Psalm 25

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 24.11.2012, aktualisiert: 18.10.2016

Die Zuversicht des gottesfürchtigen Überrestes ist die Güte und Gerechtigkeit des Herrn, was sich durch das Bekenntnis von Sünden und das Ausschütten des Herzens vor Gott zeigt

In früheren Psalmengruppen wurden die Erfahrungen der Gottesfürchtigen in widrigen Verhältnissen und in der Gegenwart ihrer Feinde, am kommenden Tag des Antichristen, beschrieben. In diesem und den folgenden Psalmen werden die Erfahrungen des gottesfürchtigen Überrestes wiederum vorgestellt, aber mit einem Unterschied. Zwischen diesen Psalmen und den früheren ist uns in den Psalmen 20–24 Christus vorgeführt worden, und deshalb sind die Übungen der Seele, die in dieser neuen Psalmenreihe geschildert werden, die Folge des Wissens um die Gnade Gottes, der auf der Grundlage des Werkes Christi gerecht handelt. Folglich nehmen die Übungen eine geistlichere Form an, und erstmals gibt es ein Sündenbekenntnis.

Verse 1-3

Ps 25,1-3: 1 Von David. Zu dir, HERR, erhebe ich meine Seele. 2 Mein Gott, auf dich vertraue ich: Lass mich nicht beschämt werden, lass meine Feinde nicht über mich frohlocken! 3 Auch werden alle, die auf dich harren, nicht beschämt werden; es werden beschämt werden, die treulos handeln ohne Ursache.

Der Psalm beginnt mit einer Bekundung der Unterwerfung unter den Herrn: „Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele“; des Vertrauens auf den Herrn: „Auf dich vertraue ich“; und der Abhängigkeit von dem Herrn: „Auf dich harre ich.“ Da ist die Zuversicht, dass so jemand niemals beschämt wird.

Verse 4-7

Ps 25,4-7: 4 Deine Wege, HERR, tu mir kund, deine Pfade lehre mich! 5 Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich, denn du bist der Gott meines Heils; auf dich harre ich den ganzen Tag. 6 Gedenke deiner Erbarmungen, HERR, und deiner Gütigkeiten; denn von Ewigkeit her sind sie. 7 Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend noch meiner Übertretungen; gedenke du meiner nach deiner Huld, um deiner Güte willen, HERR!

Auf diese Bekundung des Vertrauens auf den Herrn folgt ein Gebet, die Seele möge auf einem Weg geleitet und geführt werden, der mit Gottes eigener Natur im Einklang steht. So spricht die Seele: „deine Wege“, „deine Pfade“, „deine Wahrheit“ (Ps 25,4); „deine Erbarmungen“, „deine Gütigkeiten“ (Ps 25,6); „deine Huld“, „deine Güte“ (Ps 25,7).

Verse 8-10

Ps 25,8-10: 8 Gütig und gerade ist der HERR, darum unterweist er die Sünder in dem Weg; 9 er leitet die Sanftmütigen im Recht und lehrt die Sanftmütigen seinen Weg. 10 Alle Pfade des HERRN sind Güte und Wahrheit für die, die seinen Bund und seine Zeugnisse bewahren.

In den Versen 8 bis 10 erkennt die Seele, das alles Handeln Gottes mit Sündern seiner eigenen Natur gemäß geschieht und daher in Güte in Verbindung mit Geradheit bzw. Gerechtigkeit geschehen wird – wie wir im klaren Licht des Christentums sagen sollten: Gnade regiert durch Gerechtigkeit. Diejenigen, die den Segen empfangen, sind die Sanftmütigen und die Gehorsamen.

Vers 11

Ps 25,11: Um deines Namens willen, HERR, wirst du ja meine Ungerechtigkeit vergeben, denn sie ist groß.

Auf der Grundlage dieser Art und Weise, wie Gott mit Sündern verfährt, bekennt die Seele ihre Sünden und bittet Gott auf der Grundlage all dessen, was Gott ist – „um deines Namens willen“ –, um Vergebung.

Verse 12-15

Ps 25,12-15: 12 Wer ist nun der Mann, der den HERRN fürchtet? Er wird ihn unterweisen in dem Weg, den er wählen soll. 13 Seine Seele wird im Guten wohnen, und seine Nachkommenschaft wird die Erde besitzen. 14 Das Geheimnis des HERRN ist für die, die ihn fürchten, und sein Bund, um ihnen denselben kundzutun. 15 Meine Augen sind stets auf den HERRN gerichtet, denn er wird meine Füße herausführen aus dem Netz.

Vom Geist geführt nimmt die gottesfürchtige Seele die Antwort auf das Sündenbekenntnis vorweg. Derjenige, der seine Sünden bekennt, ist jemand, der Gott fürchtet, und er wird auf dem Weg von Gottes Wahl geführt werden. Seiner Seele wird es wohl ergehen; er wird irdischen Segen ererben, das Geheimnis des Herrn kennen und den Fallstricken des Feindes entgehen.

Vers 16-22

Ps 25,16-22: 16 Wende dich zu mir und sei mir gnädig, denn einsam und elend bin ich. 17 Die Ängste meines Herzens haben zugenommen, führe mich heraus aus meinen Drangsalen! 18 Sieh an mein Elend und meine Mühsal, und vergib alle meine Sünden! 19 Sieh an meine Feinde, denn sie sind zahlreich, und mit grausamem Hass hassen sie mich. 20 Bewahre meine Seele und errette mich! Lass mich nicht beschämt werden, denn ich nehme Zuflucht zu dir. 21 Lauterkeit und Geradheit mögen mich behüten, denn ich harre auf dich. 22 Erlöse Israel, o Gott, aus allen seinen Bedrängnissen!

In den Schlussversen schüttet die gottesfürchtige Seele ihr Herz vor dem Herrn aus. Einsam, schweren Herzens und in tiefer Seelenübung; elend, mühselig und im Bewusstsein des Versagens; umzingelt von Feinden, die mit grausamem Hass hassen, bringt die Seele wie am Anfang des Psalms noch einmal ihr Vertrauen auf Gott zum Ausdruck („ich traue auf dich“ [Luther-Übersetz.; Anm. d. Übers.]) und ihre Abhängigkeit von Gott („ich harre auf dich“); und wieder schaut sie auf Gott, damit sie nicht beschämt wird, während sie darauf wartet, dass Gott Israel erlöst und alle seine Bedrängnisse beendet.

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Übersetzung: S. Bauer


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