Psalm 27

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 24.11.2012, aktualisiert: 18.10.2016

Die Zuversicht des Gläubigen, wenn er von Feinden umringt ist, und die Übungen seiner Seele in der Gegenwart des Herrn

Im ersten Abschnitt des Psalms (Ps 27,1-6) findet sich eine große Zuversicht im Angesicht der Feinde aufgrund dessen, was der Gläubige in dem Herrn gefunden hat: Licht und Heil. Im zweiten Abschnitt (Ps 27,7-14) findet sich eine tiefe Seelenübung in der Gegenwart des Herrn aufgrund dessen, was der Gläubige in sich selbst findet.

Vers 1

Ps 27,1: Von David. Der HERR ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Stärke, vor wem sollte ich erschrecken?

Der erste Vers legt die Grundlage der Zuversicht des Gläubigen dar. Er kann sagen: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil“, und: „Der Herr ist meines Lebens Stärke.“ Er hat „Licht“ von dem Herrn inmitten der vorherrschenden Dunkelheit; er weiß, dass der Herr ihn zu seiner Zeit von all seinen Feinden erretten wird; in der Zwischenzeit hat er die Unterstützung, die Hilfe des Herrn.

Vers 2.3

Ps 27,2.3: 2 Als Übeltäter mir nahten, um mein Fleisch zu fressen – meine Bedränger und meine Feinde –, sie strauchelten und fielen. 3 Wenn ein Heer sich gegen mich lagert, nicht fürchtet sich mein Herz; wenn Krieg sich gegen mich erhebt, hierauf vertraue ich:

Da er also den Herrn als sein „Licht“, sein „Heil“ und seine „Stärke“ hat, ist der Gläubige angesichts seiner Feinde zuversichtlich, ob sie nun einzeln kommen und die Seele wie ein wildes Tier ohne Gewissen angreifen [um sie zu fressen], ob sie als ganzes „Heer“ kommen oder ob der Angriff länger dauert, ein richtiger „Krieg“ ist.

Vers 4

Ps 27,4: Eins habe ich von dem HERRN erbeten, danach will ich trachten: zu wohnen im Haus des HERRN alle Tage meines Lebens, um anzuschauen die Lieblichkeit des HERRN und nach ihm zu forschen in seinem Tempel.

Befreit von der Furcht vor Feinden kann der Gläubige in Zielstrebigkeit des Herzens einzig und allein danach trachten, in der Gegenwart des Herrn zu wohnen, seine Lieblichkeit „anzuschauen“ und nach Ihm zu „forschen“.

Verse 5.6

Ps 27,5.6: 5 Denn er wird mich bergen in seiner Hütte am Tag des Unglücks, er wird mich verbergen im Verborgenen seines Zeltes; auf einen Felsen wird er mich erhöhen. 6 Und nun wird mein Haupt erhöht sein über meine Feinde rings um mich her; und Opfer des Jubelschalls will ich opfern in seinem Zelt, ich will singen und Psalmen singen dem HERRN.

Solchermaßen von der Furcht vor Feinden befreit und im Genuss der Gegenwart des Herrn, erhält der Gläubige am Tag des Unglücks Gottes Beistand – er wird geborgen und verborgen. In der Zukunft, wenn die böse Zeit vorbei ist, wird er öffentlich über all seine Feinde erhöht werden, um diesen Ehrenplatz zum Lob des Herrn zu nutzen.

Verse 7-10

Ps 27,7-10: 7 Höre, HERR, mit meiner Stimme rufe ich; und sei mir gnädig und erhöre mich! 8 Von dir hat mein Herz gesagt: Du sprichst: Sucht mein Angesicht! – Dein Angesicht, HERR, suche ich. 9 Verbirg dein Angesicht nicht vor mir, weise nicht ab im Zorn deinen Knecht! Du bist meine Hilfe gewesen; lass mich nicht und verlass mich nicht, Gott meines Heils! 10 Denn hätten mein Vater und meine Mutter mich verlassen, so nähme doch der HERR mich auf.

In den folgenden Versen haben wir die Übungen des Gläubigen in der Gegenwart des Herrn. Angesichts des Feindes hat er die Kraft des Herrn erfahren; in der Gegenwart des Herrn erkennt er seine eigene Schwäche. Von dem Herrn dazu ermutigt, sein Angesicht zu suchen, wendet sich die Seele zu dem Herrn hin, um dort ihre eigene Sünde zu erkennen, die den Zorn des Herrn verdient. Doch sie erkennt das Böse ihres eigenen Herzens im Angesicht der Gnade, die das alles begleichen kann, denn hat nicht die Gnade des Herrn gesagt: „Sucht mein Angesicht“? Wenn die Sünde auch danach schreit, verlassen zu werden, so wird doch die Gnade nicht verlassen, auch wenn die Natur es tun mag (vgl. Petrus in Lk 5,8-11).

Verse 11.12

Ps 27,11.12: 11 Lehre mich, HERR, deinen Weg, und leite mich auf ebenem Pfad um meiner Feinde willen! 12 Gib mich nicht preis der Gier meiner Bedränger! Denn falsche Zeugen sind gegen mich aufgestanden und der, der Gewalttat schnaubt.

Nachdem ihm die Gnade des Herrn bewusst gemacht worden ist, trachtet der Gläubige danach, den Weg des Herrn gelehrt zu bekommen und auf ebenem Pfad geleitet zu werden, damit es in seinem Lebenswandel nichts geben möge, was dem Feind einen Anlass für Tadel geben könnte. In der Tat gibt es viele, die gegen den Gläubigen sind und stets bereit sind, falsche Beschuldigungen zu erheben und ihn gewaltsam zu bekämpfen.

Verse 13.14

Ps 27,13.14: 13 Wenn ich nicht geglaubt hätte, das Gute des HERRN zu schauen im Land der Lebendigen –! 14 Harre auf den HERRN! Sei stark, und dein Herz fasse Mut, und harre auf den HERRN!

Dennoch: Trotz der Bosheit des Menschen hat die Seele Vertrauen auf die Güte des Herrn – dass sie den Gläubigen in das Land der Lebendigen, jenseits des Tags des Unglücks, bringen wird. Eine Zeitlang mag er auf die Fülle des Segens warten müssen, und während der Wartezeit wird der Herr sein Herz stärken.

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Übersetzung: S. Bauer


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