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Leitverse: 1. Mose
2,3; 2. Mose 20,8; Johannes 20,19.26; Apostelgeschichte 20,7
1Mo 2,3: Und Gott segnete den
siebten Tag und heiligte ihn; denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das Gott
geschaffen hatte, indem er es machte.
2Mo 20,8: Gedenke des Sabbattages, ihn zu heiligen.
Joh 20,19.26: Als es nun Abend war an jenem Tag, dem ersten der Woche, und
die Türen da, wo die Jünger waren, aus Furcht vor den Juden verschlossen
waren, kam Jesus und stand in der Mitte und spricht zu ihnen: Friede euch! ...
Und nach acht Tagen waren seine Jünger wiederum drinnen ...
Apg 20,7: Am ersten Tag der Woche aber, als wir versammelt waren, um Brot
zu brechen ...
Inhalt
Einleitung
Gegenüberstellung Sabbat/Sonntag
Wurde der
Sabbat durch den ersten Tag der Woche ersetzt?
Müssen
Christen den Sabbat nicht heute auch noch halten?
Was bedeutet der
Sabbat nun für uns Christen?
Kann Gott
heute oder überhaupt seit dem Sündenfall ruhen?
Warum sollte der Israelit
am Sabbat ruhen?
Wie hat der Herr Jesus
den Sabbat gehalten?
Warum ist
der erste Tag der Woche den Christen so wichtig?
Immer
wieder wird die Frage nach dem Sabbat-Gebot gestellt in Verbindung mit dem
"Tag
des Herrn". Manche meinen, dass der Sabbat durch den "Tag des Herrn (=
Sonntag)"
ersetzt wurde. Andere meinen, wir müssten auf jeden Fall den Sabbat auch heute
noch halten, da er schließlich ein Bestandteil der Zehn Gebote ist. Wiederum
andere lehnen das Sabbat-Gebot ab und degenerieren den "Tag des Herrn" zu einem
völlig normalen Arbeitstag. Was sagt die Bibel zu diesem Thema?
Wir wollen
zuerst eine Gegenüberstellung von Eigenschaften machen, die den jeweiligen Tag
kennzeichnen.
| Sabbat |
Tag
des Herrn |
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Er steht mit dieser Erde in
Verbindung (steht mit dem Volk Israel in Verbindung, welches irdische
Verheißungen hat, siehe Verheißung an Abraham, Jakob usw...).
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Er steht mit dem Himmel in Verbindung
(steht mit dem auferstandenen Herrn im Himmel in Verbindung und ist
Kennzeichen der Gemeinde, welche einen himmlischen Charakter trägt;
himmlische Segnungen siehe Eph 1,3).
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Man geht hinaus,
um die Zusammenkünfte nicht zu versäumen, und man geht auch aus, den Menschen
die Botschaft zu verkündigen (Heb 10,25).
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Am Sabbat gab es das spezielle "Brandopfer des Sabbats"
(siehe 4Mo 28,9-10).
"Und am
Sabbattage zwei einjährige Lämmer ohne Fehl, und als Speisopfer zwei
Zehntel Feinmehl, gemengt mit Öl, und sein Trankopfer. Es ist das
Brandopfer des Sabbats an jedem Sabbat nebst dem beständigen
Brandopfer und seinem Trankopfer" (4Mo 28,9-10).
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Der Herr möchte bei den Seinen sein
(er ist zweimal am Sonntag den Jüngern erschienen (Joh 20,19.26).
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An einem Sonntag kam der Heilige
Geist auf die Erde (Pfingsten ist an einem Sonntag, siehe auch 3Mo
23,16).
-
Am Sonntag hatten die Jünger das
Brotbrechen (Apg 20,7).
-
Am Sonntag hatte der Apostel Johannes
die Vision von dem verherrlichten Christus und bekam die Offenbarung -
an diesem Tag war er im Geist (Offb 1,10).
-
Am Sonntag sollte jeder Christ Geld für
das Werk des Herrn zurücklegen (1Kor 16,2).
