Psalm 1

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 15.04.2012, aktualisiert: 18.10.2016

Der gottesfürchtige Mensch inmitten einer gottlosen Welt, der darauf wartet, dass die Regierung Gottes sich mit den Bösen befasst und die Gerechten in den Segen führt

Der moralische Charakter des Menschen, der durch die Regierung Gottes irdischen Segen ererben wird

Der Psalm zeigt Prinzipien auf, die für diejenigen gelten, die zu irgendeiner Zeit während der Verwerfung Christi Gott fürchten. Allerdings hat der Psalm in seiner strikten Auslegung den gottesfürchtigen jüdischen Überrest im Blick, der inmitten eines Volkes lebt, das sich in öffentlichem Widerstand gegen Gott und seinen Gesalbten befindet. Der Psalm beschreibt die moralischen Eigenschaften dieses gottesfürchtigen Überrestes und das Regierungshandeln Gottes, durch das die Bösen gerichtet und die Gottesfürchtigen in den Segen auf der Erde eingesetzt werden. Dieser moralische Charakter war in aller Vollkommenheit in Christus selbst zu erkennen, der sich mit dem gottesfürchtigen Überrest aus den Juden identifizierte. Folglich stellt der Psalm Christus moralisch dar, auch wenn er sich nicht auf Christus persönlich bezieht.

Vers 1

Ps 1,1: Glückselig der Mann, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen und nicht steht auf dem Weg der Sünder und nicht sitzt auf dem Sitz der Spötter, …

Die Gottlosen werden als im Aufstieg begriffen betrachtet. Sie haben ihre Ratschlüsse; ihre Art, ihre Pläne in die Tat umzusetzen; und sie sitzen behaglich in Machtpositionen und verachten die Autorität Gottes. Unter solchen Umständen wird uns das äußere Leben, das innere Leben und das Gedeihen des gottesfürchtigen Menschen geschildert. Sein äußeres Leben ist durch vollständige Trennung von der Welt um ihn herum gekennzeichnet. Er hat keinen Teil an ihren Ratschlüssen, ihren Methoden oder ihrer gottlosen Behaglichkeit.

Vers 2

Ps 1,2: … sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht!

Seine Trennung ist jedoch nicht rein äußerlich und der Form halber; sie wird begleitet von einem inneren Leben der Hingabe an Gott. Er hat Lust am Gesetz des Herrn; und das Wort, an dem er Gefallen hat, wird zum Thema seines Denkens bei Tag und bei Nacht.

Vers 3

Ps 1,3: Und er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und dessen Blatt nicht verwelkt; und alles, was er tut, gelingt.

Des Weiteren lebt er sein Leben in Abhängigkeit von den unerschöpflichen Vorratsquellen in Gott, wie ein Baum seine Nahrung aus den Wasserbächen zieht. Überdies führen diese Trennung vom Bösen, die Hingabe an Gott und die Abhängigkeit von Gott zu einem fruchtbaren Leben. Sein Leben entwickelt ein schönes Wesen, das in den Augen Gottes Frucht ist. Außerdem wird sein Bekenntnis der Gottesfurcht vor den Menschen, das durch die Blätter dargestellt wird, nicht verdorben bzw. verwelkt durch Widersprüche. Und schließlich wird er gesegnet in allem, was er tut.

Verse 4.5

Ps 1,4.5: Nicht so die Gottlosen, sondern sie sind wie die Spreu, die der Wind dahintreibt. Darum werden die Gottlosen nicht bestehen im Gericht, noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.

Ganz anders ist es mit den Gottlosen. Sie mögen anscheinend in Machtpositionen etabliert sein und behaglich dasitzen. Doch unter der Herrschaft Gottes werden sie vom Wind wie Spreu davongeweht werden. Vorläufig mögen die Bösen gedeihen und die Gottesfürchtigen leiden, und es mag so aussehen, als ob die Regierung Gottes versagt hätte. Dies offenbart die wichtigen Prinzipien, dass wir – um das volle Erscheinen von Gottes heiliger Regierung zu sehen, sei es in der Segnung der Gottesfürchtigen oder im Umgang mit den Bösen – auf Gottes Eingreifen mit Gericht am kommenden Tag warten müssen. Dann wird man sehen, dass die Gottlosen im Gericht nicht bestehen werden, wohingegen die Gottesfürchtigen in der Versammlung der Gerechten ihren festen Platz bekommen, offenbar werden und gesegnet werden.

Vers 6

Ps 1,6: Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten; aber der Weg der Gottlosen wird vergehen.

In der Zwischenzeit hat die gottesfürchtige Seele den Trost der verborgenen Zustimmung des Herrn; denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, und das, was der Herr billigt, wird bestehen bleiben – alles andere wird zugrunde gehen.

Nächster Teil


Übersetzung: S. Bauer


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