Der gegenwärtige und der zukünftige Zeitlauf (5)
Der Verfall der Gemeinde

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© SoundWords, online seit: 21.08.2006, aktualisiert: 26.01.2018

Leitverse: Matthäus 13; Römer 11,22; Apostelgeschichte 20,29.30; 1. Timotheus 4,1-3; 1. Johannes 2,18 u.v.m.

Röm 11,22: Sieh nun die Güte und die Strenge Gottes: gegen die, welche gefallen sind, Strenge; gegen dich aber Güte Gottes, wenn du an der Güte bleibst; sonst wirst auch du ausgeschnitten werden.

Apg 20,29.30: [Denn] ich weiß [dieses], dass nach meinem Abschied verderbliche Wölfe zu euch hereinkommen werden, die der Herde nicht schonen. Und aus euch selbst werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her.

1Tim 4,1-3: Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten etliche von dem Glauben abfallen werden, indem sie achten auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen, die in Heuchelei Lügen reden und betreffs des eigenen Gewissens wie mit einem Brenneisen gehärtet sind, verbieten zu heiraten, und gebieten, sich von Speisen zu enthalten, welche Gott geschaffen hat zur Annehmung mit Danksagung für die, welche glauben und die Wahrheit erkennen.

1Joh 2,18: Kindlein, es ist die letzte Stunde, und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, so sind auch jetzt viele Antichristen geworden; daher wissen wir, dass es die letzte Stunde ist.

Der Verfall, wie er sich heute darstellt

Israel hätte durch seinen Gehorsam und die damit verbundenen sichtbaren Segnungen allen Völkern der Erde zeigen sollen, wie „glücklich das Volk ist, dessen Gott der HERR ist“ (Ps 144,15). Allein dieses so sehr bevorzugte Volk war ungehorsam und verwarf den HERRN. Gott aber wird von Israel und den Nationen im zukünftigen Zeitlauf verlangen, dass sie sich, indem sie die dann geoffenbarte Herrlichkeit des Sohnes Davids betrachten, freudig diesem wahren Melchisedek unterwerfen, welcher sie in Friede und Gerechtigkeit regieren wird.

Die während der Abwesenheit Jesu hier unten wandelnde Versammlung ist berufen, durch ihren geistlichen und himmlischen Wandel der Welt zu zeigen, dass dieser Jesus, welchen sie verworfen hat, im Himmel lebt, indem Er in der Versammlung durch seinen Geist diese himmlische Gesinnung und Neigung bewirkt; und diese Zeit seiner Geduld ist bestimmt, sich zu Ihm zu bekehren.

Hätte die Versammlung ihrer Berufung gemäß den bewunderungswürdigen Anblick eines aus allen Völkern gesammelten einigen Leibes stets dargeboten – eines Leibes, der durch eine bis dahin unbekannte Macht in der Einheit, Liebe und Erwartung seines Hauptes erhalten wurde –, so würde dies ohne Zweifel für sie ein reicher Segen und für die Welt ein gewaltiges Zeugnis geblieben sein. Doch dazu hätte sich die Versammlung dem Geist völlig überlassen müssen, welcher alsdann reichlich gewirkt hätte. Was sieht man aber stattdessen jetzt in der Christenheit? Der Katholizismus entzieht den Gläubigen das Vorrecht, durch den Geist geleitet zu werden und räumt dem Klerus allein das Recht dazu ein. Unter den Protestanten ist der Heilige Geist nur eine tote, unfruchtbare Lehre. Diejenigen sogar, welche seine Wirkung in ihrer Wiedergeburt erfahren haben und sich Ihm für ihren eigenen Wandel anvertrauten, scheinen oft, wenn es sich um den gemeinschaftlichen Wandel oder um die Versammlung handelt, zu vergessen, dass es einen Heiligen Geist gibt. Sie verkennen den so einfachen Grundsatz, dass, so wie die Gesamtversammlung der durch den Geist beseelte Leib Christi ist, so auch die Versammlung eines jeden Ortes, die vom Heiligen Geist geleitete Versammlung der Glieder Christi an diesem Ort ist; und dass folglich alles, was diese Glieder zu tun haben, darin besteht, sich gemeinschaftlich im Namen des Herrn zu versammeln, um im Geist und in der Wahrheit anzubeten. Dies ist die Versammlung und ihr Gottesdienst.

