Homosexualität im Licht der Bibel

Cor Reumerman

© CSV, online seit: 01.01.2001, aktualisiert: 30.01.2018

Leitverse: 3. Mose 18,22-24; 20,10-21

3Mo 18,22-24: Und bei einem Mann sollst du nicht liegen, wie man bei einer Frau liegt: Es ist ein Gräuel. Und bei keinem Vieh sollst du liegen …; und eine Frau soll sich nicht vor ein Vieh hinstellen, um mit ihm zu schaffen zu haben: Es ist eine schändliche Befleckung. Verunreinigt euch nicht durch alles dieses; denn durch alles dieses haben die Nationen sich verunreinigt, die ich vor euch vertreibe.

Einleitung

Wer in den letzten Jahren die Entwicklungen auf dem Gebiet der Homosexualität ein wenig verfolgt hat, weiß, dass sie sogar in christlichen Kreisen immer mehr als etwas Normales angesehen wird, das man akzeptieren müsse. Sogar in christlichen Zeitschriften wie auch bei großen kirchlichen Veranstaltungen wird sie immer mehr gutgeheißen, und man tritt dafür ein, dass sie gleichberechtigt sei mit der Sexualität in der Ehe. Seit einigen Monaten behaupten bestimmte Wissenschaftler, sie hätten die Verankerung der erblichen Veranlagung für Homosexualität auf den Chromosomen festgestellt (nämlich auf Xq28). Viele Homosexuelle und solche, die für sie einstehen, haben das aufgegriffen und ziehen daraus den Schluss, sie seien also so geboren worden, könnten daher nichts dazu, sondern müssten sich dementsprechend entfalten. Da ist es nötig, klar zu sehen, was Homosexualität eigentlich aus medizinischer Sicht ist, was die Schrift dazu sagt und was man dagegen tun kann.

Was ist Homosexualität?

Bei der Homosexualität handelt es sich um die unnatürliche sexuelle Anziehung einer Person zu einer anderen gleichen Geschlechts und (vielfach) um geschlechtlichen Verkehr zwischen solchen Personen. Für homosexuelle Beziehungen zwischen Frauen wird der Ausdruck „lesbisch“ benutzt. Besteht nur eine innere Anziehung (Männer–Männer; Frauen–Frauen), wobei es aber nicht zu einer sexuellen Handlung kommt, wird der Ausdruck „Homophilie“ (d.h. „das Gleichartige lieben“) verwendet. Leider werden die beiden Ausdrücke häufig nicht klar unterschieden und daher falsch gebraucht.

Es ist hilfreich, zwischen drei Ebenen von Homosexualität zu differenzieren, die unterschiedlich schwerwiegend zu beurteilen sind:

  1. Latente Homosexualität
  2. Passive Homosexualität
  3. Aktive Homosexualität

Bei (1) geht es um Personen, die zwar heiraten und Kinder haben können, aber (oft sogar unbewusste) homosexuelle Neigungen zeigen, die in bestimmten Situationen ans Licht kommen.

Bei (2) geht es um Personen, die sich zu homosexuellen Handlungen einladen oder verführen lassen, dabei selbst eine passive Rolle spielen.

Bei (3) geht es um Personen, die andere aktiv zu homosexuellem Geschlechtsverkehr einladen und sogar homosexuelle Vergewaltigung verüben können! Sie finden jeden Gedanken an eine Beziehung zum anderen Geschlecht ekelhaft.

Zwischen diesen drei Ebenen bestehen ganz allmähliche Übergänge.

Was sagt die Schrift über Homosexualität?

Wichtig ist es, zu beachten, dass Gott den Menschen ausdrücklich „männlich und weiblich“ schuf (1Mo 1,27; s. Fußnote in der Elberfelder Übersetzung) und ihnen den Auftrag gab: „Seid fruchtbar und mehrt euch“ (1Mo 28,28a), und dass Er Eva zu Adam brachte (1Mo 2,22). In Vers 24 heißt es dann: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden ein Fleisch sein.“

Nach Gottes Wort ist Homosexualität also deutlich eine Abweichung. Später werden wir verschiedene mögliche Ursachen dafür in Betracht ziehen und ebenso Wege aufzeigen, wie geholfen werden kann. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die Schrift die homosexuelle Praxis eindeutig Sünde nennt und sie strengstens verbietet!

