Das Geschenk der Versöhnung
2. Korinther 5,14-21

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© Soundwords, online seit: 22.12.2016, aktualisiert: 17.12.2018

Leitverse: 2. Korinther 5,14-21

Einleitung

Weihnachten erinnert uns daran, wie Gott zu den Menschen gekommen ist. Er kam nicht mit Gericht, wie wir es verdient hatten. Er kam in Christus mit einer ausgestreckten Hand zur Versöhnung zu den Menschen. Der Herr Jesus kommt nicht auf die Erde, „um die Welt zu richten“ (Joh 12,27). Er kommt zu der Sünderin und sagt: „Deine Sünden sind vergeben“ (Lk 7,48). Der Ehebrecherin fällt ein Stein vom Herzen, als Er zu ihr sagt: „Auch ich verurteile dich nicht“ (Joh 8,11). Der Herr Jesus kommt in Gnade, „ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnend“ (2Kor 5,19). So einen Neuanfang hat die Welt noch nicht gesehen! Im Johannesevangelium finden wir Einblick in Gottes Absichten: „Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn errettet werde“ (Joh 3,17). Gott hat eine Botschaft an die Menschen in Christus: Ich bin gekommen, um dich wieder zu mir zurückzubringen. Ich möchte nicht, dass diese Entfernung zwischen dir und mir ist. Ich möchte dich in meiner Nähe haben. Ich möchte nicht, dass du mein Feind bist, du sollst vielmehr mein Freund sein. – Konnte die Liebe Gottes noch größer sein?

Die Haltung Gottes

2Kor 5,14-21: 14 Die Liebe des Christus drängt uns, indem wir so geurteilt haben, dass einer für alle gestorben ist und somit alle gestorben sind. 15 Und er ist für alle gestorben, damit die, die leben, nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferweckt worden ist. 16 Daher kennen wir von nun an niemand dem Fleisch nach; und wenn wir Christus dem Fleisch nach gekannt haben, kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr so. 17 Daher, wenn jemand in Christus ist, da ist eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. 18 Alles aber von dem Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat: 19 Nämlich dass Gott in Christus war, die Welt mit sich selbst versöhnend, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnend, und er hat in uns das Wort der Versöhnung niedergelegt. 20 So sind wir nun Gesandte für Christus, als ob Gott durch uns ermahnte; wir bitten an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! 21 Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm.

Nichts, was aus unserer alten, sündigen Natur hervorkommt, und sei es noch so gut, zählt vor Gott. Nur das, was Gott von sich selbst in Christus gezeigt hat, hat Wert vor Gott. Auch hatte der Mensch nichts, womit er die Beziehung zu Gott wieder hätte aufbauen können, ja, er hat noch nicht einmal den Willen dazu. Deshalb heißt es in 2. Korinther 5,18 im Zusammenhang mit der Versöhnung: „Alles aber von dem Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat …“

Um das Großartige der Versöhnung, die Gott uns anbietet, zu erkennen, sollten wir uns noch einmal daran erinnern, dass nicht Gott mit dem Menschen versöhnt werden musste, sondern der Mensch mit Gott. Nun könnte man meinen, dass der Mensch flehend und weinend zu Gott kommt und um diese Versöhnung bittet, aber das ist keineswegs so. Gerade das Gegenteil ist der Fall: Der Mensch hat gar nicht den Wunsch, mit Gott versöhnt zu werden! So kommt Gott dem Menschen darin auch noch entgegen und bietet ihm die Versöhnung an.

Wenn wir an die Versöhnung denken, müssen wir uns zunächst einmal von dem Gedanken freimachen, dass Versöhnung in erster Linie ein Resultat ist. Versöhnung ist zunächst eine Haltung Gottes. Selbst wenn nicht ein einziger Mensch durch den Dienst der Versöhnung zu Gott zurückgebracht worden wäre, so wäre Gott dennoch in einem Geist der Versöhnung („die Welt mit sich selbst versöhnend“; 2Kor 5,19) in Christus auf der Erde gewesen. Stellen wir uns vor, dass die Beziehung zwischen zwei Menschen nicht in Ordnung ist und dass der eine fortwährend seine versöhnende Hand nach dem anderen ausstreckt, dieser die Hand aber nicht ergreift. Auch hier ist das Wichtige nicht das Resultat, sondern die versöhnende Haltung, die der eine dem anderen gegenüber einnimmt.

Gott war in Christus

Israel hatte sich so verderbt, dass Gott seinen Wohnort in ihrer Mitte aufgegeben hatte (Hes 10–11). Danach wurde das Volk aus dem Land vertrieben, und die Herrschaft wurde nacheinander den vier Weltreichen übergeben (Dan 2). Nachdem sich auch diese Weltreiche als völlig verderbt erwiesen hatten, fängt Gott noch einmal an, mit den Menschen auf der Erde zu handeln. Aber diesmal handelt Gott nicht im Gericht wie zur Zeit Noahs, sondern Er kommt selbst in Christus in die Welt und bietet dem Menschen seine versöhnende Hand an. Jetzt wird der Mensch nicht verurteilt. Der Herr Jesus kam nicht auf die Erde, „um die Welt zu richten“ (Joh 12,47). Später würde Petrus Ananias und Sapphira an ihre Sünden binden und richten (Apg 5,1-5), und Paulus würde andere dem Satan überliefern (1Kor 5,5), aber der Herr Jesus tat nichts dergleichen, denn Er war in Gnade gekommen, „die Übertretungen nicht zurechnend“ (2Kor 5,19). Deshalb konnte Er der Sünderin sagen: Deine Sünden sind vergeben“ (Lk 7,48), und der Ehebrecherin: Auch ich verurteile dich nicht“ (Joh 8,11). „Ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnend“ drückt Johannes so aus: „Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn errettet werde“ (Joh 3,17).