Stattdessen aber sucht man da, wo man es nach seiner eigenen Weisheit zweckmäßig findet, Versammlungen zu machen. Man richtet Schulen ein, in welchen man durch Erlernung der Wissenschaften, vielleicht auch in Verbindung mit einem orthodoxen Glauben, Hirten, Lehrer, kurz Diener für diese Versammlungen bildet. Man vergisst, dass der Geist in der Versammlung seine Gaben austeilt, „wie er will“ (1Kor 12,4-12). Man bringt das, was der Geist selbst durch seine mächtige und freie Wirkung hervorbringen sollte, in Verfassungen und Formen; während diese Dinge vor Gott nur insofern wahr sind und einen Wert haben, als sie durch diesen Geist hervorgebracht sind. Wie sollte die Welt für den Glauben gewonnen werden, wenn sie sieht, dass diejenigen, welche an diesen Geist zu glauben bekennen, sich in Wirklichkeit nicht diesem Geist anvertrauen, sondern gleich ihnen sich auf die Weisheit ihrer Formen und auf das Talent und die Redekunst ihrer Lehrer verlassen? Und sollte sich der hierdurch betrübte Geist nicht zurückziehen? Sie sind wie Israel, welches sein Vorrecht, Gott zum König zu haben, verkannte und sagte: Wir wollen einen König haben, gleichwie auch die anderen Nationen.

Die Versammlung sollte von dem Leben ihres auferstandenen Hauptes Zeugnis ablegen, indem sie Ihn täglich vom Himmel erwartete, wie sie es auch anfänglich tat. Wenn man die Briefe der Apostel einfältig liest, so ist es unmöglich, nicht zu erkennen, dass die ersten Christen den Herrn auf eine ganz andere Weise erwarteten, als es die meisten Christen heutzutage tun. Sie erwarteten Ihn wirklich und nicht geistig; sie glaubten, dass Er jeden Augenblick kommen könne. Die Ankunft war für sie einer der Zwecke, wofür sie bekehrt waren, eine Triebfeder zur Erfüllung aller ihrer Pflichten und ein Trost in all ihrem Leid (1Thes 1,9.10; 2,19.20; 4,18; Tit 2,13; Heb 10,36.37; Jak 5,7-9). Man hat sich aber so sehr von der Gesinnung dieser ersten Jünger entfernt, dass, da man ihre Sprache nicht mehr verstand, man ihren einfachsten Ausdrücken einen fremden und gezwungenen Sinn gegeben hat. Die Ankunft des Herrn wurde für viele nur die Zerstörung Jerusalems oder der Tod oder auch etwas, was man eine geistige Ankunft nannte, um ein sogenanntes geistiges Reich aufzurichten, von welchem aber das Wort nichts weiß.

Die meisten kennen keine andere Ankunft des Herrn als diejenige, in welcher Er die Welt richten wird, und verwechseln so den Tag des Zornes des Lammes mit dem lieblichen und herrlichen Tag seiner Vereinigung mit seiner vielgeliebten Braut. Und wenn ihr sie an die Belehrung des Wortes über diesen Punkt erinnert, so werden sie euch, wie Festus dem Paulus, sagen: „Deine große Gelehrsamkeit bringt dich zur Raserei.“ Mit der täglichen Erwartung des Herrn ist auch die Einheit der Jünger, ihre Trennung von der Welt, das geistliche und himmlische Leben, welches sie anfänglich auszeichnete, verschwunden. Als der Knecht in seinem Herzen sagte: „Mein Herr verzögert zu kommen“, begann er seine Mitknechte zu schlagen und mit den Trunkenen zu essen und zu trinken (Mt 24,48 usw.). Als die Versammlung aufhörte, nach oben zu blicken, um den Herrn vom Himmel zu erwarten, blickte sie nach unten, um da ihre Ruhe, ihre Bequemlichkeit, Reichtümer und Ehre zu suchen. Sie ist irdisch geworden und ein Feind des Kreuzes Christi. Sie verband sich zu dem Punkt mit der Welt, dass sie derselben das Bürgerrecht in ihr einräumte und ihr ihren Gottesdienst und ihr Mahl des Herrn preisgab. Endlich suchte sie ihre Ehre in ihrer Schande – in einer anerkannten, ruhigen und geehrten Stellung mitten in der Welt, welche ihr Haupt gekreuzigt hat.