Dazu einige Bibelstellen, die dies belegen. In 3. Mose 18,22-24 heißt es: „Und bei einem Mann sollst du nicht liegen, wie man bei einer Frau liegt: Es ist ein Gräuel. Und bei keinem Vieh sollst du liegen …; und eine Frau soll sich nicht vor ein Vieh hinstellen, um mit ihm zu schaffen zu haben: Es ist eine schändliche Befleckung. Verunreinigt euch nicht durch alles dieses; denn durch alles dieses haben die Nationen sich verunreinigt, die ich vor euch vertreibe.“ Hier wird homosexuelle Praxis auf eine Stufe gestellt mit sexuellem Kontakt mit Vieh! Letzteres wird eigentlich überall abgelehnt, soviel mir bekannt ist. Warum dann nicht auch homosexuelle Handlungen, die der HERR damit verbunden sieht?

Ebenso werden in 3. Mose 20,10-21 alle möglichen sexuellen Sünden und Perversionen erwähnt, wie Ehebruch in verschiedenen Variationen, sexueller Kontakt mit Tieren, sexueller Kontakt mit einer Frau während ihrer Menstruation, Blutschande. Bei der Aufzählung diese Sünden heißt es dann in Vers 13: „Und wenn ein Mann bei einem Mann liegt, wie man bei einer Frau liegt, so haben beide einen Gräuel verübt; sie sollen gewisslich getötet werden, ihr Blut ist auf ihnen.“ Daraus können wir eindeutig entnehmen, wie schlimm Gott diese Sünde findet!

In 5. Mose 23,17 lesen wir: „Es soll keine Buhlerin sein unter den Töchtern Israels, und es soll kein Buhler sein unter den Söhnen Israels.“ In der englischen Übersetzung von J.N. Darby steht für „Buhlerin“ prostitute (= Prostituierte) und für „Buhler“ sodomite (= Sodomiter). Der letztgenannte Ausdruck erinnert an die schreckliche Begebenheit, wo die Bewohner Sodoms die Engel, die Lot besuchten, um ihn zu befreien, vergewaltigen wollten! Siehe dazu besonders 1. Mose 19,4.5: „Da umringten die Männer der Stadt, die Männer von Sodom, das Haus, vom Jüngling bis zum Greise, das ganze Volk insgesamt. Und sie riefen Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer […]? Führe sie zu uns heraus, dass wir sie erkennen!“ Niemand wird doch wohl behaupten wollen, dass alle diese Männer – jung und alt – als Homosexuelle geboren wurden! Die Stelle in 5. Mose 23 zeigt also, dass Gott „homosexuelle Praxis“ auf eine Stufe stellt mit „Prostitution“ und beide verbietet.

Wenn jemand unter den Leser(inne)n vielleicht meint, dass Gott diese Dinge in der Zeit des Gesetzes (im Alten Testament) strenger beurteilt hätte als in der Zeit der Gnade (im Neuen Testament), dann findet er in Römer 1 darauf eine klare Antwort. Dort wird der Zustand der Heidenvölker (Nationen), die Gott nicht kennen, beschrieben. In den Versen Römer 1,18-25 lesen wir, wie sie sich von Gott ab- und den Götzen zuwandten und in allerlei Sünden verfielen.

Dann heißt es aber in Römer 1,26.27: „Deswegen hat Gott sie dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn sowohl ihre Frauen haben den natürlichen Gebrauch in den unnatürlichen verwandelt, als auch gleicherweise die Männer, den natürlichen Gebrauch der Frau verlassend, in ihrer Wollust zueinander entbrannt sind, indem sie Männer mit Männern Schande trieben und den gebührenden Lohn ihrer Verirrung an sich selbst empfingen.“ Das Urteil Gottes über homosexuelle Praxis, sowohl männliche als auch weibliche (lesbische), ist also hier genauso streng wie im Alten Testament! Das wird auch noch in 1. Korinther 6,9-11 bestätigt.

