Die Taufe
Ihre Bedeutung für mich und meine Kinder

John Nelson Darby

© SoundWords, online seit: 24.09.2001, aktualisiert: 11.02.2017

Leitverse: Römer 5,12; 1. Petrus 3,20-22

Röm 5,12: Darum, gleichwie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen, und durch die Sünde der Tod, und also der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben.

1Pet 3,20b-22: … in die wenige, das ist acht Seelen, eingingen und durch Wasser gerettet wurden, welches Gegenbild auch euch jetzt errettet, das ist die Taufe (nicht ein Ablegen der Unreinheit des Fleisches, sondern das Begehren eines guten Gewissens vor Gott), durch die Auferstehung Jesu Christi …

Der Tod – die einzige Grundlage Gott zu nahen

Zu Adam wurde gesagt: „Welches Tages du davon isst, wirst du gewisslich sterben“ (1Mo 2,17), und von jenem Tag bis heute ist der Tod das gemeinsame Los aller Menschen gewesen. In dem Garten Eden war keine Schranke zwischen Gott und den Menschen, bis die Sünde kam; nach dem Sündenfall gab es keinen Weg des Hinzunahens oder Zurückkehrens zu Gott als nur durch den Tod. Darüber belehrt uns Gott durch die ganze Schrift hindurch. Adam wurde mit Röcken von Fell bekleidet, und Abel schlachtete ein Lamm. Noah, Abraham und Mose mussten alle dieselbe Wahrheit lernen. Das Passahlamm und der weitgehend in der Schrift dargestellte jüdische Opferkult zeigten an, dass, wenn Gott ein erlöstes Volk auf einer fluchbeladenen Erde haben sollte, dieses nur auf dem Boden des Todes stehen konnte; wenn Gott sich irgendwie mit dem sündigen Menschen beschäftigen sollte, um ihn in seine Nähe zu bringen, dann konnte dieses nur durch ein geschlachtetes Lamm geschehen, das ein Vorbild von dem „Lamm Gottes“ war, „das die Sünde der Welt wegnimmt“ (Joh 1,29).

Der Tod Christi – Gottes Abrechnung mit der Sünde

Auf diese Weise bietet der Herr Jesus sich dem Menschen als Der an, an den der Mensch glauben kann; und für Gott ist sein Tod die einzige Grundlage, auf der Er sich mit dem Menschen beschäftigen kann. Da Gott heilig ist, muss Er notwendigerweise ein Zeugnis gegen die Sünde haben, und wer Gott naht, muss auf dem Wege kommen, den Gott freigelegt hat. Vor der Sintflut sagte Gott: „Das Ende alles Fleisches ist vor mich gekommen“ (1Mo 6,13), und es gab nichts anderes als Gericht. Doch der Mensch selbst wurde noch nicht beseitigt, sondern das geschah am Kreuz. Noah ging wieder aus der Arche heraus, und Gott segnete ihn aufgrund seines Opfers und machte einen Bund mit ihm. Dann wurde später das Gesetz gegeben und der Mensch im Fleisch wurde auf die Probe gestellt. Wie jämmerlich er gefehlt hat, brauchen wir nicht zu erwähnen. Der Sohn Gottes erschien, das Licht schien in der Finsternis, das Leben war dort, wo alles im Tod lag, und die Wahrheit stellte alles, was nicht von ihr war, bloß. Er wurde von den Juden verworfen, sie überlieferten Ihn in die Hände der Nationen, die Ihn zum Tod verurteilten, und das Kreuz auf Golgatha wurde der Mittelpunkt der Geschichte des Menschen. Dort wurde „die Sünde im Fleisch“ mit allem, was dem Menschen im Fleisch anhaftete, von Gott gerichtet und für immer beseitigt. Dieses großartige Werk, das Der vollbracht hat, auf dem Gottes Auge von Ewigkeit her ruhte, wird uns in seinem Wort kundgemacht. Wir können dort lesen, dass Gott in dem Tod seines Sohnes betreffs der Sünde verherrlicht worden ist: „Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm“ (2Kor 5,21).