Nicht nur haben sich die Christen mit der Welt verbunden, sondern sie haben sich auch unter sich getrennt. Anstatt von der Einheit des Geistes, die sie zu der Einheit des Leibes beseelte, zu zeugen, hat sich die Versammlung in unzählige Parteien geteilt, welche sich untereinander durch Namen von Menschen, von Nationen oder Lehren unterscheiden. Ach!, das war es nicht, was der Herr für sie erbat, als Er sagte: „… dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf dass auch sie in uns eins seien, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast“ (Joh 17,21). Das war auch nicht der Anblick, den die ersten Jünger darboten, als sie „alle zusammen waren“ und „als die Menge derer, die gläubig geworden waren, ein Herz und eine Seele war“ (Apg 2,44-47; 4,32.33). Auch war große Gnade über ihnen allen und viele glaubten. Es ist zwar wahr, dass diese glückliche Einheit in Korinth einen ernsten Stoß erlitt, als der eine sagte: „Ich bin des Paulus, ein anderer: ich des Apollos“ (1Kor 1,11-13). Das Geheimnis der Bosheit fing schon an zu wirken (2Thes 2,3-8). Das Übel war jedoch weit entfernt, die Ausdehnung zu haben, die es heute hat, die Versammlung des Diotrephes vielleicht ausgenommen (3Joh 9.10). Es ist gewiss, dass man zur Zeit der Apostel an einem Ort nie mehr als eine Herde sah. Man stellte sich gewiss nicht vor, dass eine Zeit kommen würde, wo man in ein und derselben Stadt oder Dorf, drei, vier, fünf oder sechs verschiedene Versammlungen sehen würde, deren jede ihren Glauben, ihre Organisation, ihr Abendmahl und ihren Dienst haben würde.

Trotz dieser Trennungen sagt man, dass im Grunde doch eine Einigkeit unter diesen Versammlungen sei (falls sie alle auf demselben Grund ruhten) und dass der Herr von dieser fundamentalen und unsichtbaren Einheit habe reden wollen, als Er für die Einheit seiner Jünger bat. Aber diese unsichtbare Einheit genügt nicht, um die Welt zum Glauben zu bringen; sie bedarf einer sichtbaren Offenbarwerdung. Wenn nun die Einheit wirklich existiert, warum dann diese Trennungen, welche Veranlassung so vieler Sünden und beständige Ursache von Gebrechen in der Versammlung sind? Denn die Gaben, welche den Christen der verschiedenen Versammlungen gegeben sind, welche, durch die Einheit noch vermehrt, ihnen Überfluss an Erbauung und Tröstung geben würden, reichen jetzt, da sie getrennt sind, nur hin, um ein armseliges, kraftloses Leben zu führen, wenn sie nicht gar gebraucht werden, um sich gegenseitig zu bekämpfen. Sie sind Israel und Juda gleich, welche die Sünde voneinander trennte und welche, anstatt ihre Kräfte gegen ihre gemeinschaftlichen Feinde zu vereinigen, diese gebrauchten, um einander den Krieg zu machen; und dabei riefen sie sogar Ägypten und Assyrien zu Hilfe.

Ankündigung des Verfalls in den Briefen

Um den Verfall der Versammlung zu erkennen, würde es genügen, sich dessen zu erinnern, was sie nach dem Vorsatz Gottes ist, und dann einen Blick darauf zu werfen, was sie in der Christenheit geworden ist. Wir haben aber übrigens über diesen Gegenstand die klarsten und genauesten Aussprüche. Paulus sagt der Versammlung zu Rom: „Siehe die Güte und die Strenge Gottes; an denen, die gefallen sind, Strenge; an dir aber Güte, wenn du an der Güte bleibst; sonst wirst auch du ausgeschnitten werden“ (Röm 11,22). Er stellt also die Möglichkeit eines Abfalls vor; und in diesem Fall kündigt er nicht ein Wiederaufstehen an, sondern ein Ausgeschnittenwerden; jedoch nicht ein sogleich erfolgendes Abhauen, weil es nach der Treue Gottes nicht möglich ist, dass ein Einziger der Auserwählten umkomme, obschon sie infolge des Falles zu leiden haben. Und diesen Abfall, vor welchem Paulus die Christen in der Versammlung zu Rom warnte, verkündigt er auf bestimmte Weise den Ältesten der Versammlung Ephesus (Apg 20,29.30): „Ich weiß dieses, dass nach meinem Abschied verderbliche Wölfe zu euch hereinkommen werden, die der Herde nicht schonen. Und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her“ (siehe auch 2Pet 1,12-15, vgl. mit 2Pet 2, besonders mit 2Pet 2,1). Was ist nun nach all diesem die Aufeinanderfolge des apostolischen Amtes und das Alter der Lehre, auf welche sich so viele Kirchen stützen? Ach!, nur die Lehre des Wortes ist einzig und allein wahr und nur der Dienst ist Gott angenehm, der vom Geist ausgeteilt wird.

Übrigens warteten die falschen Lehrer und die verderblichen Lehren nicht einmal den Abschied der Apostel ab, um in die Versammlungen einzudringen. Es gibt wenige apostolische Versammlungen, in welchen man nicht an einigen Zügen ihre Gegenwart bemerkt – von der Versammlung zu Ephesus an bis zu der des Diotrephes, wo man den Apostel Johannes und die, welche ihn aufnehmen wollten, verjagte (man sehe 1Kor 3,1-4; 5; 6; 11,17-22; 15,12.33.34; Gal 1,6.7; 2,4.5; 3,1; 5,7-15; 6,12.13; Kol 2,8.16-23). Und weit entfernt, dass diese Unordnungen in der Folge verschwinden sollten, lehren uns die Apostel, dass das Verderben bis ans Ende immer zunehmen werde:

„Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in den letzten Zeiten etliche von dem Glauben abfallen werden, achthabend auf Geister des Irrtums und Lehren der Teufel, die in Heuchelei Lügen reden, und was ihr eigenes Gewissen betrifft, wie mit einem Brenneisen gehärtet sind; verbietend zu heiraten, und gebietend sich von Speisen zu enthalten, welche Gott für die, welche glauben und die Wahrheit erkennen, zur Annahme mit Danksagung geschaffen hat“ (1Tim 4,1-3).