Gott sprach den Menschen in Christus an und sagte gewissermaßen: Ich bin gekommen, um dich wieder zu mir zurückzubringen. Ich möchte nicht, dass diese Entfernung zwischen dir und mir ist. Ich möchte dich in meiner Nähe haben. Ich möchte nicht, dass du mein Feind bist, du sollst vielmehr mein Freund sein.

Konnte die Liebe Gottes noch größer sein? Und was war die Antwort des Menschen auf das Versöhnungsangebot Gottes? „Hinweg, hinweg! Kreuzige ihn!“ (Joh 19,15). Obwohl Gott in Christus in dieser versöhnenden Haltung zu dem Menschen kam, hatte der Mensch nur die Antwort übrig: „Kreuzige ihn!“ Doch jetzt kommt das Gewaltige: Hier zeigte sich, dass die Liebe Gottes noch größer ist als der Hass des Menschen. Gott nutzt gerade die Kreuzigung, um dort ein Werk zu tun, das die gerechte Grundlage zur Versöhnung des Menschen legt. Denn gerade durch den Tod Christi am Kreuz und in seinem vergossenen Blut wurde die Versöhnung, die wir als Gläubige besitzen, erst ermöglicht und ist auch die Grundlage für die Versöhnung des Universums gelegt. Gott benutzte gerade den Moment, als der Mensch seine größte Feindschaft bewies, um die Versöhnung doch noch zustande zu bringen. Nicht die Welt, die die Versöhnung nicht wollte, wurde versöhnt, wie manchmal fälschlicherweise gesagt wird. Doch einzelne Menschen aus der Welt können nun versöhnt werden. Deshalb kann auch heute „das Wort der Versöhnung“ verkündigt werden.

Völlig unabhängig von dem Zustand des Menschen ist Gott dem Menschen erschienen, und zwar in einem Menschen, der Gott völlig wohlgefällig war, so dass Er Freude an Menschen haben konnte. Denn an diesem einen Menschen hatte Gott nur Freude gefunden.

Beachten wir auch, dass es hier nicht heißt: „Gott war versöhnend, als Christus in die Welt kam“, sondern: „Gott war in Christus versöhnend.“ Gott selbst war in einem neuen Menschen erschienen, in Christus, dem Menschen nach seinem Wohlgefallen, in Christus, dem Gesalbten, von dem Er über den Sohn Isais hinaus in Psalm 89,20.21 prophetisch sagt: „Hilfe habe ich auf einen Mächtigen gelegt, ich habe einen Auserwählten erhöht aus dem Volk. Ich habe David gefunden, meinen Knecht – mit meinem heiligen Öl habe ich ihn gesalbt.“

2Kor 5,19-21: 19 Er hat in uns das Wort der Versöhnung niedergelegt. 20 So sind wir nun Gesandte für Christus, als ob Gott durch uns ermahnte; wir bitten an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! 21 Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm.

In dem „Wort der Versöhnung“ macht Gott jetzt jedem Menschen das Angebot: Ich möchte dich jetzt nicht mehr in deinem sündigen, feindlichen Zustand sehen, ich will dir deine Sünden nicht zurechnen. Für mich gibt es jetzt einen neuen Menschen, Christus, den ich vor meinen Augen habe. Wenn du Buße tust, kannst du erleben, was es bedeutet, in Christus zu sein. Wenn ich dich dann ansehe, sehe ich Ihn, und an Ihm habe ich Wohlgefallen. Und weil du in Ihm bist, habe ich auch an dir Wohlgefallen.

Was für einen zu Herzen gehenden Aspekt beinhaltet das Wort der Versöhnung! Paulus sagt zwar nicht ausdrücklich, dass Gott die Menschen bittet, zu Ihm zu kommen und sich versöhnen zu lassen, aber in den Worten „als ob Gott durch uns ermahnte“ und „wir bitten an Christi statt“ (wörtlich: „wir bitten für Christus“) kommt zum Ausdruck, wie nah Gott dem Menschen gekommen ist. Stellen wir uns das einmal vor: Der allmächtige Gott, der von Ewigkeit her ist und dem alles zu Gebote steht, lässt sich so sehr herab, dass Er – dürfen wir es einmal mit Ehrfurcht sagen? – den Menschen sozusagen „anfleht“, doch zu Ihm zu kommen und sich mit Ihm versöhnen zu lassen. Wir hätten es verstehen können, wenn Menschen Gott angefleht hätten, dass Er sie doch annehmen möchte. Doch dass nicht der Mensch, sondern Gott der Flehende ist, ist eigentlich unvorstellbar! Und Gott fordert nicht einmal etwas; nein, Er möchte ein großes Geschenk machen, und dafür hat Er sogar seinen Sohn geopfert.

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