Psalm 2

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 05.05.2012, aktualisiert: 29.01.2018

Die Ratschlüsse Gottes in Bezug auf den Messias, der von den Menschen verworfen, doch von Gott dazu bestimmt wurde, seine Herrschaft zu auszuüben, wodurch die Gottlosen gerichtet und die Gläubigen gesegnet werden

Die Ratschlüsse Gottes in Bezug auf den Messias, durch Anordnung bekannt gegeben [Ps 2,7] und mit Macht ausgeführt trotz der Pläne der Menschen

„Die Vergeblichkeit des Widerstands gegen Ihn und der Segen des Vertrauens in Ihn“

Verse 1-3

Ps 2,1-3: 1 Warum toben die Nationen und sinnen Eitles die Völkerschaften? 2 Die Könige der Erde treten auf, und die Fürsten beraten miteinander gegen den HERRN und gegen seinen Gesalbten: 3 „Lasst uns zerreißen ihre Fesseln und von uns werfen ihre Seile!“ 

Der Psalm beginnt, indem er uns eine Welt in Auflehnung gegen die Autorität Gottes vorstellt. Die Völker werden in einem Zustand des „lärmenden Aufruhrs“ in Feindschaft gegen Gott und gegen Christus gesehen, wobei sie vergeblich versuchen, die Autorität und die Schranken Gottes abzuschütteln. Sie sagen: „Lasst uns zerreißen ihre Fesseln und von uns werfen ihre Seile.“ Die Menschen trachten danach, alle öffentliche Anerkennung Gottes zu verbannen, um ihren Begierden zu frönen, von denen ihr Gewissen ihnen sagt, dass sie das Licht Gottes nicht ertragen könnten. Der Geist Gottes in Apostelgeschichte 4,26.27 bezieht diese Schriftstelle auf die Verwerfung Christi durch die Heiden und die Stämme Israels. Dieses Bündnis gegen Gott und Christus wurde am Kreuz geschlossen; es ist immer noch das Prinzip, dass die Welt beherrscht; es wird voll ausreifen und das ihm gebührende Urteil empfangen nach der Entrückung der Gemeinde in den Himmel.

Verse 4-6

Ps 2,4-6: 4 Der im Himmel thront, lacht, der Herr spottet ihrer. 5 Dann wird er zu ihnen reden in seinem Zorn, und in seiner Zornglut wird er sie schrecken. 6 „Habe ich doch meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg!“ 7

Von einer Welt in Aufruhr her begeben wir uns in die Ruhe des Himmels, um Gottes Gedanken über die vergeblichen Bemühungen des Menschen zu erfahren. Die großen Menschen auf der Erde – ihre politischen Führer, ihre Wissenschaftler, ihre Philosophen – mögen sich zusammentun, um alle Anerkennung Gottes abzuschütteln, doch ungerührt all ihrer Anstrengungen thront der Gesalbte Gottes im Himmel und verlacht die Auflehnung der Menschen. Die Menschen wüten auf Erden; Gott lacht im Himmel. Menschliche Vorstellungen werden verwendet, um uns begreiflich zu machen, wie der Himmel die Torheit des Menschen verachtet.

Überdies verspottet Gott diese Anstrengungen der Menschen nicht nur, sondern es kommt die Zeit, zu der Gott „zu ihnen reden“ wird „in seinem Zorn“. Lange Zeitalter hindurch hat Gott bereits in Gnade mit ihnen geredet und hat geschwiegen angesichts der menschlichen Aufruhr gegen seine Autorität. Doch Gott war nicht gleichgültig gegenüber „all den harten Worten, die gottlose Sünder gegen ihn geredet haben“ [Jud 15]. Das Schweigen Gottes wird gebrochen werden, und wenn Gott spricht, wird es in Zorn geschehen und sein heftiges Missfallen offenbaren, und die Menschen werden sprachlos sein vor Schreck [nach der englischen Übersetzung von Ps 2,5].

Des Weiteren werden Gottes Ratschlüsse für den, den der Mensch verworfen hat, mit Gewissheit verwirklicht werden. Ungeachtet all dessen, was Menschen sagen oder tun, hat Gott seinen König eingesetzt auf seinem heiligen Berg Zion. So sicher werden Gottes Ratschlüsse sich durchsetzen, dass Er von ihnen so sprechen kann, als ob sie bereits durchgeführt wären – „Habe ich doch meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg“. Die göttliche Macht führt die göttlichen Ratschlüsse aus. Der aufrührerische Mensch wird dem Gericht verfallen, und Gottes Gesalbter wird herrschen.

