Für immer verloren ...
Die Hölle – ein schrecklicher Ort

David R. Reid

© SoundWords, online seit: 24.04.2007, aktualisiert: 16.12.2017

Leitvers: Lukas 16,26

Lk 16,26: Und bei allem diesem ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, damit die, die von hier zu euch hinüber wollen, nicht können und sie nicht von dort zu uns herüberkommen können.

Lies Lukas 16,19-31.

Einleitung

„Für immer“ ist ein Wort, das man sich nicht richtig vorstellen kann. Versuche es mal! Es ist, als würde man über den halben Weg zur Unendlichkeit nachdenken! Nun denke über ein ewiges Existieren nach – für immer und immer und immer … Was wäre, wenn solch eine Idee wahr wäre? Die Bibel lehrt uns, dass wir für immer existieren werden. Was als einfache geistige Übung begonnen hat, wird nun eine emotionale Erfahrung. Wenn das Konzept der ewigen Existenz in uns wächst, werden sich unsere Gefühle von Glück in Furcht wandeln – abhängig von unserer Beziehung mit Gott. Die Bibel lehrt, dass Gläubige für immer mit Gott leben werden, an einem Ort namens Himmel, während Ungläubige ewig an einem Ort namens Hölle leben werden.

Über die Hölle denkt man nicht gerne nach

Die Hölle ist kein angenehmes Thema, über das man gerne nachdenkt und viele Ungläubige entfernen dieses Thema aus ihren Gedanken – es sei denn, um es gelegentlich als Fluch zu benutzen. Einige Ungläubige würden jedoch zustimmen, dass es so etwas wie die Hölle geben muss. Wenn die Stalins und Hitlers letztendlich von ihren Verbrechen und Gräueltaten loskommen, indem sie sterben, und das für die ganze Menschheit gilt, dann wäre das Leben völlig unfair und ungerecht. Irgendwann muss alles einmal nach einem festgelegten Standard geklärt werden, und auch Strafe muss es dann geben, sonst wäre jedes Reden über Menschenwürde, Menschenrechte und gute Wohltaten nur ein Witz. Obwohl viele Leute mit dieser Art von Argumentation leben, wollen sie den biblischen Begriff der Hölle nicht akzeptieren. Warum? Weil die Bibel lehrt, dass die Hölle nicht nur ein Platz für die Stalins und Hitlers ist, sondern für jeden Ungläubigen. Denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes (Röm 3,23).

In dem Bericht in Lukas 16 über Lazarus und den reichen Mann gibt die Bibel uns eine wichtige Lehre über die Hölle. Bevor wir weitergehen, sollte, betont werden, dass das übersetzte Wort für „Hölle“ in Vers 23 besser als „Hades“ übersetzt werden sollte. Genau genommen ist „Hades“ eine Beschreibung der momentanen Situation der verstorbenen Ungläubigen, die auf ihre endgültige „Sendung“ in die Hölle warten.

Weil der Herr Jesus es so erzählte, als wäre es eine wahre Geschichte und kein Gleichnis, ist es nicht überraschend, dass Er das Wort „Hades“ gebrauchte, um den Umstand des reichen Mannes zu beschreiben, denn der letzte Tag des Gerichts für die Verdammten hatte offensichtlich noch nicht stattgefunden. Die Beschreibung des „Hades“ hier in Lukas 16 ist sicherlich anwendbar auf die Hölle – der Ort derjenigen, die für immer verloren sind.

Eine Umkehrung der Dinge

Lk 16,19-21: Es war aber ein gewisser reicher Mann, und er kleidete sich in Purpur und feine Leinwand {w. Byssus} und lebte alle Tage fröhlich und in Prunk. Ein gewisser Armer aber, mit Namen Lazarus, lag an dessen Tor {o. Torweg}, voller Geschwüre, und er begehrte, sich von dem zu sättigen, was von dem Tisch des Reichen fiel; aber auch die Hunde kamen und leckten seine Geschwüre.

In Vers 19-21 lesen wir, dass die Hölle ein Ort der überraschenden Umkehrung ist. In diesem Leben hatte der reiche Mann es zu etwas gebracht, während Lazarus gar nichts hatte. Die Pharisäer, die dieser Geschichte zuhörten (Lk 16,14), sahen es so, dass der reiche Mann offenbar von Gott gesegnet war und dieser Gott am meisten gefiel. Und den armen leidenden Lazarus wollten sie als Individuum verstanden wissen, der von Gott gezüchtigt und bestraft ist. Letztendlich schien er von Gott verlassen und den Straßenhunden überlassen, um von ihnen abgeleckt zu werden, was ihn aus religiöser Sicht unrein machte. Aber nach dem Tod wurde gerade Lazarus vor allen anderen in Abrahams Schoß gefunden. Dieser Satz wurde von den Zuhörern als eine ewige Seligkeit im Paradies verstanden! Welch eine überraschende Wendung!

