Reaktion auf eine Stellungnahme gegen die Lehre der Haushaltungen

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Auf der Website http://betanien.de/verlag/material/index.php?kategorie=Eschatologie geht es darum, dispensationalistische Wahrheit [die Lehre von den Haushaltungen oder den Wegen Gottes mit den Menschen] zu diskreditieren. Auf einer dieser Seiten befindet sich eine Gegenüberstellung der „klassischen dispensationalistischen Sicht“ und der Sichtweise des Autors H.-W. Deppe. Was uns besonders traurig macht, ist, dass hier ohne Textquellenangaben Behauptungen über die „klassische dispensationalistische Sicht“ aufgestellt werden, die uns bei unseren ganzen Studien bisher nie begegnet sind und die auch u.E. keinesfalls die Sichtweise des klassischen Dispensationalismus repräsentieren. Daher haben wir in einer dritten Spalte nun unser Verständnis des klassischen Dispensationalismus hinzugefügt und zur Begründung auf zahlreiche Artikel verwiesen, die zu diesem Thema auf der Seite www.soundwords.de/a9906.html zu finden sind.

Klassische dispensationalistische Sicht (nach Ansicht von H.-W. Deppe) Sicht von H.-W. Deppe SoundWords Sicht – größtenteils zurückzuführen auf J.N. Darby
Das AT kann ohne Berücksichtigung des NT ausgelegt werden. Das AT muss im Licht des NT ausgelegt werden. Generell ja! Dieser Grundsatz darf nur nicht als Vergeistlichungsalibi missbraucht werden. Es müssen bei der AT-Auslegung bestimmte Grundsätze beachtet werden, siehe Grundsätze prophetischer Auslegung – D. Schürmann.
So gilt vom Grundsatz gerade hier die ntl. Stelle in Römer 11,27: „Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar.“
Der „neue Bund“ (Jer 31) gilt nicht der Gemeinde, sondern dem ethnischen Israel und betrifft die Wiederherstellung Israels im Tausendj. Reich. Der Neue Bund ist rein irdisch (laut J.N. Darby). Ohne neuen Bund in Jesu Blut keine Erlösung - der Bund gilt der Gemeinde. Ohne neuen Bund kein Hohepriestertum Christi (Heb 7,22.26). Wir haben in Christus einen himmlischen Hohenpriester als „Bürge eines besseren Bundes“. Der Bund wird nach Hebräer 8 mit dem Haus Israel und Juda geschlossen und zwar auf dieser Erde. Das Blut ist das Blut des neuen Bundes, das ist wahr, aber wenn Christen errettet werden, dann durch das Blut Christi und nicht, weil ein Bund mit ihnen geschlossen wurde.
Römer 5,9: „Vielmehr nun, da wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt sind, werden wir durch ihn gerettet werden vom Zorn.“ – Der Bund wird mit Israel geschlossen. Wir genießen gleiche oder ähnliche Segnungen, die der Bund in sich vereint, z.B. die Vergebung der Sünden (siehe Heb 8). Auch wir glauben, dass der Herr Jesus ein hohepriesterliches Amt im Himmel für die Gläubigen heute ausübt, und wir glauben auch, dass Er Bürge eines besseren Bundes ist. Das sagt aber nicht, dass der Bund mit uns geschlossen ist.
Im Tausendj. Reich werden wieder Sündopfer eingeführt (nach dem buchstäblichen Verständnis von Hes 40,39; 42,13; 44,19ff. etc.). Eine Rückkehr zu den Sündopfern (oder ein Glaube daran) ist dem Hebräerbrief zufolge eine schreckliche Missachtung des Opfers Christi (Heb 10,18.26ff.). Natürlich handelt es sich nicht mehr um dieselben Opfer, wie sie im Alten Testaments dargebracht wurden. Vorausweisen auf das Opfer Christi können Opfer materieller Art nach dem Kreuz nicht mehr. Das ist ganz klar. Aber die Opfer im Tausendj. Reich bekommen ihre Daseinsberechtigung auch nicht durch einen Hinweis, sondern durch einen Rückverweis auf das Opfer Christi.