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Es wird nicht davon gesprochen,
dass im Tausendjährigen Reich noch das Pfingstfest, das mit dem Sonntag zu tun hat,
gefeiert wird. Dieses Fest ist in der Gemeinde bereits vollständig in
Erfüllung gegangen. Während der Zeit des Tausendjährigen Reiches ist die
Gemeinde längst in den Himmel entrückt.
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Der Sabbat war ein Zeichen zwischen Gott und
Seinem Volk Israel, um deutlich zu machen, dass Gott das Volk für Sich
abgesondert hatte (2Mo 31,13).
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Die
Antwort ist einfach. Nein! Denn die Bibel erwähnt den Sabbat auch nach der
Auferstehung Christi und unterscheidet ihn vom ersten Tag der Woche. Auch am
Auferstehungstag wird sowohl vom Sabbat als auch von dem ersten Tag der Woche
gesondert geredet: "Aber spät am Sabbat, in der Dämmerung des ersten
Wochentages, kam Maria Magdalene und die andere Maria, um das Grab zu
besehen" (Mt 28,1).
Und der
Apostel Paulus ging am Sabbat in die Synagogen (Apg 13,42-44; 15,21;
18,4), um zu predigen und feierte am ersten Tag der Woche mit den
Gläubigen in Troas das Abendmahl und unterredete sich mit ihnen – siehe
Apostelgeschichte 20,7.
Auch hier
ist die Frage einfach zu beantworten: nein! Obwohl wir tatsächlich keine direkte
Auflösung des Sabbat-Gebotes finden, so sind durch den Tod Christi alle
Forderungen des Gesetzes erfüllt worden (Röm 8,4). Die Bibel sagt eindeutig,
dass wir nun "nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade" sind
(Röm 6,14) und
sollten wir uns wiederum unter das Gesetz stellen, so heißt es, dass wir "aus der
Gnade gefallen sind" (Gal 5,4).
Aber - so
wird argumentiert - Gott hat den siebenten Tag doch schon geheiligt, als Er die
Erde schuf, als es noch kein Gesetz gab, und so gelte dieses Sabbat-Gebot jeder
Haushaltung oder jedem Zeitabschnitt in der Heilsgeschichte Gottes. Hierbei
müssen wir jedoch bedenken, dass es in 1. Mose 2,1-3 lediglich heißt, dass Gott
ruhte, und in 2. Mose 31,17 heißt es, dass Gott Sich an diesem Tag "erquickte",
also Sich freute über Sein Werk, dass "sehr gut war". Wir finden hier keinerlei
Gebote, dass dieses Ruhen nun auch für den Menschen gilt, noch finden wir, dass
Gott Sich nun an jedem siebenten Tag "erquickte". Nebenbei, wenn es schon immer ein
Gebot für alle Menschen gewesen wäre, dann hätte Gott das ja gar nicht mehr als
spezielles Gebot (2Mo 16,28-29; 2Mo 31,13) Seinem Volk Israel geben können. Mehr zu
diesem Ruhen Gottes weiter unten!
Wenn man
so will, hat dieser Tag für Christen tatsächlich keine Bedeutung in unserer Zeit.
Jedoch sagt uns die Bibel, dass der Sabbat ein Bild oder ein Schatten von
zukünftigen Dingen ist: "So richte euch nun niemand über Speise oder
Trank oder
in Ansehung eines Festes oder Neumondes oder von Sabbaten, die ein Schatten der
zukünftigen Dinge sind, der Körper aber ist Christi" (Kol 2,16-17).
Der Sabbat ist also kein Schatten oder Vorbild
von dem Tag des Herrn, sondern von einer zukünftigen Wahrheit. Und diese
zukünftige Wahrheit finden wir in Hebräer 4,8-10: "Denn wenn Josua sie in die
Ruhe gebracht hätte, so würde er danach nicht von einem anderen Tage geredet
haben. Also bleibt noch eine Sabbatruhe dem Volke Gottes aufbewahrt.
Denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ist auch zur Ruhe gelangt von seinen
Werken, gleichwie Gott von seinen eigenen."