Der Tod Christi – beseitigt den ersten Menschen vor Gott

Seitdem der Herr Jesus wieder aus dem Grab hervorgekommen ist, wohin Er um der Sünde willen gegangen war, wird das Evangelium in der ganzen Welt verkündigt, und „wer da glaubt und getauft wird, wird errettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden“ (Mk 16,16). Jesus wird als der Auferstandene aus den Toten verkündigt, der „den zunichtegemacht hat, der die Macht des Todes hat, das ist den Teufel“ (Heb 2,14). Er ist für alle gestorben und deshalb das Haupt eines jeden Mannes (Menschen) geworden. Der erste Mensch ist in richterlicher Weise für immer beseitigt, seine Probezeit und sein Gericht sind vorbei. „Jetzt ist das Gericht dieser Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden“ (Joh 12,31). Unser Herr sprach diese ernsten Worte im Hinblick auf seinen Tod, und wenn eine Seele gesegnet werden sollte, dann kann das nur durch Ihn, den aus den Toten Auferstandenen, geschehen.

Diese ernste und doch herrliche Botschaft lässt Gott heute den Sündern verkündigen, nämlich

  • dass Jesus durch den Tod gegangen und nun droben im Himmel erhöht ist,
  • dass Er das ganze Gericht trug, das die Sünde verdient hatte,
  • dass Er jede Verantwortlichkeit, die auf dem Menschen war, auf sich genommen hat,
  • dass der ganze Zorn Gottes gegen die Sünde über Ihn gekommen ist,
  • kurzum dass der erste Mensch, die Sünde und das Fleisch im Tod Christi völlig gerichtet und vor Gott beseitigt und außer Sicht gestellt worden sind.

Die Taufe – Annahme des Urteils Gottes über den ersten Menschen

Die Taufe ist der Ausdruck der Annahme dieses Gerichtes, die Ablehnung des ersten Menschen vor Gott, das Bekenntnis, dass ich den Tod verdient hätte, wenn ich meinen Lohn als Mensch bekommen würde, d.h., wenn Gott mit mir aufgrund dessen, was ich bin, verfahren würde. Doch Christus, der zweite Mensch, nahm das alles auf sich, als Er in Gnade für mich starb. Deshalb steht geschrieben: „Die Zöllner rechtfertigten Gott, indem sie mit der Taufe des Johannes getauft worden waren“, und wir rechtfertigen Gott, wenn wir uns verurteilen; doch „die Pharisäer und Gesetzgelehrten machten in Bezug auf sich selbst den Ratschluss Gottes wirkungslos, indem sie nicht von ihm getauft worden waren“ (Lk 7,29.30). Ein Jude bekannte durch die Taufe des Johannes seine Sünden, verzichtete auf alle Ansprüche, die er hatte, und bekannte, dass er alle seine Hoffnungen nur auf Den setzte, den Johannes ankündigte: „Der nach mir Kommende ist mir vor, denn er war vor mir“ (Joh 1,15). Die Pharisäer jedoch rechtfertigten Gott nicht, denn sie verurteilten sich selbst nicht; sie machten den Ratschluss Gottes wirkungslos, indem sie sich weigerten, getauft zu werden. Das zeigt, was die Taufe bedeutet; ich möchte nicht auf den Unterschied zwischen der Taufe des Johannes und der christlichen Taufe eingehen, sondern nur bemerken, dass ein Unterschied zwischen beiden Arten der Taufe besteht.

