Psalm 116

Hamilton Smith

© Soundwords, online seit: 06.06.2017

Dieser Psalm beinhaltet die liebende Antwort des Gottesvolkes aufgrund der Gnade, die sie aus Todesnot gerettet hat.

Verse 1.2

Ps 116,1.2: 1 Ich liebe den HERRN, denn er hörte meine Stimme, mein Flehen, 2 denn er hat sein Ohr zu mir geneigt; und ich will ihn anrufen in allen meinen Tagen.

Das Ziel Gottes im Handeln mit seinem Volk ist es, sich mit denen zu umgeben, die auf seine Liebe antworten und Ihm vertrauen. Dieses Ziel wird in der gottesfürchtigen Seele erreicht, die ausrufen kann: „Ich liebe den HERRN“, und: „Ich will ihn anrufen in allen meinen Tagen“ (vgl. Eph 1,4; 1Joh 4,16-19).

Verse 3-6

Ps 116,3-6: 3 Mich umfingen die Fesseln des Todes, und die Bedrängnisse des Scheols erreichten mich; ich fand Drangsal und Kummer. 4 Und ich rief an den Namen des HERRN: Bitte, HERR, errette meine Seele! 5 Gnädig ist der HERR und gerecht, und unser Gott ist barmherzig. 6 Der HERR bewahrt den Einfältigen; ich war elend, und er hat mich gerettet.

In den folgenden Versen beschreibt der Psalmist die Umstände, in denen die Liebe Gottes offenbart wurde und die seine eigene Liebe hervorriefen. Er war dem Tod nahe und fand Drangsal und Kummer. Doch als er jenseits jeder menschlichen Hilfe an der Pforte des Todes stand, hatte er als Gottesfürchtiger den Namen des Herrn angerufen. Als Antwort auf sein Rufen stellte er fest, dass der Herr „gnädig“, „gerecht“ und „barmherzig“ ist – Einer, der den Einfältigen bewahrt und den Elenden rettet. Ein Einfältiger ist nicht notwendigerweise eine böse Person, sondern jemand, der leicht verführbar ist und von bösen Menschen verführt wird.

Verse 7-11

Ps 116,7-11: 7 Kehre wieder, meine Seele, zu deiner Ruhe! Denn der HERR hat wohlgetan an dir. 8 Denn du hast meine Seele errettet vom Tod, meine Augen von Tränen, meinen Fuß vom Sturz. 9 Ich werde wandeln vor dem HERRN im Land der Lebendigen: 10 Ich glaubte, darum redete ich. Ich bin sehr gebeugt gewesen. 11 Ich sprach in meiner Bestürzung: Alle Menschen sind Lügner!

Der Psalmist beschreibt weiterhin die Wirkung des gnadenvollen Handelns Gottes an seiner Seele in Zeiten der Anfechtung. Die erste Auswirkung des freigiebigen Handelns Gottes ist, dass er zur Ruhe gebracht wird – einer Ruhe, die vom Vertrauen auf den Herrn herrührt. Dann dankt er dem Herrn freudig für all die Segnungen, die er erhalten hat. Er kann sagen: „Du hast meine Seele errettet vom Tod, meine Augen von Tränen, meinen Fuß vom Sturz.“ Dies alles hat der Herr gewirkt. Der Herr hat ihm Seelenfrieden gegeben und ihn vom Tod befreit: Er hat seine Tränen getrocknet und seine Füße bewahrt. Nun kann er mit Zuversicht in die Zukunft blicken und sagen: „Ich werde wandeln vor dem HERRN im Land der Lebendigen.“ Seelenfrieden führt zu einem göttlichen Wandel, in dem der Herr im Mittelpunkt steht. Ferner hat das Vertrauen auf den Herrn seinen Mund geöffnet, um zu bezeugen: „Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet“ (2Kor 4,13). Und so wie sein Leiden seine Zuversicht auf den Herrn hervorgebracht hat, so hat es gleichzeitig sein Vertrauen auf Menschen zunichtegemacht. In seiner Erregung oder „Bestürzung“ sprach er: „Alle Menschen sind Lügner!“

Verse 12-15

Ps 116, 12-15: 12 Wie soll ich dem HERRN alle seine Wohltaten an mir vergelten? 13 Den Becher der Rettungen will ich nehmen und anrufen den Namen des HERRN. 14 Ich will dem HERRN meine Gelübde bezahlen, ja, in der Gegenwart seines ganzen Volkes. 15 Kostbar ist in den Augen des HERRN der Tod seiner Frommen.

Die befreite Seele gesteht ihre Schuld dem Herrn gegenüber ein. Der Kelch der Tränen wurde durch den Kelch des Heils ersetzt. Der Psalmist nimmt nun freudig diesen Becher und bekennt den Namen des Herrn. Seine Gelübde, die er einst im Angesicht des Todes gemacht hat, werden dem Herrn in der Gegenwart seines ganzen Volkes bezahlt. Und wäre er dem Tod unterlegen, anstatt nun in das Land der Lebendigen zurückberufen zu sein, dann wäre sein Tod in den Augen des Herrn kostbar gewesen.

Verse 16-19

Ps 116,16-19: 16 Bitte, HERR, denn ich bin dein Knecht! Ich bin den Knecht, der Sohn deiner Magd; gelöst hast du meine Fesseln. 17 Dir will ich Opfer des Lobes opfern und anrufen den Namen des HERRN. 18 Ich will dem HERRN meine Gelübde bezahlen, ja, in der Gegenwart seines ganzen Volkes, 19 in den Vorhöfen des Hauses des HERRN, in deiner Mitte, Jerusalem. Lobt den HERRN!

Nun bekennt er gerne, ein williger Knecht dessen zu sein, der ihn befreit hat. Er will seine Gelübde in der Gegenwart seines ganzen Volkes in den Vorhöfen des Herrn, in der Mitte Jerusalems bezahlen und sein Dankopfer darbringen. So füllt der Herr die Vorhöfe seines Hauses mit Menschen, die Ihn lieben und preisen.


Übersetzung: Frank Cisonna


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