Auswirkung einer Erfüllung mit dem Geist
Offenbarung 22,16.17

John Thomas Mawson

© SoundWords, online seit: 16.05.2003, aktualisiert: 21.05.2018

Leitverse: Offenbarung 22,16.17

Off 22,16.17: Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch diese Dinge zu bezeugen in den Versammlungen. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der glänzende Morgenstern. Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst.

Einleitung

Hier haben wir die letzte Erwähnung des Heiligen Geistes in der Bibel, und es ist eine Offenbarung für uns von seiner unermüdlichen Tätigkeit. Es zeigt uns ferner, was „die Einheit des Geistes“ in praktischer Hinsicht ist, die in dem dreifachen Ruf aus Herz und Mund derjenigen zum Ausdruck kommt, in denen Er wohnt und die Er in Einklang mit sich bringt.

Der erste Ruf des Geistes ist an Jesus, unseren Herrn, gerichtet. Er scheint in den Himmeln als der glänzende Morgenstern. Und zu Ihm „der Geist und die Braut sagen: Komm“, wenn seine Herrlichkeit in der Seele aufgeht. Der zweite Ruf richtet sich an die, die Jesus lieben und nach deren Liebe Er sich sehnt, doch deren Herzen schläfrig geworden sind; ihnen ruft Er zu: „Wer es hört, spreche: Komm.“ Der dritte Ruf ergeht an den großen äußeren Kreis einer bedürftigen Welt. Ihr gegenüber ist das Herz Gottes voll von Mitleid, und dies findet in dem letzten Evangeliumsruf der Bibel einen Ausdruck: „Wen da dürstet, der komme, wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst.“

Der Ruf an den Herrn gerichtet

Der Geist der Wahrheit, der Tröster, ist gekommen, um uns die Dinge von Jesus Christus zu zeigen und um Ihn zu ehren. Er ist erfolgreich in seinem Werk, und Christus ist verherrlicht, wenn die Herzen seines erlösten Volkes so von Ihm hingenommen sind, dass andere Dinge mehr und mehr ihre Anziehungskraft verlieren und sie nur Ihn selbst noch brauchen und in dem einen großen Wunsch völlig einstimmen, dass Er bald kommen möge. Wenn die Herzen der Heiligen Gottes in den Ruf „Komm“ einstimmen, dann besteht kein Missklang und kein Widerspruch mehr zwischen dem Verlangen des Geistes und demjenigen derer, in denen Er wohnt. Dies ist die Einheit des Geistes. Der Geist wünschte zu jeder Zeit, dass Christus kommen möchte, und seit den Tagen der Pfingsten wirkte Er unaufhörlich in dieser Hinsicht, aber Jahrhunderte sind dahingerollt und Christus ist noch nicht gekommen. Die Menschen verspotten diese immer noch gewaltige Hoffnung, doch der Geist ist nicht entmutigt, weil eine so lange Zeit verstrichen ist, sondern Er setzt sein Werk fort und wird es tun, bis es mit endgültigem und ewigem Erfolg gekrönt sein wird, und diese letzte Erwähnung seiner Bemühungen in dem Wort Gottes bringt diesen Tag der Herrlichkeit klar vor uns.

Der Hauptgrund, weshalb Christus noch nicht gekommen, ist, weil Er zunächst auf seine Braut Anspruch erhebt. Er wird zur rechten Zeit sein Reich, die Herrlichkeit und die allgemeine Verehrung empfangen, aber vorher muss Er seine Braut haben, eine vollkommene und für Ihn passende Gemeinde. Dies war bisher noch nicht möglich, denn die Kirche ist noch nicht vollendet; doch der Geist wird in seiner Arbeit nicht aufhören, bis dies geschehen und sie bereit ist, Christus vorgestellt zu werden „ohne Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen“. Dann wird keine Verzögerung eintreten. Der Herr wird mit einem Ausbruch der Freude und des Triumphes dem Ruf des Geistes und der Braut entsprechen, der die entschlafenen Heiligen auferwecken und die lebenden verwandeln und beide versammeln wird in eine ganze, unteilbare Gemeinde, damit sie Ihm als solche begegne in der Luft. Dass dieser Tag nahe gekommen ist, liegt auf der Hand. Wir glauben, dass die Tatsache dafür spricht, dass der Wunsch nach dem Kommen des Herrn sehr zugenommen hat und heute mehr Herzen denn je sagen: „Komm, Herr Jesus.“ Der Geist vereinigt die Zuneigungen der Gemeinde und macht, dass sie zusammenfließen in dieser einen Einheit, deren Urheber und Erhalter Er ist. Und Er wird diese Arbeit fortsetzen, bis Er alle die zahllosen Scharen durchdrungen hat, die das Lamm umgeben werden, gekrönt mit Freude und unvergänglichem Licht, um Ihn, den großen „Ich bin“, zu begrüßen.

