,25.26 im Blick. Paulus ermahnt Timotheus, diese Personen zurechtzuweisen, „ob ihnen Gott nicht etwa Buße gebe zur Erkenntnis der Wahrheit und sie wieder nüchtern werden aus dem Fallstrick des Teufels, die von ihm gefangen sind, für seinen Willen“. Rebellion gegen Gott führt zu Gefangenschaft. 

2. Rebellion gegen Gott führt zu Synkretismus

Synkretismus ist die Vermischung verschiedener Glaubensformen oder Bräuche. In 2. Könige 17,24-41 lesen wir, dass die Assyrer nicht nur einige aus dem Volk Israel als Gefangene nach Assyrien brachten, sondern dass sie das Land Israel auch mit Menschen aus anderen Gebieten des assyrischen Reiches neu bevölkerten. Mischehen wurden geschlossen, und diese gemischte Rasse wurde bekannt als die „Samariter“. Das war der Ursprung des Volkes der Samariter, die im Neuen Testament zur Zeit Christi und der Apostel erwähnt werden und die bis zum heutigen Tag im Norden Israels existieren.

Die Vermischung zwischen dem Volk Israel und den ausländischen Siedlern war nicht nur die physische Vermischung durch Mischehe. Eine Vermischung der Religion fand ebenfalls statt. Das jüdische Volk, das in Israel geblieben war, hätte zum HERRN zurückkehren und den neuen Bewohnern das Gesetz Gottes lehren sollen. Stattdessen nahmen sie an der Anbetung der falschen Götter teil, die die neuen Siedler in das Land brachten. Weil Israel falsche Götter anbetete, ließ Gott Löwen von den Hügeln kommen. Etliche neue Bewohner Samarias wurden dabei getötet. Als das der König von Assyrien hörte, beschloss er, „den Gott des Landes“ zu beschwichtigen, indem er einen der Priester, die gefangengenommen waren, nach Israel zurückschickte, damit er das Volk lehrte, wie „der Gott des Landes“ verehrt wird (2Kön 17,27). Bedauerlicherweise war dieser „Priester“ mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Priester, der beim goldenen Kalb gedient hatte, das von Jeroboam I. in Bethel aufgestellt worden war. Deshalb war dieser Priester weder willig noch fähig, irgendjemand in Gottes Gesetz unterweisen.

Als Ergebnis kam es zum religiösen Synkretismus: „Und sie fürchteten den HERRN, und sie machten sich aus ihrer Gesamtheit Priester der Höhen, die für sie in den Höhenhäusern opferten. Sie fürchteten den HERRN, und sie dienten ihren Göttern nach der Weise der Nationen, aus denen man sie weggeführt hatte“ (2Kön 17,32.33). Das war eine direkte Missachtung des ersten Gebotes: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“ (2Mo 20,3). Rebellion gegen Gott führt zu Synkretismus, der Sünde ist – damals und heute.

In vielen Ländern der Erde können wir heute religiösen Synkretismus finden – eine Vermischung von Christentum und heidnischen Religionen. Warum? Weil man sich gegen das erste Gebot auflehnt. Andere Götter werden nicht vollständig beseitigt. So werden zum Beispiel Festtage für heidnische Gottheiten oder jährliche wiederkehrende Feierlichkeiten „christianisiert“, um „traditionelle“ oder „volkstümliche“ sündige Feierlichkeiten weiterhin zu praktizieren. Hier ist die subtile Sünde des Synkretismus am Werk. 

Praktische Anwendungen

Halte Ausschau nach Synkretismus in deinem Leben!

Synkretismus setzt sich kontinuierlich fort. Was in der einen Generation verboten war, wird in der Kultur der nächsten Generation toleriert und von der übernächsten Generation akzeptiert und ein Teil der Kultur. Die negativen Aspekte des Synkretismus werden immer weniger wahrgenommen, und eine Praktik, die Gott nicht annehmen kann, wird immer mehr von Christen akzeptiert, je weiter die Zeit voranschreitet.