„Dieses aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten entstehen werden. Denn die Menschen werden sein eigenliebig, geldgierig, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, heillos, gefühllos, unversöhnlich, verleumderisch, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend, verräterisch, verwegen, aufgeblasen, mehr Freunde der Wollust als Gottes, welche die Form der Gottseligkeit haben, ihre Kraft aber verleugnen. Von diesen halte dich fern! … Alle aber auch, die gottselig in Christus Jesus leben wollen, werden verfolgt werden. Böse Menschen aber und Betrüger werden im Bösen fortschreiten, verführend und verführt werdend“ (2Tim 3,1-5.12.13). „Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, welche Sekten des Verderbens neben einführen werden, und den Gebieter, der sie erkauft hat, verleugnen, sich selbst schnelles Verderben zuziehend. Und viele werden ihren Ausschweifungen nachfolgen, wegen welchen der Weg der Wahrheit verlästert wird usw. … Zuerst dies wissend, dass am Ende der Tage Spötter kommen werden mit Spötterei, nach ihren eigenen Lüsten wandelnd und sagend: Wo ist die Verheißung seiner Ankunft? Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles von Anfang der Schöpfung an“ (2Pet 2,1-3; 3,3-5).

Welch trauriges Gemälde der letzten Tage des Zeitlaufs! Und trotzdem können einige die Fortschritte des Evangeliums und des Reiches Gottes dabei sehen. Was die letzten Tage in den Augen der Apostel charakterisierte, war nicht der Triumph des Evangeliums, sondern das Vorhandensein vieler Antichristen: „… wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, so sind jetzt schon viele Antichristen geworden; daher wissen wir, dass es die letzte Stunde ist“ (1Joh 2,18). Auch kündigte Paulus den Thessalonichern an, dass „der Tag Christi nicht komme, es sei denn, dass zuvor der Abfall komme, und der Mensch der Sünde, der Sohn des Verderbens, offenbart sei, welchen der Herr Jesus mit dem Hauch seines Mundes verzehren, und durch die Erscheinung seiner Ankunft vernichten wird“ (2Thes 2); nicht aber, wie die meisten Christen heutzutage meinen: Es sei denn, dass zuvor die Wahrheit über den Irrtum triumphiere, dass das Evangelium alles durchdrungen habe und die Erde von der Erkenntnis des Herrn erfüllt sei.

Auch der Apostel Judas lehrt uns, dass das Verderben, welches er schon in die Versammlungen einschleichen sah, bis zur Ankunft des Herrn, anstatt zu verschwinden, wachsen würde, weil er, nachdem er ein schreckliches Gemälde der verdorbenen Menschen seiner Zeit gemacht hatte, hinzufügt: „… von welchen auch der Siebente von Adam, Henoch, geweissagt, usw.“ Er sieht also, wie sie sich fortpflanzen und eine ununterbrochene Kette bilden, bis zu dem Augenblick, wo, wenn das Übel seinen Höhepunkt erreicht hat, der Herr kommt, um sie durch die Erscheinung seiner Ankunft zu zerstören.

Ankündigung des Verfalls in Matthäus 13

Dieses lehrte auch schon der Herr in den Gleichnissen des 13. Kapitels im Matthäus-Evangelium, welche die Geheimnisse des Himmelreichs enthalten.

In dem ersten zeigt uns der Herr die Saat des Reiches und schon da sehen wir drei Teile des Samens verloren und nur einen, der aufkeimt und wirklich Frucht bringt.

Das zweite Gleichnis zeigt uns den auf dem Speicher gesammelten Weizen; aber vorher zeigt es uns das vom Feind gesäte Unkraut und zwar da, wohin der Mensch guten Samen gesät hatte, nämlich in der Christenheit. Die Knechte des Menschen, wie auch gewisse Christen, sind willens, das Unkraut auszurotten und den Acker zu reinigen; aber Er sagt ihnen: „Lasst es beides zusammen wachsen bis zur Ernte; und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Leset zuerst das Unkraut zusammen und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber sammelt auf meinen Speicher.“ „Die Ernte aber ist die Vollendung des Zeitlaufes“, nämlich des jetzigen; und keineswegs das Ende der Welt, welche wir bewohnen und welche der Acker ist, wo die Saat gesät wurde. „Gleichwie nun das Unkraut zusammengelesen und im Feuer verbrannt wird, also wird es in der Vollendung dieses Zeitlaufes sein; usw.“ So wird also in dieser Welt das Böse mit dem Guten bis zur Ernte gemischt bleiben, das heißt, bis ans Ende des Zeitlaufes und bis zu dem vom Herrn selbst ausgeführten Gericht (Joel 3,13; Off 14,15.16).

