Psalm 28

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 03.12.2012, aktualisiert: 18.10.2016

Das Verlangen des Gläubigen, in Absonderung von einer Welt erhalten zu werden, die auf das Gericht zugeht

Verse 1-3

Ps 28,1-3: 1 Von David. Zu dir, HERR, rufe ich; mein Fels, wende dich nicht schweigend von mir ab, damit nicht, wenn du gegen mich verstummst, ich denen gleich sei, die in die Grube hinabfahren! 2 Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir schreie, wenn ich meine Hände aufhebe gegen deinen heiligen Sprachort. 3 Reiße mich nicht fort mit den Gottlosen und mit denen, die Frevel tun, die friedlich reden mit ihrem Nächsten, und Böses ist in ihrem Herzen!

Inmitten eines gottlosen Volkes, das in die Grube hinabfährt, bittet der gottesfürchtige Jude den Herrn, dieser möge seinen Schrei erhören, dass er nicht mit den Gottlosen weggerissen oder von der schönen Schau, die sie machen, getäuscht wird – dass sie nämlich friedlich reden mit ihrem Nächsten, aber Böses in ihrem Herzen haben.

Verse 4.5

Ps 28,4.5: 4 Gib ihnen nach ihrem Tun und nach der Bosheit ihrer Handlungen; nach dem Werk ihrer Hände gib ihnen; vergilt ihnen ihr Betragen! 5 Denn sie achten weder auf die Taten des HERRN noch auf das Werk seiner Hände. Er wird sie zerstören und nicht bauen.

Der gottesfürchtige Jude erwartet das Gericht über die Gottlosen. Dieses Gericht wird über sie hereinbrechen, erstens, wegen ihrer Sünden – des Werks ihrer Hände; und zweitens, weil sie die Werke des Herrn missachten.

Dies sind die bleibenden Prinzipien von Gottes Gerichtshandeln. Gott kann nicht über Sünde hinweggehen, aber Er hat mit dem Tod Christi Vorkehrung getroffen, die Sünde aufzuheben [vgl. Heb 9,26]. Wenn die Menschen Gottes gnädige Vorkehrung missachten, verfallen sie dem Gericht aus Gottes Hand. Sie werden jedoch nicht nur aufgrund ihrer Sünde gerichtet, sondern auch aufgrund ihrer Missachtung Christi (Heb 2,3).

Verse 6-8

Ps 28,6-8: 6 Gepriesen sei der HERR! Denn er hat die Stimme meines Flehens gehört. 7 Der HERR ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hat mein Herz vertraut, und mir ist geholfen worden; daher frohlockt mein Herz, und ich werde ihn preisen mit meinem Lied. 8 Der HERR ist ihre Stärke, und er ist der Rettungsort seines Gesalbten.

Die gottesfürchtige Seele ist sich dessen bewusst, dass der Herr ihren Schrei erhört hat. Sie hat vertraut, ihr wurde geholfen und sie frohlockt. Der Grund ihres Vertrauens ist Christus, denn sie kann sagen, dass der Herr nicht nur die Stärke des Gottesfürchtigen ist, sondern „er ist die rettende Macht seines Gesalbten“ (nach Darbys Übersetzung). So machen die Gottesfürchtigen Gebrauch von Gottes gnädiger Vorkehrung und berufen sich auf den Gesalbten – Christus –, der zu ihren Gunsten eingegriffen und gelitten hat und aus all seinen Leiden errettet wurde (Ps 22,22).

Vers 9

Ps 28,9: Rette dein Volk und segne dein Erbteil; und weide sie und trage sie bis in Ewigkeit!

Wenn der Gesalbte aus seinen Leiden errettet worden ist, werden auch diejenigen gerettet werden, für die Er gelitten hat. Daher kann der Psalmist voller Zuversicht zu Gott sagen: „Hilf deinem Volk und segne dein Erbteil.“ Wenn sie auch eine Zeit lang durch das Leiden hindurch gehen müssen und zerschlagen zu sein scheinen, wird Gott sie doch weiden und sie schließlich bis in Ewigkeit tragen [„hochheben“ in der englischen Übersetzung], im Gegensatz zu denjenigen, die in die Grube hinabfahren (Ps 28,1).

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Übersetzung: S. Bauer


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