Psalm 108

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 01.12.2015, aktualisiert: 30.11.2017

Der gottesfürchtige Überrest des Volkes Israel wird im Herzen befestigt im Blick auf die Absicht Gottes, sein Volk von all seinen Feinden zu befreien.

Psalm 107 legt die Wege Gottes mit den Menschen dar, mit besonderem Blick auf sein Volk Israel. Psalm 108 zeigt in sehr gesegneter Weise die Absicht Gottes für sein Volk oder das Ende, zu dem alle seine Wege hinführen. Seine Wege mit uns haben immer seine Absicht für uns im Blick.

Um seine Absicht vorzustellen, hat der Geist Gottes in diesem Psalm die Schlussteile zweier anderer Psalmen vereint. Die Verse 1 bis 5 sind aus dem letzten Teil von Psalm 57, die Verse 6 bis 13 sind das Ende von Psalm 60. Die Enden dieser beiden Psalmen, abgetrennt von den Übungen und Erprobungen, mit denen sie in ihrem ursprünglichen Rahmen verknüpft sind, verbinden sich in sehr gesegneter Weise, um die Absicht Gottes für sein Volk vorzustellen.

Verse 2-4

Ps 108,2-4: 2 Befestigt ist mein Herz, o Gott! Ich will singen und Psalmen singen, auch meine Seele. 3 Wacht auf, Harfe und Laute! Ich will die Morgenröte wecken. 4 Ich will dich preisen, HERR, unter den Völkern und dich besingen unter den Völkerschaften;

Die Gottesfürchtigen in Israel können, obwohl das Volk noch nicht von allen seinen Feinden befreit ist, den HERRN dadurch preisen, dass sie im Herzen von Gottes Absicht, sie zu segnen, überzeugt sind. Die Seele erwartet den Anbruch eines neuen Tages, wenn alle Nationen sich Israel im Lob des HERRN anschließen werden.

Verse 5-7

Ps 108,5-7: 5 denn groß ist deine Güte über die Himmel hinaus, und bis zu den Wolken deine Wahrheit. 6 Erhebe dich über die Himmel, o Gott! Und über der ganzen Erde sei deine Herrlichkeit! 7 Damit deine Geliebten befreit werden, rette durch deine Rechte und erhöre mich!

Die Zuversicht und die Freude der Gottesfürchtigen entspringt aus dem Wissen, dass Gnade und Wahrheit die Oberhand gewonnen haben und dass die Ehre Gottes sichergestellt ist. Daher kann Segen zu seinem geliebten Volk fließen und sie von all ihren Feinden befreien. In dieser Zuversicht blickt der gottesfürchtige Mensch darauf, dass Gott seine rechte Hand in errettender Macht ausstreckt und so sein Gebet erhört.

Verse 8-10

Ps 108,8-10: 8 Gott hat geredet in seiner Heiligkeit: Frohlocken will ich, will Sichem verteilen und das Tal Sukkot ausmessen. 9 Mein ist Gilead, mein Manasse, und Ephraim ist die Schutzwehr meines Hauptes, Juda mein Herrscherstab. 10 Moab ist mein Waschbecken, auf Edom will ich meine Sandale werfen, über Philistäa will ich jauchzen.

Die folgenden Verse enthalten die Antwort an Gott und legen seine feststehende Absicht dar, sein Volk zu befreien. Gott sagt: „Frohlocken will ich, will Sichem verteilen“; „auf Edom will ich meine Sandale werfen, über Philistäa will ich jauchzen.“ Wenn Gott sagt: „Ich will“, wer kann sich seinem Willen widersetzen oder seine Absicht vereiteln?

Des Weiteren macht Er die Sache seines Volkes zu seiner eigenen. Er sagt: „Mein ist Gilead, mein Manasse, und Ephraim ist die Schutzwehr meines Hauptes, Juda mein Herrscherstab.“ Groß war Manasses Versagen gewesen und groß die Sünde Ephraims; aber kein Versagen kann Gottes Absicht zunichtemachen, sein Volk zu segnen. Trotz allen Versagens frohlockt Gott wegen ihnen, beansprucht sie als sein Eigentum und hat in Heiligkeit gesagt, dass Er über all jene triumphieren wird, die sich seinen Geliebten entgegengestellt haben.

Verse 11-14

Ps 108,11-14: 11 Wer wird mich in die befestigte Stadt führen, wer wird mich bis nach Edom leiten? 12 Nicht du, Gott, der du uns verworfen hast und nicht auszogst, o Gott, mit unseren Heeren? 13 Schaffe uns Hilfe aus der Bedrängnis! Menschenrettung ist ja eitel. 14 Mit Gott werden wir Mächtiges tun; und er wird unsere Bedränger zertreten.

Der Psalm schließt mit der Antwort der Gottesfürchtigen auf die erklärte Absicht Gottes. Derselbe Gott, der sie in vergangenen Zeiten weggestoßen hatte wegen ihres Versagens, ist der Gott, auf den sie nun blicken, um zum Sieg geführt zu werden. Da sie gelernt haben, dass menschliche Hilfe eitel ist, und indem sie einzig auf Gott blicken, können sie mit größter Zuversicht sagen: „Er wird unsere Bedränger zertreten.“

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