Psalm 123

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 08.10.2019

Die Herzensübungen der Gottesfürchtigen im Angesicht von Verachtung und Spott der Welt.

Im Hinblick auf den Segen in Verbindung mit dem Haus des Herrn und der Stadt Jerusalem beschließen die Gottesfürchtigen, sich auf die Pilgerreise zur Stadt Gottes zu machen. Trotzdem ruft eine solche Entscheidung des schwachen Überrests bei stolzen Weltmenschen, die die Bequemlichkeit lieben, Verachtung und Spott hervor. Eine derartige Glaubensentscheidung führt auch heute noch zum gleichen Ergebnis: Der Gläubige, der in den Segen des Hauses Gottes eintritt und die himmlische Berufung ergreift, wird sich entschieden auf diesen Pilgerpfad begeben, nur um festzustellen, dass er die Verachtung derer erntet, die ihr Teil in diesem Leben haben.

Vers 1

Ps 123,1: Ein Stufenlied. Ich erhebe meine Augen zu dir, der du in den Himmeln thronst.

Der Glaube des Gottesfürchtigen wird durch seine eigene Schwachheit und durch die Verachtung der Welt nur umso mehr gefördert. Auf Den zu blicken, der im Himmel thront, lässt die Gnade wirksam werden.

Vers 2

Ps 123,2: Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hand ihres Herrn, wie die Augen der Magd auf die Hand ihrer Gebieterin, so sind unsere Augen gerichtet auf den HERRN, unseren Gott, bis er uns gnädig ist.

Wer sich zum Herrn wendet, nimmt den Platz der Unterordnung ein und achtet auf die Führung des Herrn, genauso wie Knechte auf ihren Meister und jede seiner Handbewegungen achten. Mit der Unterordnung geht auch das Ausharren einher, auf die gnädige Führung des Herrn zu warten, denn die Gottesfürchtigen sehen auf den Herrn „bis Er uns gnädig ist“.

Verse 3.4

Ps 123,3.4: 3 Sei uns gnädig, HERR, sei uns gnädig! Denn reichlich sind wir mit Verachtung gesättigt; 4 reichlich ist unsere Seele gesättigt mit dem Spott der Sorglosen, mit der Verachtung der Stolzen.

Schließlich betet der Gottesfürchtige und bittet den Herrn inständig um die benötigte Gnade. Er drückt seinen Seelenkummer aus. Gnade bewirkt, dass man mit Ruhe und Geduld auf den Herrn blicken kann, obwohl man ebenfalls die Schmach der Welt tief empfindet. Zweimal spricht der Gottesfürchtige davon, dass er „reichlich gesättigt“ ist von der Verachtung und dem Spott der Welt. Diese Verachtung spricht von ihrer Haltung gegenüber Gottes Volk, ihr Spott von der offen gezeigten Ablehnung.

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Übersetzung: Frank Cisonna


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