Psalm 5

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 30.05.2012, aktualisiert: 18.10.2016

Vertrauen auf Gott, das auf dem Wissen um seine gerechte Herrschaft und sein unwandelbares Wesen beruht

Eine Bitte an Gott, beruhend auf Gottes gerechter Herrschaft und seinem unwandelbaren Wesen, das Gericht über die Gottlosen zu vollstrecken, damit die Gottesfürchtigen in ihren Segen eingehen können

Verse 2-4

Ps 5,2-4: 1 Dem Vorsänger, zu Nechilot. Ein Psalm von David. 2 Nimm zu Ohren, HERR, meine Worte, merke auf mein Seufzen! 3 Horche auf die Stimme meines Schreiens, mein König und mein Gott! Denn zu dir bete ich. 4 Früh wirst du, HERR, meine Stimme hören, früh werde ich dir mein Anliegen vorstellen und harren.

Der Psalm beginnt mit einer Bekundung der täglichen Abhängigkeit der Seele von Gott. „Früh wirst du, HERR, meine Stimme hören, früh werde ich dir mein Anliegen vorstellen und harren.“ Die Anrufung Gottes als „mein König“ weist auf die Herrschaft Gottes hin, so wie „mein Gott“ auf das Wesen Gottes hinweist.

Verse 5-11

Ps 5,5-11: 5 Denn nicht ein Gott bist du, der an Gottlosigkeit Gefallen hat; bei dir wird das Böse nicht weilen. 6 Nicht werden die Toren bestehen vor deinen Augen; du hasst alle, die Frevel tun. 7 Du wirst die Lügenredner vertilgen; den Mann des Blutes und des Truges verabscheut der HERR. 8 Ich aber, ich werde in der Größe deiner Güte eingehen in dein Haus, ich werde anbeten in deiner Furcht gegen deinen heiligen Tempel. 9 Leite mich, HERR, in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen; ebne vor mir deinen Weg. 10 Denn in ihrem Mund ist nichts Zuverlässiges; ihr Inneres ist Verderben, ein offenes Grab ihr Schlund; ihre Zunge glätten sie. 11 Lass sie büßen, o Gott; mögen sie fallen durch ihre Pläne! Stoße sie weg wegen der Menge ihrer Übertretungen, denn sie sind widerspenstig gegen dich gewesen.

In dem nun folgenden Gebet ziehen vor den Augen der Seele vorüber: das Wesen Gottes (Ps 5,5-7); das Verlangen der Gottesfürchtigen (Ps 5,8.9); die Bosheit der Gottlosen (Ps 5,10.11).

Der Psalmist denkt zuerst an Gott, denn sein Gebet beruht auf der Tatsache, dass das gerechte Wesen Gottes es Gott unmöglich macht, über Sünde hinwegzugehen, und dass die Herrschaft Gottes erfordert, dass Gott die Gottlosen richtet. Gottes Wesen ist solcher Art, dass Er an der Gottlosigkeit keinen Gefallen haben kann und dem Bösen nicht erlauben kann, in seiner Gegenwart zu verweilen; daher muss in Gottes Herrschaft der Übeltäter gerichtet und von Gott verabscheut werden (Ps 5,5-7).

Was den Gottesfürchtigen betrifft, so erkennt der Psalmist, dass er in Gottes Haus – die Gegenwart Gottes – nur auf der Grundlage der Gnade eintreten kann. Dennoch schaut er in der Anwesenheit seiner Feinde auf Gott, dass Gott ihn in Gerechtigkeit führen möge und dass Er seinen Weg vor ihm ebnen möge (Ps 5,8.9).

Die Gottlosen sind gekennzeichnet durch Korruption vor den Menschen und Rebellion gegen Gott. Heuchelei bzw. Schmeichelei ist auf ihrer Zunge, und Rebellion ist in ihren Herzen. Der Gottesfürchtige schaut auf Gott, dass Er das Gericht über sie vollstrecken möge (Ps 5,10.11).

Verse 12.13

Ps 5,12.13: 12 So werden sich freuen alle, die zu dir Zuflucht nehmen: Ewig werden sie jubeln, und du wirst sie beschirmen; und in dir werden frohlocken, die deinen Namen lieben. 13 Denn du wirst den Gerechten segnen; HERR, mit Gunst wirst du ihn umgeben wie mit einem Schild.

Auf das Gericht über die Gottlosen wird der Segen derjenigen, die Gott vertrauen, folgen. In der Zwischenzeit ist das Wohlwollen bzw. die Gnade des Herrn ein Schild für die Gottesfürchtigen.

Der Psalm weist deutlich hin auf den unterschiedlichen Charakter des irdischen Segens für die gottesfürchtigen Juden im Gegensatz zu dem himmlischen Segen der Christen. Der Jude, dessen Erbteil auf Erden liegt, „wartet auf die Beseitigung der Gewalttätigen und der Betrüger, um zu seinem eigenen Trost und seiner Ruhe zu gelangen. Nicht so hingegen der Christ. Er lässt den Gewalttäter hier zurück und geht in den Himmel“ (J.N. Darby). Dies erklärt das Gebet um Gericht über die Feinde, das in diesem Psalm und vielen anderen zu finden ist. Der Christ soll für seine Feinde beten. Der Psalm stellt daher nicht die christliche Erfahrung dar, auch wenn das gerechte Wesen Gottes und die Prinzipien seiner Herrschaft, die in dem Psalm beschrieben werden, immer wahr bleiben.

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Übersetzung: S. Bauer


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