R.A. Huebner schreibt:
„Die Herrschaft Christi im Tausendjärigen Reich ist also ein großer Schritt nach vorn, ein großer Schritt nach oben, verglichen mit der Stellung Israels und der Nationen in den Zeiten des Alten Testamentes, wenn man es betrachtet vom Standpunkt der Entwicklung der Wege Gottes in seiner Regierung auf der Erde und der Erkenntnis Israels bezüglich des Heils. Es wird nämlich ,ganz Israel‘ gerettet sein (Röm 11,26) und vor Gott stehen in nationaler Sohnschaft (Röm 9,4), wenn die Erkenntnis des Herrn die Erde bedecken wird, wie die Wasser das Meer (Jes 11,9), wenn der Herr allein erhoben sein wird (Jes 2,11) usw.“
Zu den Hebräerstellen siehe den Artikel: Buchstäbliche Opfer im Tausendjährigen Reich? – D. Schürmann
Auch das aaronitische Priestersystem wird wieder eingeführt (nach dem buchstäblichen Verständnis von Hes 40,46; 43,19; 44,15 etc.). Christus ist Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks, daher kann es in Seinem Reich kein Zurück zur aaronitischen Priesterschaft geben. Es wird kein Zurück zum aaronitischen Priestertum geben. Das machen wir in folgendem Artikel deutlich gemacht:
Wird es im Tausendjährigen Reich ein aaronitisches Priestertum geben? – R.A. Huebner
Israelogie ist das „Missing Link“ der systematischen Theologie. Christologie ist das „Missing Link“ der Israelogie. Christus ist der rechtmäßige Erbe der Verheißungen an Israel. Christus ist der verheißene Same Abrahams von 1. Mose 22. Das heißt aber nicht, dass alle Verheißungen an Israel nun in Christus und der Gemeinde erfüllt werden  wie auch immer das gehen soll –, wenn man sich die Verheißungen an Israel im Einzelnen einmal anschauen würde. Folgender Artikel geht näher darauf ein:
Gottes Verheißungen an Abraham W. Kelly
Jesus hat die jüdisch-irdische Reichserwartung letztlich bestätigt. Christus hat das jüdische Reichsverständnis korrigiert von einem irdisch-natürlichen zu einem himmlisch-geistlichen: z.B. Matthäus 5,3.10.19.20; 11,11; 12,28; 13,11.19.24.31.33.43-47; 16,19; 18,3ff.; 19,14. Der Herr Jesus hat die jüdische Friedensreicherwartung nicht aufgehoben, aber Er hat ein Reich in einer geheimnisvollen Gestalt nach Matthäus 13,11 eingeführt. H.-W. Deppe scheint hier „Reich der Himmel“ mit „Himmelreich“ zu verwechseln.
Israel ist das Zentrum der Heilsgeschichte, die Jetztzeit mit der Gemeinde ist nur ein Einschub. Christus ist das Zentrum der Heilsgeschichte, sein jetziges Heil kein Nebengleis. Gottes Ziel mit der Erlösung ist, alles in Christus zusammenzufassen (Eph 1). Es gibt kein jetziges Heil und damaliges Heil. Das Heil (d.i. die Rettung) ist für alle Gläubigen gleich. Israel ist das Zentrum der Verheißungen an Abraham, wovon jedoch auch die Nationen nicht ausgenommen sind (1Mo 12,1.2). Die Gemeindezeit ist tatsächlich eine Zeit, die im AT keine Berücksichtigung findet; wie auch, es ist ja das Geheimnis, das Paulus durch seine Predigt offenbarte (Eph 3; Kol 1,26.27; Tit 1,2; Röm 16,25). Auch wir glauben, dass es Gottes ewiger Vorsatz war, in Christus alles zusammenzufassen (Eph 1,10), aber in zwei Sphären – siehe:
Wird das Tausendjährige Reich ein Schritt zurück sein? – R.A. Huebner
Es besteht keinerlei Kontinuität zwischen Israel und Gemeinde. Eine deutliche Kontinuität zwischen Israel und den ersten Jüngern bzw. der Gemeinde wird gelehrt in den Evangelien, der Apostelgeschichte, in Römer 9–11, Epheser 2–3 etc. Es gibt nicht zwei, sondern nur eine Heilskörperschaft, die Heidenchristen sind darin „miteinverleibt“ und „Mitbürger“ Israels und „Miterben“. Das NT wendet viele atl. Begriffe bildhaft auf die Gemeinde an: Jude (Röm 2), Israel (Gal 6,16; Röm 9,6; Heb 8,8.10), Tempel, auserwähltes Geschlecht, heilige Nation, königliches Priestertum (1Pet 2), Kinder Abrahams, zwölf Stämme in der Zerstreuung (Jak 1), Zion (Heb 12,22) etc. Es gibt ein „Israel nach dem Fleisch“ (1Kor 10,18) und ein „Israel Gottes“ (Gal 6,16, vgl. Röm 9,6). Neben dieser Kontinuität gibt es selbstverständlich auch Diskontinuitäten wie das vollbrachte Heil Christi, der Abschluss der biblischen Offenbarung und die Einsetzung des neuen Bundes.  An dieser Stelle können wir nur den ausgezeichneten Artikel von W.J. Ouweneel empfehlen:
Sind die Nationen in Israel „einverleibt“? – W.J. Ouweneel.
