Psalm 59

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 30.11.2013, aktualisiert: 18.10.2016

Die übriggebliebenen Gottesfürchtigen aus den Juden bitten Gott, ihre Feinde von außerhalb zu richten, die sich dem Volk Israel für ihre eigenen selbstsüchtigen Zwecke entgegengestellt haben. Dann wird erkennbar sein, dass Gott in Jakob herrscht bis an die Enden der Erde (Ps 59,14).

Verse 2-6

Ps 59,2-6: 2 Befreie mich von meinen Feinden, mein Gott! Setze mich in Sicherheit vor denen, die sich gegen mich erheben! 3 Befreie mich von denen, die Frevel tun, und rette mich von den Blutmenschen! 4 Denn siehe, sie lauern auf meine Seele; Starke rotten sich gegen mich zusammen ohne meine Übertretung und ohne meine Sünde, HERR! 5 Ohne meine Schuld laufen und bereiten sie sich; wache auf, mir entgegen, und sieh! 6 Ja, du, HERR, Gott der Heerscharen, Gott Israels, erwache, um alle Nationen heimzusuchen! Sei keinem der treulos Frevelnden gnädig! – Sela.

Der Psalm beginnt damit, dass die leidenden Übriggebliebenen auf Gott schauen und Befreiung von und Verteidigung vor bösen, gewalttätigen und mächtigen Feinden erwarten, die sich gegen Israel erheben, obwohl das Volk den Heiden kein Unrecht getan hat. Sie erwarten das Eingreifen Gottes durch ein Gericht ohne Gnade über diejenigen, die keine Gnade für Gottes Volk kannten.

Verse 7-9

Ps 59,7-9: 7 Am Abend kehren sie zurück, heulen wie Hunde und umkreisen die Stadt. 8 Siehe, aus ihrem Mund sprudeln sie Böses hervor, Schwerter sind auf ihren Lippen – denn: „Wer hört?“ 9 Du aber, HERR, wirst über sie lachen, wirst alle Nationen verspotten.

Ihre Feinde umkreisen die Stadt wie Hunde, die des Nachts umherstreifen und heulen, und stoßen ohne Gewissen Bosheiten gegen das Volk Gottes aus, „denn sie denken: Wer hört?“. Doch der Herr wird, um es nach Menschenweise auszudrücken, über sie spotten.

Verse 10.11

Ps 58,10.11: 10 Meine Stärke, auf dich will ich achten; denn Gott ist meine hohe Festung. 11 Mein Gott wird mir mit seiner Güte zuvorkommen; Gott wird mich mit Genugtuung sehen lassen auf meine Feinde.

Im Bewusstsein der Stärke seines Feindes und seiner eigenen Schwäche betrachtet der Gerechte Gott als seine Festung und wartet auf Ihn in der festen Überzeugung, dass Gottes Güte ihm entgegenkommen (nach Darbys Übersetzung) und ihn von all seinen Feinden befreien wird.

Verse 12-14

Ps 59,12-14: 12 Töte sie nicht, damit mein Volk es nicht vergesse; lass sie umherirren durch deine Macht, und stürze sie nieder, Herr, unser Schild! 13 Sünde ihres Mundes ist das Wort ihrer Lippen; so lass sie gefangen werden in ihrem Hochmut und wegen des Fluches und wegen der Lüge, die sie aussprechen! 14 Mach ein Ende im Grimm, mach ein Ende, dass sie nicht mehr seien und erkennen, dass Gott in Jakob herrscht bis an die Enden der Erde! – Sela.

Der Psalmist möchte nicht, dass der Feind Israels in einem kurzen Augenblick durch die mächtige Kraft Gottes erschlagen wird; lieber wäre es ihm, zu sehen, wie diejenigen, die die Leiden von Gottes Volk in die Länge gezogen hatten, nun selbst zu einem langsamen Ende kämen als Beispiel vergeltender Gerechtigkeit für Gottes Volk. Die Worte ihrer Lippen verraten den Hochmut ihrer Herzen. Ihre Gotteslästerung und ihr Betrug schreien laut nach einem Gericht, das es offenbar machen wird, dass Gott in Jakob herrscht bis an die Enden der Erde.

Verse 15-18

Ps 59,15-18: 15 Und am Abend kehren sie zurück, heulen wie Hunde und umkreisen die Stadt. 16 Sie schweifen umher nach Nahrung; sie übernachten, wenn sie auch nicht satt sind. 17 Ich aber will singen von deiner Stärke und am Morgen jubelnd preisen deine Güte; denn du bist mir eine hohe Festung gewesen und eine Zuflucht am Tag meiner Bedrängnis. 18 Dir, meine Stärke, will ich Psalmen singen; denn Gott ist meine hohe Festung, der Gott meiner Güte.

Im Vorgriff auf Gottes Gericht sehen die Gottesfürchtigen ihre Feinde als ihrer Beute beraubt und heulend wie hungrige Hunde, die des Nachts umherstreifen. Doch wenn die lange Nacht des Leidens vorbei sein wird, wird der Gottesfürchtige am Morgen von Gottes Stärke und Gnade singen. Denn Gott ist am Tag der Not seine Festung gegen den Feind und seine Zuflucht vor dem Sturm gewesen.

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Übersetzung: S. Bauer


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