Homosexualität in der Kirche

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© SoundWords, online seit: 26.04.2007, aktualisiert: 11.09.2018

Leitverse: Römer 1; 3. Mose 18,22; 20,13

Wir leben in einer Zeit ständiger Veränderungen. Was gestern galt, muss morgen noch lange nicht gelten. Junge Menschen sind derart daran gewöhnt, dass sie gelernt haben, damit gut umzugehen. Ältere Generationen haben heute schon mehr Mühe damit, das, was immer galt, in Frage zu stellen oder sogar aufzugeben. Gibt es denn keinen festen Anker in unserer Zeit?

Doch! Den gibt es!

  • Jesus Christus ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit. Von Gott heißt es im Alten Testament:
    „Denn ich, der HERR, ich verändere mich nicht“ (Mal 3,6), und: „Du aber bist derselbe, und deine Jahre enden nicht“ (Ps 102,27). Wenn Gott auch nicht immer in gleicher Weise in der Weltgeschichte gehandelt hat, so sind doch seine moralischen Ansprüche nicht nach unten korrigiert worden.
  • Und sollte alles um uns herum vergehen – und es wird vergehen –, so bleibt doch Gottes Wort bestehen: „In Ewigkeit, HERR, steht dein Wort fest in den Himmeln“ (Ps 119,89).

In der Christenheit ist schon über Jahrzehnte eine Entwicklung im Gange, die uns sehr bedenklich stimmen muss. Die äußere Entwicklung des Reiches Gottes, wie sie uns in den Gleichnissen von Matthäus 13 beschrieben wird, lässt sich heute besser denn je nachzeichnen (leider). Das Senfkorn ist nun tatsächlich zu einem großen Baum ausgewachsen, und die Vögel des Himmels finden ihren Nistplatz in diesem unnatürlich groß gewachsenen Baum. Das gleiche Kapitel lehrt uns, dass die Vögel ein Bild des Bösen sind (Mt 13,19). Böse Dinge sind in das Reich Gottes eingedrungen. Das Ende dieser großen Christenheit, zu der jeder bekennende Christ – wiedergeboren oder nicht – gehört, wird sein, dass sie sich nicht nur in einen Zustand des Ekels entwickelt und aus dem Mund des Herrn ausgespien wird (Off 3), sondern dass die abgefallene Christenheit als die große Hure in Offenbarung 18 dem Gericht entgegeneilt, wenn auch die wahren Gläubigen zuvor zum Herrn entrückt sein werden. Schrecklich, dort in Offenbarung 18 zu sehen, dass diese Unzucht treibende und Unzucht duldende Christenheit ein Lagerplatz „jedes gehassten Vogels ist“:

  • Off 18,2: Und er rief mit starker Stimme und sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, die große, und ist eine Behausung von Dämonen geworden und ein Gewahrsam [o. Gefängnis] jedes unreinen Geistes und ein Gewahrsam jedes unreinen und gehassten Vogels.

Nun soll aber unser Augenmerk nicht auf diese allgemeine Christenheit gelegt werden. Wir sind auch nicht überrascht, dass der Feind zur gleichen Zeit Unkraut mit unter den guten Weizen gestreut hat, und wir sind auch weit davon entfernt, uns der Versuchung hinzugeben, dieses Unkraut auszurupfen. Wir werden gerade so handeln, wie es der Herr Jesus im Gleichnis vom Reich der Himmel über den Weizen und das Unkraut gesagt hat. Wir werden das Unkraut nicht versuchen auszuraufen:

  • Mt 13,28-30: Er aber sprach zu ihnen: Ein feindseliger Mensch hat dies getan. Die Knechte aber sagen zu ihm: Willst du denn, dass wir hingehen und es zusammenlesen? Er aber spricht: Nein, damit ihr nicht etwa beim Zusammenlesen des Unkrauts zugleich mit diesem den Weizen ausrauft. Lasst beides zusammen wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheune.