In dem Augenblick, wo ein Sünder an Christus glaubt, wird er in Ihm angenommen und errettet durch den Glauben an seinen Namen. Doch wenn er mit Christus auf einem Schauplatz teilhaben will, wo Gott verunehrt worden ist, wo die Sünde geherrscht hat und wo Christus zur Sünde gemacht worden und der Sünde gestorben ist, so kann das nur geschehen, wenn er dem Bilde nach durch den Tod geht. Ich werde auf seinen Tod getauft, um hier auf der Erde mit dem Herrn teilzuhaben, in dem das Leben ist. Es ist nicht notwendig, dass ich zuerst an seinem Leben teilhaben muss, um dann an seinem Tod teilzuhaben, sondern wie es in der Wirklichkeit ist, so ist es auch in dem Bild (der Taufe): Ich nehme an seinem Tod teil, um an seinem Leben teilzuhaben. Die Taufe setzt nie Leben in dem Betreffenden, der getauft wird, voraus (obschon es vielleicht schon vorhanden ist), sondern sie stellt immer den Tod dar.

Wiedergeboren – und doch noch nicht die Sünden abgewaschen

So war Saulus noch in dem Zustand, der ihm als Sünder eigen war und hatte noch Sünden auf sich, obschon er vor dem Gericht sichergestellt war, als zu ihm gesagt wurde: „Stehe auf, lass dich taufen und deine Sünden abwaschen“ (Apg 22,16). Seine Sünden waren noch nicht abgewaschen, weil er noch nach außen hin mit dem ersten Menschen in Verbindung stand, bis er auf Christus getauft worden war, und als ein auf Erden lebender Mensch kam er erst durch die Taufe in die christliche Stellung. Wenn Leben in die Taufe geschlossen wäre, müsste es dann nicht heißen: Auf, lass dich taufen, weil deine Sünden abgewaschen sind? Weiter heißt es in Apostelgeschichte 2,38: „Tut Buße, und ein jeder von euch werde getauft zur Vergebung der Sünden“, nicht weil eure Sünden schon vergeben sind, was die sagen müssten, die die sogenannte „Großtaufe“ lehren.

Nicht getauft – nicht gerettet!

„Die nun sein Wort aufnahmen, wurden getauft“, und das geschah zur Vergebung der Sünden; das will besagen, dass sie erst nach außen hin als von der Sünde befreit angesehen werden konnten, wenn sie in den Wassern des Todes (der Taufe) dem Bilde nach gestorben waren, „in welche wenige, das ist acht Seelen, durch Wasser gerettet wurden, welches Gegenbild auch euch jetzt errettet, das ist die Taufe“ (1Pet 3,20.21). Die Schrift sagt also, dass Noah durch Wasser gerettet wurde; er ging in die Arche, und Gott schloss hinter ihm zu; er war also so sichergestellt wie nur möglich. Doch keiner konnte sagen, dass er schon errettet war. Die Schrift sagt, dass er durch Wasser gerettet wurde und dass das Gegenbild davon, nämlich die Taufe, auch uns jetzt errettet. Als die Wasser des Gerichtes Gottes die Erde überfluteten, wurde Noah in der Arche errettet. Er ging aus der alten Welt in die Arche, ging dann durch das Wasser (das Gericht) und kam wieder aus der Arche, um die neue Welt zu betreten. Er konnte nur errettet werden, wenn er durch das Gericht ging. „Das Gegenbild davon ist die Taufe“, nämlich die Wasser des Todes, wodurch jemand, der das Gericht Gottes annimmt, aufgefordert wird zu gehen, und „die Taufe errettet uns jetzt“. Noah konnte nur durch die Sintflut hindurch ein Leben in der neuen Welt anfangen, und wir können auch nur durch Christi Tod ein äußeres Band mit Ihm haben. „Das Gegenbild“ errettet uns jetzt; wir sind also als Ungetaufte nach außen hin noch nicht errettet. Die Taufe ist „nicht ein Ablegen der Unreinigkeit des Fleisches, sondern das Begehren (Fordern oder Zeugnis) eines guten Gewissens vor Gott“ (1Pet 3,21). Das besagt, dass mir nur die Taufe auf Christi Tod ein gutes Gewissen vor Gott geben kann, weil ich weiß, dass Er das Gericht der Sünde in seinem Tod getragen hat.

