„Überwinde das Böse mit dem Guten“
Römer 12,14-21

David R. Reid

© SoundWords, online seit: 25.06.2015, aktualisiert: 29.09.2018

Leitverse: Römer 12,14-21

Wenn wir uns so umschauen, hat es den Anschein, dass Christen und das Christentum ständig vor einem neuen Kampf stehen. In unseren Schulen, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft und sogar vor der Haustür müssen wir uns anhören, dass der Glaube in keiner Form sichtbar werden kann. Manchmal fühlen wir uns dadurch vielleicht entmutigt, unterlegen und bedroht. Der Apostel Paulus gibt uns unter der Leitung des Heiligen Geistes einige Richtlinien, wie wir unseren Glauben täglich sichtbar machen können (und sollen), so dass der „Gegner“ uns nicht angreifen kann.

Hintergrund

In Römer 12,14-21 lesen wir, wie wir als Gläubige in einer feindlich gesinnten Gesellschaft leben können und wie wir Menschen mit Jesus bekannt machen können, die gegen den christlichen Glauben sind. Zu der Zeit als Paulus diesen Brief schrieb, nahm die Feindschaft gegen die Christen in Rom immer mehr zu. Vor diesem Hintergrund gibt Paulus sowohl den Christen im Rom des ersten Jahrhunderts als auch uns heute Anleitungen für unsere Beziehungen zu Nichtchristen.

Belehrungen

1. Rede nicht schlecht über andere Menschen

Röm 12,14: Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht.

In Matthäus 5,44 sagt Jesus: „Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.“ Denken wir an die Worte von Stephanus, als er für seinen Glauben zu Tode gefoltert wurde: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu!“ (Apg 7,60). Dieses Gebet über Vergebung stand im Zusammenhang mit der Errettung des Paulus! Paulus verfolgte früher selbst einmal die Christen; er hatte also Erfahrung mit beiden Seiten (vgl. Apg 9,1). Er gab keine „Insiderinformationen“ weiter, wie man sich an denen rächt, die Christen verfolgen. Stattdessen fordert er uns auf, die zu segnen, die gegen uns sind und uns ablehnen.

2. Versetze dich in die Lage anderer Menschen

Röm 12,15: Freut euch mit den sich Freuenden, weint mit den Weinenden!

Das ist manchmal gar nicht so einfach, besonders dann nicht, wenn es so aussieht, dass Nichtchristen um uns herum mehr Erfolg genießen und bessere Zeiten durchleben, während wir mehr Erprobungen erdulden müssen. Aber am Ende werden wir alle ähnliche Probleme und Freuden im Leben erfahren. Deshalb sollten wir uns bemühen, uns in die Lage anderer Menschen hineinzuversetzen, in guten wie in schlechten Zeiten. Wenn wir eine Beziehung zu ihnen aufbauen und uns ihre Sichtweise anhören (auch wenn sie nicht so ganz unserer christlichen Einstellung entspricht), können wir ihre Freundschaft gewinnen und uns das Recht erarbeiten, auch einmal um Rat gefragt zu werden.

3. Halte dich nicht für etwas Besseres als andere

Röm 12,16: Sinnt nicht auf hohe Dinge, sondern haltet euch zu den Niedrigen, seid nicht klug bei euch selbst.

Kümmern wir uns um Menschen, die arm, behindert, hungrig oder krank sind, und schenken wir ihnen unsere Wertschätzung? Respektieren wir die Ansichten von Menschen mit anderen Überzeugungen oder anderer Herkunft? Die Aussage „Seid nicht klug bei euch selbst“ bedeutet: „Seid nicht eingebildet!“ Protestbewegungen, Online-Blogs und Kommentare zeigen, dass einige Menschen heutzutage denken, ihre Meinung sei die einzig richtige. Sie neigen dazu, jeden zu verachten und lächerlich zu machen, der ihnen nicht zustimmt. Wir sollten uns das nicht zum Vorbild nehmen. Allein Gottes Gedanken zählen, aber wir sollten sie anderen mit Respekt vorstellen. Die Haltung „Ich bin heiliger als du“ wird die meisten Nichtchristen mehr als alles andere verletzen.