Was wir allerdings im Reich Gottes in seiner äußeren Gestalt mit aufwachsen lassen, das müssen wir zur gleichen Zeit aus der Gemeinde, Kirche oder Versammlung hinaustun. Für die Gemeinde gilt: „Tut den Bösen von euch selbst hinaus“ (1Kor 5,13), und: „Von jeder Art [o. Gestalt] des Bösen haltet euch fern“ (1Thes 5,22), und: „Jeder, der den Namen des Herrn nennt, stehe ab von der Ungerechtigkeit“ (2Tim 2,19), und: „Wenn nun jemand sich von diesen reinigt, so wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt, nützlich dem Hausherrn, zu jedem guten Werk bereitet“ (2Tim 2,21). Keiner komme also auf den Gedanken, mit Matthäus 13 zu argumentieren, um das Böse in der Gemeinde nicht gemäß dem Wort Gottes bereinigen zu müssen. So soll es in dem Artikel auch um das Verhalten der Gemeinde gehen, wenn sie mit diesen Dingen konfrontiert wird.

Nun wollen wir uns der Thematik der Homosexualität zuwenden. Dabei wird dies keine wissenschaftliche Arbeit werden, wie man die Homosexualität genetisch und biologisch gesehen verstehen muss. Darüber gibt es sehr viel gute Literatur, und wir lehnen auch die Erkenntnisse der Wissenschaft zu diesem Thema nicht durch die Bank weg ab. Wir wollen aber einen Weg gehen, der Gott gefallen kann. Wenn wir nach Gottes Willen für uns Menschen fragen, dann bedeutet das gleichzeitig, nach dem Besten für den Menschen zu fragen. Denn nie hat Gott uns Gebote oder Hinweise in seinem Wort gegeben, weil Er uns schikanieren möchte, sondern weil Er besser als wir weiß, was gut für uns ist. Als Israel die Gebote und Satzungen von Gott empfing, da heißt es oft: „dir zum Guten“ (vgl. 5Mo 10,13).

Wir möchten auch keinen homosexuell veranlagten Menschen verurteilen, ihn diskriminieren, ihn in seiner Würde als Mensch antasten. Es gibt Veranlagungen im Menschen und auch anerzogene Verhaltensmuster, die auf den Sündenfall des ersten Menschen zurückzuführen sind. Jeder Mensch (zumindest wenn er gläubig ist) wird erkennen müssen, dass er als Sünder geboren wurde und Dinge in sich trägt, die er eigentlich hasst. Und wir müssen lernen, diese Dinge – wenn sie bei uns sichtbar werden – als das zu beurteilen, was sie sind: Sünde. Dafür kam Christus ja gerade in diese Welt, dass wir zum einen erkennen, was Sünde ist, aber dass auch zum andern jemand da sei, der unsere Sünden tragen würde, der das Gericht über meine Sünde vor Gottes Angesicht wegtragen sollte, und zwar so weit, wie der Osten weit weg ist vom Westen.

Das Problem heutzutage ist nicht in erster Linie, dass das Böse im Menschen vorhanden ist. Es ist nicht einmal das größte Problem, dass das Böse im Menschen sichtbar wird. Was sich aber heutzutage wirklich als ein großes Problem darstellt, ist, dass das Böse nicht mehr als Böses verurteilt und bekannt und damit gebrochen wird. Man fängt an, das Böse im eigenen Leben und in der Gemeinde Gottes zu dulden.

Wir wollen also nicht jenen das Wort reden, die so weit gehen, dass man homosexuell veranlagte Menschen aus der Gemeinde ausschließt, wenn sie dieser Neigung in ihrem persönlichen Leben nicht praktisch nachgehen. Es wäre völlig unbiblisch, Menschen, die eine Neigung zum Alkoholismus, zur Homosexualität, zur Habsucht, zur Pornographie oder zum Diebstahl haben, aus der Gemeinde auszuschließen.