Ein bekanntes Beispiel: Was bedeutet Weihnachten für dich? Geschenke im Überfluss, Weihnachtsbäume, Weihnachtsfeiern und geschmückte Häuser – und zusätzlich die Geburt von Jesus Christus feiern? Praktizierst du eine Form von Synkretismus?

Fragen wir uns einmal, was unsere Worte und Taten unseren Kindern, Enkeln und nicht erretteten Freunden signalisieren. Senden wir eine Botschaft der Wahrheit aus oder eine vermischte und verwirrende Botschaft? Sind die Geburt von Jesus Christus und die erstaunliche Wahrheit der Menschwerdung verschmolzen mit dem Materialismus unserer Kultur? Während Schenken und Festtagsschmuck an sich nicht falsch sind, erstickt ein Exzess dieser Dinge die Botschaft von „Immanuel“, das heißt von „Gott mit uns“. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, so dass wir fähig sind, die unverfälschte Wahrheit an die nächste Generation weiterzugeben und ein klares Zeugnis für unsere Freunde und Kollegen zu sein.

Ein anderes Beispiel von Synkretismus ist die heimtückische Verschmelzung des Christentums mit der „Kultur des Erfolgs“.  Satan hat das „Erfolgs-Syndrom“ wirksam genutzt, um die Christen in unserem Land zu schwächen. Es ist leicht, unseren Wunsch, erfolgreich zu sein, zu erklären: Unsere Kultur sagt: „Wenn du nicht erfolgreich und wohlhabend bist, bist du ein Niemand, und wer will auf einen Niemand hören?“ Oder: „Je mehr Geld du hast, desto mehr kannst du für den HERRN geben.“ Und viele Fernsehprediger sagen uns: „Gott möchte, dass seine Kinder gesund und  vermögend sind.“

1. Timotheus 6,9.10 lehrt uns jedoch: „Die aber, die reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstrick und in viele unvernünftige und schädliche Begierden, die die Menschen versenken in Verderben und Untergang. Denn die Geldliebe ist eine Wurzel alles Bösen.“ Beachte, dass sich diese Verse nicht nur an Ungläubige richten! Betrachten wir den Schluss von Vers 10: „der nachstrebend einige von dem Glauben abgeirrt sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben“. In Matthäus 6,24 lehrt Jesus sehr treffend, dass es nicht möglich ist, Gott und den Materialismus zu vermischen: „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ Welchem „Gott“ diene ich?

Wir müssen uns selbst fragen: Welche Botschaft vermittle ich meinen Nachbarn? Meinen Arbeitskollegen? Sind die Wünsche und Ziele in meinem Leben andere als die der Ungläubigen? Was sind meine Erwartungen und Ziele für meine Kinder? Sende ich eine Botschaft des Synkretismus an die nächste Generation, wenn ich finanzielle Sicherheit betone und mir persönlichen Besitz wünsche? Wie beeinflusst fortschreitender Synkretismus in meinem Leben die nächste Generation?

Geistlicher Synkretismus ist heimtückisch und folgenschwer. Halte Ausschau nach Synkretismus in deinem Leben!


Originaltitel: „The Subtle Sin of Syncretism“
Quelle: www.growingchristians.org

Übersetzung: Samuel Ackermann

Weitere Artikel des Autors David R. Reid (92)


Hinweis der Redaktion:

Die SoundWords-Redaktion ist für die Veröffentlichung des obenstehenden Artikels verantwortlich. Sie ist dadurch nicht notwendigerweise mit allen geäußerten Gedanken des Autors einverstanden (ausgenommen natürlich Artikel der Redaktion) noch möchte sie auf alle Gedanken und Praktiken verweisen, die der Autor an anderer Stelle vertritt. „Prüfet aber alles, das Gute haltet fest“ (1Thes 5,21). – Siehe auch „In eigener Sache ...