Beachte, dass vom reichen Mann nicht gesagt wird, er sei ein Geizhals oder ein Simon Legree [Romanfigur in Onkel Toms Hütte]. In der Tat könnte Vers 21 zeigen, dass er Lazarus erlaubte, die Speisereste von seinem Tisch zu bekommen. Dieser reiche Mann würde typisch für viele Amerikaner heute sein – der scheinbar Gottes Gunst genießt und in keiner Weise absichtlich die Armen und Leidenden vernachlässigt. Sogar Scheinanstrengungen, was die Sorge um andere betrifft, sind für die meisten Staatsbürger charakteristisch. Sicherlich würde Gott so eine „gute“ Person nicht in die Hölle schicken! Aber der Herr Jesus korrigiert dieses falsche Denken mit dieser Geschichte. Die Bibel lehrt hier nicht, dass alle Reichen in die Hölle kommen und alle Armen in den Himmel. Lukas 16 sagt uns noch nicht einmal, warum der Reiche in die Hölle kommt und der Arme in den Himmel, obwohl die Selbstsüchtigkeit des reichen Mannes ein kleiner Hinweis sein könnte. Die eigentliche Bedeutung der Erlösung, nämlich Christus, ist uns in der Schrift an vielen Stellen gegeben, aber es ist nicht der Fokus dieser Geschichte. Diese Bibelstelle hebt hervor, dass es sein kann, dass Status und Position dieses Lebens sich plötzlich im Leben danach verändern können. Wir Christen dürfen diese Wahrheit unserer statusbewussten Gesellschaft nicht vorenthalten.

Die Hölle – ein Ort schmerzhafter Strafe

Lk 16,23.24: Und in dem Hades seine Augen aufschlagend, als er in Qualen war, sieht er Abraham von weitem und Lazarus in seinem Schoß {o. an seiner Brust}. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, dass er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide Pein in dieser Flamme.

In den Versen 23.24 entdecken wir, dass die Hölle ein Ort schmerzhafter Strafe ist. Einige Ungläubige haben die Vorstellung, dass die Hölle so etwas wie eine angenehme Wiedervereinigung mit all ihren alten Freunden sei. Die Bibel deutet solch einen Gedanken noch nicht einmal an. Der reiche Mann litt Schmerzen und Qual (Lk 16,24) und wollte noch nicht einmal, dass irgendjemand an diesen schrecklichen Ort käme (Lk 16,28). Und dort war keine Erleichterung – nicht einmal der kleinste Hoffnungsstrahl in Sicht. „Ist solch eine Strafe fair?“, fragen viele Leute. Es ist weniger eine Frage der Fairness, als mehr eine Frage der Wahl. Nehmen wir an, ich ertrinke und ich entscheide mich dazu, es nicht zu glauben und den Rettungsring, der mir zugeworfen wird, nicht zu nehmen. Sind die Konsequenzen fair? Ungläubige wählen in die Hölle zu gehen, weil sie sich entweder weigern, die Wahrheit zu glauben oder nichts dafür „tun“. In Matthäus 13,42 sagt der Herr, dass die Hölle ein Ort des „Weinens und des Zähneknirschen“ sein wird. Weil sie statt des Himmels die Hölle gewählt haben, werden einige Ungläubige„weinen“ und es unendlich bereuen und andere werden in bitterem Ärger für immer gegen Gott mit ihren Zähnen knirschen. Wenn du diese Zeilen liest und du kein Christ bist, ist es glücklicherweise noch nicht zu spät für dich, die schmerzvolle Strafe der Hölle zu vermeiden. Entscheide dich, dein Leben jetzt Christus zu übergeben, bevor du für immer verloren gehst.

Die Hölle – ein Ort bewusster Erinnerung

Lk 16,25: Abraham aber sprach: Kind, gedenke daran, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben und Lazarus ebenso das Böse; jetzt aber wird er hier getröstet, du aber leidest Pein.

Vers 25 lehrt, dass die Hölle ein Ort der bewussten Erinnerung ist. Hölle ist kein Aufhören des Bewusstseins oder der Erinnerung. Dem reichen Mann war nicht nur bewusst, was ihm fehlte, als er Lazarus sah, sondern er konnte sich lebhaft an seine Vergangenheit erinnern. In der Tat wurde ihm befohlen, an sein Leben auf der Erde zurückzudenken. (In Vers 25 wird der Imperativ für „erinnern“ benutzt.) Wir sind glücklicherweise im Leben dazu in der Lage, wenigstens teilweise die Erinnerung an Fehler aus der Vergangenheit auszulöschen. Diese menschliche Eigenschaft sorgt dafür, das Leben angenehmer zu machen. Aber in der Hölle wird es einen solchen Komfort nicht geben. Jedes Schuldbewusstsein wird völlig wach und aktiv sein. Wahrscheinlich hatte der Herr Jesus dieses „nagende Gewissen“ im Sinn, als Er die Hölle als einen Ort beschrieb, „wo ihr Wurm nicht stirbt …“ (Mk 9,44-48). Was könnte schlimmer sein, als sich ewig an die verpassten Gelegenheiten zu erinnern, die einfache Wahrheit zu glauben?