Die Schrift macht klar, dass jeweils am Ende der verschiedenen Zeitepochen Verfall eintrat, der u.a. durch moralische Sünden, unter die auch die homosexuelle Praxis fällt, gekennzeichnet war (1Mo 6; 19; Ri 19; Röm 1; 2Tim 3). Und die Geschichte von verschiedenen damaligen Völkern zeigt Ähnliches. Auf diesem Hintergrund müssen wir die Zunahme der homosexuellen Praxis heutzutage beurteilen. Wir leben jetzt „in den letzten Tagen“, und das spüren wir auf jedem Gebiet, besonders aber da, wo es um unerlaubte sexuelle Freiheit geht. Für viele gilt, dass sie mehr das Vergnügen lieben als Gott, dass sie „eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen“ (2Tim 3,4.5).

Mögliche Ursachen für Homosexualität

Auf körperlichem Gebiet hat man keine Störungen gefunden, die eine homosexuelle Entwicklung eindeutig erklären. Sogar Befunde, dass bei männlichen Homosexuellen abnorme Konzentrationen von bestimmten Geschlechtshormonen im Blut auftreten, sind nicht schlüssig, da

  1. nicht alle Homosexuellen diese abnormen Blutwerte zeigen;
  2. ähnliche Abweichungen auch bei heterosexuellen (= normalen) Männern gefunden werden;
  3. Fälle beschrieben werden, wo homosexuelle Personen ihr Verhalten änderten und heterosexuell wurden, ohne eine Änderung in den abweichenden Blutwerten! (Das Gleiche gilt auch für gefundene Abweichungen im Hirnumfang.) Als dies vor etwa einem Jahr von Prof. Swaab aus Amsterdam herausgefunden und bekannt gegeben wurde, erntete er sehr viel Kritik, weil seine Befunde homosexuelles Verhalten nicht entschuldigen!

Schon lange wird eifrig nach erblichen Ursachen gesucht, weil die Befürworter einer homosexuellen Daseinsberechtigung dies gerne so möchten – bis jetzt aber ist nichts gefunden worden, das dies eindeutig bestätigt.

Die schon erwähnte Abweichung am X-Chromosom (nämlich in der Position q28), ist aber meines Wissens im Zusammenhang mit der Homosexualität noch nicht in weiteren Untersuchungen bestätigt worden.

Die Spezialisten (Fachärzte usw.) sind jedoch allgemein überzeugt, dass es sich bei der Homophilie um eine Abweichung in der Persönlichkeitsentwicklung handelt. Dabei spielen besonders psychologische Faktoren eine wichtige Rolle.

Leider fehlt mir jetzt der Platz, um das ausführlich zu beschreiben, deshalb zähle ich kurz nur einige auf:

  1. Eine dominierende Mutter
    Sie kann die sich entwickelnde Männlichkeit ihres Sohnes negativ beeinflussen.

  2. Ein schwacher/passiver Vater
    Sein Sohn kann sich nicht gut mit ihm identifizieren, und seine Tochter verliert durch die Schwachheit ihres Vaters jede Achtung vor Männern im Allgemeinen. Dazu bemerkte ein Spezialist: „Ich habe bei männlichen Homosexuellen noch nie eine gute Vater-Sohn-Beziehung gefunden.“

  3. Eine überbeschützende Mutter
    Durch dieses Verhalten entwickelt der Sohn eine zu innige Beziehung zu ihr. Das ist ein Faktor, der häufig vorkommt.

  4. Brutale Eltern
    Dadurch entstehen bei den Kindern krankhafte Gefühle, die die Entwicklung von gesunden heterosexuellen Beziehungen verhindern.

  5. Schlechte eheliche Beziehungen zwischen den Eltern
    Dies ruft bei dem Kind den Eindruck hervor, dass eine Ehe frustriert und unglücklich macht.