Im Gegenteil, diese Menschen brauchen Hilfe, damit sie ihren Neigungen nicht freien Raum lassen: „Gebt nicht Raum dem Teufel“ (Eph 4,27). Die angebotene Hilfe muss den homosexuell Veranlagten nicht nur davon überzeugen, dass die Neigungen nicht zur Handlung werden dürfen, sondern er muss einen besseren Weg aufgezeigt bekommen. Dieser kann eigentlich nur sein, dass der homosexuell Veranlagte seine Neigungen überwindet und (wenn die Möglichkeit dazu besteht) sein Weg in eine heterosexuelle Beziehung – sprich Ehe zwischen Mann und Frau – mündet. Sicherlich wäre auch der Fall denkbar, dass jemand seine homosexuelle Neigung überwindet und ehelos bleibt, ähnlich der Gabe der Ehelosigkeit, von der Paulus schreibt, aber dies ist sicher der Ausnahmefall, wie es ja auch ein Ausnahmefall ist, dass heute jemand frei bekennt: Ich habe die Gabe der Ehelosigkeit. Im Gegenteil, viele Alleinstehende wünschen sich einen Ehepartner.

Dass eine homosexuelle Praktik überwunden werden kann, zeigt uns das Beispiel in 1. Korinther 6,9-11: „Und solches [Knabenschänder, Weichlinge] sind einige von euch gewesen“ (1Kor 6,11). In der Seelsorge muss auch der Punkt angesprochen werden, dass der Herr Jesus sagt: „Jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, hat schon Ehebruch mit ihr begangen in seinem Herzen“ (Mt 5,28). Nebenbei: Es geht hier natürlich um eine Frau außer der eigenen Ehefrau. Weiterhin gilt das natürlich umso mehr bei einem homosexuell veranlagten Menschen. Wenn so jemand das eigene Geschlecht begehrt, dann ist auch das eine Sünde, auch wenn sich das Begehren „nur“ in Gedanken abspielt. Nicht nur Homosexuelle, sondern wir alle müssen lernen, „jeden Gedanken gefangenzunehmen, unter den Gehorsam des Christus“ (2Kor 10,5).

Die Liebe sollte uns also dahin führen, uns um solche Menschen vermehrt zu kümmern. Sie brauchen unsere Hilfe, wie wir eigentlich alle auf Hilfe angewiesen sind. Wir freuen uns über die Sicherheit und Geborgenheit und das Wissen, dass der Nächste mich liebt, wie ich bin. Aber dies darf nicht bedeuten, dass man das Böse in dem anderen liebt bzw. duldet. Unsere Aufgabe ist, uns gegenseitig zu ermahnen, auf dem guten Weg Gottes voranzugehen. Und wenn wir unseren Nächsten straucheln sehen, dann verurteilen wir ihn nicht oder lassen ihn links liegen, sondern dann helfen wir ihm auf, dann bringen wir ihn im Geist der Sanftmut und der Demut zurück. Immer in der Gesinnung, dass es auch mich persönlich hätte treffen können und ich nicht besser bin als mein Nächster.

Was leider in den Großkirchen schon üblich geworden ist – nämlich dass man heute schon homosexuelle Paare einsegnet –, diese Gedanken schleichen sich auch unter jenen ein, die bisher eine klare Position bezogen haben.

Wenn auch die EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) nicht unbedingt für eine klare Position in solchen und ähnlichen Fragen bekannt ist, so fand sie 1996 noch klare Worte bezüglich der Praxis der Homosexualität, aber sie öffnete die Tür durch folgenden Passus:

Damit ergibt sich eine deutliche Spannung; denn das zuletzt Gesagte hebt nicht auf, dass es keine biblischen Aussagen gibt, die Homosexualität in eine positive Beziehung zum Willen Gottes setzen – im Gegenteil. Die negativen Aussagen bedeuten aber im Lichte des Evangeliums, d.h. unter der Zusage der Gnade Gottes, keinen definitiven Ausschluss aus der Gottesgemeinschaft und beziehen sich im Übrigen nur auf die homosexuelle Praxis als solche, nicht jedoch auf deren ethische Gestaltung.[1]

Man verurteilte zwar noch die homosexuelle Praxis, aber nicht deren ethische Gestaltung. Damit wird wohl gemeint gewesen sein, dass eine homosexuelle Verbindung aus Liebe anders zu beurteilen ist als die reine Ausübung homosexueller Praxis. Heute kann man auch in verschiedenen Kreisen, die sich selber als bibeltreu bezeichnen, diese Ansicht hören. Man argumentiert damit, dass die Bibel nichts zu einer dauerhaften homosexuellen Verbindung, die auf dem Grundsatz der Liebe eingegangen wurde, sagt und man deshalb zwar nicht die homosexuelle Praxis an sich schönreden kann, aber dass ein homosexuelles Paar, das die Gedanken Gottes vorgestellt bekommen hat, doch in der Gemeinde einen Platz haben und nicht von der Gemeinschaft ausgeschlossen werden sollte (siehe 1Kor 5). Das hört sich lieb an, aber ist das auch biblisch?

