Psalm 82

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 26.12.2013, aktualisiert: 18.10.2016

Die Verurteilung der ungerechten Richter in Gottes Volk – derjenigen, die in Autorität eingesetzt wurden, um Gott zu vertreten

Vers 1

Ps 82,1: Ein Psalm von Asaph. Gott steht in der Gemeinde Gottes, inmitten der Götter richtet er.

Gott wird beschrieben als mitten in der Versammlung seines Volkes stehend, wo Er die Richter richtet. In den Tagen des Neuen Testaments erklärt uns der Herr, dass diese Richter, auch „Götter“ genannt, diejenigen sind, „an die das Wort Gottes erging“, was ihnen die Autorität verlieh, als seine Stellvertreter Gericht zu halten, weswegen sie auch als „Götter“ bezeichnet werden (Joh 10,35).

Verse 2-4

Ps 82,2-4: 2 Bis wann wollt ihr ungerecht richten und die Person der Gottlosen ansehen? – Sela. 3 Verschafft Recht dem Geringen und der Waise; dem Elenden und dem Armen lasst Gerechtigkeit widerfahren! 4 Befreit den Geringen und den Armen, errettet ihn aus der Hand der Gottlosen!

Leider jedoch werden diese Anführer von Gottes Volk dafür verurteilt, ungerecht zu handeln. Sie hatten in punkto Gerechtigkeit, der grundlegenden Eigenschaft eines Richters, versagt. Statt wirklich Gott zu vertreten und wahrheitsgemäß zu richten, ohne Ansehen der Person, gaben sie falsche Urteile ab, um sich das Wohlwollen der Menschen zu erhalten. Überdies hatten sie keine Achtung für die Armen, die Waisen, die Elenden und die Bedürftigen; sie ließen weder Gerechtigkeit noch Gnade walten.

Vers 5

Ps 82,5: Sie wissen nichts und verstehen nichts, in Finsternis gehen sie umher: Es wanken alle Grundfesten der Erde.

So erweisen sich diese Anführer von Gottes Volk als herzlos und verständnislos. Wirklich ernst muss der Zustand von Anführern sein, die Gott so wenig kennen, dass man von ihnen sagen kann: „Im Dunkeln laufen sie umher.“ Solche Leute unterminieren die moralischen Grundlagen von Gottes Volk: Gerechtigkeit und Gnade.

Verse 6.7

Ps 82,6.7: 6 Ich habe gesagt: Ihr seid Götter, und Söhne des Höchsten ihr alle! 7 Doch wie ein Mensch werdet ihr sterben, und wie einer der Fürsten werdet ihr fallen.

Gott ist nicht gleichgültig gegenüber dieser Ungerechtigkeit. Die, die die Justiz in ihr Gegenteil verkehren, werden selbst dem Gericht verfallen. Die hohe Stellung, die Gott ihnen als seinen Stellvertretern gegeben hatte, wird sie nicht vor seinem gerechten Urteil schützen. Sie werden fallen wie jeder irdische Machthaber, der ohne Gottesfurcht herrscht.

Vers 8

Ps 82,8: Steh auf, o Gott, richte die Erde! Denn du wirst alle Nationen zum Erbteil haben.

Das Versagen von Gottes Stellvertretern beweist nur, dass die Erde auf Gott persönlich wartet; darauf, dass Er in Gerechtigkeit richtet. So schließt der Psalm mit der Bitte an Gott, aufzustehen und die Erde zu richten als derjenige, der nicht nur Israel, sondern „alle Nationen“ zum Erbteil hat.

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Übersetzung: S. Bauer


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