Annehmbare Anbetung
1. Mose 4,3-5; 3. Mose 10,1.2; 2. Chronika 26,16; Johannes 4,23.24

David R. Reid

© SoundWords, online seit: 31.03.2005, aktualisiert: 30.12.2017

Leitverse: 1. Mose 4,3-5; 3. Mose 1,1.2; 2. Chronika 26,16; Johannes 4,23.24

Einleitung

Betest du Gott an oder weißt du lediglich ein paar Dinge über Gott? Die Bibel lehrt uns, dass Gott Anbeter sucht. Was für eine erstaunliche Tatsache! Dass Gott, der das weite Universum geschaffen hat und in seiner Hand hält, von sich aus nach Anbetern auf der Erde sucht, ist ein unglaublicher Gedanke. Des Weiteren lehrt uns die Heilige Schrift, dass Gott nicht irgendwelche Anbeter oder irgendeine Anbetung sucht. Laut Johannes 4,23.24 müssen wahrhaftige Anbeter Gottes den Vater „in Geist und Wahrheit“ anbeten. Das ist die einzige Möglichkeit, den wahren Gott annehmbar anzubeten.

Nicht annehmbare Anbetung

Bevor wir die Bedeutung von Anbetung „in Geist und Wahrheit“ ausführen, die für Gott annehmbar ist, wollen wir kurz über nicht annehmbare Anbetung reden. Im Alten Testament werden mehrere Beispiele von unannehmbarer Anbetung aufgeführt. Die Anbetung von Götzen war ganz offensichtlich nicht annehmbar. Wir beziehen uns hier auf die Anbetung des wahren Gottes, aber auf unannehmbare Weise. 

Die falsche Gabe

1Mo 4,3-5: Und es geschah nach Verlauf einer Zeit, da brachte Kain dem HERRN eine Opfergabe von der Frucht des Erdbodens; und Abel, auch er brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HERR blickte auf Abel und auf seine Opfergabe; aber auf Kain und auf seine Opfergabe blickte er nicht. Und Kain ergrimmte sehr und sein Angesicht senkte sich.

Das erste Beispiel bezieht sich auf Kain in 1. Mose 4. Seine Anbetung war unannehmbar, denn er brachte Gott die falsche Gabe dar. Offensichtlich hatte Gott erklärt, dass annehmbare Anbetung durch ein Opfer stattfand, denn Hebräer 11 stellt fest, dass Abels Anbetung durch Glauben dargebracht wurde. Kain entschied, ein Opfer seiner Wahl darzubringen und war dann ziemlich wütend, als Gott es nicht annehmen wollte! Laut Judas 11 gibt es auch heute Menschen, die „den Weg Kains gegangen“ sind. Ihre Anbetung ist unannehmbar, denn sie bestehen wie Kain darauf, ein Opfer ihrer Wahl darzubringen. Ein Beispiel für unsere eigenen Opfer sind die guten Werke als Mittel zur Errettung. Das ist unannehmbar, egal wie edel, aufopfernd oder religiös die Taten auch sein mögen.

Fremdes Feuer

3Mo 1,1.2: Und die Söhne Aarons, Nadab und Abihu, nahmen jeder seine Räucherpfanne und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten fremdes Feuer vor dem HERRN dar, das er ihnen nicht geboten hatte. Da ging Feuer von dem HERRN aus und verzehrte sie, und sie starben vor dem HERRN.

In 3. Mose 10 lesen wir von Nadab und Abihu, die „fremdes Feuer vor den HERRN“ darbrachten. Die Heilige Schrift sagt uns, dass sie als Folge „vor dem HERRN starben“. Ihre Anbetung war nicht annehmbar aufgrund des falschen Verfahrens. Entweder verwendeten sie Feuer vom falschen Altar, räucherten zur falschen Zeit oder am falschen Ort oder sie machten sonst etwas anders, als es Gott vorgeschrieben hatte. Was bedeutet das? Ist Gott so kleinlich, dass Er Anbetung ablehnt, die nicht genau seinen Vorschriften entspricht? Ja, so ist es! Das bedeutet aber nicht, dass es nicht verschiedene Arten der Anbetung geben kann! Wie die Gläubigen des Alten Testaments Frieden über die Einschränkungen hatten, die Gott aufgestellt hatte, so auch die Gläubigen heutzutage über die Grenzen der Anbetung. Solange unsere Anbetung auf Christus zentriert und gerichtet ist, gibt es beachtliche Freiheit in der Gestaltung. So macht uns Gott keine Vorschriften über die Form und die Instrumente unserer Musik, auch nicht ob wir beim Singen oder Beten sitzen, stehen oder knien. Er legt auch nicht die Zeit, die Länge und den Ablauf unserer Versammlungen fest. Egal ob persönliche oder gemeinsame Anbetung, es gibt Raum für große Vielfalt. Aber Anbetung, die nicht christuszentriert ist, ist „fremdes Feuer“. Es ist unannehmbare Anbetung. Die Anbetung von Unitariern oder Zeugen Jehovas zum Beispiel ist unannehmbar für Gott, denn die Lehren dieser Gruppen leugnen die Gottheit Christi. So entehren sie den Einen, der das Zentrum unserer Anbetung sein muss.