Warum kommt man überhaupt auf diese Gedanken? Wie kann man die klaren Bibelstellen wegdiskutieren? Hier erst einmal die klaren Bibelstellen, die uns Gottes Wort mitteilt:

  • 3Mo 18,22: Und bei einem Mann sollst du nicht liegen, wie man bei einer Frau liegt: Es ist ein Gräuel.

  • 3Mo 20,13: Und wenn ein Mann bei einem Mann liegt, wie man bei einer Frau liegt, so haben beide einen Gräuel verübt; sie sollen gewiss getötet werden, ihr Blut ist auf ihnen.

  • Röm 1,26.27: Deswegen hat Gott sie hingegeben in schändliche Leidenschaften; denn sowohl ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen vertauscht, als auch ebenso die Männer, den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassend, in ihrer Wollust zueinander entbrannt sind, indem sie, Männer mit Männern, Schande trieben und den gebührenden Lohn ihrer Verirrung an sich selbst empfingen.

  • 1Kor 6,9: Oder wisst ihr nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht! Weder Hurer noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Weichlinge, noch Knabenschänder … werden das Reich Gottes erben.

  • 1Tim 1,10: Hurer, Knabenschänder, Menschenräuber, Lügner, Meineidige und wenn etwas anderes der gesunden Lehre entgegen ist …

Diese Bibelstellen sind in der Tat deutlich, und man fragt sich, wie man hier auf die Idee kommen kann, dass eine homosexuelle Praxis in der Kirche/Gemeinde toleriert werden könnte.

Nun, tatsächlich haben wir ja die richtige Gewohnheit, die Texte in ihrem Zusammenhang zu lesen und das Gesamtzeugnis der Schrift auf eine Sache leuchten zu lassen. Und in der Tat geht es in all den Stellen zuerst nicht um Gläubige, die in einer Beziehung zu Gott leben und aus einer Atmosphäre der Liebe eine dauerhafte homosexuelle Verbindung eingehen. Es geht es jedoch gerade darum, dass das Volk Gottes sich nicht mit den Praktiken der Nationen bzw. Ungläubigen verbinden sollte. Aber hier zu argumentieren, dass die homosexuelle Praxis nur dann ein Gräuel für Gott ist, wenn sie mit Abgötterei und Götzendienst verbunden ist, gibt die Schrift nicht her. Das hat sogar die EKD eingesehen, wenn sie schreibt:

Verschiedene Auslegungsversuche haben sich als unzutreffend oder unzureichend erwiesen: So ist es nicht zutreffend, dass Homosexualität in der Bibel (und insbesondere im Alten Testament) nur abgelehnt werde, weil sie zum Kult anderer Götter gehört oder sofern Menschen durch spezifische homosexuelle Praktiken gedemütigt werden.

Außerdem sagt sie:

Die These, an keiner Stelle sei in der Bibel von anlagebedingter, vor-willentlicher Homosexualität (ausdrücklich) die Rede, trifft zwar zu, sagt aber nichts darüber aus, ob und inwiefern eine solche Sicht der Homosexualität die jeweiligen biblischen Aussagen modifizieren oder korrigieren würde.

Trotzdem wollen manche hierin eine Lücke finden, womit man das Böse am Ende tolerieren kann. Gott sagt nichts „zu anlagebedingter, vor-willentlicher Homosexualität“, und das öffnet die Tür, zwar nicht, um homosexuelle Praxis schönzureden, aber doch, um homosexuelle Paare in die Gemeinde aufzunehmen, wenn ihre Beziehung auf Liebe gegründet ist und damit die ethische Gestaltung stimmt. Mit dem gleichen Argument können wir dann auch Patchwork-Familien empfangen, und auch gegen wilde Ehe können wir nichts mehr unternehmen. Denn wenn am Ende Liebe im Spiel ist, werden wir zwar die Praxis nicht gutheißen, aber aufgrund der ethischen Gestaltung der Liebe müssen wir dies dann dulden. Wo kommen wir da eigentlich hin? Wie oben bereits erwähnt, erfüllt sich vor unseren Augen genau das, was wir in Matthäus 13 finden: dass im Reich Gottes jeder „unreine Vogel“ seinen Unterschlupf findet. Allerdings nicht nur im Reich Gottes in seiner äußeren Entwicklung, sondern man führt es auch ein in den inneren Bereich des Reiches Gottes, nämlich in die Gemeinde Gottes.