Diese
Sabbatruhe wird im Tausendjährigen Reich sowohl für Israel als auch für die
Gemeinde Gottes der Gnadenzeit in Erfüllung gehen.
In 1. Mose
2,1-3 heißt es zum ersten und auch zum letzten Mal, dass "Gott ruhte". Nachdem
Sein Schöpfungswerk vollbracht war und alles "sehr gut war", konnte Gott
tatsächlich ruhen. Aber nachdem die Sünde in die Welt gekommen war, lesen wir nichts mehr
davon, dass Gott ruhte. Im Gegenteil sagt der Herr Jesus im Johannes-Evangelium:
"Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke" (Joh 5,17).
Ein Ausleger schreibt:
"Die Dornen und Disteln,
verbunden mit den Tausenden jener niederbeugenden, demütigenden
Früchte verkünden es mit lauter Stimme: "Gott muss wirken; Er kann nicht
ruhen." Kann Er einen Ruheplatz haben inmitten der Seufzer und Tränen, der
Beschwerden und Leiden, der Krankheiten und des Todes, der Untreue und der
Schuld einer verderbten Welt? Kann Er unter solchen Umständen Sabbat
halten? Unmöglich. Die Heilige Schrift sagt es uns unzweideutig, dass Er von
der Schöpfung an bis jetzt unaufhörlich und ohne zu ruhen wirkt. Von dem
Fall Adams an bis zur Menschwerdung Christi wirkte Gott, von der
Menschwerdung bis zum Kreuz wirkte der Sohn Gottes, und vom Pfingstfest an
bis jetzt wirkt der Heilige Geist."
Obwohl
Gott seit dem Sündenfall nicht mehr ruhen konnte, so gibt Er doch das Gebot,
dass
die Kinder Israels am Sabbat ruhen sollten von jeder Arbeit (2Mo 20). Warum?
Weil Gott es gut mit dem Menschen meint. Denn alles, was Gott gibt, ist gut, so
heißt es ja auch, dass das Gesetz heilig, gerecht und gut ist (Röm 7,12). Und
in 5. Mose 10,13 heißt es: "... indem du die Gebote Jahwes und seine Satzungen, die
ich dir heute gebiete, beobachtest, dir zum Guten". Wenn auch Gott nicht
ruhen konnte, so gab Er doch in Seiner Gnade und Barmherzigkeit dem Menschen
diesen Sabbat. Gott wusste, dass ein Mensch nach sechs Tagen Arbeit einen Ruhetag
brauchte, um sich zu regenerieren, um an Geist, Seele und Leib gestärkt zu
werden. Im NT haben wir den Schlüssel zu dem Sabbat-Gebot; dort sagt der Herr
Jesus, dass der Sabbat "ward um des Menschen willen" (Mk 2,27) – er sollte dem
Menschen nutzen und ihm nicht Schaden zufügen. Aber es war auch ein Gebot, an dem Gott
ganz besonders den Gehorsam Seines Volkes messen konnte. Alle anderen Gebote
sind nämlich auch dem Menschen moralisch einleuchtend. Das Sabbatgebot ist aber
kein direkt moralisches Gebot. Gott möchte, dass Menschen Ihm um Seinetwillen
gehorchen. Wenn auch Christen heute nicht mehr das Sabbat-Gebot haben, so liegt
hierin eine ernste Seite des Sabbat-Gebotes, denn auch Kinder Gottes sollten in
der heutigen Zeit dem Worte Gottes gehorsam sein, nicht weil wir alles schon
verstanden haben, sondern weil wir Gott und den Herrn Jesus lieben "und seine
Gebote halten" (Joh 14,21). Siehe hierzu auch den Artikel von Bruder H.L.
Heijkoop: "Was ist Sünde?"