Übrigens ist hier keineswegs von der Versammlung die Rede, noch von der Zucht, durch welche man den Bösen von ihr hinaustut. Wenn man dieses Gleichnis als Beweis gegen die Zucht gebraucht, so bringt man den Apostel Paulus in Widerspruch mit dem Herrn. Dieser sagt: „Lasst es beides zusammen wachsen (die Söhne des Bösen und die Söhne des Reiches) bis zur Ernte.“ Jener sagt im Gegenteil: „Tut den Bösen aus eurer Mitte“ (1Kor 5,12.13). Wenn hier von denselben Personen unter denselben Umständen die Rede ist, so ist offenbarer Widerspruch vorhanden; aber eine einfache Bemerkung macht es klar und lässt jeden Widerspruch verschwinden. Der Herr, indem Er vom Reich spricht, sagt, man solle die Bösen nicht aus der Welt tun, denn „der Acker ist die Welt“. Paulus hingegen, indem er sich an die Glieder der Versammlung wendet, sagt: „Tut den Bösen aus eurer Mitte“, nämlich aus der Versammlung. Das sind zwei gleich wahre Sachen, welche vollkommen übereinstimmen. Paulus bestätigt sogar die Belehrung des Gleichnisses, indem er sagt: „Was habe ich die, welche draußen sind, zu richten? … die aber draußen sind, wird Gott richten.“ Er sagt aber auch: „Richtet ihr nicht, die drinnen sind? Tut den Bösen aus eurer Mitte.“

Es gehört also nur dem Herrn an, das Böse und den Bösen aus der Welt zu tun, und Er wird es tun, wenn Er am Ende des Zeitlaufes erscheint. Die Versammlung aber muss, indem sie Ihn erwartet, in ihrem Schoß Zucht ausüben und den Bösen aus ihrer Mitte tun.

In Matthäus 13,31.32 hören wir weiter, dass das Reich der Himmel gleich einem Senfkorn ist. Die Versammlung, welche als eine kleine Herde, fremd und pilgernd, hier unten in der Verachtung und Armut gleich ihrem Herrn und Meister sein sollte, ist ein Weltinstitut geworden, ein großer Baum wie der des Nebukadnezar, „den man bis ans Ende der Erde sah, dessen Äste schön waren und viele Früchte trugen, davon alles zu essen hatte usw.“ (Dan 4,9). In der mit Gütern und Ehren dieser Welt bereicherten Versammlung hat man, wie in jedem weltlichen Institut seine Gelüste nach Titeln und Einkommen befriedigen können. Es hat für alle zu essen gegeben, welche auf seinen Zweigen wohnen wollten; aber es ist auch gesagt worden: „Hauet den Baum um, behauet ihm die Äste, streicht ihm das Laub ab und zerstreut seine Früchte, damit die Tiere unter ihm wegfliehen und die Vögel von seinen Zweigen“ (Dan 4,11). „Wenn du nicht an der Güte Gottes bleibst, wirst du auch ausgeschnitten werden“ (Röm 11,22). Seht hier das ausgesprochene Gericht über die weltliche Herrlichkeit und Größe, mit welcher sich die Versammlung umgeben hat; und erst nachdem Gott den großen Baum erniedriget und den grünen Baum verdorrt haben wird, wird er den verdorrten Baum wieder grünen machen und wird ihn zu einer großen Zeder werden lassen auf den Bergen Israels.