4. Versuche nicht, es anderen heimzuzahlen

Röm 12,17a: Vergeltet niemand Böses mit Bösem.

Traurigerweise haben wir alle einmal Feindschaften miterlebt, die auf nichts anderem gründen als auf verletzenden Worten und vergeltenden Taten. Die beteiligten Parteien sind oft von Bitterkeit erfüllt. Dabei könnte man diesen Teufelskreis eigentlich mit aufrichtigen, freundlichen Taten durchbrechen (Röm 12,21). Sprüche 15,1 erinnert uns daran, dass „eine milde Antwort den Grimm abwendet, aber ein kränkendes Wort den Zorn erregt“.

5. Vermeide Misstrauen

Röm 12,17b: Seid bedacht auf das, was ehrbar ist vor allen Menschen.

Wir sollten alles dafür tun, um auch nur den Verdacht zu vermeiden, wir würden etwas Verkehrtes oder Ungerechtes tun. Vielleicht denken wir, es spielt keine Rolle, wie unsere Handlungen bei anderen ankommen, solange es sich vor Gott „richtig anfühlt“. Die Bibel lehrt uns aber, dass es doch eine Rolle spielt, wie andere uns wahrnehmen. In unserer Nachbarschaft sollten wir zum Beispiel darauf achten, wie wir mit unserem Heim und unserem Eigentum umgehen. Am Arbeitsplatz sollten wir uns hüten, Firmeneigentum zu „borgen“ oder Arbeitszeit für private Angelegenheiten zu nutzen. So wie wir wahrscheinlich geschockt wären, wenn einer unserer Gemeindeleiter das „System austricksen“ würde, so würden Nichtchristen auch über uns denken, wenn wir uns mit Tricks finanzielle Vorteile verschaffen oder Vorschriften am Arbeitsplatz umgehen.

Praktische Tipps

Deine Freundlichkeit wird nicht leer zurückkommen.

Röm 12,21: Lass dich nicht von dem Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten.

Dieser Vers fasst alles zusammen. Überwinden heißt nicht nur, Böses zu vermeiden oder ihm auszuweichen, sondern es heißt auch, Böses zu bezwingen und zu besiegen! Werden wir von unseren negativen Gedanken oder Handlungen beherrscht oder überwinden wir sie mit positiven, Christus-ähnlichen Einstellungen und Handlungen? Es ist bestimmt nicht einfach, diesen Anweisungen zu folgen, besonders dann, wenn wir auf Widerstand stoßen. Wir können uns aber darüber nachdenken, was der Herr zu denen gesagt hat, die Ihn angegriffen. Wenn wir uns den Herrn zum Vorbild nehmen, wird unser Glaube sichtbar werden.

Jesus sagt in Lukas 6,27: „Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen.“ Denken wir uns doch mal kreative und einfallsreiche Ideen aus, mit denen wir Nichtchristen erreichen können, vor allem diejenigen, die nicht so freundlich zu uns sind. Bringe einem schwierigen Arbeitskollegen mal eine Tasse Kaffee; bringe den Teil deines Vorgartens in Ordnung, der deinen Nachbarn stört; schicke eine Karte oder eine ermutigende E-Mail; oder besuche Menschen, die trauern oder krank sind, und bringe ihnen ein Abendessen. In den meisten Fällen wird ihre Antwort auf die Liebe Christi, die durch uns nach außen scheint, uns erstaunen. Deine Freundlichkeit wird nicht leer zurückkommen!


Originaltitel: „Overcome Evil with Good“
Quelle: www.growingchristians.org

Übersetzung: Sabine Krestel

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Hinweis der Redaktion:

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