Der Bibellehrer D.R. Reid schreibt in seinem Artikel „Homosexualität – Irreführung aus dem Hinterzimmer“:

Von Anfang an war es Gottes Absicht, dass ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen sollte und die beiden ein Fleisch sein sollten (1Mo 2,24). Der Herr Jesus hat in keiner Weise diese Schöpfungsordnung verändert – siehe Matthäus 19,5. Wenn Homosexualität mit „Liebe“ für Gott wirklich annehmbar wäre, dann würde diese Praxis nicht zusammen mit Götzendienst, Ehebruch, Stehlen, Trunkenheit und Schmähung in 1. Korinther 6,9.10 aufgeführt werden. Der Text würde sexuelle Gewalt oder sexuellen Missbrauch als Sünde auflisten anstatt Homosexualität. Das würde dann auch in derselben Weise wahr sein von 1. Timotheus 1,8-11. Homosexualität, die in einem Kontext von „Liebe und Hingabe“ praktiziert wird, bleibt genauso Sünde wie Ehebruch oder Götzendienst, wenn sie mit sogenannter „Liebe und Hingabe“ praktiziert werden. Wenn wir über diese Schriftstelle einfach so hinweggehen, dann leugnen wir die klare Belehrung der Bibel und wählen den Weg der Irreführung. 

Es wäre das falsche Signal, es wäre falsch verstandene Menschlichkeit – von Gleichgültigkeit gegenüber den Ansprüchen Gottes nicht erst zu reden –, wenn wir den Gemeindemitgliedern die Möglichkeit eröffnen, in einer unheiligen Verbindung zu leben und darin permanent ihre unheiligen Praktiken auszuüben. Was sind denn die nächsten Schritte? Das homosexuelle Paar wünscht sich Kinder. Es werden also Kinder aufgenommen – vielleicht sogar noch mit dem frommen Vorwand, abgelehnten Kindern ein Zuhause bieten zu können. Diese Kinder werden damit aufwachsen, dass es das Normalste der Welt ist, dass zwei gleichgeschlechtliche Menschen zusammenleben, ja, sie werden sogar zur Sünde hin erzogen. Merken wir, wo wir hinkommen? Die Schöpfungsordnung Gottes wird völlig missachtet und am Ende aufgelöst. Warum haben wir denn heute so viele Ehescheidungen, so viel Gewalt an Schulen, so viel korrupte Persönlichkeiten in der Gesellschaft oder die ganze Rentenproblematik? Weil die Schöpfungsordnung und die Gebote Gottes allseits mit Füßen getreten werden.

Es wird oft die Liebe und das Liebesgebot Gottes angeführt, und wir sind damit völlig einverstanden, aber die Frage ist doch, ob dies die erste Frage ist, die wir in diesem Zusammenhang überhaupt stellen sollten. Man kann die Tatsache, dass Gott die Liebe ist, nicht davon trennen, dass Er Licht ist (1Joh 1,5), dass Er der Machthaber und König der Könige und Herr der Herren ist und ein unzugängliches Licht bewohnt (1Tim 6,16). Ja, unser Gott ist auch ein verzehrendes Feuer (Heb 12,29)!

Gott ist der Souverän, der sich vor seinem Geschöpf nicht verantworten oder rechtfertigen muss. Wenn Gott etwas in seinem Wort sagt, dann ist die erste Pflicht des Menschen, darauf zu reagieren, indem wir diesem Gebot gehorsam sind. Hätte Gott uns auch keinerlei Erklärungen für sein Handeln gegeben, so müssten wir Ihm doch gehorchen. Es ist also gar nicht zuerst interessant, ob diese oder jene Art und Weise unmenschlich oder lieblos ist oder ob es nicht gute Gründe gibt für einen Menschen, eine gewisse Sünde besser zu lassen, sondern es geht darum, die Sünde zu lassen, weil Gott es gesagt hat!