Wie wir
soeben gesehen haben, sagt der Herr Jesus, dass der Sabbat "ward um des Menschen
willen" und nicht der "Mensch um des Sabbat willen"
(Mk 2,27). So wie Gott
wirkte von Adam an, so wirkte der Herr Jesus, als Er auf dieser Erde war. Er
gönnte Sich keinen Sabbat. Konnte Er ruhen, während Menschen Seiner Hilfe
bedurften? War Er nicht wegen der Bedürftigkeit der Menschen in diese Welt
gekommen? Kam Er nicht zu suchen und zu retten, was verloren war? Nein! Christus
konnte nicht ruhen. Die Vögel hatten Nester und die Füchse Höhlen, aber der Sohn
des Menschen hatte nichts, wo Er Sein Haupt hinlegen konnte. Erst als der Mensch
keinen anderen Platz für Christus hatte als das Kreuz, da rief der Herr Jesus
am Kreuz aus: "Es ist vollbracht", dann "neigte er Sein Haupt". Man könnte auch
übersetzen: "Er legte sein Haupt nieder" – am Kreuz, ein Ort zwischen Himmel und
Erde, war der einzige Platz, wo der Herr Jesus nach vollbrachten Werk "Ruhe"
finden konnte. Er ging am Sabbat mit Seinen Jüngern durch die Saaten und Er
heilte Menschen von ihren Krankheiten (Mk 2,23-24; 3,1-5). Das einzige Mal, wo
wir lesen, dass Christus ruhte, ist, als Er am Sabbat im Grabe lag. Welch ein
Hohn; Während der Herr des Sabbats nach Seiner Kreuzigung im Grabe lag, feierten
jene, die noch vorher schrien: "Kreuzige ihn", den Sabbat. Und selbst hier
finden wir Christus in Tätigkeit, nämlich als Er "durch den Tod, den zunichte
machte, der die Macht des Todes hatte". Als der Herr Jesus im Grabe lag, um die
für Gott verlorene Sabbatruhe wieder herzustellen, da feierten die Israeliten
den Sabbat, als wäre nichts gewesen. Welch ein Gegensatz!
Zuerst
einmal finden wir den Tag des Herrn in folgenden Bibelstellen:
Matthäus 28,1; Johannes 20,19; Johannes 20,25; Apostelgeschichte 20,7; 1. Korinther 16,2;
Offenbarung 1,10.
Diese
Bibelstellen zeigen, dass der erste Tag der Woche nicht hoch genug von gläubigen
Christen geschätzt werden kann. An diesem Tag ist der Herr Jesus auferstanden, sodass dieser Tag zum Anfang einer ganz neuen Schöpfung wurde, einer ganz neuen
Beziehung von Menschen zu ihrem Gott. Erst nach der Auferstehung wird uns durch
den Herrn mitgeteilt, dass Gott nun auch "unser Gott" ist und dass Sein Vater nun
auch "unser Vater" ist (Joh 20). Auch war die Auferstehung die
Botschaft, für welche die ersten Jünger und Apostel vieles leiden sollten und
wofür sie sogar bereit waren, als Märtyrer zu sterben. Dann finden wir die Jünger
am ersten Tag der Woche, dem Auferstehungstag, hinter verschlossenen Türen
versammelt und der Herr kommt in ihre Mitte (Joh 20,19).
Acht Tage
später, wiederum am ersten Tag der Woche, sind die Jünger erneut versammelt und
wieder kommt der Herr Jesus in ihre Mitte (Joh 20,25). Die ersten Christen
in Troas versammelten sich offenbar ebenfalls am ersten Tag der Woche, um das Wort
Gottes zu hören und das Brot zu brechen, weil dieser Tag ihnen dafür als der
geeignete erschien (Apg 20,7). Die Korinther sollten am ersten
Tag der Woche eine Gabe für den Herrn und die Seinen zurücklegen, für die
Bedürfnisse der Gläubigen. Es ist doch sehr interessant, dass Paulus zwar am
Sabbat in die Synagoge ging (Apg 13,42-44; 15,21; 18,4), um zu den Juden zu
reden, aber dann doch mit seinen eigenen Glaubensgeschwistern am ersten Tag der
Woche zusammenkam, um das Wort Gottes zu reden und das Brot zu brechen. Und von
Johannes wird uns erzählt, dass er am "Tag des Herrn" im Geist war. Er hatte
zwar keine Möglichkeit, sich mit Gläubigen zu versammeln, da er auf der Insel
Patmos in Gefangenschaft war, aber das hinderte ihn nicht daran, an diesem Tag - die
Schrift sagt: "dem Herrn gehörenden Tag" - im Geist zu sein. Und das gab ihm
die Möglichkeit, an diesem Tag eine ganz besondere Vision von dem Herrn Jesus in
der Herrlichkeit zu haben und die Offenbarung zu empfangen.