Anmaßende Anbetung

2Chr 26,16: Und als Ussija stark geworden war, erhob sich sein Herz, bis er zu Fall kam; und er handelte treulos gegen den HERRN, seinen Gott, und trat in den Tempel des HERRN, um auf dem Räucheraltar zu räuchern.

Ussija war einer der guten Könige Judas. Aber Ussijas Anbetung in 2. Chronika 26 war nicht annehmbar, denn er nahm die falsche Rolle ein. Ussija ging in den Tempel und räucherte vor dem HERRN. Laut Gesetz war es aber einzig den Priestern erlaubt, den Tempel zu betreten. Und Ussija war kein Priester. Auch wenn er der König von Juda war, maßte er sich an, ein von Gott berufener Priester zu sein und das war nicht annehmbar. Ussijas Beweggründe waren vielleicht nicht böse, aber in eine Rolle zu schlüpfen, die Gott einem nicht zugewiesen hat, ist heute noch ebenso ernst wie zu Ussijas Tagen. Die Schaffung von unbiblischen Ämtern erhält von Gott nicht den Stempel der Anerkennung. 1. Petrus 2,5 sagt uns, alle Gläubigen sind „ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen, Gott wohlannehmbar“. Eine Unterscheidung zwischen Geistlichen und Laien bei der Opferung wird im Neuen Testament nicht gemacht. Das „heilige Priestertum“, zu dem alle Gläubigen zählen, zu unterteilen, ist ein ebenso ernster Fehler wie die Sünde des gut meinenden Ussija.

Annehmbare Anbetung

Joh 4,23.24: Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn in Geist und Wahrheit anbeten.

Die Anbetung des „Vaters“

Annehmbare Anbetung Gottes hat laut dem Herrn Jesus in Johannes 4,23.24 drei Merkmale. Zuerst sollten wir die Vater-Kind-Beziehung erkennen und uns daran erfreuen. „Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater …“ (Joh 4,23). Gott wird im Alten Testament nicht als persönlicher Vater geoffenbart, auch wenn Gott sich als Vater, der sein Volk Israel erschaffen hat und erhält, geoffenbart hat (z.B. Mal 2,10). Mit dem Kommen des Herrn Jesus wurde die Beziehung, die zwischen Gott und einem Gläubigen jeder Nation möglich ist, geoffenbart und eingerichtet. Was für eine Stellung und was für ein Vorrecht haben wir doch als Kinder Gottes! Erkennen wir und freuen wir uns über die Beziehung zu unserem himmlischen Vater? Wahre Anbeter schon. Gott unpersönlich und entfernt zu sehen, ist kein Merkmal annehmbarer Anbetung. Arbeiten wir daran, die persönliche Anwesenheit unseres himmlischen Vaters zu erkennen. Wir können unserem Vater große Freude bereiten, indem wir solche Anbeter sind, nach denen Er sucht.

