Psalm 16

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 14.11.2012, aktualisiert: 29.01.2018

Christus, der sich mit den Gottesfürchtigen in Israel identifiziert und das Leben des Glaubens vor Gott zum Ausdruck bringt

Psalm 16 ist eine prophetische Beschreibung des Herrn Jesus auf seinem Weg der Niedrigkeit durch diese Welt. Er wird hier nicht in seiner göttlichen Gleichheit mit Gott betrachtet, obwohl diese immer zutrifft, sondern in der Stellung vollkommener Abhängigkeit als Diener Jahwes. Der Psalm legt das Seelenleben des Glaubens vor Gott dar und nicht das äußere Leben vor den Augen der Menschen. Es ist ein Leben, das Gott zu seinem Ziel hat, so dass es ein Leben ist, das sowohl für als auch vor Gott gelebt wird.

Vers 1

Ps 16,1: Bewahre mich, Gott, denn ich suche Zuflucht bei dir!

Christus nimmt einen Platz als Mensch ein und bringt seine vollkommene Abhängigkeit und sein vollkommenes Vertrauen auf Gott zum Ausdruck. „Bewahre mich, o Gott“ ist die Sprache der Abhängigkeit; „ich traue auf dich“ ist der Ausdruck des Vertrauens.

Vers 2

Ps 16,2: Du, meine Seele, hast zu dem HERRN gesagt: Du bist der Herr; meine Güte reicht nicht zu dir hinauf.

Christus nimmt nicht nur den Platz des Menschen, sondern den Platz des Dieners ein. Er kann zu Jahwe sagen: „Du bist mein Herr.“ Seine Güte – sein vollkommener Gehorsam als Diener – diente nicht dazu, Ihm einen Platz vor Gott zu verschaffen oder um sich Vorteile zu sichern, sondern er diente dem Wohl der Heiligen. [Anm. d. Übers.: Die ursprüngliche englische Übersetzung von Vers 2b.3 lautet: „Meine Güte streckt sich nicht aus nach dir, sondern zu den Heiligen, die auf Erden sind, und zu den Herrlichen, an denen mein Wohlgefallen ist.“] Er wurde ein Knecht, um andern in Liebe zu dienen.

Vers 3

Ps 16,3: Du hast zu den Heiligen gesagt, die auf der Erde sind, und zu den Herrlichen: An ihnen ist all mein Gefallen.

In seiner Niedrigkeit nimmt Christus nicht nur den Platz eines Dieners ein, sondern aus Gnade wird Er zum Verbündeten des gottesfürchtigen Überrestes – der Herrlichen auf Erden, an denen Er Gefallen findet.

Vers 4

Ps 16,4: Zahlreich werden die Schmerzen derer sein, die einem anderen nacheilen; ihre Trankopfer von Blut werde ich nicht spenden und ihre Namen nicht auf meine Lippen nehmen.

Christus war, wenn Er auch aus Gnade der Gefährte der Gottesfürchtigen war, Gott vollkommen treu. Er wollte von keinem Gott außer Jahwe hören. In vollkommener Treue Jahwe gegenüber lehnte Er alles ab, was „ein anderer Gott“ genannt werden könnte. Er war der Abgesonderte [vgl. 2Kor 6,17].

Verse 5.6

Ps 16,5.6: 5 Der HERR ist das Teil meines Erbes und meines Bechers; du erhältst mein Los. 6 Die Mess-Schnüre sind mir gefallen in lieblichen Örtern; ja, ein schönes Erbteil ist mir geworden.

Christus war auf seinem Weg durch diese Welt nicht nur abgesondert von allem, was zwischen Gott und den Menschen treten kann, sondern sein Herz war völlig zufrieden in dem HERRN. Der Herr war sein Teil; und während Er auf das irdische Erbe, das Gott für Ihn vorgesehen hatte, zuging, kostete Er in dem Becher [siehe Elberfelder Übersetzung] die Freude über das Erbteil schon auf dem Weg. Im Bewusstsein der Gunst des Herrn konnte Er sagen: „Das Los ist mir gefallen auf liebliches Land.“

Vers 7

Ps 16,7: Den HERRN werde ich preisen, der mich beraten hat; sogar bei Nacht unterweisen mich meine Nieren.

Auf dem Weg, der zu dem Erbe führt, konnte Christus Jahwe für seinen Rat preisen. Durch den Rat Jahwes unterwiesen, gaben Ihm seine ureigensten Gedanken Licht und Weisung.

Vers 8

Ps 16,8: Ich habe den HERRN stets vor mich gestellt; weil er zu meiner Rechten ist, werde ich nicht wanken.

Durch den Rat Jahwes geleitet und mit Jahwe allezeit vor Augen, fand Er in Gott immer seinen Halt.

Verse 9.10

Ps 16,9.10: 9 Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele. Auch mein Fleisch wird in Sicherheit ruhen. 10 Denn meine Seele wirst du dem Scheol nicht überlassen, wirst nicht zugeben, dass dein Frommer die Verwesung sehe.

Solchermaßen gestützt, konnte Christus sogar im Angesicht des Todes fröhlich sein und dieses finstere Tal mit ungetrübter Hoffnung durchschreiten in dem Wissen, dass Gott seine Seele nicht im Totenreich lassen und nicht zugeben würde, dass sein Körper die Verwesung sähe (Apg 2,25-28).

Vers 11

Ps 16,11: Du wirst mir kundtun den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar.

Christus sah den Weg des Lebens jenseits des Todes in der Auferstehung – den Weg, der zur Rechten Gottes führt, wo ewiglich Freude die Fülle und Wonne ist (Heb 12,2).

Lies auch „Der Weg des Lebens" von Hamilton Smith.

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Übersetzung: S. Bauer


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