Der Ruf an die, welche Ihn lieben

Es ist unmöglich, dass der Geist von seinem Wirken ruhen konnte, während so viele, für die Christus starb und die Er mit einer Liebe liebt, die nie aufhören kann, gleichgültig gegen Ihn und sein Kommen sind. Er muss wirken, um die Herzen aus dieser Gleichgültigkeit aufzurütteln, damit sie in den Ruf des Geistes einstimmen. Und solche, die in Übereinstimmung mit dem Geist Gottes sind, werden sagen: Der Geist wirkt bis jetzt, und auch wir müssen wirken; wir können uns nicht der Ruhe hingeben, bis alle, die ein Ohr haben zu hören, in dieselbe Einheit der Herzen gebracht worden sind und mit derselben Stimme sagen: Komm, Herr Jesus.

Wie fremdartig mutet uns doch jener Herzenszustand an, den wir manchmal finden, der so gleichgültig ist hinsichtlich der Zuneigung unserer Mitgläubigen gegen Christus. Wie völlig liegt dies außerhalb der praktischen Einheit des Geistes, und wie muss dies die Diener des Herrn entmutigen, die da ausgehen nach Norden und Süden, nach Osten und Westen mit dem Ruf: „Siehe, der Bräutigam. Geht aus, ihm entgegen.“ Solche Gleichgültigkeit einer Sache von größter Wichtigkeit gegenüber zeigt, dass das Herz nicht in Übereinstimmung ist mit dem Heiligen Geist und ein sehr geringes Verständnis für das Verlangen des Herrn für die Heiligen hat. Möchte der Schreiber und Leser durch das große Erbarmen Gottes vor einem solchen Zustand bewahrt bleiben. Lasst uns die Wahrheit vernehmen und uns ihrer erfreuen: „Da ist ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen worden seid in einer Hoffnung eurer Berufung.“ Die Gemeinde Gottes ist eine Gemeinde, ein Geist wohnt in ihr, und das Lamm, das starb, um sie zu erlösen, ist ihre eine großartige Hoffnung. Möchte diese große Tatsache unsere Herzen ergreifen und ihren wahren Platz in unserm Leben haben; dann werden wir für die Belebung des Rufes des Geistes in den Herzen aller Heiligen wirksam sein.

Der Ruf an die Welt

Das im Einklang mit dem Geist stehende Herz wird nicht nur Christus treu sein und auf sein Kommen warten sowie Fürsorge für seine Mitgläubigen tragen, damit sie nicht schlafen wie so manche, sondern es wird sich auch um die Rettung von Seelen bemühen, es wird der trost- und hoffnungslosen Welt eine ernste Einladung geben. Es ist gesagt worden, dass ein treuer Kirchenmann auch ein treuer Evangelist ist, und das ist wahr. Niemand trat mehr in die Einheit des Geistes ein als der Apostel Paulus; keiner arbeitete und diente mit größerem Eifer, damit die Heiligen in einen passenden Zustand für das Kommen des Herrn gebracht würden. Denn aus was für einem warmen, vollen und doch besorgten Herzen muss der Ruf gekommen sein: „Ich eifere um euch mit Gottes Eifer, denn ich habe euch einem Manne verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau dem Christus darzustellen. Ich fürchte aber, dass etwa, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, auch euer Sinn verderbt und abgewandt werde von der Einfalt gegen den Christus.“ Und doch war er der Mann, der von Stadt zu Stadt, von Land zu Land unglaubliche Beschwernisse ertrug, um die gute Botschaft jedem Geschöpf, das unter dem Himmel ist, zu predigen. Sein Heiland und Herr verlangte danach, Seelen zu retten, als Er hier war, und bei Paulus war es ebenso, denn das Leben des Herrn Jesus wurde offenbar an seinem sterblichen Fleisch, und das Mitgefühl Gottes erfüllte seine Seele. Er war ein seinem Herrn völlig überliefertes Gefäß, durch das der Geist sprechen und wirken konnte; er war ein vom Heiligen Geist erfüllter Mensch.

Beinahe zweitausend Jahre sind dahingegangen, seit der Geist die Botschaft der Gnade den Ohren einer hoffnungslosen Welt durch jenes Gefäß anvertraute, und noch schaut Er nach Menschen aus, die in Übereinstimmung mit Ihm den Ruf ertönen lassen: „Wen da dürstet, der komme wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst.“ Das Herz Gottes ist noch nicht befriedigt, die Quelle des Wassers des Lebens sprudelt noch so frisch wie je. Bis der Herr dem Ruf des Geistes und der Braut entspricht, steht dieser große Wirkungskreis für alle die offen, die sich danach ausstrecken, die Einheit des Geistes zu bewahren. Es gibt in der Tat diese zwei Sphären: die Gemeinde und die Welt, und gesegnet wird der Diener sein, den sein Herr, wenn Er kommt, mit seinen Interessen für diese beiden Kreise beschäftigt findet.


Originaltitel: „Der dreifache Ruf des Geistes“
aus Der Dienst des Wortes, Jg. 8, 1930, S. 175–179

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