„Wer ist das Kind?“
Hebräer 1,1-3

David R. Reid

© SoundWords, online seit: 24.12.2021

Leitverse: Hebräer 1,1-3

Wer ist das Kind, das zart und klein
in Bethlehem geboren ist?
In einer Krippe liegt es da,
kein Mensch dies Wunder je ermisst![1]

So lautet die Frage im ersten Vers eines Weihnachtsliedes. Wer ist dieses Kind, das in so ärmlichen Verhältnissen geboren wurde?

Die Geburt Christi wird in unserer Zeit so dargestellt, dass ein Gefühl von Nostalgie vermittelt wird. Womöglich übersehen wir deshalb, mit wem wir es wirklich zu tun haben. Ein uriger Stall bei Nacht in einer ländlichen Gegend … ein warmer, gelblicher Schein, der die Nacht durchdringt, während Hirten und Tiere unter einem funkelnden Sternenhimmel in aller Ruhe die Szene betrachten – diese Bildsprache vermittelt Gemütlichkeit und kann deshalb manchmal die absolute Herrlichkeit und Pracht dieses Ereignisses überdecken. An Weihnachten stellen wir nicht einfach die malerische Krippenszene in den Mittelpunkt. Wir begehen alles das, was durch die Geburt Jesu geschehen ist – diesen unbeschreiblichen und wunderbaren Augenblick, als der Sohn Gottes Mensch geworden ist!

Solche Krippendarstellungen sind auf vielen Weihnachtskarten zu sehen, aber normalerweise werden nicht die Verse aus Hebräer 1,1-3 in goldener Schrift aufgedruckt. Wahrscheinlich kommen uns diese drei Verse nicht sofort in den Sinn, wenn wir an die klassische Weihnachtsgeschichte denken. Doch sie bringen genau das zum Ausdruck, worum es an Weihnachten geht: Die letztgültige Offenbarung Gottes kam in einer Person zu uns – in dem Herrn Jesus Christus! Er ist die volle und vollkommene Offenbarung Gottes an die Menschen:

Heb 1,1-3: Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er gesetzt hat zum Erben aller Dinge, durch den er auch die Welten gemacht hat; welcher, die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines Wesens seiend und alle Dinge durch das Wort seiner Macht tragend, nachdem er durch sich selbst die Reinigung von den Sünden bewirkt, sich gesetzt hat zur Rechten der Majestät in der Höhe.

Denken wir einmal über die wunderbaren Dinge nach, die diese Verse über das neugeborene Baby aussagen, das, „in Windeln gewickelt“ (Lk 2,7), in einer Krippe lag:

  • Er ist der Sohn Gottes!
  • Durch Ihn hat Gott die Welt geschaffen. Der Stall in Bethlehem war nicht der Anfang für dieses Baby. Er existierte bereits, bevor die Welt ihren Anfang hatte (Joh 1,1.2)!
  • Er hat nicht nur alles erschaffen – Er erhält alles durch sein allmächtiges Wort (Kol 1,16.17).
  • Er ist das exakte Ebenbild Gottes. Deshalb sind alle Eigenschaften Gottes in Ihm zu sehen (Joh 14,9).
  • Er wurde von Gott gesandt, um unmittelbar und direkt mit uns Umgang zu haben und sich uns mitzuteilen: durch sein Leben und Wirken auf der Erde und durch sein Wort (Joh 1,14).
  • Er verließ bereitwillig die Herrlichkeit des Himmels, um Mensch zu werden, damit Er selbst uns von unseren Sünden erlösen kann (Phil 2,6-8).
  • Er ist in die höchste Stellung erhoben worden und regiert zur Rechten Gottes im Himmel (Phil 2,9-11).

An Weihnachten feiern wir also Ihn, sein Leben und alles, was seine Geburt so besonders macht. An Weihnachten freuen wir uns darüber, dass der herrliche Sohn Gottes demütig Mensch geworden ist, um uns zu erretten.

Wer ist das Kind, das in Bethlehem geboren wurde und in einer Krippe lag?

Seht, das ist Gottes Sohn.[2]


Originaltitel: „The Ultimate Revelation“
Quelle: www.growingchristians.org

Übersetzung: Gabriele Naujoks

Anmerkungen

[1] Anm. d. Übers.: Das Lied „Wer ist das Kind?“ ist die deutsche Version des englischen Weihnachtsliedes „What Child is this?“, das William Chatterton Dix (1837–1889) 1865 auf die Melodie von „Greensleeves“ (16. Jh.) dichtete. Der erste Vers beginnt mit den Worten: „What child is this, who, laid to rest, on Mary’s lap is sleeping?“ Ins Deutsche übertragen wurde das Lied 1993 von Jochen Rieger (*1956).

[2] Anm. d. Übers.: So lautet der Refrain des Liedes in Riegers Übertragung: „Seht, das ist Gottes Sohn … Seht das ist Christus, will allen Rettung bringen“ (siehe Glaubenslieder 2, Dillenburg (CV) 2005, Nr. 831). Bei Dix heißt es: „This, this is Christ, the King, … The Babe, the son of Mary.“

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