Noah war durch den Glauben an das Zeugnis Gottes errettet, doch er konnte den neuen Boden nur durch die Sintflut einnehmen. Der Christ ist ebenso durch den Glauben errettet, doch er kann in dieser unter Gericht stehenden Welt nur in Verbindung mit Christus sein, wenn er dem Bild nach durch den Tod geht. Ebenso war auch die Lage, in der Israel sich in Ägypten befand. Sie waren sicher unter dem Schutz des Blutes, doch sie waren erst von Ägypten errettet, als sie durch das Rote Meer gegangen waren, das ein Vorbild vom Tod Christi und der Zerstörung aller Feinde ist. In Ägypten waren sie sicher, aber noch nicht errettet. Das Blut schützte sie vor dem Gericht, doch sie mussten durch die Wasser des Todes gehen, um errettet zu sein. Ebenso schützt mich der Glaube an Gott in Bezug auf den Wert des Blutes Christi, doch ich bin erst von Ägypten befreit, wenn ich durch das Rote Meer in der Taufe gegangen bin. Ich mag wirklich ein Eigentum des Herrn sein und wissen, dass Christus für mich im Tod war; aber die Taufe hat es mit der Stellung auf der Erde zu tun und nicht mit dem Kommen in den Himmel. Sie ist Unterwerfung unter Christus, der aller Herr ist.

Sich taufen lassen – um zu sterben

Wir bringen in der Taufe nicht zum Ausdruck, dass wir mit Christus gestorben sind und deshalb auch begraben werden müssen (wenn wir auch glauben, dass Christus für die Sünde gestorben ist), sondern im Gegenteil: Ich werde getauft, um zu sterben, und sterbe darin dem Bilde nach. Der erste Mensch ist in richterlicher Weise am Kreuz zu Ende gebracht worden, und ich erkenne diese Wahrheit in der Taufe an. Als ein Bild des Todes trennt sie mich von allem, dem Christus gestorben ist, wie das Rote Meer Israel von Ägypten trennte.

„Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie sollten wir noch in derselben leben?“ (Röm 6,2). Dort handelt es sich um Gläubige, die von der Sünde befreit waren, die sich ihr aber wieder zuwandten. Sie wollten sündigen, auf dass die Gnade überströme, und so „die Gnade unseres Gottes in Abschweifung verkehren“ (Jud 4). Wie tritt der Geist Gottes ihnen entgegen? Wenn ihr auf Christus getauft worden seid, dann seid ihr auch auf seinen Tod getauft worden; und was war sein Tod anderes als das Gericht Gottes über die Sünde? In der Taufe hatten sie anerkannt, dass das für die Sünde getragene Gericht gerecht war, und sie waren darauf getauft worden. Deshalb sollten sie nun auch „in Neuheit des Lebens wandeln“ (Röm 6,1-4).

Welches Vorrecht habe ich meinen Kinder gegenüber?

Der Tod Christi, auf den sie getauft waren, trennte sie deshalb von der Macht der Sünde, des Gesetzes und des Fleisches (Gal 3,27; Kol 2,12). Wenn ich glaube, dass der erste Mensch im Tod Christi gänzlich verurteilt und in richterlicher Weise beseitigt ist und dass der Glaube dieses Gericht in der Taufe annimmt – und Gott hat mir Kinder gegeben, die nicht in Verbindung mit dem zweiten Menschen, sondern in der Natur des ersten geboren sind („was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch“) –, wenn ich nun glaube, dass diese Kinder, die in Sünden und in der Natur des ersten Menschen, der vor Gott beseitigt ist, geboren sind, in der Zucht und Ermahnung des Herrn (der seine Herrscherrechte durch seinen Tod erlangt hat), auferzogen werden sollen (Eph 6,4), so ist es das Vorrecht meines Glauben, auch diese Kinder als in richterlicher Weise beseitigt anzusehen und sie dem Tod Christi zu übergeben, indem ich bedenke, was Gott über diesen Tod denkt, dass er entweder Errettung oder Verdammnis bringt und dass darin Gottes Gerechtigkeit offenbart wird gegen alle und auf alle, die da glauben (Röm 3,21). „Wir sind Gott ein Wohlgeruch Christi in denen, die errettet werden, und in denen, die verloren gehen; den einen ein Geruch vom Tod zum Tod, den andern aber ein Geruch vom Leben zum Leben“ (2Kor 2,15.16). Das Kreuz Christi hält die Heiligkeit Gottes angesichts der Sünde aufrecht. Deshalb sind wir als Gläubige vor Gott verpflichtet, den Tod Christi als Grundlage der Annahme bei Gott unseren Kindern vorzustellen, sobald sie das verstehen können. Doch mein Glaube nimmt den Tod Christi für meine Kinder von dem frühesten Augenblick an in Anspruch, denn mein Kind ist ein Stück von mir, und ich bin dafür vor Gott verantwortlich.