Verse 7-9

Ps 2,7-9:  Vom Beschluss will ich erzählen: Der HERR hat zu mir gesprochen: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. 8 Fordere von mir, und ich will dir die Nationen zum Erbteil geben und die Enden der Erde zum Besitztum. 9 Mit eisernem Zepter wirst du sie zerschmettern, wie ein Töpfergefäß sie zerschmeißen. 

In diesen Versen dürfen wir den König sprechen hören, wie Er den Erlass Gottes in Bezug auf Ihn verkündet. Der Erlass beschreibt uns die Herrlichkeit seiner Person, das Ausmaß seines Erbes und die Größe seiner Macht. Er ist der in der Zeit – „heute“ – Geborene und als solcher von Jahwe anerkannt als Sohn Gottes. Dies ist nicht seine ewige Sohnschaft, sondern vielmehr seine Beziehung zu Gott als in der Zeit durch göttliche Erzeugung gezeugter Mensch. Die Menschen sagten: „Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria?“ [Mk 6,3]. Gott sagt: Das Heilige, das du gebären wirst, wird Gottes Sohn genannt werden [nach Lk 1,35].

Der Erlass geht dann von der Herrlichkeit seiner Person dazu über, von der Größe seines Reiches zu sprechen. Die Menschen lehnen den Anspruch Christi ab, um für sich selbst Ansprüche auf das Erbe zu erheben (vgl. Mk 12,7). Sie handeln, als ob die Erde zu ihrer Verfügung stünde. In ihrer Eitelkeit lassen sie sowohl Gott als auch den Teufel außer Acht. Sie vergessen, dass, wenngleich der Teufel eine Zeitlang die Erlaubnis haben mag, die Reiche dieser Welt demjenigen zu geben, dem er will (vgl. Lk 4,5.6), Gott dennoch die endgültige Verfügungsgewalt über diese Welt in seinen eigenen Händen behalten hat und dass Christus nur bitten muss, und Gott wird Ihm die Völker zum Erbe und die Enden der Erde zum Eigentum geben.

Schließlich warnt uns der Erlass vor der unwiderstehlichen Macht, mit der Christus alles, was sein Ärgernis erregt, aus seinem Reich herausreißen wird. Die Königreiche der Menschen werden zerbrochen werden, zerschlagen wie Tontöpfe, jenseits aller Möglichkeiten der Wiederherstellung.

Verse 10-12

Ps 2,10-12: 10 Und nun, ihr Könige, seid verständig, lasst euch zurechtweisen, ihr Richter der Erde! 11 Dient dem HERRN mit Furcht, und freut euch mit Zittern! 12 Küsst den Sohn, damit er nicht zürnt und ihr umkommt auf dem Weg, wenn nur ein wenig entbrennt sein Zorn. Glückselig alle, die zu ihm Zuflucht nehmen!

Auf der Grundlage der Warnungen des Erlasses gibt es einen Aufruf an die Großen auf Erden. Bevor Christus in Erscheinung tritt, um in Gerechtigkeit zu herrschen, werden die Völker dazu eingeladen, sich Christus zu unterwerfen und mit den Sohn zu versöhnen, damit sie nicht umkommen, wenn sein Zorn entbrennt. Das Gericht kommt wahrhaftig auf die Völker zu, aber es wird solche unter ihnen geben, die ihr Vertrauen auf den Herrn setzen werden. Diese werden gesegnet werden.

Während es wahr ist, dass der Geist Gottes die ersten drei Verse auf die Ablehnung Christi am Kreuz durch den Menschen bezieht, liegt die volle Entfaltung dieser Ablehnung noch in der Zukunft. Wiederum drückt der Spott des Himmels über die vergeblichen Anstrengungen der Erde, Gottes Ansprüche abzuschütteln, nicht Gottes gegenwärtige Haltung gegenüber der Welt aus. Auch ist der Aufruf, sich dem König zu unterwerfen, nicht das Evangelium, das heute gepredigt wird. Für seine vollständige Erfüllung schaut der Psalm bis zu dem Tag nach vorn, an dem die wahre Gemeinde Gottes von der Erde genommen sein wird. Dann werden die Völker sich zusammentun, um die Autorität Gottes abzuschütteln, und der Himmel wird über ihre Bemühungen spotten. Dann wird auch das Evangelium von dem Reich verkündet werden, bevor das Gericht über die Völker hereinbricht. Diejenigen, die dieses Evangelium annehmen werden, werden bewahrt werden für den Segen im Tausendjährigen Reich (vgl. Off 14,6.7).

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Übersetzung: S. Bauer


Hinweis der Redaktion:

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