Wozu heiraten?
... geht es nicht auch ohne Trauschein?

SoundWords

© SoundWords, online seit: 24.10.2002, aktualisiert: 14.09.2018

Leitverse: 1. Korinther 6,18; Hebräer 13,4; 1. Korinther 7,9.36

Immer wieder wird die Frage gestellt, ob eine standesamtliche Heirat eigentlich notwendig ist. Eng damit verbunden ist die Frage, ob es wirklich so schlimm ist, wenn man bereits vor der Ehe Geschlechtsverkehr hat, wenigstens dann, wenn man sowieso vorhat zu heiraten.

Was sagt die Bibel zu diesen Fragen?

1Kor 6,18: Flieht die Hurerei! Jede Sünde, die ein Mensch begehen mag, ist außerhalb des Leibes; wer aber hurt, sündigt wider seinen eigenen Leib.

Es ist immer wichtig, die eigentliche Bedeutung eines Wortes zu ergründen, und ganz besonders scheint uns dies für diesen Vers zu gelten, da die Bedeutung des Wortes „Hurerei“ vielfach nur sehr einseitig verstanden wird (was auch an dem umgangssprachlichen Gebrauch liegt!). Man glaubt, dass Hurerei allein der Geschlechtsverkehr mit einer anderen Frau, außer der eigenen, bedeute, manchmal sogar, dass es sich nur auf Geschlechtsverkehr mit einer Prostituierten bezieht. Dabei vergisst man aber, dass die Heilige Schrift zwei Ausdrücke unterscheidet. Wenn die Schrift von Hurerei spricht, verwendet sie das Wort porneia und wenn die Schrift von Ehebruch redet, steht dort das Wort moicheia. Das Wort „Hurerei“ könnte man auch übersetzen mit „Unzucht, illegitime Geschlechtsgemeinschaft“ in welcher Form auch immer, also einschließlich Prostitution, Blutschande, Homosexualität, Pädophilie und Sodomie (Geschlechtsverkehr mit Tieren). Allerdings kann das Wort Hurerei auch benutzt werden, wenn es um Ehebruch geht (s. 1Thes 4,3-6).

Jeden außerehelichen Geschlechtsverkehr nennt die Schrift also Hurerei. Und dabei ist es erst einmal egal, ob zwei Menschen sich das Eheversprechen gegeben haben oder nicht. Solange sie noch nicht öffentlich den Bund der Ehe bekundet haben, ist es Sünde, wenn sie miteinander schlafen. Wie man am Beispiel von Joseph und Maria sehen kann, hatten sie sich zwar das Eheversprechen (= Verlobung, Mt 1,18) gegeben, aber sie hatten noch nicht miteinander geschlafen. Das erkennt man an der Tatsache, dass Joseph seine Verlobte entlassen wollte, weil er die unglaubliche Geschichte, die Maria ihm erzählte, nicht glauben konnte und davon ausgehen musste, dass sie Ehebruch begangen hatte. Erst später wurde Joseph durch einen Engel klargemacht, dass Maria wirklich kein Märchen erzählt hatte, sondern dass das in ihr Gezeugte von dem Heiligen Geist war.

Der Hebräerbrief sagt uns:

Heb 13,4: Die Ehe sei geehrt in allem {o. bei allen} und das Ehebett unbefleckt; denn Hurer und Ehebrecher wird Gott richten.

Warum sollte die Ehe so hoch gehalten werden? Es gibt einen sehr schönen und tiefen Grund für diese Tatsache. Die Ehe sollte ein Bild auf Christus und die Gemeinde sein, und so wie das Verhältnis zwischen dem Bräutigam (dem Herrn Jesus) und der Braut (der Gemeinde) durch nichts getrübt werden sollte, so sollte auch die Ehe „geehrt werden unter allen“. Das ist auch der Grund, warum eine Ehe nicht aufgelöst werden sollte: weil Christus nie mehr von seiner Gemeinde geschieden werden kann. Er wird sie sich einmal ohne Flecken und Runzeln verherrlicht darstellen (Eph 5,27).

Warum muss man denn nun erst das Standesamt abwarten?

In jedem Land gibt es eine gesetzliche oder wenigstens kulturelle Regelung, ab welchem Zeitpunkt Mann und Frau als Ehepaar gelten, sowohl rechtlich als auch öffentlich vor der Welt. Dieser Zeitpunkt wird in Deutschland durch das Standesamt festgelegt. Dieser Akt hat nichts mit Gesetzlichkeit zu tun, sondern mit Gehorsam gegenüber dem Herrn und der Obrigkeit. Man kommt z.B. auch erst in den steuerlichen Genuss eines Ehepaares, wenn man offiziell verheiratet ist. Vor dem Finanzamt kann man auch schlecht argumentieren: „Ja, aber wir haben uns doch schon vor Jahren die Ehe versprochen.“

Die Bibel sagt im Korintherbrief:

1Kor 7,9.36: Wenn sie sich aber nicht enthalten können, so lasst sie heiraten, …Wenn aber jemand denkt, er handle ungeziemend mit seiner Jungfrauschaft, wenn er {o. Jungfrau, wenn sie} über die Jahre der Blüte hinausgeht, und es muss so geschehen, so tue er, was er will; er sündigt nicht; sie mögen heiraten.

Diese Verse haben eine deutliche Aussage: Sex ist o.k. – aber bitte im geschützten Rahmen der Ehe. Lehren und Meinungen, die besagen, dass Heiraten verkehrt und schlecht wäre, sind vom Teufel, wie uns 1. Timotheus 4,3 bestätigt. Sex außerhalb der Ehe ist jedoch eine sehr ernste Sünde, auch noch im 21. Jahrhundert.

Wenn Gott uns diese Gebote gibt, dann möchte Er uns damit nicht schikanieren. Wenn Gott uns Gebote gibt, dann immer, weil Er es gut mit uns meint. Unser Schöpfer weiß genau, welches Elend es bringen kann, wenn man in diesen Dingen nicht auf das vertraut, was Er in seinem Wort sagt. Wie viel Frauen haben es schon bereut, sich viel zu früh einem Mann ausgeliefert zu haben. In der Regel sind Frauen auf diesem Gebiet wesentlich empfindsamer und leiden viel mehr unter einer gescheiterten Verbindung. Wir möchten besonders unseren jüngeren Lesern und Leserinnen diese Gedanken ans Herz legen. Gott meint es wirklich gut mit uns, und Er will, dass seine Kinder glücklich sind!

Weitere Artikel zum Stichwort Hurerei (1)

Weitere Artikel des Autors SoundWords (93)


Hinweis der Redaktion:

Die SoundWords-Redaktion ist für die Veröffentlichung des obenstehenden Artikels verantwortlich. Sie ist dadurch nicht notwendigerweise mit allen geäußerten Gedanken des Autors einverstanden (ausgenommen natürlich Artikel der Redaktion) noch möchte sie auf alle Gedanken und Praktiken verweisen, die der Autor an anderer Stelle vertritt. „Prüft aber alles, das Gute haltet fest“ (1Thes 5,21). – Siehe auch „In eigener Sache ...