Erst in zweiter Linie – und, Gott sei Dank, wir wollen diese Gnade nicht vergessen – hat sich Gott in seinem Sohn in einer Weise offenbart, dass Er uns nicht ins Geschoss laufen lässt. Er sandte seinen Sohn, um zu suchen und zu erretten, was verloren war. Wenn wir dann zum Glaubensgehorsam befreit wurden, dann zeigt Gott uns auch, dass es für den Menschen nicht gut ist, wenn er in unheiligen Dingen lebt. Wenn man dann die klaren Gebote Gottes gegen das Liebesgebot Gottes ausspielen will, müssen wir uns fragen, ob es wirklich Liebe ist, wenn ich meinen Nächsten in sein Verderben laufen lasse oder wenn ich ein Signal an die Jugend sende, dass man letztlich auch in einer unheiligen Verbindung lebend in der Gemeinde willkommen ist. Die Liebe muss mit der Wahrheit in Übereinstimmung sein, sonst ist Liebe nicht Liebe, sondern Gleichgültigkeit.

  • Eph 4,15: … sondern die Wahrheit festhaltend in Liebe, lasst uns in allem heranwachsen zu ihm hin, der das Haupt ist, [der] Christus.

  • Eph 4,25: Deshalb, da ihr die Lüge abgelegt habt, redet Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, denn wir sind Glieder voneinander.

  • 1Kor 13,6: [Die Liebe] … freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit.

Aber, sagst du vielleicht, es ist doch ungerecht, wenn ein homosexuell veranlagter Mensch auf die von Gott geschenkte Sexualität verzichten muss. Dagegen aber fragen wir: Ist es nicht auch ungerecht, wenn eine 45-jährige Frau mit vier Kindern, die ihren Mann verloren hat, jetzt auf die von Gott geschenkte Sexualität verzichten muss, weil sie mit 45 Jahren und vier Kindern keine gute Partie mehr ist? Oder was ist mit jenen Menschen, die vielleicht in den Augen anderer einen äußerlichen Makel haben und deshalb ihr Leben lang auf die von Gott geschenkte Sexualität verzichten müssen? Oder was ist mit jenen, die eine körperliche Behinderung haben und deshalb ihr Leben lang auf Sexualität verzichten müssen? Ist das nicht auch alles sehr ungerecht?

Solche Menschen müssen sicherlich lernen, mit ihren Beschränkungen gottgemäß umzugehen, aber die Menschen um sie herum müssen auch lernen, gerade solche Menschen in besonderer Weise mit all der Liebe zu umhüllen, die man sich selber wünscht. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ – Das wollen wir neu lernen!

Auf der anderen Seite wollen wir aber auch daran festhalten, das Böse weiterhin böse und das Gute weiterhin gut zu nennen. Es mag in unseren Tagen manche Bibellehrer geben, die diese Art von Unzucht in der Gemeinde tolerieren wollen – auch in evangelikalen Kreisen. Sie mögen sich in ihren Augen sehr weise und verständig fühlen, doch sie irren sich gewaltig, wenn sie es einsichtig finden, das Böse gut zu nennen, auch wenn diese Menschen einwenden werden, dass sie das Böse nicht schönreden, sondern lediglich eine bestimmte Form der Homosexualität dulden, weil angeblich kein ausdrückliches Gebot von Seiten Gottes besteht.

Der Prophet Jesaja lebte auch in solch schwierigen Zeiten. So heißt es in Jesaja 5,20.21: „Wehe denen, die das Böse gut nennen, und das Gute böse; die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis; die Bitteres zu Süßem machen und Süßes zu Bitterem! Wehe denen, die in ihren Augen weise und bei sich selbst verständig sind!“

Wir fragen: Ist das die Lehre des Christus? Ist das die Lehre jener Knechte, von denen die Bibel sagt: „… nichts unterschlagend, sondern alle gute Treue erweisend, damit sie die Lehre, die unseres Heiland-Gottes ist, zieren in allem“ (Tit 2,10).