Die Hölle – keine Rückkehr möglich

Lk 16,26: Und bei all diesem ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, damit die, die von hier zu euch hinübergehen wollen, nicht können und sie nicht von dort zu uns herüberkommen wollen.

Uns wurde gelehrt, dass die Hölle ein Platz ist, von dem es keine Rückkehr mehr gibt (LK 16,26). Es gibt keine zweite Chance in der Hölle! Jede Vorstellung einer Reinkarnation ist der Schrift völlig fremd: „Und ebenso wie es den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht“ (Heb 9,27). Die Hölle ist auch kein Ort der vorübergehenden Strafe, wo man dann nach einer Zeit der Läuterung in den Himmel kommt. Die Bibel lehrt ganz gewiss bestimmt nicht, dass jeder am Ende in den Himmel kommt (Mt 25,41.46). In Wirklichkeit ist dort ein großer Abgrund, was bedeutet, dass die Hölle ein immerwährender Zustand ist. Vers 26 macht klar, dass es unmöglich ist, dass irgendjemand aus dem Himmel jemandem aus der Hölle helfen kann. Mitleid ist nur für dieses Leben bestimmt. Die einzige gute Nachricht ist, dass die festgelegte Grenze bedeutet, dass die Gläubigen im Himmel für immer sicher sein werden. Christen können genauso wenig wieder aus dem Himmel kommen wie Christus, weil die gesegnete Stellung eines jeden Gläubigen in Jesus für immer ist (Eph 1,6).

Die Hölle – ein realer furchtbarer Ort

Lk 16,27-31: Er sprach aber: Ich bitte dich nun, Vater, dass du ihn in das Haus meines Vaters sendest, denn ich habe fünf Brüder, damit er sie dringend warne {ihnen ernstlich bezeuge}, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. Abraham aber spricht [zu ihm]: Sie haben Mose und die Propheten; mögen sie auf diese hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen geht, so werden sie Buße tun. Er sprach aber zu ihm: Wenn sie nicht auf Mose und die Propheten hören, so werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht.

Zum Schluss sehen wir in Vers 27-31, dass die Hölle ein realer und furchtbarer Ort ist. Der reiche Mann wurde gezwungen einzusehen, dass die Schrift zu verwerfen oder zu vernachlässigen bedeutet, für immer verloren zu sein. Wie seine fünf Brüder auf der Erde auch, hatte der Reiche in seinem Leben Zugang zu „Mose und den Propheten“ (Lk 16,29). Dies ist natürlich eine Bezugnahme auf das Alte Testament. Erinnere dich, dass das Neue Testament zu dieser Zeit noch nicht geschrieben war. Für jeden, der offen für die Wahrheit war, war die Bibel ein ausreichender Beweis – und das ist sie immer noch! Wunder werden die verstockten und „abgebrühten“ Zweifler nicht überzeugen, trotz der Gedanken und Argumente des Reichen (Lk 16,30). Ein altes Sprichwort sagt: „A man convinced against his will, is of the same opinion still!“ (Ein Mann, der gegen seinen Willen überzeugt wird, hat immer noch die gleiche Meinung.)

Der Beweis dieser Aussage in Vers 31 wurde nicht lange, nachdem der Herr diese Geschichte erzählt hatte, erbracht. Ein Mann namens Lazarus (s. Joh 11) ist zur Bezeugung der Wahrheit des Herrn und der Schrift von den Toten auferstanden. Die Pharisäer, die nicht auf „Mose und die Propheten“ hören wollten, wurden nicht überzeugt, gläubig zu werden, sogar dann nicht, als einer von den Toten auferstand. Diese halsstarrigen und verhärteten Ungläubigen ersannen statt dessen Jesus umzubringen (Joh 11,53) – und Lazarus ebenso (Joh 12,10)! Und auch die Auferstehung des Herrn bald danach änderte nicht ihren Unglauben. Wie furchtbar für diese Ungläubigen, zusammen mit dem Reichen und vielen anderen Ablehnern der Schrift, damals und jetzt, nach dem Tod zu begreifen, dass sie für immer verloren sind.

Der Herr spricht mehr von der Hölle als vom Himmel

Es ist bedeutsam, dass der Herr Jesus in den Berichten in den vier Evangelien mehr von der Hölle sprach als vom Himmel. Warum wollte unser geliebter Herr, „der umherging, wohl tuend“ (Apg 10,38), so viel Zeit damit verbringen, über solch ein unangenehmes Thema zu reden? 2. Petrus 3,9 gibt die einfache Antwort: Unser Gott möchte nicht, dass irgendjemand für immer in der Hölle verloren ist.


Originaltitel: „Lost Forever“
Quelle: www.growingchristians.org

Übersetzung: Ruben Isenberg

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