„Das Reich der Himmel ist dem Sauerteig gleich, den eine Frau nahm und unter drei Scheffel Mehl verbarg, bis alles gesäuert ward.“ Viele sehen hierin, wie im vorhergehenden Gleichnis, eine Darstellung der Fortschritte des Evangeliums in der Welt, das heißt, für sie stellt das Mehl nur die Kinder dieser Welt dar und der Sauerteig das Evangelium. Aber das Wort gibt diesen Bildern einen ganz entgegengesetzten Sinn. Der gute Same oder das Getreide sind die Kinder des Reiches, und der Sauerteig bedeutet immer einen schlechten Einfluss. Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Saduzäer.“ – Paulus sagte den Korinthern: „Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig die ganze Masse durchsäuert? Darum fegt den alten Sauerteig aus, auf dass ihr eine neue Masse werdet, gleichwie ihr ungesäuert seid.“ Und in Galater 5 sagt er ebenfalls: „Ein wenig Sauerteig versäuert den ganzen Teig.“ – So bedeutet also Sauerteig immer etwas Schlechtes unter dieser oder jener Form. Wie hätte sich der Herr in diesem Gleichnis dieses Wortes bedienen können, um im Gegenteil das Beste, was es gibt, zu bezeichnen? Übrigens scheint schon die Handlung des Verbergens an und für sich anzudeuten, dass dieser Sauerteig etwas Schlechtes ist. Es ist gewiss der Sauerteig der modernen Pharisäer und Sadduzäer, das Formwesen, der Unglaube, der alte Sauerteig des Unbekehrten, boshaften Herzens, von welchem der Herr in diesem Gleichnis reden will; es ist das Geheimnis der Bosheit, welches in den Tagen des Paulus begann, und welches wir ganz entwickelt finden werden in der Hure, welche auf ihrer Stirn geschrieben trägt: „Geheimnis, Babylon, die große, die Mutter der Huren und der Gräuel der Erde“ (Off 17,5).

So erscheinen uns also die Geheimnisse des Reiches, die in diesen Gleichnissen dargestellt sind, als die Geheimnisse des Verderbnisses des Reiches, oder, wenn man will, als die Geschichte dieses Reiches, wie der Mensch dasselbe gemacht hat, indem er es der Absicht Gottes zuwider mit der Versammlung verwechselte. Diese Gleichnisse sind in gewisser Hinsicht für das Reich dasselbe, was auch die sieben Briefe an die Versammlungen in Asien für die Kirche sind. In diesen Gleichnissen haben wir, wie wir soeben gesagt haben, die Geschichte des Reiches, wie es durch die Sünde des Menschen verdorben ist, und welches also bleiben wird, bis der König in Person kommt, um alle Dinge wieder herzustellen. In den sieben Briefen haben wir die Geschichte der Versammlung, nicht wie sie nach der Absicht Gottes sein sollte, sondern wie sie durch die Sünde des Menschen geworden ist – bis der Herr kommt, um die Seinigen aus dieser Unordnung herauszunehmen und um nachher alle Völker zu richten.

Ankündigung des Verfalls durch die Sendschreiben

Ohne Zweifel sind die sieben Briefe in Offenbarung 2 und 3 an ebenso viel dazumal wirklich bestehende Versammlungen geschrieben und haben an ihnen ihre erste Erfüllung gehabt; aber man kann nicht zweifeln, dass sie auch, wie das ganze Buch, einen prophetischen Charakter haben und dass sie uns ein Bild der verschiedenen Veränderungen der Geschichte der Versammlungen hier unten darbieten. Und was zeigen sie uns, von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, anders, als einen zunehmenden Verfall inmitten teilweiser und augenblicklicher Belebungen – von der Versammlung zu Ephesus an, welche ihre erste Liebe verlor, bis zu Pergamus, der Gemeine der weltlichen Größe, welche da wohnt, wo der Sitz Satans ist; und von Thyatira an, wo die Lüge offen gelehrt wird und welche nur einen Überrest hat, bis zu Laodizea, der Gemeinde, welche aus dem Mund des Herrn gespien und mit den Völkern gerichtet wird? „Wenn du nicht an der Güte bleibest, so wirst auch du ausgeschnitten werden.“ „Ich werde dich aus meinem Munde speien“, sagt der Herr zu dem, was am Ende noch den Namen „Versammlung“ auf der Erde trägt.

Und was ist der Rest der Offenbarung bis zum 19. Kapitel anders als ein düsteres Gemälde der schrecklichen Gerichte, welche am Ende auf eine abgefallene Christenheit kommen werden? Wir finden in der Zeit, wo diese Kapitel ihre Anwendung haben, nichts mehr auf der Erde, was den Charakter der Braut Christi trägt. Wir sehen wohl einzelne Heilige, welche für das kommende Reich ihres Herrn inmitten vieler Wehen Zeugnis ablegen und welche selbst die Erde mit vielen Plagen schlagen (Off 11,5.6); allein dies ist nicht der Charakter der Glieder Christi (Lk 9,55). Im Himmel hören wir das Lied der Versammlung (Off 5) und aus dem Himmel sehen wir sie kommen (Off 19), um den Herrn zu begleiten, wenn Er kommt, sein Reich in Besitz zu nehmen. Sie ist also vorher dorthin versammelt worden. Ja, in der Tat, die Treue Gottes kann nie fehlen; Er hat es gesagt, dass seine Auserwählten durch die Macht Gottes für das Heil bewahrt werden. Er hat seinen Jüngern, ehe Er die Erde verließ, gesagt (Joh 14,2.3): „Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten usw.“ Es muss, trotz des Verfalls und der Zerrüttung der Gemeinde durch die Sünde des Menschen, dies Wort des Herrn sich erfüllen – wie es auch geschehen musste, dass Paulus, ungeachtet des Untergangs des Schiffes, welches ihn trug, dem Kaiser dargestellt wurde.