Die Lehre, dass man homosexuelle Praxis in der Gemeinde unter bestimmten Voraussetzungen dulden könnte, ist und bleibt Sauerteig. Die Lehre wie auch die Praxis müssen aber von jedem sowohl persönlich als auch gemeinschaftlich als Gemeinde abgewiesen werden. Dazu gibt uns 1. Korinther 5 ein Beispiel im Hinblick auf moralisch Böses und Galater 5 auf lehrmäßig Böses. Wenn wir diese Form des Bösen in der Gemeinde dulden, dann verbinden wir den Namen des Herrn Jesus Christus – denn Er hat seine Gegenwart mit jenen verbunden, die im Namen des Herrn Jesus versammelt sind – mit dem Bösem, für das Er auf die Erde kam, um dafür sein Leben zu lassen.

Eine weitere unangenehme Frage bleibt allerdings noch offen. Wie verhalten wir uns als Gemeinden untereinander, wenn solch eine unbiblische Praxis in einer Gemeinde gefunden wird?

Viele Gemeinden pflegen regen Umgang miteinander, und das ist an sich auch eine sehr schöne und großartige Sache, weil es auch die Tatsache „Da ist ein Leib“ sichtbar werden lässt; und selbst wenn vielleicht umständehalber keine Besuche stattfinden, fühlt man sich doch miteinander verbunden als solche, die in gleicher Weise eine örtliche Darstellung der einen weltweiten Gemeinde sein möchten. Gerade weil die eine Gemeinde Gottes weltweit eine Gemeinde ist, kann es uns auch nicht gleichgültig sein, wenn bei solchen, die sich als örtliche Gemeinde (einer Miniatur der weltweiten Gemeinde) versammeln wollen, Ungerechtigkeit in Form von böser Lehre oder moralisch Bösem geduldet oder gar verbreitet wird.

Wenn wir mit einer Gruppe in Verbindung stehen, in der derartige Dinge wie Hurerei, Habsucht, Unzucht oder Homosexualität geduldet werden – unabhängig davon, aus welchem Grund und ob sie nun mit wechselnden oder nur mit einem Partner ausgeübt wird – oder wo die Türen geöffnet werden für diese Form des Bösen, dann kann uns das nicht gleichgültig sein. Wenn wir mit solchen Gemeinden in Kontakt stehen, dann ist es notwendig, mit den Verantwortlichen zu sprechen und sie auf das Übel aufmerksam zu machen. Wenn alles gute Zureden nichts nützt, müssen Konsequenzen gezogen werden. Wir können Personen aus der eigenen Gemeinde nicht mehr dorthin empfehlen, denn das würde bedeuten, sie mit Bösem oder einem bösem Lehrsatz in Verbindung zu bringen, und das Empfangen von Gläubigen aus solchen Gruppen ist auch unmöglich geworden.

Wir wollen hierbei natürlich noch betonen, dass jeder Fall für sich vor dem Herrn behandelt werden muss und es auch verschiedene Ausmaße des Bösen gibt, die berücksichtigt werden müssen. Das Ziel muss stets sein, für die Ehre des Herrn einzutreten und dann auch den Einzelnen und ggf. auch eine ganze Gruppe von Geschwistern für Christus und für ein Leben in seiner Nachfolge zu gewinnen. Dennoch fordert die Heilige Schrift uns auf, in eindeutigen Fällen von Hurerei, Habsucht, Unzucht, Homosexualität usw. „mit einem solchen nicht einmal zu essen“ (1Kor 5,11) und sich zu reinigen von den Gefäßen zur Unehre (2Tim 2,21). Es ist unmöglich, nach „Gerechtigkeit, Glauben, Liebe, Frieden mit denen, die den Herrn anrufen aus reinem Herzens“ (2Tim 2,22), zu streben und gleichzeitig mit einer offenbaren und wissentlichen Form der Unmoralität verbunden zu bleiben. Wir werden in 2. Timotheus 2,19 aufgefordert, von der offenbaren und für alle sichtbaren Ungerechtigkeit abzustehen.

