Psalm 3

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 10.05.2012, aktualisiert: 18.10.2016

Zuversicht in Gegenwart von Feinden als Folge des Glaubens an Gott, wenn äußerlich alles gegen die Seele steht

Vertrauen auf Gott, wenn äußerlich alles gegen die Seele steht; wenn der Feind an der Macht ist und es allem Anschein nach bei Gott keine Hilfe gibt

Verse 2.3

Ps 3,2.3: 2 HERR, wie zahlreich sind meine Bedränger! Viele erheben sich gegen mich. 3 Viele sagen von meiner Seele: Bei Gott ist keine Rettung für ihn! -

In Psalm 2 hält die Welt Rat gegen den Herrn; in diesem Psalm sagt der Gottesfürchtige: „Viele erheben sich gegen mich.“ Feinde auf allen Seiten und kein öffentliches Eingreifen Gottes zu Gunsten des Gottesfürchtigen: Dies nimmt der Feind zum Anlass, um zu sagen: „Bei Gott ist keine Rettung für ihn.“

Vers 4

Ps 3,4: Du aber, HERR, bist ein Schild um mich her, meine Herrlichkeit und der, der mein Haupt emporhebt.

Ungeachtet alles äußeren Anscheins sieht der Glaube, dass der Herr ein Schild für den Gottesfürchtigen ist; seine Ehre; derjenige, dessen er sich rühmt; und der zu gegebener Zeit sein Haupt emporheben wird, wenn auch im Augenblick der Feind zu triumphieren scheint (Ps 27,5.6; 110,7).

Verse 5-7

Ps 3,5-7: 5 Mit meiner Stimme rufe ich zu dem HERRN, und er antwortet mir von seinem heiligen Berg. - 6 Ich legte mich nieder und schlief. Ich erwachte, denn der HERR stützt mich. 7 Nicht fürchte ich mich vor Zehntausenden des Volkes, die sich ringsum gegen mich gesetzt haben.

Weil sie diesen schlichten Glauben hat, vertraut die Seele auf Jahwe – sie schreit zu dem Herrn und wird erhört. Deshalb kann er sich hinlegen und schlafen, obwohl die Umstände unverändert sind. Zudem kann er aufwachen und Zehntausenden von Gegnern gegenübertreten, ohne sich zu fürchten.

Verse 8.9

Ps 3,8.9: 8 Steh auf, HERR! Rette mich, mein Gott! Denn du hast alle meine Feinde auf die Wange geschlagen; die Zähne der Gottlosen hast du zerschmettert. 9 Von dem HERRN ist die Rettung; dein Segen ist auf deinem Volk.

Er wartet darauf, dass der Herr aufsteht und zu seinen Gunsten handelt, und sieht die Zeit voraus, wenn alle seine Feinde gerichtet werden und das Volk des Herrn seinen endgültigen Segen erreicht.

Die Erfahrungen der Seele und die ausgedrückten Wünsche zeigen deutlich, dass der Psalm in erster Linie einen gottesfürchtigen Juden betrachtet, der auf den irdischen Segen des Tausendjährigen Reiches wartet. Dieser Segen wird durch das Gericht über die lebenden Völker erreicht werden. Der Christ, dessen Segnungen himmlisch sind, erwartet das Erreichen seines vollen und endgültigen Segens nicht durch das Gericht über seine Feinde, sondern dadurch, dass der Herr kommt, um ihn in den Himmel mitzunehmen.

Es gibt jedoch Prinzipien in dem Psalm, die einem Christen gut dabei helfen können, Bedrängnissen zu begegnen, während er durch eine Welt geht, von der Christus abwesend ist. Es gibt Zeiten, wo wir nicht einzelnen, sondern mannigfaltigen Prüfungen gegenüberstehen. Die Bedränger und die Bedrängnisse sind „zahlreich“. Angesichts von Bedrängnissen, seien sie einzelnen oder zahlreich, kann der Glaubende in dem Herrn seinen „Schild“ finden. Dieser Teil einer Rüstung dient der Verteidigung. Man hält ihn zwischen sich und seinen Feind. Gesegnet sind wir, wenn unser Glaube erkennt, dass Gott zwischen uns und all unseren Bedrängnissen steht. Es spielt dann keine Rolle, ob der Feind zu Zehntausenden vervielfältigt ist. Wäre es eine Angelegenheit zwischen uns und dem Feind, so wäre schon einer zu stark für uns; wenn es jedoch eine Angelegenheit zwischen Gott und dem Feind ist, dann ist es gleichgültig, ob nur einer oder zehntausend gegen uns sind.

Derjenige, der unser Schild gegen den Feind ist, wird zur Hilfsquelle für uns. Während wir von dieser großen Hilfsquelle Gebrauch machen – während wir unsere Sorgen auf den Herrn werfen –, füllt Er unsere Herzen mit seinem Frieden. Die Folge des Gebets ist nicht notwendigerweise, dass unsere Umstände geändert werden, sondern dass wir selbst geändert werden. Statt verzweifelt und verstört zu sein, werden wir in Frieden erhalten und durch die Prüfung hindurch getragen (Phil 4,6.7). Dies ist an den Erfahrungen des Psalmisten segensreich zu sehen. Inmitten seiner Prüfungen schreit er zu dem Herrn und hat das Bewusstsein, erhört zu werden, was zur Folge hat, dass er, obwohl seine Prüfungen weitergehen wie bisher, in Frieden erhalten wird: Er schläft und wird gehalten; er erwacht zum vollen Bewusstsein seiner Prüfung, doch er kann ihr ohne Furcht begegnen.

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Übersetzung: S. Bauer


Hinweis der Redaktion:

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