Psalm 17

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 14.11.2012, aktualisiert: 18.10.2016

Christus, der sich mit den Gottesfürchtigen in Israel identifiziert im Aufrechterhalten der Rechtschaffenheit inmitten des Bösen

Psalm 16 führt uns Christus vor, wie Er den Weg des Lebens vor Gott beschreitet. Psalm 17 führt uns Christus vor, wie Er angesichts der Versuchungen des Teufels und der tödlichen Feindschaft der Menschen den Weg der Gerechtigkeit beschreitet. In Psalm 16 geht es um das Seelenleben vor Gott; hier in Psalm 17 geht es mehr um das äußerliche Leben vor den Menschen. Nur Christus ging durch dieses Leben in Vollkommenheit, wenn auch andere mit Ihm verbunden sind (siehe Vers 7, „derer“ und Vers 11, „uns“).

Verse 1-3

Ps 17,1-3: 1 Ein Gebet von David. Höre, HERR, die Gerechtigkeit, horche auf mein Schreien; nimm zu Ohren mein Gebet von Lippen ohne Trug! 2 Von deiner Gegenwart gehe mein Recht aus; lass deine Augen Aufrichtigkeit anschauen! 3 Du hast mein Herz geprüft, hast mich bei Nacht durchforscht; du hast mich geläutert – nichts fandest du; mein Gedanke geht nicht weiter als mein Mund.

Der Schrei zu Gott von einem, der auf der Grundlage seiner vollkommenen Rechtschaffenheit darum bitten kann, gehört zu werden. Nur Christus konnte solch einen Grund derart uneingeschränkt einnehmen. Seine Worte kamen von Lippen ohne Falsch. Alles an Ihm war aufrichtig bzw. recht vor dem prüfenden Auge Gottes. Sein Herz wurde geprüft, nur um zu offenbaren, dass seine geheimen Gedanken niemals weiter gingen als seine Worte. Er sagte nicht eine Sache und dachte eine andere (nach JNDs Übersetzung).

Verse 4.5

Ps 17,4.5: 4 Was das Tun des Menschen betrifft, so habe ich mich durch das Wort deiner Lippen bewahrt vor den Wegen des Gewalttätigen. 5 Meine Schritte hielten an deinen Spuren fest, meine Tritte haben nicht gewankt.

Die Menschen dieses Zeitalters sind durch ihre Taten der Macht des Teufels anheimgefallen und empfangen ihr Teil in diesem Leben. Christus wandelte in Abhängigkeit von Gott und seinem Wort und wurde so bewahrt vor dem Treiben der Menschen und den Wegen des Gewalttäters/Zerstörers. Der Teufel hätte Ihm alle Königreiche dieser Welt gegeben, wenn er den Herrn von dem Weg der Abhängigkeit hätte abbringen können. Doch Christus lehnte das Teil in diesem Leben ab (Ps 17,14), um ein besseres Teil in der Auferstehung zu erhalten (Ps 17,15).

Verse 6-9

Ps 17,6-9: 6 Ich habe dich angerufen, denn du erhörst mich, o Gott. Neige dein Ohr zu mir, höre meine Rede! 7 Erweise wunderbar deine Gütigkeiten, der du durch deine Rechte die auf dich Trauenden rettest vor denen, die sich gegen sie erheben. 8 Bewahre mich wie den Augapfel im Auge; birg mich im Schatten deiner Flügel 9 vor den Gottlosen, die mich zerstören, meinen Todfeinden, die mich umzingeln.