Als Israel durch das Rote Meer zog, das ein Vorbild von dem Tod Christi ist (woran wir aufgrund des Glaubens teilhaben), da waren ihnen die Wasser des Todes eine Mauer zur Rechten und zur Linken; doch dieselben Wasser des Todes bedeckten die Ägypter, die versuchten, ohne Glauben und getrennt von Mose, dem Führer des Volkes Gottes, hindurchzugehen. In derselben Weise versteht der Glaube, dass der gestorbene und auferstandene Christus, der allen gepredigt wird, der Grund der Annahme für den Glauben und der Grund der Verdammnis für den Unglauben ist. Er erkennt an, dass Christus zu dem Zeugnis für die Heiligkeit Gottes angesichts der Sünde gemacht ist.

Es erhebt sich nun die Frage, in welcher Beziehung denn die Kinder zu Gott stehen. In welcher Beziehung stehen christliche Eltern zu Gott und zu den Kindern, die Er ihnen gegeben hat? Wir erkennen keine andere Stellung für uns an als nur in dem zweiten Menschen, denn unsere Stellung in dem ersten Menschen ist im Tod Christi völlig beseitigt worden, und es ist gleichfalls wahr, dass die Stellung unserer Kinder dem ersten Menschen gemäß auch am Kreuz beseitigt worden ist. Als Kinder stehen sie unter der Wirksamkeit des Todes Christi. „Ihre Engel in den Himmeln schauen allezeit das Angesicht meines Vaters, der in den Himmeln ist“ (Mt 18,10). Der Glaube nimmt das an und übergibt sie {mit der Taufe} dem Bilde nach dem Tod Christi; er nimmt es als Gottes Gerechtigkeit an, die für sie entweder Errettung oder Gericht bringen wird. Doch gelobt sei Gott, es ist nicht sein Wille, dass eines dieser Kleinen verloren gehe (Mt 18,14).

Es gibt für mein ganzes Haus nur einen Platz vor Gott

Sein Wort an den Kerkermeister in Apostelgeschichte 16,31 lautete: „Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst errettet werden, du und dein Haus.“ Sein Glaube sollte den Tod Christi ergreifen, doch nicht nur für sich, sondern auch für alle die Seinigen. Gott würde schon als Antwort auf seinen Glauben an Christus das Wort auf ihr Gewissen anwenden und sie dahin bringen, dass sie das für sich selbst annahmen, was sein Glaube für sie angenommen hatte. Daher wurde er alsbald getauft, er und alle die Seinigen. Dann frohlockte er, indem er „ganzhäusig“ [d.h. im Hinblick auf sein ganzes Haus] an Gott gläubig geworden war (Apg 16,33.34). Das war eine ganz bestimmte Botschaft Gottes, und wenn die Worte eine Bedeutung für uns haben, dann berechtigt mich das, die Errettung meines Hauses als Antwort auf meinen Glauben an Gott zu erwarten. Das ist auch seine Gabe (Eph 2,8).