Aber wann findet die Vereinigung der Versammlung mit ihrem Haupt statt? Sollte es nicht in Philadelphia sein, dieser Versammlung mit einer kleinen Kraft, welche aber den Namen ihres Meisters nicht verleugnet und das Wort seines Ausharrens gehalten hat? Deshalb sagt der Herr: „Ich werde dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, welche über den ganzen Erdkreis kommen wird usw.“ (Off 3,7-13). Was kann diese Versuchung anders sein als die große Drangsal, welche wir in Jesaja 2,10-19, Jeremia 30,6-9.23.24, Daniel 12,1, Matthäus 24,22 usw. beschrieben finden. Ohne Zweifel könnte Philadelphia in der Mitte dieser Versuchung bewahrt werden wie Noah inmitten der Sintflut. Dies Letztere wird auch mit den Heiligen geschehen, welche dann auf der Erde sein werden, aber in diesem Fall wäre Philadelphia nicht „vor der Stunde der Versuchung bewahrt“. Zu diesem Zweck muss sie nicht nur an einem Ort sein, wo die Versuchung nicht durchdringt, sondern sogar an einem Ort, wo die Stunden nicht mehr gezählt werden. Sie muss im Himmel sein wie Henoch, welcher dorthin entrückt und also vor der Stunde der Sintflut bewahrt wurde. Und ist nicht die Tür des Himmels vor dir offen? Wenn es aber also ist, was ist dann die von so vielen geträumte „Kirche der Zukunft“, die hier unten das Ideal der Gemeinde verwirklichen soll? Es ist eine Täuschung, deren Wirkung ist, dass die Gedanken und Hoffnungen sich an die Erde knüpfen, die nach oben gehen sollten! Ja, es gibt, wenn man will, eine Kirche der Zukunft, es gibt selbst zwei. Philadelphia, die jetzt gesammelt und morgen vielleicht dem Herrn entgegengerückt wird; Laodizea, welche dann aus seinem Mund ausgespien und mit den Völkern gerichtet wird, mit welchen sie Hurerei getrieben hat. Aber es gibt im jetzigen Zeitlauf keine andere Versammlung.

Die Zerstörungen, welche die Sünde in Israel gemacht hatte, sollten nur durch den Herrn bei seiner Ankunft völlig gehoben werden. Das zeigt ein aufmerksames Lesen der Propheten auf jeder Seite. Auch wollten die von dem Heiligen Geist Unterrichteten das Reich Israel nicht selbst wieder herstellen oder sich an die Stelle der verlorenen Bundeslade eine neue machen; sondern sie erwarteten in dem Gefühl dessen, was ihrem Volk mangelte, demütig den „Trost Israels“ – jene Zeiten, welche durch die Propheten vorhergesagt waren, wo der Herr selbst aus David einen „gerechten Zweig“ hervorgehen ließe, welcher als König herrschen sollte und in dessen Tagen Juda erlöst, Israel in Sicherheit wohnen und Jerusalem selbst der „Thron des Herrn“ sein würde (Lk 2,25-28; Jer 3,16.17; 23,5.6).

Ist der Verfall aufzuhalten?

Nun ist es für die Versammlung in gewisser Hinsicht dasselbe. Jede Hoffnung, wie sie in den ersten Tagen war, herzustellen, ist Einbildung und ohne Grund; denn sie könnte nur Grund in der Verheißung des Herrn haben, deren es aber keine der Art gibt. Bedenken wir vielmehr im Gegenteil 2. Thessalonicher 2,1-8. Wie könnte einer so bestimmten Erklärung gegenüber eine solche Hoffnung bestehen? Doch soll dies nicht in dem Werk der Erbauung der Heiligen entmutigen; denn die Segnungen, welche der Herr über die Zerstreuten ausbreiten will, welche mitten im Verfall in Aufrichtigkeit auf Ihn harren, können nicht begrenzt werden. Wir haben, um sicher zu dem Ziel unserer Berufung geführt zu werden, das Wort und den Geist Gottes. Paulus scheint dies den Ältesten zu Ephesus ins Gedächtnis rufen zu wollen, als er hinzufügt – nachdem er ihnen den schrecklichen Verfall der Versammlung verkündigt hatte –: „Nun befehle ich euch, Brüder, Gott und dem Wort seiner Gnade, welches mächtig ist, aufzuerbauen und euch ein Erbe unter allen Geheiligten zu geben“ (Apg 20,32).