  6. Eltern, die eine Tochter als Sohn erziehen oder einen Sohn als Tochter
    Das Kind wird bezüglich der eigenen Identität völlig verwirrt. Es sind sogar Fälle beschrieben, wo ein Junge gezwungen wurde, Mädchenkleider zu tragen, weil die Eltern so gern ein Mädchen haben wollten! Man kann sich vorstellen, welche verheerenden Folgen dies auf die Entwicklung der ganzen Persönlichkeit haben muss.

  7. Mangel an gesunder sexueller Erziehung, besonders wenn Sexualität streng als Tabu betrachtet wird
    Hierdurch kann die psychosexuelle Entwicklung gefährdet werden. Oft wird entgegnet, dass Homosexuelle sich doch erinnern müssten, wann sie sich „normal“ und wann „homosexuell“ fühlten, wenn obengenannte Faktoren gelten würden. Man muss aber bedenken, dass solche Faktoren meistens von frühester Jugend an schon Einfluss ausübten, also bevor das abstrakte Gedächtnis sich entwickelt hatte!

Der Vollständigkeit halber seien noch geistige Faktoren erwähnt, z.B., wenn Menschen sich bewusst von Gott abwenden und nur das tun wollen, was Gott verbietet. Wir haben diese Tendenz schon in Römer 1 gefunden. Es ist bekannt, dass Rauschgiftsüchtige und erst recht solche, die Satan verehren (eine Satanskirche besuchen), sich manchmal in ein gottwidriges Verhalten stürzen. Besonders für solche Personen ist aber eine schlagartige Heilung möglich, wenn sie ihre Sünden und ihre Schuld Gott bekennen und den Herrn Jesus im Glauben annehmen. „Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein“ (Joh 8,34.36).

Wie kann Homosexuellen geholfen werden?

  1. Das Allerwichtigste ist, dass das Urteil Gottes über diese Sünde anerkannt und die homosexuelle Praxis sofort unterbunden wird. Wer sich dazu nicht bereit erklärt und nicht tatsächlich alle bestehenden homosexuellen Kontakte unterbindet und dies mit des Herrn Hilfe einhält, dem kann m.E. unmöglich geholfen werden! Schon hier scheitern nach meiner Erfahrung die meisten!

  2. Zweitens muss mit ihm/ihr in Gesprächen nach den Faktoren gesucht werden, die möglicherweise bei der Entstehung der Homosexualität eine Rolle gespielt haben.

  3. Drittens ist eine einfühlsame und verständnisvolle Begleitung bei jedem weiteren Schritt nötig.

  4. Viertens braucht er/sie Unterstützung beim Entwickeln einer gesunden Einstellung zu Sexualität und Ehe.

  5. Fünftens muss ein wirksames Programm für die geistliche Entwicklung angeboten werden. Wer noch nicht bekehrt ist, braucht zunächst Hilfe, um zur Buße zu kommen. Das ist eine Voraussetzung für jeden weiteren Fortschritt.

  6. Sechstens ist eine positive christliche Umgebung notwendig und Freund(e)/(-innen), die ihnen bei der Entwicklung einer neuen, biblisch-orientierten Einstellung helfen und sie unterstützen.

Weil die homosexuellen Gefühle so tief verwurzelt sind, ist eine Behandlung meistens ein Langzeitprozess. Trotzdem lohnt sich die Mühe!

Ein junger Mann, der von einem Facharzt (später Professor in Sexologie) als „kernhomophil“ (= im innersten Wesen homophil) diagnostiziert wurde, lebte zunächst seine Homosexualität aus, kam aber zum Glauben durch ein christliches Büchlein über Hoffnung für Homosexuelle. Ihm wurde von christlichen Freunden Schritt für Schritt geholfen, er fand eine neue heterosexuelle Identität, heiratete und bekam eigene Kinder. Jetzt ist er Leiter eines christlichen Zentrums, wo Homosexuellen von der Bibel her geholfen wird!

Welch ein Glück, dass der Herr auch für Homosexuelle einen Weg zurück hat zur Heilung!


Originaltitel: „Homosexualität im Licht der Bibel“
aus Folge mir nach, 1993/3, S. 26–30

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