Psalm 99

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 22.02.2014, aktualisiert: 29.01.2018

Jahwe, der König, der gekommen ist, um zu herrschen, wird uns als der Große in Zion vorgestellt, der über den Cherubim thront und inmitten eines Volkes, das Ihn anbetet (Ps 99,1-5); dann werden Gottes Wege der Gnade und Lenkung, auf denen Er seine Absichten in die Tat umgesetzt hat, beschrieben (Ps 99,6-9).

Verse 1-3

Ps 99,1-3: 1 Der HERR regiert. Es zittern die Völker. Er thront zwischen den Cherubim: Die Erde wankt.2 Groß ist der HERR in Zion, und hoch ist er über alle Völker. 3 Preisen sollen sie deinen Namen, den großen und furchtbaren – heilig ist er –, …

Im vorhergehenden Psalm wird der König als der Kommende dargestellt; in diesem Psalm ist Er bereits gekommen; Er hat seinen Platz über den Cherubim eingenommen und ist groß in Zion, und seine Herrschaft erstreckt sich über alle Völker. Die einzig richtige Reaktion aller Völker ist es, seinen großen und furchtbaren Namen zu preisen, denn Er ist heilig.

Verse 4.5

Ps 99,4.5: 4 … und die Stärke des Königs, der das Recht liebt! Du stellst fest die Geradheit, du übst Recht und Gerechtigkeit in Jakob. 5 Erhebt den HERRN, unseren Gott, und fallt nieder vor dem Schemel seiner Füße! Heilig ist er.

Diese Verse beschreiben das Wesen seiner Herrschaft. Sein Name ist groß und heilig; seine Herrschaft, die im Einklang mit seinem Namen steht, wird sich dadurch auszeichnen, dass die Macht in Recht und Gerechtigkeit ausgeübt wird. Die Macht und das Recht, die der Mensch so oft voneinander geschieden hat, werden unter der Herrschaft Christi, des Königs, endlich zusammengebracht werden. Die Herrlichkeit des Herrschenden verlangt nicht nur nach Unterwerfung, sondern nach Anbetung am Schemel seiner Füße; und wieder werden wir daran erinnert, dass Er heilig ist.

Verse 6-8

Ps 99,6-8: 6 Mose und Aaron unter seinen Priestern, und Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen, sie riefen zu dem HERRN, und er antwortete ihnen. 7 In der Wolkensäule redete er zu ihnen; sie bewahrten seine Zeugnisse und die Satzung, die er ihnen gegeben hatte. 8 HERR, unser Gott, du hast ihnen geantwortet! Ein vergebender Gott warst du ihnen und ein Rächer ihrer Taten.

In diesen Versen werden wir daran erinnert, dass die Wege Gottes, auf denen Er das Volk zum Segen führt, seinem Umgang mit dem Volk in der Vergangenheit ähneln und sich deshalb dadurch veranschaulichen lassen. Israels Geschichte war eine lange Geschichte der Sünde und des Versagens gewesen; dennoch hatte es stets einen gottesfürchtigen Überrest inmitten dieses versagenden Volkes gegeben. Mose und Aaron unter den Priestern und Samuel unter den Propheten sind herausragende Beispiele dieses gottesfürchtigen Überrestes, der sich inmitten des größten Versagens für das Volk eingesetzt hat (2Mo 17,11.12; 4Mo 12,13; 1Sam 7,5-9). Diese Führer des Volkes riefen Gott am Tag der Not an, und Gott antwortete und sprach zu ihnen in der Wolkensäule und sie gehorchten seinem Wort.

Wegen dieses gottesfürchtigen Überrestes, der in Abhängigkeit und Gehorsam wandelte, handelte Gott mit Gnade und Lenkung denjenigen gegenüber, die diesen Anführern folgten und für die diese sich einsetzten. Gott vergab Israels Sünden in seiner Gnade; aber Gott rächte auch ihre Taten in seiner Lenkung. Aus Gottes Gnade wurde ihnen vergeben; durch Gottes Lenkung mussten sie für ihre Sünden leiden.

So wird in künftiger Zeit die Wiederherstellung Israels durch die Gnade Gottes herbeigeführt, die den Ruf des gottesfürchtigen Überrestes erhört (Ps 94; 118,25.26; Lk 13,35; Joel 3,5; Röm 10,13). Dennoch muss das Volk für seine bösen Taten leiden und deshalb durch die große Drangsal gehen.

Vers 9

Ps 99,9: Erhebt den HERRN, unseren Gott, und fallt nieder an seinem heiligen Berg, denn heilig ist der HERR, unser Gott!

Als letzte Folge von Gottes gesamtem Handeln in Gnade und Lenkung wird Er sich mit einem Volk umgeben, das an seinem heiligen Berg niederfallen und Ihn anbeten wird. Zum dritten Mal in diesem Psalm werden wir daran erinnert, dass Gott heilig ist (Ps 99,3.5.9). Im Himmel wird ein erlöstes Volk sein, das „heilig und tadellos vor ihm … in Liebe“ [Eph 1,4] sein wird; auf der Erde wird eine Gemeinschaft sein, die an seinem heiligen Berg niederfallen und Gott anbeten wird und die Er für seinen heiligen Namen passend gemacht hat.

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Übersetzung: S. Bauer


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