Warum sagt Christus in der Regel „Vater“ und am Kreuz „Gott“?
Johannes 11,41.42 ; 20,17

John Nelson Darby

© SoundWords, online seit: 19.10.2001, aktualisiert: 12.08.2016

Auf eine auffallende Tatsache in Verbindung mit den Leiden unseres Herrn möchte ich noch hinweisen: Während seines ganzen Dienstes, Gethsemane eingeschlossen, wendet sich Christus niemals an Gott, indem Er den Namen „Gott“ gebraucht. Immer sagt Er „Vater“. Auf dem Kreuz aber waren seine Worte, wie wir wissen, „Mein Gott, mein Gott“. In seinem Leben wäre diese Anrede fehl am Platz gewesen – natürlich nicht, weil sie nicht dem zukam, zu dem Er betete, sondern weil sie nicht der Ausdruck der ungetrübten Beziehung und der bewussten, gesegneten Sohnschaft war, in der der Herr allezeit stand.

Auf dem Kreuz handelte Gott mit Ihm der Sünde wegen und eben deshalb als Gott, entsprechend seiner Natur, seiner Majestät und Gerechtigkeit und seiner Wahrheit. Hier musste die Sünde von Gott als Sünde behandelt werden, und der Herr – gelobt sei sein Name! – gibt der Stellung, in der seine heilige Seele sich jetzt befand, der Wahrheit gemäß Ausdruck. Wunderbare Gnade gestattet es uns, Ihn so zu betrachten. Wie unendlich und staunenswert ist diese Gnade!

Die Worte, die der Herr benutzt, bezeichnen sehr klar und ernst den Unterschied der beiden Stellungen, die Er einnahm. Bis zum Kreuz wandelte Er im Genuss der Beziehung eines Sohnes zum Vater, ja als der eingeborene Sohn, der wusste, dass der Vater Ihn allezeit erhörte (Joh 11,42). Auf dem Kreuz, das haben wir gesehen, hatte Er, als zur Sünde gemacht, alles das, was Gott gegen die Sünde war, zu fühlen, zu durchkosten, zu ertragen. Aber dann, nachdem Er zurückgekehrt ist in die volle Freude alles dessen, was sein Gott und Vater in Gerechtigkeit ist, und nach vollbrachter Erlösung führt Er seine Jünger in den Genuss und die Freude beider Beziehungen ein. „Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, und zu meinem Gott und zu eurem Gott“ (Joh 20,17).

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