Psalm 62

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 03.12.2013, aktualisiert: 18.10.2016

Das Vertrauen, das auf Gott allein schaut und in Ihm ruht und auf seine Rettung wartet

Verse 2.3

Ps 62,2.3: 2 Nur auf Gott vertraut still meine Seele, von ihm kommt meine Rettung. 3 Nur er ist mein Fels und meine Rettung, meine hohe Festung; ich werde nicht viel wanken.

Im vorigen Psalm war der gottesfürchtige Mensch, obwohl er auf Gott schaute, dennoch im Geist erdrückt. Hier, wo er nur auf Gott schaut, wird er im Geist belebt. Er kann sagen: „Auf Gott allein ruht meine Seele friedlich“ (nach Darbys Übersetzung). Im vorigen Psalm erwartet er voller Zuversicht, zu dem Felsen geführt zu werden; hier hat er den Felsen bereits erreicht und kann daher von Gott sagen: „Nur er ist mein Fels.“ Auf dem Fels ruhend kann er sagen: „Ich werde kaum wanken.“

Verse 4.5

Ps 62,4.5: 4 Bis wann wollt ihr gegen einen Mann anstürmen, ihr alle ihn niederreißen wie eine überhängende Wand, eine angestoßene Mauer? 5 Sie beraten nur, ihn von seiner Höhe zu stoßen; sie haben Wohlgefallen an der Lüge; mit ihrem Mund segnen sie, und in ihrem Innern fluchen sie. – Sela.

An seine Feinde gewandt verurteilt der Psalmist ihre geheimen Angriffe auf einen, der schwach ist „wie eine überhängende Wand, eine schwankende Mauer“ (nach Darbys Übersetzung). Nach außen hin mögen sie vorgeben, dem Gottesfürchtigen wohlgesonnen zu sein; innerlich verfluchen sie ihn und planen insgeheim, ihn niederzustürzen. Dies war genau die Art des Leidens, das der Herr in vollem Maße erdulden musste.

Verse 6-9

Ps 62,6-9: 6 Nur auf Gott vertraue still meine Seele, denn von ihm kommt meine Erwartung. 7 Nur er ist mein Fels und meine Rettung, meine hohe Festung; ich werde nicht wanken. 8 Auf Gott ruht mein Heil und meine Herrlichkeit; der Fels meiner Stärke, meine Zuflucht, ist in Gott. 9 Vertraut auf ihn allezeit, o Volk! Schüttet euer Herz vor ihm aus! Gott ist unsere Zuflucht. – Sela.

Die Ränke der Gottlosen können den gottesfürchtigen Menschen jedoch nicht von seinem Vertrauen auf Gott abbringen. Er versucht nicht, sich selbst zu verteidigen, er erwartet keine Hilfe von Menschen. Er sagt: „O meine Seele, ruhe friedvoll; denn von ihm kommt meine Hoffnung. Nur er ist mein Fels und mein Heil“ (nach Darbys Übersetzung). Weil er auf Gott schaut, hat er die Gewissheit, dass er nicht wanken wird; des Weiteren erkennt er, dass Gott nicht nur sein Heil, sondern auch seine Ehre ist. Zu gegebener Zeit wird Gott denjenigen erhöhen, den die Menschen wie eine überhängende Wand oder eine schwankende Mauer behandeln.

Aus seiner Erfahrung mit Gott heraus kann er so andere dazu anhalten, allezeit auf Gott zu vertrauen. Wie auch immer die Umstände aussehen mögen, er vertraut auf Gott; was auch immer für Schwierigkeiten es geben mag, „schüttet euer Herz vor ihm aus“ (vgl. Phil 4,6).

Verse 10-13

Ps 62,10-13: 10 Nur ein Hauch sind die Menschensöhne, Lüge die Männersöhne. Auf der Waagschale steigen sie empor, sie sind allesamt leichter als ein Hauch. 11 Vertraut nicht auf Erpressung, und setzt nicht eitle Hoffnung auf Raub. Wenn der Reichtum wächst, so setzt euer Herz nicht darauf! 12 Einmal hat Gott geredet, zweimal habe ich dies gehört, dass die Stärke bei Gott ist. 13 Und dein, o Herr, ist die Güte; denn du vergiltst jedem nach seinem Werk.

Nachdem er zum Vertrauen auf Gott aufgerufen hat, warnt der Psalmist davor, sein Vertrauen auf Menschen zu setzen, seien sie von hoher und niedriger Stellung. [In der englischen Übersetzung lautet Vers 10a: „Sicherlich sind Menschen von niedriger Stellung Nichtigkeit und Menschen von hoher Stellung sind eine Lüge.“] Leider ist der Mensch verdorben, eine Lüge; oder gewalttätig als Unterdrücker und Räuber; oder begehrlich, indem er sein Herz an Geld hängt. Doch die Gottesfürchtigen seien davor gewarnt, sich auf soziale Stellung, Intrigen und Korruption, menschliche Macht und irdischen Reichtum zu verlassen. Gott hat gesagt, und das mehr als einmal, dass Gott die Macht und die Gnade hat und jedem Menschen nach seinem Werk vergelten wird. Wie gut ist es also für die gottesfürchtige Seele, allein auf Gott zu vertrauen, geduldig auf Ihn zu warten, nicht danach zu streben, sich selbst zu erhöhen oder die eigenen Feinde anzugreifen. Die Menschen mögen ein gewisses Maß an Macht besitzen, aber ohne Gnade; vielleicht erweisen sie auch Gnade ohne Gerechtigkeit. Wirkliche Macht gehört allein Gott; aber neben der Macht hat Gott auch Gnade, und mit der Gnade hält Er die Gerechtigkeit aufrecht, denn Er vergilt jedem Menschen nach seinen Werken.

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Übersetzung: S. Bauer


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