Ich bedenke,

  • dass der erste Mensch gerichtet ist,
  • dass der auferstandene Christus als die Gerechtigkeit Gottes angesichts einer schuldigen Welt offenbart wird,
  • dass diese Welt unter dem Gericht Gottes wegen des Todes seines Sohnes liegt,
  • dass jeder Mund verstopft ist
  • und alle unter der Sünde sind
  • und dass die Taufe nichts für mich als Gläubiger in sich schließt, was mein Glaube nicht auch für mein Kind, das ein Stück von mir ist, in Anspruch nehmen kann;
  • dass Gott mir die Berechtigung gibt, die Errettung meines Kindes zu erwarten,
  • dass jemand durch die Taufe aus der Welt, die unter dem Gericht steht, herausgeführt und in Unterwürfigkeit unter Christus gebracht wird, „welches Gegenbild auch euch jetzt errettet, das ist die Taufe, nicht ein Ablegen der Unreinigkeit des Fleisches, sondern das Begehren eines guten Gewissens vor Gott, durch die Auferstehung Jesu Christi“;
  • dass der Tod Christi (wovon die Taufe ein Bild ist) entweder Errettung oder Gericht bringt für alle, denen Christus in Auferstehung als Ausdruck der Gerechtigkeit Gottes vorgestellt wird.

Dann nehme ich mit Freuden das Bild des Todes Christi, und im Glauben den Tod Christi selbst, auch für mein Kind an, für das ich vor Gott verantwortlich bin.

Ich erkenne dadurch an,

  • dass, wenn Gott sich mit meinem Kind beschäftigen würde, wie es ist (nämlich dem ersten Menschen gemäß), keine Hoffnung dafür vorhanden sein würde;
  • dass der Tod Christi den ersten Menschen zu Ende gebracht hat und
  • dass in seinem Tod auch dieses Kind, das einen Teil des ersten Menschen ausmacht, gerichtet worden ist;
  • dass jede Hoffnung nur in dem zweiten Menschen ist.

Ich übergebe das Kind dem Tod Christi, der notwendigerweise entweder seine Errettung oder seine Verdammnis werden wird; wenn es Ihn verwirft, wird es verdammt werden. Doch gelobt sei Gott, Er ermutigt mich zu glauben, dass es nicht gerichtet, sondern errettet werden wird. „Es ist nicht sein Wille, dass eines dieser Kleinen verlorengehe.“ Er hat mir Christus für mich gegeben und stellt Christus auch meinen Kindern vor, damit sie Ihn annehmen und nicht verlorengehen möchten. Er sagt mir, ich soll sie aufziehen in der Zucht und Ermahnung des Herrn (Eph 6,4). Er sagt mir weiter: „Erziehe den Knaben seinem Weg gemäß; er wird nicht davon weichen, auch wenn er alt ist“ (Spr 22,6). Die Kleinen gehören Christus; Er hat sie erlöst. Er sagte: „Lasst die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes“ (Lk 18,16).

In der Taufe erkenne ich die Rechte Christi, die Er über mein Kinder hat an, nämlich „dass er durch Gottes Gnade für alles (oder alle) den Tod schmeckte“ (Heb 2,9) und dass sie nicht in der Welt als zu ihr gehörig auferzogen werden sollen, sondern dass sie für Ihn auferzogen werden in dem Vertrauen auf Gott, dass Er sie früher oder später für sich in Anspruch nehmen wird.

Was folgt, wenn ich meine Kinder habe taufen lassen?

Der Glaube weist {damit} für sie die Welt, das Fleisch und den Teufel zurück.

  • Der Glauber erkennt an, dass ihre ganze Erziehung und Heranbildung unter dem Gesichtspunkt geschehen muss, dass sie Christus aufgrund seines Todes angehören.
  • Der Glaube betrachtet sie als tot der Welt gegenüber;
  • deshalb darf ich meinen Kindern nicht etwas in der Welt gestatten, was ich selbst als Christ nicht tun würde.
  • Ihre ganze Erziehung sollte im Blick darauf geschehen, dass Christus ein Recht über sie erlangt hat.
  • Wenn sie noch nicht verantwortlich sind, dann bin ich verantwortlich, die Rechte Christi über sie zu wahren.