Wir haben die schöne Verheißung, dass der Herr da, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, in ihrer Mitte ist. Lasst uns nun nicht in eigener Kraft das tun, was uns der Herr nicht geboten hat und wozu wir keine Verheißung haben; lasst uns nicht durch Organisationen und Anordnungen, welche nur Hindernisse unter den Schafen des Herrn sind, das herstellen wollen, was nicht hergestellt werden kann.

Lasst uns als „Jünger“, als „Brüder“ im Namen des Herrn und auf seinen Geist uns verlassend uns vereinigen. Unsere Versammlung der Zukunft sei die des Himmels; und ich wiederhole, dass wir den Segnungen, welche der Herr noch über uns verbreiten wird, keine Grenzen setzen können. Aber das erste Mittel, um diese Segnungen zu erhalten, ist die Demütigung; denn Gott erniedrigt den, der sich erhöht und erhöht den, der sich erniedrigt. Dies haben wir in der Erlösung jedes Einzelnen von uns erfahren, indem wir erst dann, nachdem wir uns erniedrigt, verdammt und vernichtet hatten, Erhöhung, Friede und Gewissheit fanden. Warum sollte Gott, wenn es sich um die Versammlung handelt, von diesem Grundsatz abgehen? Wenn jemand, befriedigt von seiner Versammlung, seinem Leben und seinen Fortschritten, sagen würde: „Wozu soll ich mich für die Untreuen anderer demütigen?“, so ist sehr für ihn zu befürchten, dass er von dem Geist des Pharisäers in dem Gleichnis oder wenigstens von dem der Juden habe, welche bei den Aufforderungen der Propheten, antworteten: „… der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn!“ (Jer 7), indem sie sich eines Dienstes rühmten, an dem Gott keinen Gefallen mehr hatte, und eines Tempels, welchen Er verlassen wollte. In jedem Fall wäre dies Kurzsichtigkeit und Engherzigkeit; Kurzsichtigkeit, nur in seiner Versammlung, seiner Sekte, Glieder Christi unterscheiden zu können; Engherzigkeit, nicht das Bedürfnis zu fühlen, sich für das Elend, in welchem die zerstreuten Glieder des Leibes Christi seufzen, zu demütigen.

Ohne Zweifel ist die Christenheit nicht der Leib Christi; wenn es aber, wie man nicht zweifeln kann, in ihren verschiedenen Teilen Gläubige gibt, das heißt von unseren Gliedern, unserem Fleisch, unserem Blut, so haben wir uns für diese Zertrennung selbst zu demütigen, als über etwas, welches den Absichten des Herrn und seinem Ruhm entgegen ist. Wir haben uns für verschiedenartige Untreuen, in welchen unsere Brüder verwickelt sind und infolge derer sie leiden, zu demütigen; denn wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit (1Kor 12,26). Als Daniel für sein Volk zu Babel bat, zögerte er nicht zu sagen: „Wir haben gesündigt; wir sind gottlos gewesen, wir haben übel gehandelt, wir sind Empörer gewesen usw.“ (Dan 9).

Wäre denn die Gemeinschaft und die Verbindlichkeit der Versammlung unter sich weniger eng als diejenige, welche zwischen den Gliedern des Volkes Israel existierte? Übrigens tragen wir alle das, was den Verfall der Versammlung herbeigeführt hat, in uns. In diesem Sinn haben wir alle Teil daran, und wir leiden alle darunter; wir leiden alle an der Schwachheit der geistlichen Gaben, an dem Mangel und der Kraft der himmlischen Liebe, weil der die Früchte hervorbringende Geist so mannigfach betrübt worden ist. Wir leiden infolge unserer Trennungen, infolge der Schwachheit, infolge vorgefasster Meinungen und infolge des Erkaltens der brüderlichen Liebe, welches dadurch entsteht. Lasst uns denn in einer gemeinsamen Demütigung uns vereinigen und uns danach gegenseitig trösten und ermuntern durch die Hoffnung, dass der Herr bald kommt, um uns von allem Bösen zu befreien und uns in sein himmlisches Reich einzuführen.

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Originaltitel: „Der gegenwärtige und der zukünftige Zeitlauf“
aus Botschafter des Heils in Christo, 1857, S. 61–72
aus dem Französischen übersetzt
von der Redaktion sprachlich leicht angepasst


Hinweis der Redaktion:

Die SoundWords-Redaktion ist für die Veröffentlichung des obenstehenden Artikels verantwortlich. Sie ist dadurch nicht notwendigerweise mit allen geäußerten Gedanken des Autors einverstanden (ausgenommen natürlich Artikel der Redaktion) noch möchte sie auf alle Gedanken und Praktiken verweisen, die der Autor an anderer Stelle vertritt. „Prüfet aber alles, das Gute haltet fest“ (1Thes 5,21). – Siehe auch „In eigener Sache ...