Wir wollen diesen Artikel aber nicht beenden, ohne auf einen weiteren Aspekt hingewiesen zu haben, der vielfach bei dieser und ähnlicher Problematik (z.B. Wiederheirat, Scheidung usw.) vergessen wird. Gott hat über die Ehe Jahrtausende gewacht, weil sie ein treffendes Bild von Christus und der Gemeinde ist. Ein Mann sollte eine Frau haben. Dass Mose einen Scheidebrief erlaubte, geschah nur aufgrund der Herzenshartnäckigkeit des Volkes. Von Anfang an ist es aber so nicht gewesen, und der Herr Jesus macht das auch seinen Jüngern in Matthäus 19 ganz klar. Jede Scheidung zerstört dieses schöne Bild von Christus als dem Bräutigam und der Gemeinde als Braut, da der Herr Jesus sich niemals von seiner Braut scheiden lassen würde – Er ist treu, auch wenn wir untreu werden.

So zerstört also eine Homo-Ehe das Bild von Christus und der Gemeinde, und das ist der tiefere Grund, warum die Homosexualität im Alten wie im Neuen Testament scharf zurückgewiesen wird. Nebenbei war im AT nicht nur die Homosexualität ein Gräuel, sondern es war bereits ein Gräuel, wenn ein Mann Frauenkleider oder eine Frau Männerkleidung trug (5Mo 22,5); d.h., ein Mann sollte nicht die Position einer Frau und die Frau nicht die des Mannes einnehmen – auch das würde das Bild von Christus und der Gemeinde zerstören. Gerade in der homosexuellen Verbindung wird aber einer von beiden den Part der Frau bzw. des Mannes übernehmen, und das entgegen dem eigenen tatsächlichem Geschlecht. Der Judasbrief macht uns deutlich, dass es ein schrecklicher Affront gegen Gott ist, wenn man den Platz verlässt, den Gott einem in der Schöpfung zugedacht hat, ob das nun Engel waren, die sich mit den Menschen eingelassen hatten, oder Männer, die sich mit Männern abgegeben hatten. Und wenn die Ehe angegriffen wird, dann wird zusätzlich auch noch dieses Bild von Christus und der Gemeinde angetastet.

Das Wort Gottes ist praktisch sogar eingerahmt von diesem Gedanken. Der Beginn und das Ende der Wege Gottes mit dem Menschen stehen mit diesem Gedanken in Verbindung. Auf dem ersten Blatt der Bibel finden wir, dass schon bei der Erschaffung des Menschen Gott daran gedacht hat, dass ein Mann mit seiner Frau über die Erde herrschen sollte, daher erschuf Er den Menschen männlich und weiblich. Das wird in Vollkommenheit in Erfüllung gehen in dem Augenblick, wenn Christus mit seiner Frau im Tausendjährigen Reich über die Erde herrschen wird. Und wenn wir an das letzte Blatt der Bibel denken, wo wir einen Ausblick in die Ewigkeit nach der Zeit bekommen, dann finden wir wieder einen Mann und eine Frau vorgestellt: das Lamm und seine Frau (siehe Off 21,2 in Verbindung mit Off 21,9). Die Frau, die Gemeinde, als „Hütte Gottes bei den Menschen“, als das neue Jerusalem, wird auch in Ewigkeit von den übrigen „Menschen“ unterschieden sein. Nur von der Gemeinde heißt es, dass sie vor Grundlegung der Welt im Herzen Gottes war (Eph 3,10). Sie wird in Ewigkeit ohne „Runzel“ (Eph 5,27) in ihrer bräutlichen Frische vor Christus, dem Lamm Gottes, stehen – dies zeigt uns Offenbarung 21,2. Hier hat sie auch nach tausend Jahren von ihrer Schönheit und ersten Frische nichts eingebüßt.

Wir sehen also, dass eine scheinbar „kleine“ Verschiebung der Wahrheit, die in Wirklichkeit ein Quantensprung ist, eine gewaltige Auswirkung für die Praxis bedeuten kann. Ob wir uns dessen immer bewusst sind? Und ob sich diese Lehrer immer solcher Dinge bewusst sind?

 

Anmerkungen

[1] http://www.ekd.de/familie/spannungen_1996_2.html.

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