Dieser Artikel macht deutlich, dass es diese Kontinuität, von der H.-W. Deppe spricht (bei der die Heidenchristen in Israel einverleibt werden), nicht existiert, wenn auch nicht geleugnet wird, dass eine gewisse Kontinuität darin besteht, dass die Apostel mit AT-Grundsätzen ihren jüdischen Brüdern klarmachen, dass es nichts Unnatürliches ist, dass die Nationen gesegnet würden. Das NT wendet den Begriff Jude und Israel nicht auf die Gemeinde an. Siehe Der wahre Jude und der Israel Gottes – D. Schürmann. Zion in Hebräer 12,22 hat mit der Gemeinde nichts zu tun (die wird in der Versammlung der Erstgeborenen gefunden). Zwölf Stämme der Zerstreuung hat nur in H.-W. Deppes Vorstellungen etwas mit der Gemeinde zu tun. Dass das irdische Volk ein Priestertum hatte und das himmlische Volk ein Priestertum ist, hat mit Kontinuität nicht viel zu tun. Das Heil Christi ist gerade keine Diskontinuität, sondern gerade die Kontinuität (siehe Röm 3,25.26). Von der Einsetzung des neuen Bundes wird nur als noch in der Zukunft liegend gesprochen, siehe Hebräer 8,8-10.
„Ganz Israel wird errettet werden“ (Röm 11,26) bezieht sich auf das nationale Israel. Alle zur Zeit der Wiederkunft Jesu lebenden Juden werden sich dann zu Christus bekehren. In Römer 11,26 steht nicht „danach wird …“, sondern „so wird ganz Israel errettet werden“. Das „so“ bezieht sich auf den vorher beschriebenen Prozess, dass natürliche und wilde Zweige (Juden und Heiden) zu einem Ölbaum (ins Volk Gottes) zusammengefügt werden. Offenbar bildet dieser Ölbaum dieses „ganz Israel“, die Heidenchristen sind darin „miteinverleibt“ (Eph 3,6; vgl. 2,19). Dieses Erstreben der „Vollzahl“ der erretteten Juden geschieht in der Jetztzeit (vgl. Röm 11,5.12-14). „Ganz Israel“ ist offenbar die Summe der Vollzahl der Juden und der Vollzahl der Nationen (Röm 11,25). Eine andere akzeptable Auslegung ist, unter „ganz Israel“ nur die Vollzahl der erwählten Juden, den Überrest Israels, zu verstehen, der in der Jetztzeit gebildet wird (Röm 11,5.12-15.31). Ob die Aussage über den sog. klassischen Dispensationalismus so stimmt, ist fraglich. Solch eine Aussage haben wir zumindest nie gefunden. Wir glauben nicht, dass sich alle bekehren werden, wenn der Herr Jesus wiederkommt. Es ist vielmehr so, dass das Gericht alle jene wegraffen wird, so dass am Ende nur noch gläubige Israeliten in Israel vorhanden sind, die dann die Grundlage für das Tausendj. Friedensreich bilden werden. Nach Sacharja 13,8 werden zwei Drittel ausgerottet werden: „Und es wird geschehen im ganzen Lande, spricht Jahwe: Zwei Teile davon werden ausgerottet werden und verscheiden, aber der dritte Teil davon wird übrig bleiben.“ Siehe auch Hesekiel 20,34.35. Römer 11,26.27 gibt die Antwort auf die Frage, wie ganz Israel errettet werden wird: „Und also wird ganz Israel errettet werden, wie geschrieben steht: Es wird aus Zion der Erretter kommen, er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden; und dies ist für sie der Bund von mir, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.“
„So“
wird ganz Israel gerettet werden!