Wenn wir
auch als Christen kein "Du sollst" oder "Du darfst nicht" für diesen Tag haben
und zur Freiheit berufen sind und es auch grundsätzlich nicht verboten ist, am
"Tag des Herrn" eine Arbeit zu verrichten, so wird wohl jedem geistlichen Christ
die Großartigkeit dieses Tages bewusst sein. Es ist der Tag, der uns davon
spricht, dass die Sünde gesühnt, der Tod in Leben verwandelt und jene Verdammnis,
die uns hätte treffen müssen, im Grabe Christi geblieben ist, dass der Herr Jesus
alles vollbrachte, was der Vater Ihm aufgetragen hatte und dass Christus nun lebt
und der Grund unserer Anbetung ist und nach Matthäus 18,20 sogar buchstäblich
dort in der Mitte ist, wo man sich zu Seinem Namen hin versammelt.
Wir werden
daher diesen Tag in diesem Bewusstsein begehen und die Stunden nutzen, wo wir uns
als Gläubige versammeln und unsere Zusammenkünfte nicht versäumen und somit
berücksichtigen, dass dies der "Tag des Herrn" und eine einmalige Gelegenheit
(in der Woche) für jeden Christen ist, eine außergewöhnlich Begegnung mit dem
Herrn zu haben. "Denn wo zwei oder drei versammelt sind, da bin ich in ihrer
Mitte" (Mt 18,20). Lasst uns das niemals gering schätzen oder einfach
gewohnheitsmäßig tun, denn das Ergebnis wäre der geistliche Tod für die
Zusammenkünfte. Wenn wir nur noch von Tradition und Gewohnheit hochgehalten
werden, dann ist das Zusammenkommen praktisch am Ende.
In der
Anfangszeit des Christentums war es üblich, dass die Gläubigen am ersten Tag
der Woche tagsüber gearbeitet haben und dann am Abend zusammenkamen – siehe
Apostelgeschichte
20. Wie viele kamen wohl müde und abgespannt zu den Zusammenkünften? Eutychus
war sogar so müde, dass er einmal aus dem Fenster fiel. Liebe
Glaubensgeschwister, für Eutychus können wir ein gewisses Maß an Verständnis
aufbringen, als er in der Gemeindestunde einschlief. Doch wir haben in unserer
Zeit keine Ausrede. Gott schenkt uns, zumindest in Deutschland, den Samstag, an
dem
wir ruhen und uns auch in Gedanken auf den Sonntag einstimmen können.
Auch brauchen wir am Sonntag in der Regel nicht zu arbeiten, so dass wir
eigentlich die besten Voraussetzungen haben, um ausgeruht und frisch dorthin zu
gehen, wovon der Herr sagt: 'Hier möchte ich gerne persönlich in der Mitte der
Meinigen sein' (Mt 18,20). Wer ohne wirklich zwingenden Grund - weil vielleicht
sein Garten nicht ganz in Ordnung ist oder weil sein Haus noch "getäfelt" (Hag
1,4) werden muss oder weil er noch arbeiten gehen muss, da das neue Auto so
teuer war, oder weil Samstagabend der Besuch/die Feier/ ... so lange gedauert
hat - sich abgespannt und müde zu den Gemeindestunden schleppt, sollte sich
wirklich einmal fragen, ob er die Gnade Gottes nicht gering achtet. Diese
Haltung hat bestimmt nichts mit Gesetzlichkeit zu tun, sondern einfach mit
unserer Wertschätzung und Zuneigung zu unserem Herrn.
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