Psalm 64

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 08.12.2013, aktualisiert: 18.10.2016

Die Beschreibung der Gottlosen und ihrer Machenschaften; das vergeltende Gericht, das sie einholen wird und das zur Gottesfurcht und zur Freude der Gerechten an dem Herrn führt

Der Psalm betrachtet einen zukünftigen Tag, an dem das Böse der Welt sich zuspitzen wird und Gott sich im Gericht öffentlich damit befassen wird, was alle Menschen dazu führen wird, Gott zu fürchten.

Vers 2

Ps 64,2: Höre, Gott, meine Stimme in meiner Klage; vor dem Schrecken des Feindes behüte mein Leben!

Der Psalm beginnt mit dem Gebet eines gottesfürchtigen Menschen, behütet zu werden, und das nicht nur vor dem Feind, sondern auch vor der Furcht vor dem Feind.

Verse 3-7

Ps 64,3-7: 3 Verbirg mich vor dem geheimen Rat der Übeltäter, vor der Rotte derer, die Frevel tun, 4 die ihre Zunge geschärft haben wie ein Schwert, ihren Pfeil angelegt, bitteres Wort, 5 um im Versteck auf den Unsträflichen zu schießen: Plötzlich schießen sie auf ihn und scheuen sich nicht. 6 Sie stärken sich in einer bösen Sache; sie reden davon, Fallstricke zu verbergen; sie sagen: „Wer wird uns sehen?“ 7 Sie denken Schlechtigkeiten aus: „Wir haben es fertig, der Plan ist ausgedacht!“ Und eines jeden Inneres und Herz ist tief.

Der Psalmist bereitet vor Gott die bösen Pläne des Feindes aus, denn er erkennt, dass die Gottlosen sich gegen ihn verschwören. Überdies wird die „aufrührerische Menge“ (nach Darbys Übersetzung), aufgehetzt durch die Verschwörung ihrer gottlosen Anführer, dazu getrieben, diese geheimen Pläne auszuführen. Die Menge wird angestachelt mit scharfen und bitteren Worten gegen alles, was von Gott ist; wie eine Salve von Pfeilen, die aufs Geratewohl verschossen werden. Verleumderische Anklagen werden erhoben ohne Gewissensbisse oder Reue. Die Gottlosen bestärken einander im Bösen. Sie verschießen nicht nur den geheimen Pfeil der Verleumdung, sie legen auch Fallstricke, um den Gottesfürchtigen zu Fall zu bringen. Sie sprechen schöne Worte und schützen fromme Beweggründe vor, um ihre bösen Ziele zu erreichen. In ihrem Selbstvertrauen denken sie, dass niemand die bösen Pläne sehen wird, die sie voller Doppelzüngigkeit sorgfältig ersonnen haben.

Verse 8.9

Ps 64,8.9: 8 Aber Gott schießt auf sie — plötzlich kommt ein Pfeil: Ihre Wunden sind da. 9 Und sie werden zu Fall gebracht, ihre Zunge kommt über sie; alle, die sie sehen, werden den Kopf schütteln.

Dennoch vergessen sie, wenn sie ohne Scheu handeln (Ps 64,5) und denken, dass niemand ihre Fallen sehen kann, Gott, vor dem alle Dinge offenliegen und der „das Innere eines jeden“ lesen kann, so tief es auch im Herzen verborgen sein mag. Der Gott, dem alles bekannt ist, wird ein vergeltendes Gericht über sie bringen. Der Pfeil, den sie auf andere verschossen haben, wird sie selbst treffen; die bitteren Worte, die sie gegen andere geäußert haben, werden auf sie selbst zurückfallen.

Verse 10.11

Ps 64,10.11: 10 Und alle Menschen werden sich fürchten und das Tun Gottes verkünden und sein Werk erwägen. 11 Der Gerechte wird sich in dem HERRN freuen und bei ihm Zuflucht suchen; und alle von Herzen Aufrichtigen werden sich rühmen.

Das Gericht über die Gottlosen wird alle Menschen dazu führen, Gott zu fürchten und sein Werk zu verstehen bzw. zu erkennen, dass es sein Werk ist. Die Gerechten werden sich am Herrn freuen, auf Ihn vertrauen und über den Sturz der Gottlosen frohlocken.

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Übersetzung: S. Bauer


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