Psalm 115

Hamilton Smith

© Soundwords, online seit: 21.05.2017, aktualisiert: 29.01.2018

Das wiederhergestellte Volk Israel erkennt, dass seine Befreiung von der Gegenwart des HERRN abhängt. Es lehnt jedes Eigenlob ab und schreibt dem HERRN alle Ehre zu. Als Ergebnis davon wird die Erde durch die Menschenkinder zum Lobe Gottes dienen.

Vers 1

Ps 115,1: Nicht uns, HERR, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre, um deiner Güte, um deiner Wahrheit willen!

Der Eröffnungsvers benennt das Thema dieses Psalms: Das Volk Gottes lehnt es ab, sich selbst irgendeinen Verdienst anzurechnen, sondern schreibt jede Segnung dem Herrn zu. Psalm 114 hatte ihre Befreiung schon auf die Gegenwart des Herrn hin gedeutet, der in Kraft für sein Volk gehandelt hat. Psalm 115 schließt jede menschliche Kraft und Herrlichkeit aus. „Nicht uns“, sagen sie, „sondern deinem Namen gib Ehre.“ Seine Barmherzigkeit und seine Wahrheit haben sich zum Segen für sein Volk verbunden.

Vers 2

Ps 115,2: Warum sollen die Nationen sagen: Wo ist denn ihr Gott?

Dennoch wurden sie in den Regierungswegen Gottes aufgrund ihres Versagens und Götzendienstes verworfen und gaben dadurch dem Feind Gelegenheit, zu fragen: „Wo ist denn ihr Gott?“ Israel kann nun die Erde zum Erbeben vor der Gegenwart des Gottes Jakobs aufrufen (Ps 114,7) – aber wo ist Er?

Verse 3-8

Ps 115,3-8: 3 Aber unser Gott ist in den Himmeln; alles, was ihm wohlgefällt, tut er. 4 Ihre Götzen sind Silber und Gold, ein Werk von Menschenhänden. 5 Einen Mund haben sie und reden nicht; Augen haben sie und sehen nicht; 6 Ohren haben sie und hören nicht; eine Nase haben sie und riechen nicht; 7 sie haben Hände und tasten nicht, Füße, und sie gehen nicht; keinen Laut geben sie mit ihrer Kehle. 8 Ihnen gleich sind die, die sie machen, jeder, der auf sie vertraut.

Der Glaube antwortet: „Unser Gott ist in den Himmeln.“ Dann wird ein Kontrast aufgezeigt zwischen dem unsichtbaren Gott, der im Glauben erfahren wird, und den sichtbaren Götzen, auf die die Heiden vertrauen.

Der Glaube kann sagen: „Alles, was unserem Gott wohlgefällt, tut er.“ Und was die von Menschen geschaffenen Götzen angeht, die weder reden noch sehen noch hören noch riechen noch handeln oder gehen können: Sie sind, mit einem Wort gesagt, hilflos, genauso wie diejenigen, die auf sie vertrauen.

Verse 9-11

Ps 115,9-11: 9 Israel, vertraue auf den HERRN! Ihre Hilfe und ihr Schild ist er. 10 Haus Aaron, vertraut auf den HERRN! Ihre Hilfe und ihr Schild ist er. 11 Ihr, die ihr den HERRN fürchtet, vertraut auf den HERRN! Ihre Hilfe und ihr Schild ist er.

Dann ermahnt der Psalmist, auf Gott zu vertrauen, denn Er alleine kann helfen und diejenigen verteidigen, die Ihm vertrauen. Die Nation Israel, die priesterliche Familie Aarons und die Heiden, die Gott fürchten, werden aufgerufen, auf den Herrn zu vertrauen und so in Ihm ihre Hilfe und ihren Schutz zu finden.

Verse 12-15

Psalm 115,12-15: 12 Der HERR hat unser gedacht, er wird segnen; er wird segnen das Haus Israel, segnen das Haus Aaron. 13 Er wird segnen, die den HERRN fürchten, die Kleinen und die Großen. 14 Der HERR wird zu euch hinzufügen, zu euch und zu euren Kindern. 15 Gesegnet seid ihr von dem HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.

Obwohl Gott in den Himmeln ist (Ps 115,3), können die Gottesfürchtigen über ihre lange Geschichte des Versagens hinweg zurückblicken und sagen: „Der HERR hat unser gedacht.“

Als solche, die Gottes Fürsorge in der Vergangenheit erfahren haben, können sie vertrauensvoll in die Zukunft blicken und sagen: „Er wird segnen das Haus Israel, segnen das Haus Aaron. Er wird segnen, die den Herrn fürchten, die Kleinen und die Großen.“

Überdies werden die von Ihm Gesegneten vermehrt, und Er segnet sie in der Gegenwart, denn der Psalmist sagt: „Gesegnet seid ihr.“ Und der, der segnet, ist der Schöpfer von Himmel und Erde.

Verse 16-18

Ps 115,16-18: 16 Die Himmel sind die Himmel des HERRN, die Erde aber hat er den Menschenkindern gegeben. 17 Die Toten werden den HERRN nicht loben, noch alle, die zum Schweigen hinabfahren, 18 wir aber, wir werden den HERRN preisen von nun an bis in Ewigkeit. Lobt den HERRN!

Die abschließenden Verse zeigen, was es heißt, vom Schöpfer gesegnet zu sein. Die Himmel gehören dem Herrn, aber die Erde hat Er den Menschenkindern gegeben, damit sie zu seinem Lob diene. Wenn wir vom Herrn Gesegnete sind, dann deshalb, damit wir „den HERRN preisen“ mögen (Ps 115,15.18).

Der Psalm blickt nicht über den Tod hinaus: Der Segen, von dem hier gesprochen wird, ist nicht himmlischer Natur, so wie er das für den Christen ist. Der Segen hier ist das gesegnete Leben im 1000-jährigen Reich, das der Psalmist im Blick hat, wenn er sagt: „Wir aber, wir werden den HERRN preisen von nun an bis in Ewigkeit.“ Das himmlische Leben über den Tod hinaus ist dem Psalmisten völlig unbekannt.

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 Übersetzung: Frank Cisonna


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