Wenn das im Glauben geschieht, wird Gott die Kinder dahin bringen, einzusehen, dass sie einen Heiland für sich nötig haben, und es wird Ihm ganz gewiss Freude machen, ihnen Christus für ihre Herzen zu schenken. Wer den Tod Christi als Schutzmittel vor dem Gericht für sich und für diejenigen, die Gott ihm gegeben hat, angenommen hat und dann seinen Kindern gestattet, in den Gesellschaften und Vergnügungen dieser Welt aufzuwachsen, der ist wie ein Israelit, der seinen Kindern gestattet hätte, durch die Haustüre hinauszugehen vor dem Morgen in der Nacht des Passahs. Wir dürfen niemals vergessen, dass das Blut an den Türpfosten ist. Die Welt ist unter dem Gericht; alles hängt jetzt vom Glauben ab. „Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott wohlzugefallen“ (Heb 11,6).

Will Gott eine getaufte Namenschristenheit?

Wenn das Wort Gottes uns geradeheraus sagen würde, wir sollten die Kinder taufen, dann könnte das jeder ohne Glauben tun. Das Wort Gottes ist vollkommen. Derjenige, der es geschrieben hat, wusste, was die Christenheit werden würde. Deshalb sehen wir darin die Weisheit Gottes, dass Er alles, was die Natur für sich in Anspruch nehmen könnte, zurückhält. Sonst hätte es den Anschein, als ob Gott dem, was jetzt besteht, seine Bestätigung gäbe, nämlich einer getauften Christenheit ohne Glauben, was natürlich nicht der Fall ist. Wenn uns aber auch nichts über das Taufen von Kindern geschrieben steht, so werden in der Schrift doch Haustaufen erwähnt, und die Häuser wurden getauft, nicht, weil jeder, der dazu gehörte, glaubte (das kann der Fall gewesen sein oder auch nicht), sondern weil sie Häuser von Gläubigen waren.

Das ist ein Grundsatz, der sich durch die ganze Schrift von Anfang bis zu Ende hindurchzieht, und es ist gut, das gründlich nachzuprüfen. Man fragt vielleicht, wie es denn kommt, dass das nicht bekannt ist, dass gottselige Leute nur erwachsene Gläubige taufen wollen und dass so viel Finsternis und Verwirrung über diese Fragen, die doch das einfachste Kind Gottes wissen sollte, herrscht. Die Kirche als Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit ist gefallen (Off 2,5), sie ist abgewandt worden von der Einfalt gegen den Christus (2Kor 11,3) und hat aufgehört, im Glauben zu wandeln; sie ist auf das Natürliche zurückgefallen und wandelt im Schauen. Wir leben in den letzten Tagen. Das, was die Kirche zu sein bekennt, steht im Verfall. Die Wahrheit war durch Jahrhunderte hindurch verborgen und mit Staub bedeckt. Doch Gott hat jetzt in Gnade angefangen, den Staub zu beseitigen.

Er führt jetzt die Seinen zu dem Wort zurück und gibt ihnen die herrlichen Wahrheiten, die darin enthalten sind, wieder. Er hat

  • die kostbare Wahrheit der Wiederkunft des Herrn wiederhergestellt,
  • ferner die himmlische Berufung,
  • die neue Schöpfung,
  • die Grundsätze der Versammlung
  • und auch die Wahrheit über die Taufe.

Wenn wir uns von dem Verfall trennen und den Staub beseitigen, dann ist uns Gottes Wort so hell und klar, wie es jemals war. Er offenbart es uns, wie wir fähig sind, es zu ertragen, und wendet es praktisch an. Die Taufe ist ein Schritt des Glaubens, der uns gegenwärtige Befreiung und alles, was dazu gehört, gibt. Deshalb macht der Feind auch besondere Anstrengungen, die Wahrheit derselben zu verbergen. Doch „der Gerechte wird aus Glauben leben“.


Originaltitel: „On the Baptism of Households“

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