Anbetung „im Geist“

Ein zweites Merkmal Gott annehmbarer Anbetung ist Anbetung „im Geist“. Diese Anbetung ist nicht begrenzt auf bestimmte Orte, äußerliche Formen und Zeremonien oder Hilfsmittel. Bedeutet das, dass wir für annehmbare Anbetung unsere Kirchengebäude, Mosaikfenster, Orgeln und Liturgien abschaffen müssen? Nein, aber es bedeutet, dass wahre Anbetung nicht von diesen „Hilfsmitteln“ abhängt und ganz sicher nicht durch sie bestimmt wird. [Anm. d. Red.: Liturgien verhindern die freie Wirksamkeit des Geistes Gottes und sollten u.E. vermieden bzw. abgeschafft werden!] Wahre Anbetung ist einfach das Wissen von dem, wer Gott ist und was Gott tut. Es ist eine Antwort von Gottes Volk gerichtet an Gott selbst. Das leben aller Christen sollte von wahrer Anbetung gekennzeichnet sein, jeden Tag und in jeder Situation! Denn Gott ist Geist (Joh 4,24) und wahre Anbetung muss in diesem Geist geschehen. Im Gespräch mit der Samariterin setzte Jesus den inwendigen Geist in Gegensatz zum äußerlichen geographischen Ort Jerusalem, wo die Juden gemäß dem Gesetz anbeteten, und zum Berg Gerizim, wo die Samariter gemäß ihrer Tradition anbeteten (Joh 4,21.22). Mit dem Kommen Christi und der Sendung des Heiligen Geistes, um in den Herzen der Gläubigen zu wohnen, wurden die Herzen der Gläubigen in aller Welt das Zentrum der Anbetung. Und es ist wichtig zu beachten, dass Anbetung – obwohl Anbetung „im Geist“ vom Herzen ausgeht – nicht durch bloße Gefühle gekennzeichnet ist, sondern durch Taten, Gedanken, Einstellungen und Wünsche eines Herzens, das durch den innewohnenden Geist lebendig gemacht wurde. Ist deine Anbetung Gottes „im Geist“ – immer und überall?

Anbetung „in Wahrheit“

Zu guter Letzt muss Anbetung Gottes „in Wahrheit“ sein. Sie muss mit Gottes geoffenbarter Wahrheit übereinstimmen. Falsche Anbetung ist nicht nur Anbetung falscher Götter. Es kann sich um Anbetung des wahren Gottes handeln, die auf eine Art und Weise dargebracht wird, die nicht mit Gottes Wort übereinstimmt. Es spielt keine Rolle, wie aufrichtig jemand ist! Wenn Anbetung nicht „in Wahrheit“ dargebracht wird, ist es ebenso unannehmbar, als wäre sie unaufrichtig. Denke an die Beispiele im Alten Testament. Sie strebten alle danach, den wahren Gott anzubeten und waren alle aufrichtig, aber ihre Anbetung war unannehmbar, denn sie war nicht „in Wahrheit“. Die Samariterin stammte aus einer Gesellschaft mit aufrichtigen Anbetern. Die Samariter waren keine hedonistischen Heiden. Sie waren aufrichtige, religiöse Menschen, die die Bücher Mose hatten. Sie wollten dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs nachfolgen. Aber ihre Anbetung auf dem Berg Gerizim beinhaltete eine Anzahl von unbiblischen Zusätzen! Der Herr Jesus sagte, dass sie nicht wussten, was sie anbeteten (Joh 4,22), weil ihre Anbetung nicht mit der Offenbarung von Gottes Wort übereinstimmte! Ist unsere Anbetung Gottes „in Wahrheit“? Steht unsere Anbetung im Einklang mit der Wahrheit, die Gott uns in der Heiligen Schrift unterbreitet?

Offensichtlich muss Anbetung „in Wahrheit“ auf Christus gerichtet sein, denn Er ist die Wahrheit – die perfekte Offenbarung Gottes an den Menschen. Des Weiteren schließt Anbetung „in Wahrheit“ die dankbare Antwort von schriftgemäßer Vernunft ein. Zum Beispiel dem Vater zu danken, dass Er für unsere Sünden starb, ist nicht biblisch, denn Gott als Vater starb nicht am Kreuz. Jesus, Gottes Sohn, starb für unsere Sünden. Den Herrn Jesus zu preisen, dass Er Mensch wurde, indem Er einen Teil seiner Göttlichkeit aufgab, ist keine Anbetung „in Wahrheit“, egal wie hoch sie den Anbeter gefühlsmäßig oder geistlich bringt. Der ewige Sohn Gottes hörte nicht auf, Gott zu sein, als Er in Bethlehem Mensch wurde. Natürlich kann Gott die Beweggründe unserer Herzen sehen und über unsere theologischen Unzulänglichkeiten übersehen, während wir im Glauben wachsen, aber das nimmt nichts von der Tatsache, dass annehmbare Anbetung von vernünftiger Anbetung „in Wahrheit“ gekennzeichnet sein sollte und wir uns bemühen sollten, mit Gottes Wort vertrauter zu werden, um auf diese Weise Gott „in Wahrheit“ anbeten zu können.

Gott wird hoch erfreut darüber sein, wenn wir unsere liebende, dankbare Anbetung zu Ihm erheben. Er ist auf der Suche nach Anbetern. Und Er sucht nach Menschen, die Ihn als Vater in Geist und Wahrheit anbeten. Wir sollten uns selbst fragen: „Komme ich als wahrer Anbeter in Frage?“


Originaltitel: „Acceptable Worship“
Quelle: www.growingchristians.org

Übersetzung: SM

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