Der vollkommen Aufrichtige findet wegen seiner Rechtschaffenheit viele, die sich gegen Ihn erheben. Es gibt Todfeinde, die Ihn gern vernichten würden (Lk 4,29; 6,11; 19,47). Nachdem Er jedoch das Treiben der Menschen und die Versuchungen des Teufels zurückgewiesen und den Weg der Abhängigkeit eingeschlagen hat, kann Christus voller Zuversicht auf Gott schauen, dass Gott eingreift zu seinen Gunsten und zu Gunsten des gottesfürchtigen Überrestes, der mit Ihm verbunden ist. Die vollkommene Rechtschaffenheit seines Wandels verleiht vollkommenes Vertrauen auf Gott und ein Gespür dafür, wie kostbar Er Gott ist, so dass er sagen kann: „Behüte mich wie einen Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel.“

Verse 10-12

Ps 17,10-12: 10 Ihr fettes Herz verschließen sie, mit ihrem Mund reden sie stolz. 11 Bei unseren Schritten haben sie uns jetzt umringt; sie richten ihre Augen darauf, uns zu Boden zu strecken. 12 Er ist wie ein Löwe, der nach Raub giert, und wie ein junger Löwe, der im Versteck sitzt. 

Im Gegensatz zu dem Gerechten beschreiben die Verse 10 bis 12 den Charakter der Menschen dieses Zeitalters, die sich gegen Christus und die Seinen erheben. Sie kennzeichnet ein selbstsüchtiger Luxus, der sie gegenüber dem Leid anderer gleichgültig macht, und Stolz, der sie dazu bringt, sich selbst zu erhöhen. Sie beobachten den Gerechten und die mit Ihm verbunden sind, um sie zu Boden zu stürzen, und planen insgeheim ihre Vernichtung (Mk 3,2-6; Joh 11,53; 12,10).

Vers 13

Ps 17,13: Steh auf, HERR! Komm ihm zuvor, wirf ihn nieder! Errette meine Seele von dem Gottlosen durch dein Schwert, … 

Ein Appell an Gott, die geheimen Pläne des Feindes zu durchkreuzen, die Gottlosen zu richten und die Gerechten zu erlösen. Die Gottlosen sind nur das Schwert Gottes zur Ausübung seiner Herrschaft. [Anm. d. Übers.: Vers 13b lautet in der englischen Übersetzung: „Errette meine Seele vor dem Gottlosen, der dein Schwert ist“, wobei die Kursivschrift Wörter kennzeichnet, die aus grammatikalischen Gründen eingefügt wurden.] Es ist Gott dann ein Leichtes, das Schwert von den Gottesfürchtigen abzulenken und es zur Vernichtung der Gottlosen zu verwenden.

Verse 14.15

Ps 17,14.15: … 14 von den Leuten durch deine Hand, HERR, von den Leuten dieses Zeitlaufs! Ihr Teil ist in diesem Leben, und ihren Bauch füllst du mit deinem Schatz; sie haben Söhne in Fülle, und ihren Überfluss lassen sie ihren Kindern. 15 Ich aber werde dein Angesicht schauen in Gerechtigkeit, werde gesättigt werden, wenn ich erwache, mit deinem Bild.

Nachdem der Charakter der Gottlosen in den Versen 10 bis 12 beschrieben wurde, erfahren wir nun von ihrem Teil im Gegensatz zu dem Teil Christi, des Gerechten. Die Menschen werden beschrieben als von dieser Welt oder diesem „Zeitalter“ stammend, wobei „Zeitalter“ ein Wort ist, das den vergänglichen Charakter dieser Welt bezeichnet: dass die Welt bloß in die Zeit gehört und deshalb mitsamt ihrer Lust vergeht. Dieser Leute Teil ist in diesem Leben und in den natürlichen Gütern, die Gott gibt. Was jedoch Christus betrifft, so hatte Er nicht nur kein Teil hier, sondern Er weigerte sich auch, ein solches entweder von dem Zerstörer (Lk 4,5-8) oder von den Menschen (Joh 6,15) anzunehmen. Er konnte in der Sprache von Psalm 16,5 sagen: „Der Herr ist das Teil meines Erbes.“ Sein Teil ist im Bereich der Auferstehung – in der Gegenwart Gottes –, und so kann Er sagen: „Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit; ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bild.“ So ist das herrliche Ende des Weges der Gerechtigkeit.

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Übersetzung: S. Bauer


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