Nebenbei zeigt die Benutzung von „so“ z.B. in 1. Korinther 11,28; 14,25 und 1. Thessalonicher 4,17 dass sich „so“ (houtos) keinesfalls immer auf einen vorher beschriebenen Prozess bezieht.
Das ethnische Israel hat heute das göttliche Mandat, das Land Palästina einzunehmen. Das Volk Israel wurde als Gericht Gottes aus dem Land vertrieben und hat kein biblisch legitimiertes Recht (vielleicht aber ein politisch-völkerrechtliches), nun das Land mit kriegerischen oder politischen Mitteln einzunehmen. Das Volk Israel braucht geistlicherweise das Evangelium von Jesus und nicht Palästina. Die Landverheißungen aus 1. Mose wurden bereits vollständig in Josua 21,43ff. erfüllt. Welcher klassische Dispensationalist vertritt wohl solch eine Meinung? Wir kennen keinen. Israel hat derzeit überhaupt kein Mandat von Gott, da es sich in dem Zustand von Hosea 1 befindet: „Lo-Ammi“ (Nicht-mein-Volk). Erst Buße und Vertrauen auf Gott, wird ihnen auch die Landverheißungen Gottes wieder!!!bringen und erfüllen. Siehe: Dispensationalistische oder bundestheologische Sicht – 5. Mose 28–30
Die Verheißungen, die Gott Israel gegeben hat, sind nicht auf die Gemeinde übertragbar. Die Heidenchristen sind mit den Gläubigen aus Israel „Miterben der Verheißung“ (Eph 3,6). „Wenn ihr aber des Christus seid, so seid ihr damit Abrahams Nachkommenschaft und nach Verheißung Erben“ (Gal 3,29). Die Hoffnung der Gemeinde ist dabei ebenso himmlisch wie die Hoffnung der atl. Gläubigen aus Israel (Heb 11,10.13.16). Das wahre Israel wurde um gläubige Heiden erweitert. Hier wird einiges durcheinandergeworfen. Man muss hier schon ein wenig differenzieren. Die Verheißungen speziell an Israel sind natürlich nicht auf die Gemeinde übertragbar. Aber die Verheißung, von der in Galater 3,29 die Rede ist, ist u.a. jene, dass Abraham „glaubte“ und dass dieser Glaube ihm zur Gerechtigkeit gerechnet wurde. Diese Verheißung ist aber unabhängig von den Verheißungen an Israel.
Auch hier der Hinweis auf den Artikel: Gottes Verheißungen an Abraham – W. Kelly
Gott hat zwei Bräute: Israel und die Gemeinde. Gott hat eine Braut: die Gemeinde aus Juden und Heiden, das „Israel Gottes“ Auch hier wüssten wir gerne, welcher klassische Dispensationalist dies lehrt. Das ist natürlich falsch, weil 1. es der Herr Jesus ist, der eine irdische und eine himmlische Braut hat. Die himmlische Braut finden wir vor allem in Epheser 5 und Offenbarung 19 und die irdische Braut in Jesaja 62,5.2. Die irdische Braut ist auch nicht Israel, sondern Jerusalem!
Die gläubigen Israeliten haben eine andere Zukunft als die Gläubigen der Gemeinde. Die am Kreuz abgebrochene „Zwischenwand der Umzäunung“ (Eph 2,14) wird künftig wieder aufgerichtet. Die Schrift unterscheidet nicht zwischen der Zukunft der Gläubigen aus Israel und aus den Nationen. Es gibt nur eine Heilskörperschaft, in der keine Trennung eingeführt werden darf. Ergebnisse des Werkes vom Kreuz werden nicht rückgängig gemacht. Welcher klassische Dispensationalist schreibt das? Es kann überhaupt keine Rede davon sein, dass die Zwischenwand der Umzäunung künftig wieder aufgerichtet wird; siehe Sind die Nationen in Israel „einverleibt?“ – W.J. Ouweneel [Siehe besonders die Anmerkung der Redaktion zu diesem Thema in diesem Artikel!].
Nach der Entrückung wird Gott sein Handeln mit dem ethnischen Israel als Gottesvolk wieder aufgreifen. Diese Lehre ist in der Schrift nicht zu finden. Die Entrückung ist klarer Bestandteil der NT-Lehre, sie wird in folgendem Artikel näher ausgeführt: Welche Gläubigen gehen durch die große Drangsal? – A. Remmers im Zusammenhang mit den Ereignissen, die sich nach dieser Entrückung ereignen werden.
Die Entrückung findet sieben Jahre vor der Wiederkunft Jesu statt – vor der „großen Trübsal“. Eine solche Lehre ist in der Schrift nicht zu finden. Ein Studium des Wortes „Trübsal“ im NT zeigt, dass wir als Christen stets in der Trübsal leben. Die Lehre einer künftigen siebenjährigen Trübsalszeit beruht auf dem willkürlichen Einfügen eines langen Zeitraums zwischen der 69. und 70. Jahrwoche Daniels. Das gibt aber der Text von Daniel 9 nicht her. Das Einfügen eines undefinierten Zeitraumes ist zwingend erforderlich, nicht weil es dort explizit steht, sondern weil andere Ereignisse, die dort beschrieben werden, zum großen Teil noch nicht erfüllt sind. Im Weiteren gibt es ganz markante Gründe, anzunehmen, dass es sich hier um einen Einschub handeln muss, siehe:
Der 6-fache Segen nach Abschluss der 70. Jahrwoche – R.A. Huebner. Das ist in Harmonie mit anderen Schriftstellen.
Siehe: Gibt es Raum für eine „himmlische Einschaltung“ im Alten Testament? – R.A. Huebner.
Der Thron Davids wird erst in der Zukunft auf der Erde aufgerichtet.  Christus ist auferstanden, um sich zur Rechten Gottes auf den Thron Davids zu setzen (Apg 2,34). Das Königtum Davids (die „Hütte Davids“) ist nach Apostelgeschichte 15,16ff. in Christus wieder aufgerichtet (vgl. Apg 13,34). Somit haben wir das messianische Reich in verborgener Weise jetzt (1Kor 15,25; Heb 10,12.13 u.a.) und in allumfassender Weise in der kommenden Herrlichkeit. Auch hier wird nicht gesehen, dass der Thron Davids etwas anderes ist als zur Rechten Gottes des Thrones Gottes. Wir lesen in Apostelgeschichte 2,34 nichts vom Thron Davids. Wer da etwas davon liest, betreibt eindeutig Eisegese. Zu Apostelgeschichte 15,16ff. siehe: Gibt es Raum für eine „himmlische Einschaltung“ im Alten Testament? - R.A. Huebner.
In Offenbarung 20 können alle atl. Prophezeiungen über das messianische Reich hineinplatziert werden. Offenbarung 20 sagt nichts über eine Wiederherstellung Israels. Ein Hineinlegen vieler atl. Prophezeiungen in diese Stelle ist exegetisch nicht gerechtfertigt. Da entscheidende Stellen wie Römer 9–11; Offenbarung 20 und 2. Petrus 3 keine Wiederherstellung Israels lehren, haben deren Vertreter im NT keinerlei exegetischen Rückhalt. Selbst verständlich sagt Offenbarung 20 nichts über die Wiederherstellung Israels, es gibt aber in anderen Kapiteln der Offenbarung Hinweise auf die Errettung eines Überrests. Gerade Römer 9–11 zeigt, dass es eine Wiederherstellung Israels gibt. Siehe: Die Bedeutung des edlen Ölbaumes – C. Briem. Die Offenbarung hat es aber mit der Erde im Allgemeinen zu tun, wie auch das Tausendj. Reich, was schon das AT zeigt.
 

 

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